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    Der Feuersturm

    zur OFDb   OT: The Winds of War

    Herstellungsland:USA (1983)
    Genre:Drama, Krieg
    Bewertung unserer Besucher:
    Note: - (0 Stimmen) Details
    28.06.2020
    GKnoess
    Level 6
    XP 470
    Episode 1: Eine gefährliche Mission (El viento se levanta)
    Der Feuersturm - Folge 1 - Eine gefährliche Mission ofdb
    Label Polyband, DVD
    Land Deutschland
    Freigabe FSK 12
    Laufzeit 108:39 Min. PAL
    Vientos de Guerra - Episodio 1 - El viento se levanta ofdb
    Label Research Entertainment, DVD
    Land Spanien
    Freigabe No recomendada para menores de 7 anos
    Laufzeit 142:38 Min. PAL
    Verglichen wurde die deutsche DVD-Erstauflage "The winds of war - Der Feuersturm" von Polyband GmbH (FSK 12) mit der spanischen DVD-Edition "Vientos de guerra" von Research Entertainment. Die deutsche DVD-Fassung entspricht der TV-Ausstrahlung im ZDF, die spanische DVD-Edition ist identisch mit der US-TV-Fassung. Beide liegen in PAL und 4:3-Vollbild-Format vor. Bild- und Tonqualität sind in beiden Editionen gut. Auf der deutschen Edition ist umfangreiches Bonus-Material beigefügt.

    "Der Feuersturm" ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Herman Wouk, der in seinem Werk den schleichenden Beginn des zweiten Weltkriegs aus Sicht des amerikanischen Marine-Offiziers Victor "Pug" Henry und dessen Familie darstellt, die bei Kriegsausbruch über mehrere Schauplätze (Berlin, Warschau, Hawaii) verstreut ist. Das an parallelen Handlungssträngen reiche Werk wurde möglichst detailgetreu umgesetzt. Die Effekte sind für eine TV-Produktion der 80er-Jahre herausragend. Auch die Besetzung der Charaktere wurde bis in die Nebenrollen sorgfältig gewählt. Neben Hauptdarsteller Robert Mitchum wurden dutzende mehr (z.B. Jan-Michael Vincent, Ali MacGraw, Lisa Eilbacher, Peter Graves, Chaim Topol) oder weniger (z.B. Polly Bergen, David Dukes, Jeremy Kemp) bekannte Stars des US-Fernsehens besetzt. Hervorzuheben ist, dass die Rollen der deutschen Charaketere im Wesentlichen durch bekannte deutsche und österreichische Darsteller wie Werner Kreindl, Wolfgang Preiss, Günter Meisner und Joachim Hansen gespielt wurden, die sich in der US-TV-Fassung auch selbst synchronisierten. Auch Horror-Ikone Barbara Steele, Sky Dumont und Regisseur Enzo G. Castellari sind in Nebenrollen zu sehen. In "Der Feuersturm" werden die Ereignisse vom Münchner Abkommen bis zum Angriff auf Pear Harbour dargestellt. Die weiteren Kriegsjahre und Ereignisse bis zur Befreiung von Auschwitz und der Kapitulation des deutschen Reiches sind in der zwei Jahre später gedrehten Fortsetzung "Feuersturm und Asche" aufbereitet, mit der dann Herman Wouks Bestseller "Der Krieg" und "Weltsturm" filmisch umgesetzt wurden, die das weitere Schicksal der Familie Henry schilderten.

    Die Serie, die von Barbara Steele co-produziert wurde, war mit Kosten von 40 Millionen US-Dollar (entspräche heute inflationsbereinigt 175 Millionen US-Dollar) eine der aufwendigsten TV-Produktionen seiner Zeit und war lange Zeit die erfolgreichste TV-Produktion in den USA nach "Roots" und "Die Dornenvögel". Gedreht wurde an über 400 Orten rund um den Globus. Viele der im Film in Berlin spielenden Szenen wurden tatsächlich in Wien gedreht. So "doubelte" die Hofburg die Reichskanzlei.

    Wie bereits bei der TV-Ausstrahlung von "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss" wurden auch bei der TV-Ausstrahlung von "Der Feuersturm" Szenen und Ereignisse, die gerade einmal 40 Jahre nach Kriegsende noch nicht geeignet für die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland schienen, entfernt. Fast alle Szenen mit Adolf Hitler, die die Verbrechen der Nationalsozialisten oder deren Pläne für einen Angriffskrieg thematisieren, wurden entfernt. Gleiches galt auch für viele Szenen mit nationalsozialistischen Symbolen oder Zeichen, die nicht zwingend für den Fortgang der Handlung erforderlich waren. Allerdings ist bei letzteren davon auszugehen, dass dies mit Rücksicht auf § 86a StGB erfolgte. Wie auch bereits bei "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss" wurden hier alle Szenen entfernt, die historisch nicht eindeutig belegt waren. Hier war sich das ZDF seiner Verantwortung zu einer eindeutigen und korrekten Darstellung der geschichtlichen Ereignisse bewusst. Mittlerweile 34 Jahre nach der TV-Erstausstrahlung wäre es jedoch an der Zeit, diese Entscheidung zu überdenken und zu korrigieren, da keine groben Abweichungen zu realen Ereignissen erkennbar sind und es sich bei "Der Feuersturm" letzten Endes um eine fiktionale Familiengeschichte vor der Kulisse realer Ereignisse handelt. Hinzu kommt, dass Herman Wouk bei der Verfassung seines Romans sehr viel Zeit auf die Recherche der geschichtlichen Ereignisse verwendet hat und sich sowohl Buch als auch TV-Serie viel Zeit für den Aufbau der Handlung und die Hintergründe des Kriegsausbruches nehmen. Durch die vorgenommenen Kürzungen von fast 120 Minuten über die gesamte erste Staffel wird "Der Feuersturm" in weiten Teilen auf eine reine Familiensaga reduziert.

