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Das Quiller Memorandum - Gefahr aus ...

zur OFDb   OT: The Quiller Memorandum

Herstellungsland:Großbritannien (1966)
Genre:Drama, Krimi, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: - (0 Stimmen) Details
09.07.2019
Der Dicke
Level 5
XP 302
Vergleichsfassungen
Gekürzte deutsche DVD
Land Deutschland
Freigabe FSK 16
Ungekürzte britische DVD
Land Großbritannien
Freigabe PG
"Das Quiller Memorandum - Gefahr aus dem Dunkel" ist ein spannender, zudem erstklassig besetzter Agentenfilm, der auf der Höhe des Kalten Krieges in Berlin spielt – als Clou jedoch nicht Kommunisten, sondern organisierte Neonazis als Bösewichte hat. Dies war der für die deutsche Synchroversion zuständigen Berliner Union Film GmbH 1967 offensichtlich ein zu heißes Eisen. So ist die deutsche Fassung die weltweit einzige, in der Quiller (George Segal) von Pol (Alec Guinness) anstelle eines Neonazi-Rings auf eine nicht näher benannte “Spionageorganisation” angesetzt wird. In weiteren Hauptrollen glänzen Max von Sydow und Senta Berger.

Der Film lief in den 80er und 90er Jahren regelmäßig in den ARD-Programmen – freilich in zensierter Form, dafür immerhin im richtigen 2,35 : 1-Format. Für einige Verärgerung sorgte eine DVD-Veröffentlichung aus dem Jahr 2005, da diese 4 : 3 kodiert war. Ein Fehler, der bei der nächsten DVD-Veröffentlichung ein gutes Jahrzehnt später - wenn auch unter dem nichtssagenden Titel "Tod in Berlin" - vermieden wurde.

Eine unzensierte deutsche Fassung kann es schon deshalb nicht geben, da selbst bei einem Wiedereinfügen der fehlenden Szenen die vorhandene deutsche Synchro den Inhalt des Films verfälschen würde. Beim Festhalten am “Spionagenetzwerk” als Bösewicht würden die rekonstituierten Szenen keinerlei Sinn ergeben, da in allen anderen Szenen gewollt der Bezug auf die Neonazi-Problematik entfernt wurde. Eine komplett neue Synchro dürfte hingegen bei den Wenigsten auf Zustimmung stoßen.

Puristen der ungeschnittenen, inhaltlich unverfälschten Version bleibt also nur der Griff nach einem Import. Hier bietet sich unter anderem die Network-DVD (seit 2014 auch Blu-ray) aus Großbritannien an, die komplett uncut und im Originalformat daherkommt.

Schade nur um die deutsche Synchronarbeit, die mit damaligen Meistern des Metiers wie Gert Günther Hoffmann, Friedrich Schoenfelder, Gert Martienzen und Heinz Petruo aufwartete.

Länge der deutschen Fassung: 1:36:44

Länge der Originalfassung: 1:40:23

3 Schnitte = 219 Sec = 3 Min 39 Sec
0:03:31
Bildzensur: Nachdem Agent KLJ in der Telefonzelle erschossen wurde, ist er noch kurz in einer Nahaufnahme zu sehen.
3 Sec


0:06:13
Tonzensur: Als Pol im Olympiastadion auf die Loge aufmerksam macht, in der “gewisse wohlbekannte Persönlichkeiten” (die auch im Original nicht ausdrücklich genannt werden) einst standen, und dass das ja recht laut gewesen sein muss, hört man nur im Original “Sieg Heil”-Rufe im Hintergrund.
kein Zeitunterschied


0:07:14
Es folgt eine Reihe von Dialogzensuren.

OF: “We have been engaged in some rather tough work here. Oh, I think they are coping moderately well with the situation in other parts of the country, but it’s getting a bit out of hand here in Berlin.”

DF: “Unsere Arbeit hier in Europa ist auch kein ausgesprochenes Zuckerlecken. Ich darf wohl sagen, dass wir mit der Situation im Allgemeinen recht gut fertig geworden sind – ausgenommen hier in Berlin.”



OF: “Quite a tough bunch. Nazi from top to toe. In the classic tradition.”

