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Underground - An Urban Nightmare

zur OFDb   OT: Underground

Herstellungsland:USA (1988)
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (3 Stimmen) Details
11.10.2010
Il Gobbo
Level 21
XP 9.771
Vergleichsfassungen
FSK 18 ofdb
Label Focus Film, VHS
Land Deutschland
Freigabe FSK 18
Laufzeit 85:08 Min. PAL
R-Rated
Label Image Entertainment, Release
Land USA
Freigabe R
Laufzeit 90:51 Min. NTSC
Focus-Film ist eine deutsche Videofirma, die für pfundigen Videoabfall jeder Colour bekannt ist. Aber hin und wieder findet sich auch in ihrem Programm eine faustdicke Überraschung, die so nicht zu erwarten war. Solch einen Glücksbärchi habe ich mit UNDERGROUND - AN URBAN NIGHTMARE an Land gezogen. Ist die deutsche Videofassung eine Rarität sondergleichen, die mir in über 25 Jahren nie unter die Nase gekommen ist (zumindest erinnere ich mich nicht mehr daran), hatte ich bei der Vergleichsfassung schon vor Jahren Glück. Als ich noch Laserdiscs sammelte, fiel mir die US-Laser (Image, Rated-R) auf einer Börse für lumpige 15 DM in die Hände. Mittlerweile sind die interessanten Titel auf Tape konserviert (mehr Recht als schlecht) und der Rest verramscht - aber endlich bekomme ich mal die Möglichkeit, bei diesem knuddeligen Schnuckel die Unterschiede aufzuzeigen.

Warum der Film niemals über die Rolle des Geheimtips hinauskam, macht schon die erste Szene deutlich. Ein Begräbnis in New York, ein Cop wird zu Grabe getragen. Wir sehen seinen Partner John Willis vor dem mutmaßlichen Unterschlupf der vermeintlichen Täter warten. Ein typisches Drogenhaus, Willis geht hinein. Er "bittet" einen Aufpasser, ihm zu helfen, drückt ihm Geld in die Hand und befiehlt barsch, es unter der Tür durchzuschieben. Sobald der Geldschein entgegengenommen wurde, ballert Willis das Magazin durch die geschlossene Pforte und erlegt somit ohne viel Federlesen den ersten der Bösewichter - vielleicht war es auch nur ein armer Penner, gefragt wird vorher nicht... es hätte auch ein neugieriges Kind sein können, interessiert Willis ebenfalls nicht die Bohne. Die Freundin des soeben Erschossenen ist zu Recht geschockt, Willis will die Wohnung durchsuchen. Das Mädchen denkt vielleicht, der Eindringling ist ein Einbrecher (denn als Polizist hat sich Willis nicht zu erkennen gegeben), schnappt sich eine Waffe und wird vom wahren Dirty Harry ins Himmelreich geschossen. Ein letzter Blick auf die blutige Szenerie, dann wird das Geld aus den kalten Händen des Toten genommen und die Geschichte nimmt ihren weitern Verlauf. Dafür wird natürlich auch ein Bösewicht (?!) benötigt, den wir in Person von Boris Pinscher kennenlernen. Der sitzt gerade in der Klapse, wird entlassen und macht sich auf den Weg nach Hause. Die Heimat ist ein verlassenes Bahnarbeiter-Quartier in den U-Bahnschächten von New York. Dort trifft er seine Familie Goldilocks, Baker, Larry, Jumper, Weasel und Pops. Goldi scheint ihn ins Irrenhaus verfrachtet zu haben, auf jeden Fall rammt ihm Boris erst einmal ein Messer in den Leib und stellt somit die Führung wieder her. Um die klassische Tragödie nun komplett zu machen, fehlt der weibliche Part. Der tritt als Reporterin Kim Knowles auf, die in ihrer Tätigkeit dem Cop das Leben schwer macht und seine Machenschaften anprangert. Während Boris und seine Jungs die U-Bahnen-Stationen unsicher machen und ihre Zeit mit Rauben, Morden und Vergewaltigen verbringen, kommen sich John und Kim etwas näher. Zum Showdown werden alle aufeinandertreffen.....