    Die auf der Rückseite der spanischen DVD zu lesende Spieldauer von 883 Minuten entspricht der NTSC-Spieldauer und wurde vermutlich blind übernommen. Tatsächlich läuft die ungeschnittene Fassung der ersten Staffel im PAL-Format in Summe "nur" 844 Minuten.

    Im ersten Teil der Saga "Eine gefährliche Mission" wurden zudem (vermutlich aus Straffungsgründen) viele Einblendungen entfernt. Dies ist insofern bedauerlich, da diese in der ungeschnittenen Fassung wie ein Countdown wirken und der Zuschauer nach einigen fröhlichen Szenen (u.a. die jüdische Hochzeit) schlagartig wieder daran erinnert wird, welcher Schrecken unmittelbar bevor steht. "Der Feuersturm" wurde hierdurch eines wesentlichen dramaturgischen Elementes beraubt.


    Laufzeit geschnittene deutsche DVD: 108:39 Minuten
    Laufzeit ungeschnittene spanische DVD: 142:38 Minuten

    30 Änderungen in der deutschen Fassung gegenüber der ungeschnittenen Fassung.
    Deutsch 00:00
    Spanisch 00:00 bis 04:35
    (Span) Vor dem Vorspann sieht man in einer mehrminütigen Sequenz, wie General der Artillerie Franz Halder, Feldmarschall Wilhelm Keitel, Generaloberst Alfred Jodl, Großadmiral Erich Raeder und Feldmarschall Walther von Brauchitsch vor der Reichskanzlei vorfahren und durch die Gänge zum Büro von Reichskanzler Adolf Hitler eilen. Ein Sprecher informiert darüber, dass Adolf Hitler 14 Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs an die Macht kam, mit dem Versailler Vertrag brach und die Wiederaufrüstung Deutschlands vorantrieb. Im März 1936 habe Deutschland zudem das Rheinland wieder besetzt. Im März 1938 sei der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erfolgt. Im September 1938 hätten England und Frankreich unter den latenten Drohungen Hitlers im Münchner Abkommen zugestimmt, dass Teile der Tschechoslowakei an Deutschland abgetreten werden mussten. Deutschland hätte im Gegenzug den Frieden in Europa und die Unabhängigkeit des Restes der Tschechoslowakei versprochen. Doch im März 1939 hätte Deutschland auch diesen Pakt gebrochen und den Rest der Tschechoslowakei besetzt und damit begonnen, Polen zu bedrohen. Am 31. März 1939 hätten Frankreich und England ein ultimatives Beistandsversprechen gegenüber Polen ausgesprochen, das in der Folge zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führen würde. Auf Anordnung Hitlers hätten sich die führenden Köpfe des deutschen Militärs zu einem wichtigen Treffen hinsichtlich des englischen Beistandspaktes mit Polen in der Reichskanzlei eingefunden.

    Als die Generäle das Büro des Reichskanzlers betreten, schaut Hitler aus dem Fenster. An seinem Schreibtisch stehen bereits Außenminister Joachim von Ribbentrop und Reichstagspräsident Hermann Göring. Ohne sich umzudrehen fragt Hitler die Generäle, ob sie Ribbentrops Nachrichten gelesen hätten. Jodl antwortet "Ja, mein Führer!". Hitler mustert die Generäle und fährt fort, dass sein Wille feststünde und unerschütterlich sei. Man solle die Details von "Fall Weiß" ausarbeiten. Halder erkundigt sich nach dem vorgesehenen Ausführungsdatum. Hitler gibt den 01. September 1939 vor. Die Generäle schauen sich erschrocken an. Ribbentrop fragt sie, ob der Wille des Führers irgendwelche Probleme für das Militär bedeuten würde. Göring, der auch Oberbefehlshaber der Luftwaffe ist, gibt an, dass seine Luftwaffe zum 01. September 1939 bereit sein würde. Wenn es gewünscht sei, auch schon früher. Halder antwortet, dass er mit gebührendem Respekt vor den Aussagen des Reichsmarschalls Göring zu bedenken gibt, dass man dem deutschen Militär nur fünf Monate Zeit für die Vorbereitung der Generalmobilmachung und einem Krieg gäbe. Unter normalen Umständen würde man hierfür mindestens ein Jahr Vorbereitungszeit benötigen. Hitler faucht Halder an, dass er kein Jahr Zeit bekäme. Halder schaut zu Boden, während Hitler fortfährt, dass er der festen Überzeugung sei, dass der Angriff auf Polen mit dem Einsatz massiver Kräfte zu einem schnellen Erfolg führen und der Ausbruch eines allgemeinen Krieges verhindert würde. Hitler läuft zu seinem Schreibtisch und beugt sich in Richtung der Generäle. Wütend gibt er zu verstehen, dass er England und Frankreich nicht fürchte.

