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    Apocalypse Now

    zur OFDb   OT: Apocalypse Now

    Herstellungsland:USA (1979)
    Genre:Drama, Krieg
    Bewertung unserer Besucher:
    Note: 9,08 (92 Stimmen) Details
    15.09.2019
    Muck47
    Level 35
    XP 51.427
    Vergleichsfassungen
    Final Cut
    Label Lionsgate, 4K UHD
    Land USA
    Freigabe Unrated
    Laufzeit 181:59 Min. (175:51 Min.)
    Redux
    Label Lionsgate, 4K UHD
    Land USA
    Freigabe R
    Laufzeit 196:03 Min. (ohne Abspann)
    Vergleich zwischen dem Final Cut und der Redux Version (beide enthalten auf dem amerikanischen 4K-Blu-ray/BD-Set von Lionsgate // fassungstechnisch identisch zum deutschen 4K-Blu-ray/BD-Set von StudioCanal)


    - 21 Abweichungen (ohne Abspann)
    - Differenz: 1203,8 sec (= 20:04 min)



    Die verschiedenen Versionen von APOCALYPSE NOW


    Die Geschichte von Apocalypse Now beginnt mit einer 289-Minütigen Workprint-Version des Films, die schon vor langer Zeit auf VHS ihr Unwesen trieb, aber nie offiziell erschienen ist und vor der Cannes-Premiere 1979 entstand. Dort zeigte Coppola eine kürzere "Work in Progress"-Version des Films, die etwa 3 Stunden ging und die Goldene Palme, die höchste Auszeichnung des Filmfestivals, gewann. Im Anschluss kürzte der Regisseur den Film um viele Szenen und so kam im Herbst 1979 die offizielle Kinofassung mit nur ca. 147 Minuten Laufzeit in die Kinos.

    Unterschiede gab es hier aber auch was den Abspann abgeht. So gibt es eine Version ganz ohne Abspann bei der frühen 70mm-Version und nur mit einem Copyright-Hinweis. Für die 35mm-Version gab es dann echte Credits, die über Aufnahmen von Explosionen und brennendem Dschungel gelegt wurden. Als Coppola aber erfuhr, dass Kinobesucher wegen der Szenen dachten, dass Willard einen Luftangriff auf Kurtz' Basis im Dschungel angeordnet hat, änderte er den Abspann und es war nur noch klassischer weißer Text auf schwarzem Hintergrund zu sehen.

    2001 feierte die sogenannte Redux-Version in Cannes Premiere. Der Film erreichte hier eine Laufzeit von 196 Minuten (diesmal wieder ohne Abspann) und ist somit sogar länger als die erste Cannes-Version. Auch wenn Coppola seit Der Pate (1971) den Final Cut für seine Filme hat, also prinzipiell die Version in die Kinos bringen kann, die er will, versuchte er immer auf Vorschläge vom Studio, den Finanziers und ausländischen Verleihern Rücksicht zu nehmen. Und was diesen Parteien häufig nicht gefiel? Eine zu lange Laufzeit. Das schmälerte nicht selten den Erfolg an der Kinokasse.

    Deshalb kürzte der Regisseur Apocalypse Now 1979 selbst, aber etwas mehr als er es eigentlich für optimal hielt. Auch sah Coppola ein, dass der Film nicht unbedingt Mainstream ist und entfernte für die damalige Kinofassung Szenen, die für ein "normales" Publikum etwas seltsamer wirken. Aber das Kino und das Publikum entwickelt sich weiter und mit der Zeit werden verrückte Ideen zur Normalität. Deshalb fügte Coppola im Redux Cut später die meisten Szenen wieder ein, da er sie den veränderten Sehgewohnheiten zufolge für gar nicht mehr so seltsam hielt. Hier aber übertrieb er 2001 nach eigener Aussage im 2019 erschienenen Artikel von Deadline und zeigte mehr ein, als er heutzutage für sinnvoll hält. Details zur Redux-Version gibt es in unserem ausführlichen Schnittbericht.