Was die nominell positive Hauptfigur, Polizist John Willis, hier zum Besten gibt, degradiert den bekannsten Film-Vigilanten Paul Kersey zu einem gefühlvollen Weichei und Eastwoods Dirty Harry zu einem Warmduscher. Mit welcher Kaltblütigkeit Willis hier Verdächtige erschießt, ist in dieser drastischen Fom bislang einzigartig. Und keine Spur von Reue oder gar Verantwortungsbewußtsein... bezeichnend dafür die Episode, in der er einen mutmaßlichen Dieb hinterrücks erschießt und vom Vorgesetzten suspendiert wird. Am gleichen Abend wird er Zeuge, wie eine Passantin von Räubern überfallen wird. Er hört die Schreie und verschwindet, ohne einzugreifen. Auch zum Showdown werden keine Gefangenen gemacht, selbst ein helfendes Gangmitglied wird kommentarlos abgeknallt. Unfassbar... ein Polizist wohlgemerkt. Auf der Gegenseite etwas differenzierter. Boris ist zwar ein Psychopath, wie er im Buche steht, aber seine Gangmitglieder fühlen sich immer unwohler und befolgen die Befehle des Irren nur aus Angst. Und mittendrin Knowles, mit fester Überzeugung, die am Ende aber auch zu bröckeln beginnt. Ich für meinen Teil finde, UNDERGROUND TERROR (O-Titel) ist ein Film, der keinerlei positive Identifikationsfiguren aufweisen kann und gerade dadurch zu einem interessanten Streifen wird. Denn vor allem die Hauptdarsteller sind gut und spielen mit genug Talent, um als Schauspieler wahrgenommen zu werden. Merkwürdigerweise ist B.J. Geordan (Knowles) nie wieder im Filmgeschäft tätig gewesen, was ich für eine Verschwendung halte. Lennie Loftin (Pinscher) ist immer noch gut dabei, zuletzt in "3:10 to Yuma" und "Knight & Day" in etwas größeren Rollen. Doc Dougherty (Willis) hat ebenfalls wenig in seiner Vita, einige TV-Serien schmücken sein Bewerbungsmäppchen. Alles in allem schufen Regisseur James McCalmont und sein Drehbuchautor Brian O'Hara einen düsteren, knallharten Untergrund-Thriller, der mehr Beachtung verdient gehabt hätte.

Um zum Abschluß zu kommen: anscheinend hat es der Film nicht geschafft, irgendwo auf der Welt ungekürzt zu erscheinen. Die vorliegende Version ist wie angegeben die US-Laserdisc-Fassung (Image, R-Rated) und hat im direkten Vergleich zur deutschen VHS (Focus, FSK 18, indiziert) ebenfalls mindestens einen Zensurschnitt aufzuweisen, der hierzulande zu sehen ist. Nach verschiedenen Laufzeitvergleichen scheint dies aber der einzige zu sein. Zumindest weist die Laufzeitdifferenz darauf hin. Aber auch in Großbritannien und Schweden (die beiden einzigen weiteren Einträge in der Ofdb) sind gekürzt. Wie so oft hat es aber uns Deutsche am schlimmsten erwischt, wie der folgende Schnittbericht belegt. Etwa 2 Minuten wurden entfernt. Die Qualität der Bilder bitte ich zu entschuldigen, aber bei der Quelle war einfach nichts besseres hinzubekommen (Laserdisc -> Tape -> PC). Die beiden Cuts (?) der US-Version sind unten kursiv und unterstrichen hervorgehoben. Genug gequatscht, viel Spaß!

Noch einmal vielen Dank an Pawson der mir hier mit der deutschen VHS ein wirkliches Schmuckstück zur Verfügung stellte.

mehr Informationen zu diesem Titel

4:55 Min.
Als die Drogentussi erschossen wird, ist in der DF noch die erste Einstellung mit dem blutigen Treffer enthalten. Es fehlt aber auch hier schon das letzte Einzelbild, gefolgt von zwei weiteren Einstellungen, in denen die Braut nach hinten in die Kartons fliegt und dort zusammensackt. Gegenschnitt auf Willis, der erst auf die weibliche Leiche schaut und dann das Geld aus den Händen des toten Typen nimmt.
( 19,5 Sek. )


10:40 Min.
Boris verabreicht Goldy das "Geschenk" und rammt ihm ein Messer in den Leib. Hier fehlen sämtliche Großaufnahmen von den Gesichtern sowie eine Einstellung des im Magen drehenden Messers.
( 11 Sek. )


21:43 Min.
Dem Toten wird länger am Ohr gesäbelt.
( 3,5 Sek. )