    Zur Einordnung: Die schriftliche Anweisung Hitlers an die Wehrmacht, den "Fall Weiß" für den 01. September 1939 vorzubereiten, erging erst am 03. April 1939. Zutreffend ist jedoch, dass am 31. März 1939 England und Frankreich ihre Beistandszusicherungen an Polen abgaben und dies zu Aufregung in der Reichskanzlei führte. Ob Hitler tatsächlich noch am gleichen Tag die obersten Generäle und Admiräle zu sich in die Reichskanzlei bestellte und dort den drei Tage später schriftlich erfolgenden Befehl bereits vorab darstellte, ist aus den vorhandenen Quellen nicht zu entnehmen. Es ist zu vermuten, dass hier eine Anpassung aus dramaturgischen Gründen erfolgte. Allerdings liegt keine grobe Geschichtsverfälschung vor, da Hitler tatsächlich bereits im Frühjahr 1939 die Vorbereitungen für den Überfall auf Polen anordnete und sich diese Anweisung auf alle drei Teilstreitkräfte erstreckte.
    275 Sec


    Deutsch 00:00 bis 01:09
    Spanisch 04:35 bis 05:53
    (Span) Der Vorspann der ungeschnittenen Fassung läuft etwas länger und zeigt noch einmal den Filmtitel.
    9 Sec


    Deutsch 01:09 bis 03:14
    Spanisch 05:53
    (Deu) In der deutschen Fassung folgt jetzt erst die Eingangssequenz, in der die Generäle in der Reichskanzlei vorfahren und durch das Gebäude zu Hitlers Büro schreiten. Die Sequenz ist stark gestrafft. Es fehlt die Autofahrt durch Berlin. Der Off-Kommentar wurde über die Einstellung der einfahrenden Limousinen im Hof der Reichskanzlei gelegt. Die Szene endet mit dem Betreten von Hitlers Büro. Es fehlt, wie Hitler den Angriff auf Polen ausführt und diesen gegen die Bedenken der Generäle anordnet.
    -125 Sec

    Deutsch 03:18
    Spanisch 06:00 bis 06:12
    (Span) In der deutschen Fassung ist ein Schnitt zu verzeichnen, als die Blaskapelle am Hafen "Rosamunde" spielt. In der spanischen Fassung ist dies eine einzelne, fortlaufende Einstellung, über die der Titel des Kapitels "Part one - THE WINDS RISE" und die Angabe "NEW YORK - April 20, 1939" geblendet wurden.
    12 Sec


    Deutsch 09:39
    Spanisch 12:28 bis 12:42
    (Span) Pug schaut Rhoda noch besorgt nach, nachdem sie zurück an die Bar gegangen ist. In der deutschen Fassung fehlt zudem die Überblendung auf den Dom von Siena. Der Übergang ist hier als harter Schnitt ausgeführt, um die Einblendung "SIENA, ITALY" zu entfernen.
    14 Sec


    Deutsch 17:44
    Spanisch 20:49 bis 21:56
    (Span) Im Speisesaal der "S.S. Bremen" hängt ein überdimensionales Portrait von Adolf Hitler über der Orchesterbühne. Die Passagiere sitzen beim Abendessen und prosten sich mit Sekt zu. Pug redet mit der neben ihm sitzenden Pamela, während sich Rhoda mit dem Kapitän unterhält. Die Dialoge gehen im allgemeinen Gemurmel unter und sind nicht zu hören. Plötzlich spielt das Orchester einen Tusch und Kellner bringen mehrere Torten in den Saal. Der Kapitän klärt Rhoda auf, dass heute der Geburtstag von Adolf Hitler sei.
    67 Sec


    Deutsch 23:46
    Spanisch 27:56 bis 28:37
    (Span) Nachdem von Roon, Pamela und Pug ihre Gläser abgestellt haben, folgen weitere Ansichten der Passagiere im Speisesaal. Zu Ehren des "Führers" heben sie den Arm zum Hitlergruß, während das Orchester die deutsche Nationalhymne spielt. Pug schaut dem Geschehen sorgenvoll zu. Anschließend blendet das Bild über auf die "S.S. Bremen" auf hoher See.
    41 Sec


    Deutsch 27:05
    Spanisch 31:57 bis 32:06
    (Span) Es folgt eine längere Schwarzblende, bevor man den Hof des Oberkommandos der Wehrmacht sieht. Wachsoldaten laufen durch den Hof. Es wird "German Army Headquarters Berlin - April 26, 1939" eingeblendet.
    9 Sec


    Deutsch 29:14
    Spanisch 34:16 bis 34:29
    (Span) General von Roon schreibt nach dem Gespräch im Oberkommando der Wehrmacht auf einen Zettel "26 April 1939 'CASE WHITE' Y-DAY Minus 128". Als er weiterschreibt, setzt die deutsche Fassung wieder ein.
    13 Sec


    Deutsch 29:46
    Spanisch 34:59 bis 35:05
    (Span) Ein sehr plumper Schnitt in der deutschen Fassung: Während Pug über die Straße läuft, wird in der ungeschnittenen Fassung "American Embassy Berlin" eingeblendet. Durch die Entfernung dieser Einblendung (und des weiter laufenden Pug) kommt es zu einem plötzlichen Sprung.
    6 Sec


    Deutsch 30:43
    Spanisch 36:01 bis 36:20
    (Span) Die Straße zur Reichskanzlei ist mit dutzenden Hakenkreuzfahnen geschmückt. Pugs Dienstwagen fährt auf die mit einem überdimensional großen Hakenkreuz dekorierte Einfahrt zur Reichskanzlei zu.
    19 Sec