DF: “Hier sitzen ziemlich harte Burschen. Ausgezeichnet geschult, die machen uns zu schaffen. Wir sollen uns an ihnen die Zähne ausbeißen.”



OF: “But not just the remains of the old lot, oh no. There’s quite a bit of new blood. Youth, firm believers, very dangerous.”

DF: “Diese Spionageorganisation arbeitet nicht nur mit Profis. Es sind auch Leute dabei, die das sozusagen nebenberuflich machen. Unsere Aufgabe bekommt dadurch einen gefährlichen Akzent.”



kein Zeitunterschied

0:07:50
OF: “Nobody wears a brown shirt now, you see. No banners. Consequently, they are difficult to recognise.”

DF: “Niemand von denen gibt sich eine Blöße. Sie haben ihre Organisation hervorragend getarnt, und schlagen unerbittlich zu, wenn ihnen jemand in die Karten gucken will.”

kein Zeitunterschied



0:18:27

OF: “I’m collating material for an article about the Nazi situation here in Germany.”

DF: “Ich sammle Material über Spionageorganisationen in Deutschland.”



OF: “Nazis?”

DF: “Ich verstehe noch nicht...”



OF: “That’s right. We understand that you had a schoolteacher here recently by the name of Steiner who was discovered to have been a war criminal, is that right?” – “That is so.”

DF: “Sie meinen, warum ich zu Ihnen komme? Nun, wir haben festgestellt, dass an Ihrer Schule ein Lehrer, ein gewisser Steiner, tätig gewesen ist. Dieser Mann soll für so eine Organisation gearbeitet haben. Stimmt das?” – “Ja, da sind Sie richtig informiert.”



kein Zeitunterschied


0:19:59

OF: "The article is about the present-day Nazi question in Germany."

DF: "Das eigentliche Thema ist die Arbeit der Spionageorganisationen in Deutschland."

kein Zeitunterschied




0:20:32

OF: "We were so surprised when we heard about his past."

DF: "Wir waren alle sehr erstaunt, als wir das erfahren haben über ihn."

kein Zeitunterschied




0:20:44

Beim folgenden Dialog bemühte man sich gar nicht erst um eine Verfälschung. Stattdessen wurde die Schere angesetzt.

Inge: "He seemed to feel, I don't know, a great responsibility towards them. It's funny how little you know about people, however closely you work with them. But I ......" (zögert)



Quiller: "What?"



Inge: "I think it is true to say that, at heart, he was part of the old Germany."



Quiller (wägt seine Worte kurz ab): "That's quite an interesting angle. The old Germany and the new Germany. Yeah, that's quite an interesting angle. What would you say were the aims of the new Germany?"



Inge: "Oh. That's a very big question."



Hier setzt mit Quiller auch die deutsche Fassung wieder ein.



Insgesamt 34 Sec


0:21:19
Der Vollständigkeit halber wird hier auch der nachfolgende Dialog wiedergegeben. Auf den ersten Blick findet hier keine Tonzensur statt. Der Inhalt ist jedoch nicht ohne Bedeutung, wenn man sich die darauffolgende Bild- und Tonzensur genauer anschaut. Zudem erscheint Quillers nächste Frage nach Inges Zielen in der deutschen Fassung, unmittelbar nach seinen Fragen zu Steiner, als etwas aus dem Kontext gerissen.

OF:

Quiller: "What are your aims?"

Inge: "Mine?"

Quiller: "As a school teacher."

Inge: "Well, I think, perhaps, to try to teach the children a broader attitude towards Europe, a broader attitude towards the world."

DF:

Quiller: "Und Sie, was streben Sie an?"

Inge: "Wie meinen Sie das?"

Quiller: "In Ihrem Beruf, als Lehrerin."

Inge: "Nun ja, ich versuche vor allem, ich versuche den Kindern klar zu machen, dass wir in Deutschland nicht der Mittelpunkt der Welt sind. Ich versuche, ihnen einen weiteren Horizont zu vermitteln."

kein Zeitunterschied



0:23:14
Wieder fehlt Bildmaterial. Quiller erzählt Inge dabei ein wenig von Joe Louis und dessen herausragender Koordination im Boxring.