    Und zum 40. Geburtstag beschert uns Francis Ford Coppola nun also eine neue Version seines legendären Antikriegsfilms. Der Film dauert nun ohne Abspann 175 Minuten und ist somit wieder 20 Minuten kürzer als die Redux Version, aber eben auch knapp 30 Minuten länger als die damalige Kinofassung. Coppola selbst bezeichnet diese Version nun als Final Cut. Wenn er aber Oliver Stones Vorbild folgen möchte, kann er nach dem Final Cut in ein paar Jahren auch noch einen Ultimate Cut anfertigen. Denn nach der "finalen" 3. Version von Alexander legte Stone noch eine vierte, "Ultimate"-Version nach. Aber dies ist eine andere Geschichte und kann hier im entsprechenden Schnittbericht nachgelesen werden.



    Was wurde für den Final Cut von APOCALYPSE NOW geändert?


    Übergreifend kann man festhalten, dass die neue Filmfassung tendenziell eher auf der Redux Version basiert, wie man schon an der näher daran liegenden Laufzeit erahnen konnte. Im Grunde ist Coppola hier einen Mittelweg gegangen. Manche gegenüber der Kinofassung dazu gekommene Szenen wurden wieder komplett gestrichen, manche nur verkürzt.

    Ganz geschnitten wurden das zweite Aufeinandertreffen mit den Playboy Bunnies sowie die Szene gegen Ende, bei der Willard im Container liegt und Kurtz das Time Magazine liest. Auch wenn Coppola selbst im Interview auf Vanityfair nur auf die Kontinuität in diesem Filmabschnitt eingeht, liegt die dort geäußerte Vermutung nahe, dass man die Spielereien mit den Mädels im #MeToo-Zeitalter vielleicht etwas kritisch gesehen hat. Die Szene mit der Zeitschrift lässt sich noch klarer dem geänderten Zeitgeist zuschreiben, denn heutzutage hat das Time Magazine schlicht nicht mehr den gleichen Einfluss wie noch vor einigen Jahren.

    Lediglich verkürzt wurde der lange Szenenblock in der französischen Plantage und die Dinner-Szene mit Verschwörungstheorien über die Plantage. Der Aufenthalt bei den französischen Besetzern ist immer eine kritisch diskutierte Erweiterung der Redux-Version gewesen. Bei der ersten Ankündigung des Final Cuts zeigten sich deshalb viele enttäuscht, dass diese Szene prinzipiell noch enthalten ist. Tatsächlich ändert sich durch die kleineren Eingriffe nun aber der Schwerpunkt: Politische Statements geraten in den Hintergrund und die kleine Romanze zwischen Willard und Roxanne ist so stärker im Fokus. Auch mit diesem Aspekt war nicht jeder Fan zufrieden, Coppola zufolge dient dies aber als Bindeglied zur einleitenden Szene. Hier zerstört Willard bekanntermaßen alleine sein Hotelzimmer in Gedanken an seine ehemalige Frau.

    Ganz zum Ende des Films wurde dann noch sowohl in Kinofassung als auch Redux-Version enthaltenes Material für den Final Cut gekürzt. Willard blättert weniger durch Kurtz' Dossier und ist dann auch nicht mehr an dessen Tisch zu sehen. Hier kann man nur über Coppolas Intention mutmaßen, denkbar wäre jedenfalls auch hier die Vermeidung von Anschlussfehlern. Aus gleichem Grund fehlt schon im ersten Drittel ein sehr kurzer Teil der Unterhaltung auf dem Boot, die im Redux Cut gegenüber der Kinofassung dazu gekommen ist.



    Veröffentlichungen der neuen 4K-Restaurationen


    Es sei gleich angemerkt, dass man nicht nur den Final Cut sondern zugleich auch Kinofassung und Redux Version neu in 4K restauriert hat. Die UHD-Premiere kommt sowohl in Deutschland als auch im Ausland als 6-Disc-Set daher: Zwei 4K-Blu-rays und zwei reguläre Blu-rays mit den drei Filmfassungen sowie zwei Blu-rays mit dem ganzen Bonusmaterial. Auch die Film-Blu-rays basieren hier übrigens erfreulicherweise komplett auf den neuen 4K-Restaurationen, was bei in 4K-Sets beiliegenden Blu-rays leider nicht immer der Fall ist. Entsprechend erscheint auch noch eine Blu-ray-Neuauflage mit allen drei Fassungen und auf DVD ist nur der Final Cut einzeln erhältlich.