    Deutsch 32:48
    Spanisch 38:24 bis 38:49
    (Span) Das Gespräch von Rhoda mit Adolf Hitler über ihre Haussuche wurde verändert. Ihr Satz "Um ehrlich zu sein ..." wurde zeitlich vorgezogen und länger über die Einblendung von Roons gelegt, so dass auch Hitlers Antwort "Sie werden keine Probleme haben ..." noch über von Roons Ansicht gelegt werden konnte. In der ungeschnittenen Fassung blendet die Kamera nach Rhodas Satz und von Roons Ansicht zurück auf Adolf Hitler. Man sieht ihn, während er Rhoda antwortet. Nachdem Rhoda Zweifel anmeldet, dass die Haussuche in Berlin einfach werde würde, dreht Hitler sich zu seinem Adjudanten um und flüstert ihm etwas zu. Anschließend lächelt Hitler Rhoda an. Pug und Rhoda laufen am Reichskanzler vorbei und Hitlers Adjudant ruft den nächsten Gratulanten Colonel Forrest samt Gattin auf
    25 Sec


    Deutsch 32:53
    Spanisch 38:55 bis 38:59
    (Span) Außenminister Ribbentrop und Propagandaminister Goebbels stehen zusammen und reden.
    4 Sec


    Deutsch 33:41
    Spanisch 39:47 bis 39:50
    (Span) Pug schaut von Roon noch länger nach.
    3 Sec


    Deutsch 39:45
    Spanisch 45:53 bis 46:04
    (Span) Man sieht Aaron Jastrows Villa. Es wird "May 2, 1939" eingeblendet. Die Kamera fährt dabei näher an das Haus heran. Eine weitere Einblendung "Y-Day Minus 122" folgt.
    11 Sec


    Deutsch 39:57
    Spanisch 46:17 bis 47:03
    (Span) Nachdem Byron Natalie beobachtet hat, steht diese auf und stellt zwei Bücher in ein Bücherregal im Nebenzimmer. Als sie auf die Leiter steigt, muss sie ihren weißen Rock ein Stück hochziehen und entblößt dabei ihr rechtes Bein. Byron schaut fasziniert hin. Bei dem Versuch, die Bücher einzureihen, verrutscht der Rock noch weiter und man erhält einen Blick zwischen ihre Beine. Byron starrt weiter hin. Als Natalie von der Leiter heruntersteigt und zu ihrem Schreibtisch zurück läuft, arbeitet Byron schnell weiter. Byron beobachtet sie durch einen Stapel Bücher, als sie anfängt auf der Schreibmaschine zu tippen.
    46 Sec


    Deutsch 47:29
    Spanisch 54:36 bis 54:38
    (Span) Die Schwarzblende dauert länger.
    2 Sec

    Deutsch 49:46
    Spanisch 56:55 bis 57:16
    (Span) Man sieht das Markttreiben in Siena. Es wird "PIAZZA DEL CAMPO, SIENA, June 28, 1939" eingeblendet. Byron sitzt in einem Straßencafé und liest den Brief seines Vaters. Über die Szene wird "Y-Day Minus 96" eingeblendet.
    21 Sec


    Deutsch 53:09
    Spanisch 60:38 bis 63:36
    (Span) Eine italienische Delegation fährt die Straße zum Obersalzberg hinauf und wird von zwei Kradfahrern eskortiert. Es wird "EAGLES' NEST, BERCHTESGADEN, August 12, 1939 - Y-Day Minus 20" eingeblendet. Adolf Hitler empfängt mit Eva Braun, Reichsaußenminister Ribbentrop und Reichsmarschall Göring den Gesandten von Duce Benito Mussolini. Italiens Außenminister Graf Ciano soll Hitler davon überzeugen, Polen mit Rücksicht auf den Stahlpakt zwischen Deutschland und Italien noch nicht anzugreifen. Hitler klärt Graf Ciano über die Pläne für den "Fall Weiß" und die Notwendigkeit des bevorstehenden Angriffes am 01. September 1939 auf.

    Graf Ciano erinnert Hitler daran, dass Italien noch nicht bereit für einen Krieg sei. Bei der Unterzeichnung des Stahlpaktes sei man von einem Kriegsbeginn nicht vor dem Jahr 1942 ausgegangen. Er schlägt Hitler statt dessen vor, ein weiteres Abkommen mit England und Frankreich zu suchen, um analog zum Münchener Abkommen auch Teile Polens ohne kriegerische Auseinandersetzung zu erhalten. Während der Unterredung mit Graf Ciano überbringt Ribbentrop Hitler ein Telegramm aus Moskau, das soeben eingetroffen sei. Graf Ciano schaut entgeistert und überrascht zu. Hitler informiert ihn, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland wieder normalisieren und Stalin den deutschen Gesandten empfängt. Graf Ciano ist verwundert, da doch England und Frankreich aktuell eine Allianz mit Rußland vorbereiten würden. Hitler korrigiert ihn, dass dies nur ihre Hoffnung sei. Deutschland führe bereits seit Monaten geheime Verhandlungen mit Moskau. Er habe England und Frankreich überlistet.