US: 23:31 Min.
Wohl aufgrund eines Masterfehlers fehlt in der US eine Einstellung des zuschauenden Weasel. Es ist jedenfalls kein Zensurgrund erkennbar.
( 4,5 Sek. )



21:59 Min.
Nach der Aufnahme vom debil grinsenden Larry fehlt in der DF allerdings weiter, wie Boris das Ohr gereicht wird, er es sich ansieht und dann beginnt, eine Schnur vom Handgelenk zu lösen.
( 21 Sek. )


32:25 Min.
Willis findet am Bahnsteig ein Ohr. Es fehlt, wie er es aufhebt, in ein Taschentuch wickelt und wieder die Gleise verlassen will.
( 15,5 Sek. )


34:22 Min.
Warum das weibliche Opfer auf dem Bett erschrocken die Augen aufreißt, ist in der DF nicht mehr nachzuvollziehen. Es fehlt die Einstellung, in der Boris mit einem Baseballschläger ausholt und augenscheinlich auf sie niedergehen läßt.
( 1 Sek. )


47:22 Min.
Willis schießt dem flüchtenden Jumper zweimal in den Rücken. Es fehlt die Nahaufnahme, in der der Kerl strauchelt und gegen eine Pfeiler prallt, dort hinabgleitet und eine Blutspur hinterläßt. Weiterhin ein Gegenschnitt auf Willis und nochmal der Typ, der sich noch bewegt.
( 14,5 Sek. )


US: 67:09 Min.
Klarer Schnitt in der US: Als Weasels Finger abgeschnitten wird, blendet die US in der Großaufnahme vorher ab. In der DF sehen wir, wie das Messer angesetzt wird, Weasel den Schmerz erwartet und Baker zudrückt (offscreen). Wieder Weasel, dann der zuschauende Larry.
( 5 Sek. )



63:05 Min.
Direkt im Anschluß des zusehenden Larry erfolgt in der DF der Cut. Dort nicht mehr zu sehen, aber in der US enthalten: Weasel hält sich den blutigen Stumpf, Wechsel zu Baker, der die blutige Hand durch sein Haar streicht und entgeistert auf das Blut starrt.
( 11 Sek. )


75:25 Min.
Es fehlt die superkurze Fronteinstellung, als Baker getroffen wird.
( 18 EB )


79:46 Min.
Willis verfolgt Boris durch den Untergrund. Bei der Szene, als Boris durch einen Durchgang schlüpft, geht die Szenerie in der US noch etwas weiter. Willis taucht auf, schleicht zum Durchgang, als Boris oben an der Ecke auftaucht und auf ihn schießt. Er trifft nicht, Willis ballert mit der Schrotflinte, die dann leer ist. Willis schleudert das Gewehr weg, zieht seine Pistole und geht weiter hinter Boris her.
( 25 Sek. )


81:07 Min.
Eine zusätzliche Einstellung des unter Strom stehenden Boris sowie ein Gegenschnitt auf Willis und Knowles.
( 3,5 Sek. )

Cover der deutschen VHS:

Der folgende Schnittbericht wurde ausschließlich für die Präsentation auf www.schnittberichte.com hergestellt.

Jede Veröffentlichung (auch nur auszugsweise) ohne ausdrückliche Genehmigung des Autoren und Copyright-Inhabers verstößt gegen das Urheberrecht und wird gegebenenfalls straf- und zivilrechtlich verfolgt!


Copyright 2010, Matthias Mathiak

Kommentare

11.10.2010 03:05 Uhr - D-Chan
Jetzt frag ich mich, wie wohl ein UNDERGROUND/John Willis Glücksbärchi aussehen würde. Und was es für besondere Fähigkeiten hätte. ;)

11.10.2010 12:03 Uhr - Evil Wraith
Und ich frage mich, warum es so eine Szene noch in keiner Punisher-Verfilmung gab.

12.10.2010 16:53 Uhr - diamond
Vielen Dank für den Schnittbericht,der ist mir damals durchgerutscht-trotz der unzähligen Filme die man damals so konsumiert hat,glaube ich noch zu wissen was ich kenne und was nicht.
Die Qualität der Bilder ist doch okay,zumindest für dieses Quelle.Ich hab meine vielen VHS Raritäten bisher noch nicht umgewandelt,auch weil ich denke dass bei diversen Titel dann doch mal eine DVD erscheint.Aber die meisten Tapes sind jetzt 15-20 Jahre alt,ich will da gar nicht reingucken...

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