    Ursprünglich waren die Heimkino-Releases weltweit zeitgleich für Ende August 2019 angekündigt (wir berichteten). In den USA konnte dieser Termin von Lionsgate auch eingehalten werden: Das 6-Disc-UHD/BD- und 4-Disc-BD-Set sind dort schon erschienen und lagen uns für den Vergleich vor. In Europa übernahm StudioCanal die weitere Auswertung der gleichen Restauration und in Deutschland wurden gleich zweimal Termin-Verschiebungen kommuniziert: Zuerst sollte es der 19.09.2019 werden, jetzt steht der 24. Oktober 2019 als Releasedate. Man begründete dies mit umfangreicheren Anpassungen der deutschen Tonspuren.

    Aber auch in Großbritannien wurden die StudioCanal-VÖs etwas nach hinten auf den 16.09.2019 verschoben. Auf deutschen Ton muss man hier trotz gleichem Label also wohl verzichten. Wer nicht warten kann und keine deutsche Tonspur benötigt, kann also prinzipiell auch beim amerikanischen 4K-Set im Digipak zuschlagen, da UHDs immer codefree sind bzw. sich im Gegensatz zu DVDs und Blu-rays auch auf jedem deutschen Player abspielen lassen.



    Laufzeitangaben sind nach dem Schema
    Final Cut Blu-ray / Redux Version Blu-ray
    angeordnet

    54:46 / 54:46-54:53

    Es fehlt eine Aufnahme, bei der Willard lacht und Chef sagt: "How am I gonna shoot him next time he comes around?"
    Willard, während er sich das Board greift: "Hey, Chef, make some room back there for the board."

    Damit wird der Jumpcut vermieden, der in der Redux-Version direkt im Anschluss vorkommt. Von der Aufnahme von Willard mit Board wird nämlich zu einem anderen Take mit dem Board vorne im Bild gewechselt.

    7,1 sec



    Alternativ
    82:24-82:29 / 82:31-93:06

    Der Final Cut zeigt hier länger in einem durch Kurtz' Dossier, wobei die Redux-Fassung nach dem hier beschriebenen Szenenblock erst mit dem hinteren Teil der Aufnahme wieder einsetzt. Gleicher Verlauf wie in der Kinofassung.

    In der Redux-Version folgt stattdessen eine zweite Begegnung mit den Playboy-Häschen.

    Das Boot kommt an einen weiteren US-Außenposten. Das Lager ist total verwildert und verkommen. Willard erkundigt sich bei einigen umherlaufenden Offizieren nach dem befehlshabenden Offizier. Der scheint schon seit Monaten tot zu sein und wer jetzt das Kommando hat, weiß niemand so richtig. Während sich erste Spannungen innerhalb von Willards Mannschaft anbahnen und es zu einer Prügelei kommt, bemerkt Willard den Helikopter mit "Playboy"-Logo. Im Austausch gegen ein wenig Benzin arrangiert Willard zwei Stunden mit den Playmates. Nur Chief lehnt dankend ab und wartet im Boot, während sich der Rest der Mannschaft mit den "Playboy-Häschen" vergnügt. Chef bekommt Miss Mai, die er sich mittels schwarzer Perrücke in seine geliebte Miss Dezember verwandeln lässt. Miss Mai erzählt wie weggetreten von ihren Tagen als Vogeltrainerin in Bush Gardens, während Chef sie in ein Abbild des "Dezember"-Centerfolds verwandelt. Als sie sich endlich küssen, erregt Miss Mai die Tatsache, dass Chef wie ein Vogel küssen würde. Lance kümmert sich um das Playmate des Jahres in einem verlassenen Haus. Dieses Playmate hört nicht auf, wie in Trance eine scheinbar auswendig gelernte Biographie über sich aufzusagen. Sie redet von den Hindernissen und Rückschlägen, die sie als Playmate des Jahres überwinden musste. Als sie sich näher kommen, öffnet das Playmate versehentlich eine Kiste, in der sich ein toter Vietnamese befindet. Dazwischen rennt überall der junge Clean umher, der es nicht erwarten kann, auch endlich seine zugesprochene Zeit mit den Schönheiten zu bekommen. Später auf dem Boot zieht Chef Clean damit auf, dass Clean ganz offensichtlich noch Jungfrau ist. Die Streiterei geht nach einer ersten, noch exklusiven Aufnahme nahtlos in den Verlauf von Kinofassung & Final Cut über. Dort wird allerdings nicht deutlich, dass sich die Männer über Cleans Jungfräulichkeit lustig machen.