    Zur Einordnung: Diese Szene könnte tatsächlich wegen der im Intro genannten Überlegungen des ZDF zur Beseitigung historisch falsch dargestellter Ereignisse geschnitten worden sein. Lange Zeit hielt sich die Ansicht, dass Graf Ciano kritisierte, Italien sei nie über den bevorstehenden Angriff Deutschlands auf Polen informiert gewesen. Ein nach dem Krieg aufgetauchtes Protokoll des Treffens vom 12. August 1939 korrigierte dies jedoch, da dieses detaillierte Informationen über die Anwesenden und wortgenauen Inhalte des Gespräches mit Graf Ciano enthielt. Die Szene ist somit nicht geschichtsverfälschend.
    118 Sec


    Deutsch 55:42
    Spanisch 66:11 bis 66:22
    (Span) Halder und von Roon laufen die Treppen des Oberkommandos der Wehrmacht hoch. Es wird "Y-Day Minus 18" eingeblendet.
    11 Sec


    Deutsch 57:16
    Spanisch 67:55 bis 81:13
    (Span) Es folgt erneut eine längere Schwarzblende. Anschließend sieht man erneut das Treiben in den Gassen von Siena. Die Masse bereitet sich auf den Start des Pferderennens "Palio di Siena" vor. Es wird "August 16, 1939 - Y-Day Minus 16" eingeblendet. Aaron wird von Natalie und Byron zur Zuschauertribüne begleitet. Aaron sieht seinen Freund, den Bischof von Siena, auf einem Balkon stehen und grüßt ihn mit seinem Hut. Der Beginn des Rennens rückt näher, die Pagen spielen mit den Fahnen der von ihnen repräsentierten "Contraden" und unterhalten die wartende Menschenmasse. Eine Blaskapelle zieht an der Ehrentribüne vorbei. Aaron und seine Begleiter schauen dem Treiben interessiert zu. Auf einmal betreten mittelalterlich maskierte Reiter auf ihren Pferden die Rennbahn. Trommler und weitere Fahnenträger folgen ihnen. Als ein Signal ertönt, schauen Aaron und seine Begleiter begeistert zu. Die Reiter nehmen mit ihren Pferden Position ein. Ein Funktionär löst das Startseil und die Pferde sprinten los. Aaron und Natalie feuern die Reiter an. Nach einiger Zeit drängt ein Reiter einen anderen an die Bande und bringt ihn mit seiner Reitpeitsche zu Fall. Byron dreht sich zu Aaron um und erkundigt sich, ob dies regelkonform gewesen sei. Hinter Aaron flucht und schimpft ein Anhänger des gestürzten Reiters und Aaron bestätigt Byron, dass dies üblich sei und auch ein Pferd ohne Reiter das Rennen gewinnen könne. Das Pferd rennt ohne Reiter weiter. Die Masse jubelt. Weitere Reiter werden zu Fall gebracht. In der Menge macht sich die Gewissheit breit, dass das Siegerpferd gedopt gewesen sei. Das Rennen ist fertig. Die Zuschauer stürmen die Rennbahn. Die Leute gehen aufeinander los. Aaron, Natalie und Byron grübeln darüber, zu welchem Team die Pagen gehören, die gerade gejagt und geschlagen werden. Aaron zieht einen Vergleich, dass das Palio einem Krieg sehr ähnlich sei. Die drei beschließen, dass es an der Zeit wäre, den "Kriegsschauplatz" zu verlassen.



    Die Menschenmasse strömt durch die engen Gassen von Siena. Aaron, Natalie und Byron werden mitgeschoben. Aaron bekommt Angst, dass sie zwischen die Fronten rivalisierender "Contraden" geraten könnten. Byron schlägt daher vor, bei nächster Gelegenheit in eine Seitengasse zu entweichen. Plötzlich erschreckt ein Pferd, wirft seinen Reiter ab und rennt durch die fliehenden Menschen. Panik setzt ein. Bevor Aaron und seine Begleiter begreifen, was passiert ist, wird Aaron von ihnen getrennt. Byron rettet sich mit Natalie in eine Seitengasse, von der aus sie beobachten, wie Aaron stürzt und die Menschen über ihn hinweg rennen. Das losgerissene Pferd nähert sich dem hilflosen Aaron. Als Byron die Gefahr erkennt, rennt er an Aaron vorbei zu dem Pferd und schnappt es an den Zügeln. Es gelingt ihm, das aufbrausende Tier festzuhalten, bis der abgeworfene Reiter und andere Passanten ihm zu Hilfe eilen. Aaron versucht aufzustehen und wird von Natalie und einigen Passanten gestützt. Er richtet seinen Hut und bedankt sich bei Byron für seine Rettung. Natalie lächelt den zurück lächelnden Byron an. Zusammen gehen sie durch die Gassen von Siena zurück zu Aarons Villa.



    Szenenwechsel. Die Kamera zeigt Hitlers Villa auf dem Obersalzberg bei Nacht. Es wird "August 20, 1939 - Y-Day Minus 12" eingeblendet. Hitler starrt aus dem Fenster seines Arbeitszimmers. Ein Sprecher informiert aus dem Off, dass die sowjetische Führung den verhandelten Nichtangriffspakt bislang nicht unterschrieben hat. Zahlreiche Telegramme seien ausgetauscht worden. Wertvolle Zeit bis zum geplanten Angriffstermin verrinnt. Hitler stattet Ribbentrop mit umfangreichen Verhandlungskompetenzen aus und diktiert in Ribbentrops Anwesenheit einem Sekretär eine persönliche Note an Stalin. Ihm ist bewusst, dass England und Frankreich ebenfalls mit Russland verhandeln. Hitler lässt Stalin ausrichten, dass sich die Situation zwischen Deutschland und Polen verschlechtert hätte und eine Krise absehbar sei. Er bittet Stalin darum, den deutschen Außenminister am 22. oder spätestens 23. August 1939 persönlich zu empfangen und ihm schnell eine Antwort zukommen zu lassen.