Auffällig in punkto Zensur sind die folgenden Dialogzeilen:

Quiller: "Look what he did to Schmeling."

Inge: "Who?"

Quiller: "Schmeling. German fighter. Louis killed him."

Inge: "I thought Schmeling beat him."

Quiller: "He beat him the first time, but Louis killed him the second time."

Inge: "Ah."



Quiller: "A real massacre. Yeah, I don't know what it is, but the Germans have been a great disappointment. I mean, from a boxing point of view. I mean, you know, you'd think the way that the German mind goes, I mean the old German mind, not the new German mind, you'd have thought they'd have done well in a fight game. But it hasn't worked out that way. We got them beat!"



Inge (reicht ihm eine Tasse Tee und lacht dabei): "So it seems."



Quiller: "But ... that's the way it goes. (Hebt die Tasse) Cheers!"

Inge: "Cheers!"



Quiller: "What kind of men do you know?"

Inge (überrascht): "I don't know many."

Quiller: "Why not?"

Inge (lacht verlegen): "I'm busy."



Quiller: "You know, someone was telling me that there are some people who don't think like, for instance, you do."

Inge: "How do you mean?"

Quiller: "Well, someone was telling me that there are some people here who wouldn't agree with your attitude about, er, Europe, about education. You know, about things like that."

Inge: "Well, that's true, I suppose."

Quiller: "That's what this man was telling me."

Inge: "Yes."

Quiller: "Do you mean that there are certain people here who believe that this country should be very strong? That it should be dominant?"

Inge: "That's right."

Quiller: "They still believe that?"

Inge: "Oh yes, still."

Quiller: "Well, listen, I don't think that there's anything basically wrong with that, is there? I mean, we believe the same thing in the States. We believe our country should be strong. I wouldn't say 'dominant'. I mean, we don't want to dominate anyone. But I would say 'strong'. Yes, I'd say that."



Quiller: "But listen, what kind of people are they exactly? Nazis?"

Inge (zögert): "Well, they are, I would say. But of course they don't call themselves that any more."

Quiller: "They don't?"

Inge: "No."



Quiller (schnipst mit den Fingern): "You know, this fits in with what this man was telling me. He was saying that these boys don't show themselves, that they keep themselves pretty much under cover."

Inge: "Yes, so I believe".

Quiller: "Yeah. He was saying that they've got a kind of long-term policy. That they want to infiltrate themselves into the mind of the country. Over a period of years."



Quiller: "But that they are not in any kind of hurry this time. You know."

Inge: "Yes."

Quiller: "But that they are very convinced men. Very convinced."

Inge: "Yes, I would say that, yes."



Quiller: "Yes, that's exactly what this man was telling me." (Trinkt seine Tasse aus)

Inge (nach einigem Zögern): "Who is this man?"

Quiller: "What man?"

Inge: "The man who was talking to you."

Quiller: "Oh, just a guy that I met in a bar."

Inge: "Ah."



Inge: "Are you going to write about this question in your article?"

Quiller: "Oh no, no, that's outside my range, I'm not political, I haven't got a political brain."

(beide lachen)



Insgesamt 182 Sec = 3 Min 2 Sec


1:15:01

OF: "I'm not a barman, Mr Quiller. I'm a German gentleman."

DF: "Ich bin kein Barkeeper, Mr Quiller. Da haben Sie an der falschen Tür geklopft."

kein Zeitunterschied




1:18:27

Auch der nächste Spruch kommt vom Neonazi Oktober. Darüber, ob diese Textänderung überhaupt eine Dialogzensur darstellt, lässt sich natürlich streiten. Wo wir aber schon einmal dabei sind, wird sie ebenfalls und abschließend dokumentiert.

OF: "For a nice innocent German girl, you pick a very bizarre friend."

DF: "Sie sind doch eigentlich eine sehr nette, sympathische Frau. Aber in der Wahl Ihrer Freunde haben Sie keine sehr glückliche Hand."

kein Zeitunterschied
Cover einer deutschen DVD:

Cover einer englischen DVD (GB):

Cover einer englischen Blu-ray (GB):

Motiv der Schallplatte mit dem Soundtrack des Films:
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