    Redux 629,7 sec (= 10:30 min) länger



    Final Cut länger
    82:41-82:45 / 93:18

    Willard im Final Cut länger, er schaut noch hoch.
    Auch dies entspricht der Kinofassung bzw. hängt mit der durch den vorigen Szenenblock etwas verschobenen Diskussion im Off zusammen.

    + 4,1 sec



    89:00-89:05 / 99:33-99:38

    Das Schwarzbild ist auch hier ein paar Sekunden lang zu sehen, im Redux aber noch länger. Die Folgeaufnahme blendet damit im Final Cut deutlich früher auf (Boot von weiter rechts zu sehen).
    Erneut entspricht der Final Cut hier der Kinofassung.

    Kein Zeitunterschied



    106:14 / 116:47-117:14

    Noch ein Umschnitt auf das Boot, wo Chief sagt: "Lance. Cover the captain."
    Es folgen dann noch ein paar Ansichten vom Herumgehen.

    26,9 sec



    Alternativ / Umschnitt
    106:22-106:25 / 117:22-117:29

    Die seitliche Aufnahme in der Redux etwas länger und nach einem weiteren Umschnitt auf Chief macht Willard früher ein paar Schritte nach vorne.

    Im Final Cut wird stattdessen eine Aufnahme aus dem vorigen Schnitt wieder eingefügt, bei der Chief zur Waffe greift.

    Redux 4,7 sec länger

    Final CutRedux



    107:28 / 118:32-118:41

    Eine Kamerafahrt an den Leuten entlang, die mit dem Journalisten (Dennis Hopper) unterwegs sind.

    8,5 sec



    107:52 / 119:05-119:21

    Bei ihrer ersten Begegnung sieht man De Marais länger und Willard auch deutlich früher.

    15,9 sec



    114:30 / 125:59-126:42

    Die Aufnahme wird früher abgebrochen und die Kamera fährt weiter zum am anderen Tischende sitzenden, älteren Mann. Der erwähnt, dass Präsident Roosevelt die Franzosen 1945 aus Indochina vertrieben hätte. De Marais fügt hinzu, dass die Vietkong nur eine Erfindung der Amerikaner seien. Willard ist überrascht, der alte Mann sagt noch ein paar Sätze.

    43 sec



    115:31 / 127:43-128:01

    Der wütende Mann geht länger nach draußen, nachdem er das Ei zerdrückt hat. Willards Sitznachbar erinnert sich daraufhin an eine Begegnung mit einem amerikanischen Politiker, der nach Aufzählung diverser asiatischer Nationen gemeint hätte, dass es nächstes Mal doch auch einfach Europa treffen könnte.

    18,2 sec



    115:33 / 128:03-128:16

    Roxanne Sarrault etwas länger und während ein Musiker dazu kommt, wird kritisch auf die Ereignisse in der Slowakei hingeweisen.

    13,6 sec



    115:39 / 128:23-128:26

    Roxanne etwas früher.

    2,8 sec



    116:05 / 128:52-128:59

    De Marais geht länger genervt vom Tisch weg und der Musiker spricht wieder die Slowaken an.

    6,6 sec



    Alternativ / Umschnitt
    116:09-116:13 / 129:02-129:21

    De Marais führt in der Redux-Fassung seine Theorien fort, Roxanne schaut unwohl nach unten.