    Zur Einordnung: Der genaue Inhalt der persönlichen Note Hitlers an Stalin ist nicht exakt überliefert. Auch ist nicht bekannt, ob Ribbentrop persönlich anwesend war, als Hitler die persönliche Note diktierte oder aufsetzte. Sicher ist jedoch, dass Hitler Stalin in einem am 21. August 1939 durch den deutschen Botschafter in Moskau überbrachten Telegramm persönlich zum Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes drängte und Stalin daraufhin zustimmte, den deutschen Außenminister Ribbentrop am 23. August 1939 persönlich zu empfangen. Die in der ungeschnittenen Fassung dargestellten Ereignisse könnten sich somit in der gezeigten Form zugtragen haben. Auf keinem Fall sind sie geschichtsverfälschend.



    Szenenwechsel. Byron sitzt im Arbeitszimmer in Aarons Villa und studiert ein Buch. Natalie beobachtet ihn von ihrem Schreibtisch aus aufmerksam und kaut auf einem Bleistift herum. Als Byron bemerkt, dass Natalie ihn beobachtet, fragt sie ihn, ob er jemals in Warschau gewesen sei. Als er dies verneint, fragt sie ihn weiter, ob er sie bei ihrer anstehenden Reise begleiten möchte. Aaron sei nicht glücklich über ihre Entscheidung, nach Warschau zu fliegen. Würde Byron sie begleiten, würde dies Aarons Meinung wahrscheinlich ändern. Byron muss lachen und fragt, ob Natalies alter Freund Slote denn nicht etwas dagegen haben würde. Letzten Endes stimmt er Natalies Vorschlag zu. Natalie freut sich und verspricht Byron, dass sie zusammen eine wundervolle Zeit haben würden.


    798 Sec

    Deutsch 58:12
    Spanisch 82:10 bis 82:59
    (Span) Hitler sitzt im Sessel vor seinem Kamin. Er streichelt seinen Schäferhund. Der Sprecher informiert aus dem Off, dass der Zeitdruck für Hitler immer größer werde. 24 Stunden seien seit der Überbringung der persönlichen Note an Stalin verstrichen, ohne dass eine Reaktion erfolgt sei. Adolf Hitler könne nicht schlafen und stünde wegen der Anspannung kurz vor einem Kollaps. Plötzlich betritt Ribbentrop das Zimmer und informiert den Führer, dass eine Antwort aus Moskau eingegangen sei. Ribbentrop liest vor, dass Stalin hoffe, dass der Nichtangriffspakt zu einer deutlichen Verbesserung der deutsch-sowjetischen Beziehung führen wird und dass er zustimmt, den deutschen Außenminister Ribbentrop am 23. August 1939 zu empfangen. Hitler lächelt kurz und ballt dann wieder die Fäuste.

    Zur Einordnung: Es ist nicht überliefert, wer Hitler die sowjetische Antwort überbrachte oder verlas. Auch ist aus den zugänglichen Quellen nicht erkennbar, ob Ribbentrop tatsächlich bis zu seiner Abreise nach Moskau auf dem Obersalzberg blieb. Die Szene ist daher vermutlich eine rein dramaturgische Beigabe. Insb. die Einstellung des im Sessel sitzenden und wegen seiner Schlaflosigkeit seinen Schäferhund streichelnden Adolf Hitler dürfte vermutlich nicht in die Wahrnehmung des Diktators im Deutschland der 1980er Jahre gepasst haben. Eine grobe Geschichtsverfälschung ist hier jedoch nicht zu erkennen.
    49 Sec



    Deutsch 59:26
    Spanisch 84:12 bis 84:18
    (Span) Über die Ansicht des Flughafens und des Rollfeldes wird "Littorio Airport Rome" eingeblendet. Eine Gruppe Passagiere läuft zu der wartenden Maschine.
    6 Sec


    Deutsch 62:27
    Spanisch 87:19 bis 87:36
    (Span) Es folgt eine längere Schwarzblende. Im Anschluss sieht man eine Propellermaschine im Landeanflug. Es wird "Warsaw - Y-Day Minus 2" eingeblendet.
    15 Sec


    Deutsch 76:43
    Spanisch 101:53 bis 102:01
    (Span) Über die unbeschwerte Ansicht der jüdischen Dorfbewohner, die fröhlich ihre amerikanische Cousine Natalie begrüßen, wird "Y-Day Minus 1" eingeblendet. Es fehlen die ersten Bilder der Szene, in der die Hochzeitsgäste die Kerzen anstecken.
    8 Sec


    Deutsch 80:21
    Spanisch 105:37 bis 105:57
    (Span) Ein Soldat betritt einen Besprechungsraum, in dem hektisches Treiben herrscht. Von Roon studiert eine an der Wand hängende Landkarte Polens. Es wird eingeblendet "German Army Headquarters Zossen". Der Soldat übergibt von Roon eine Laufmappe. Von Roon bedankt sich und studiert das erhaltene Schriftstück, während er zu einem anderen Besprechungstisch mit Offizieren läuft. Es wird "0328 Hours - Y-Day" eingeblendet.
    20 Sec


    Deutsch 81:15
    Spanisch 106:51 bis 107:13
    (Span) Ein sehr plumper Schnitt. Während die Hochzeitsgesellschaft weiter tanzt, wird im Stile eines Fernschreibens ein Text übergeblendet. Der Text besteht aus dem Einsatzbefehl des Oberkommandos der Wehrmacht an die bereit stehenden Panzer- und Artilleriebataillone der Wehrmacht. In der deutschen Fassung bricht der Text abrupt bei "0330" (der vorgesehene Zeitpunkt des Angriffs auf Polen um 03:30 Uhr) ab. In der ungeschnittenen Fassung werden weitere Details des Einsatzbefehls eingeblendet. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass der Befehl "oberste Geheimhaltungsstufe" genieße. "Fall Weiß" sei auszuführen und die polnische Armee in einem Überraschungsschlag zu zerschlagen. Weiter fehlen die ersten Bilder des feuernden Geschützes.

    Zur Einordnung: Der Inhalt des Einsatzbefehls zum "Fall Weiß" ist bekannt. Die in der ungeschnittenen Fassung genannten Ziele des Einsatzes entsprechen den überlieferten Inhalten des Einsatzbefehls zum "Fall Weiß". Hier liegt somit keine Geschichtsverfälschung vor.
    22 Sec


    Deutsch 82:01
    Spanisch 108:10 bis 108:13
    (Span) Nachdem Barel Jastrow Byron geweckt hat, folgt eine längere Schwarzblende.
    3 Sec

    Deutsch 92:48
    Spanisch 118:58 bis 109:00
    (Span) Nach dem Fliegerangriff auf den Flüchtlingstrek folgt eine längere Schwarzblende.
    2 Sec

    Deutsch 99:34
    Spanisch 125:46 bis 131:27
    (Span) Pug und Pamela sind noch einen Augenblick länger von der Seite im Auto zu sehen. Pamelas Auto rast weiter durch die hakenkreuz-beflaggten Straßen Berlins und kommt schließlich am noch stärker mit Hakenkreuzfahnen beflaggten Reichstag an. Talkie wartet am Haupteingang und empfängt die beiden. Er begrüßt Pug und betritt mit ihm zusammen den Reichstag.



    Im Inneren hat Reichskanzler Adolf Hitler bereits mit seiner Rede begonnen, in der er auf seine umfangreichen Bemühungen zur Bewahrung des Friedens und seine Verhandlungen mit der polnischen Staatsführung hinweist. Er habe nur sehr bescheidene Forderungen an Polen gestellt. Diese wurden jedoch abgelehnt. Seine Friedensliebe und Geduld soll man nicht mit Feigheit oder Schwäche verwechseln. Daher habe er sich entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu sprechen, mit der Polen Deutschland bereits seit Monaten konfrontieren würde. Die Reichstagsabgeordneten und Reichstagspräsident Göring applaudieren ihm. Hitler fährt fort, dass Polen heute Nacht mit regulären Truppen auf deutschem Boden auf deutsche Soldaten geschossen habe. Seit 05:45 Uhr würde jetzt zurückgeschossen. Als er verspricht, dass von nun an Bombe mit Bombe vergolten würde, reißt es die Reichstagsabgeordneten und Zuschauer von den Sitzen. Sie salutieren mit dem Hitlergruß und rufen "Heil!". Pug sitzt mit Talkie auf der Zuschauertribüne. Er wendet sich an seinen Begleiter und stellt fest, dass Hitler jetzt bereits schon eine Stunde reden würde. Im Saal wird die Stimmung immer aufgeheizter. Die Anwesenden schreien euphorisch weiter "Heil!". Als sie sich wieder beruhigt haben, fährt Hitler mit seiner Rede fort. Er führt aus, dass er sich jetzt wieder den Soldatenrock angezogen habe, der ihm einst der wertvollste und teuerste war. Er würde ihn erst wieder nach dem Sieg ausziehen oder (Hitler hält inne) er würde dieses Ende nicht mehr erleben. Die Menge schweigt betroffen. Pug und Talkie schauen sich an. Nach einigen Augenblicken fährt Hitler fort und erinnert an sein Bekenntnis, dass er einst bei der Machtübernahme ablegte. Mit lauter Stimme schreit er seine Überzeugung zum deutschen Sieg. Die Menge wird abermals von den Sitzen gerissen und stimmt lautstark in Hitlers "Sieg Heil!" ein. Alle salutieren erneut mit dem Hitlergruß. Nunmehr übernimmt Reichstagspräsident Göring wieder die Sitzungsleitung und fordert von der Menge ein dreifaches "Sieg Heil!" für den Führer des deutschen Volkes. Außenminister Ribbentrop steht neben ihm und lacht, während er salutiert. Auf der Zuschauertribüne verlassen zahlreiche Journalisten ihren Platz und eilen zum Ausgang. Ribbentrop greift Görings Arm und zieht den applaudierenden Reichstagspräsidenten zu sich. Er ruft ihm zu, dass Hitler endlich den Bluff der Franzosen und Engländer aufgedeckt habe. Beide Nationen würden "doch nie marschieren". Göring antwortet lachend, dass man es bald wissen werde. Hitler lässt sich weiter von der Menge feiern. Pug und Talkie nicken sich zu.

    Zur Einordnung: Hitlers Reichstagsrede von 01. September 1939 ist vollständig überliefert. Der Wortlaut deckt sich mit dem hier verwendeten Text. Auch die euphorische Reaktion der Reichstagsabgeordneten und Zuschauer entspricht den vorhandenen Aufzeichnungen. Einzig Ribbentrops Unterhaltung mit Göring dürfte eine dramaturgische Ergänzung sein. Hier liegt somit keine Geschichtsverfälschung vor.



    Beim Verlassen des Reichstags unterhalten sich beide. Talkie fragt Pug, was er von der Rede hält. Pug antwortet ihm mit einer Gegenfrage und will von Talkie wissen, ob das (der Überfall auf Polen) jetzt ausreichen würde. Talkie ist sich sicher, dass Hitler es jetzt übertrieben habe. Pug erinnert Talkie an die von England und Frankreich gemachte Beistandszusage an Polen. Talkie äußert sich abfällig über die Franzosen. Plötzlich rast Pamela mit ihrem Auto auf den Platz vor dem Reichstag, um Talkie einzusammeln. Dieser witzelt zu Pug, dass er sich in Washington für sie (die Engländer) einsetzen sollte, da sie sicher Hilfe brauchen würden, um "diesen Kameraden" (Hitler) zu stoppen. Pug schließt die Autotür und verabschiedet sich mit einem Händedruck von Pamela. Beide halte kurz inne und schauen sich in die Augen. Pamela gibt Gas und rast mit ihrem Vater davon. Pug bleibt zurück und schaut dem davon eilenden Auto nach.


    345 Sec

    Deutsch 103:15
    Spanisch 135:08 bis 137:15
    (Span) Paul Schmidt, Staatssekretär Ribbentrops, eilt die Treppen der Reichskanzlei empor. Der Sprecher informiert aus dem Off, dass zwei Tage seit dem deutschen Einmarsch in Polen vergangen seien. Der englische Botschafter habe eben eine offizielle Note der englischen Regierung im deutschen Außenministerium abgegeben. Hitler sitzt an seinem Schreibtisch, Ribbentrop und Göring stehen neben ihm. Schmidt verliest aus der englischen Note, dass sich beide Nationen im Krieg befinden würden, wenn bis 11:00 Uhr keine Zusicherung der deutschen Regierung erfolge, dass sich die deutschen Truppen in Polen hinter die deutsche Grenze zurückziehen würden. Hitler schaut auf die Uhr in seinem Büro. Es ist 10:56 Uhr. Hitler schaut auf Ribbentrop und Göring und fragt sie "What now?" ("Was jetzt?"). Ribbentrop mutmaßt, dass die Franzosen jetzt auch zu ihrem Beistandspakt mit Polen stehen würden. Göring äußert bedenklich, dass Gott ihnen beistehen müsse, wenn man diesen Krieg verliere. Hitler grübelt noch einen Moment und steht dann selbstbewusst auf. Er ist sich sicher, dass Polen in zwei Monaten erledigt sein würde. Danach sei es an der Zeit für eine große Friedenskonferenz mit allen Westmächten. Er beendet seine Ansage damit, dass er sich jetzt Frankreich zuwenden müsse. Ribbentrop, Göring und Schmidt bleiben besorgt zurück, als Hitler sein Büro verlässt.

    Zur Einordnung: Der Wortlaut der englischen Note ist überliefert und deckt sich mit dem hier verlesenen Wortlaut. Ob allerdings tatsächlich Ribbentrop und Göring anwesend waren, konnte aus den vorliegenden Quellen nicht geklärt werden. Aufgrund der großen Anspannung in diesen Tagen wäre es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass Hitler seine engsten Vertrauten in seiner Nähe haben wollte. Ob er allerdings tatsächlich Ribbentrop und Göring um Rat fragte oder seinen Monolog damit abschloss, dass er sich jetzt Frankreich zuwenden müsse, dürfte wieder in den Bereich dramaturgischer Ergänzungen fallen. Tatsächlich begannen im Oberkommando des Heeres die Arbeiten an einem Plan für den Westfeldzug erst ab Oktober 1939, somit einen Monat nach der hier gezeigten Szene. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Hitler nicht bereits vorher mit der Idee spielte. Hier liegt aber sicher keine grobe Geschichtsverfälschung vor.
    127 Sec

    Cover der deutschen Fassung von Polyband (FSK 12):


    Cover der ungeschnittenen spanischen Fassung von Research Entertainment (No recomendada para menores de 7 anos):

    Kommentare

    28.06.2020 08:19 Uhr - Pratt
    1x
    DB-Helfer
    User-Level von Pratt 23
    Erfahrungspunkte von Pratt 11.731
    Klasse Schnittbericht, super Arbeit. Dabei war die Serie auf meiner Leihliste gespeichert, nach diesen neuen Infos, fliegt die da gleich runter, wie vorher auch schon 'Holocaust' :-(

    28.06.2020 09:07 Uhr - Der Dicke
    1x
    SB.com-Autor
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    Erfahrungspunkte von Der Dicke 6.580
    Demnach hat Günter Meisner in drei aufeinanderfolgenden Jahren drei Mal den Hitler gespielt (und seine Schwester gleich mit)

    28.06.2020 08:19 Uhr schrieb Pratt
    Klasse Schnittbericht, super Arbeit. Dabei war die Serie auf meiner Leihliste gespeichert, nach diesen neuen Infos, fliegt die da gleich runter, wie vorher auch schon 'Holocaust' :-(


    Die WDR-Fassung der "Holocaust"-Miniserie ist immer noch sehenswert. Da fehlt bei weitem nicht so viel wie hier.

    @GKnoess: ich bin immer wieder positiv überrascht von deinen SBs.

    28.06.2020 09:42 Uhr - SilentKnight
    1x
    User-Level von SilentKnight 10
    Erfahrungspunkte von SilentKnight 1.452
    Mega Schnittbericht zur Folge 1 - Einfach Hammer und großen Respekt!

    28.06.2020 15:13 Uhr - TonyJaa
    SB.com-Autor
    User-Level von TonyJaa 35
    Erfahrungspunkte von TonyJaa 50.101
    Wunderbare Arbeit und eine große Lücke geschlossen...wunderbest!

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