    Im Final Cut wird stattdessen eine andere Aufnahme von Roxanne zur Überbrückung eingebaut. Es handelt sich um den Moment am Anfang von 115:33 / 128:03-128:16.

    Redux 15,2 sec länger

    Final CutRedux



    116:18 / 129:26-129:33

    Willard etwas länger und De Marais schubst noch den Musiker zur Seite.

    6,8 sec



    118:36 / 131:51-132:30

    De Marais erzählt zu Beginn der Szene mehr über die Geschichte der Plantage. Sein Großvater habe diese aus dem Nichts aufgebaut, es sei viel harte Arbeit gewesen. Roxanne raucht.

    39,6 sec



    119:07 / 133:01-133:17

    Eine erste Aufnahme von Willard. De Marais verspricht ihm zynisch Hilfe bei der Reparatur des Bootes, damit Willard mit seinem Krieg fortfahren könne.

    15,4 sec



    119:10 / 133:20-133:24

    Roxanne ist ein weiteres Mal zu sehen.

    4 sec



    Alternativ
    153:32-153:40 / 167:46-173:17

    In der Redux-Fassung wird vom schreienden Willard recht schnell übergeblendet zum Inneren des dunklen Containers.
    Umringt von Kindern besucht Kurtz den dort unterirdisch gefangenen Willard und liest ihm Vietnam-Berichte aus dem Time Magazine vor. Er stellt ihm dazu ein paar Fragen, Willard bleibt die ganze Zeit über stumm. Schließlich sagt Kurtz, Willard könne sich von nun an frei bewegen, wenn auch unter Aufsicht. Kurtz verlässt Willard, der sich daraufhin aus seinem Gefängnis quält.

    Im Final Cut wird vom schreienden Willard stattdessen langsamer zur Folgeaufnahme der Sonne übergeblendet.

    Redux 323,4 sec (= 5:23 min) länger



    171:17 / 190:54-190:58

    Das Durchblättern des Dossiers wurde mit einem Jumpcut etwas verkürzt. War in Redux- und Kinofassung normal zu sehen, aber auch hier gibt es einen (etwas weniger auffälligen) Jumpcut.

    3,9 sec



    171:28 / 191:09-191:32

    Willard setzt sich nach dem Durchblättern noch an den Tisch. Auch das war in Redux- und Kinofassung zu sehen.

    22,5 sec



    Alternativ
    175:51-181:59 / 195:55-196:03

    In der Redux erscheint bei den neuen 4K-Restaurationen zum Abschluss nach dem Schwarzbild nur noch ein Copyright-Hinweis. Dies war nicht bei allen VÖs der Fall, wie man schon im alten Schnittbericht zwischen Kinofassung und Redux sowie oben im Intro nachlesen kann.

    Für den Final Cut wurde stattdessen ein neuer Abspann auf schwarzem Hintergrund zu weiterem Score erstellt.

    Final Cut 358,9 sec (= 5:59 min) länger


    Cover der amerikanischen 6-Disc 4K-UHD-Veröffentlichung:
    (aus dem OFDb-Eintrag)

    Kommentare

    15.09.2019 09:33 Uhr - Mr.Brown-1602
    3x
    Cover der amerikanischen 6-Disc 4K-UHD-Veröffentlichung:
    (aus dem OFDb-Eintrag)

    Hehe, gern geschehen :)
    Vielen Dank meinerseits für den Schnittbericht!

    Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht 100% wie ich den Final Cut finden soll bzw. welche Version ich mir in Zukunft bevorzugt ansehen werde.
    Hätte lieber die regnerische Outpost-Szene mit den Playboy-Häschen drinnen gehabt als den Part auf der französischen Plantage (wenigstens wurde die hier und da etwas verkürzt). Den neu eingefügten Abspann empfand ich auch etwas unnötig/"Fremdkörper-artig"


    15.09.2019 09:36 Uhr - Eisenherz
    12x
    Ich bin ein absoluter Feind davon, bestehende Werke einem gerade herrschenden Zeitgeist anzubiedern. Gerade die Playboy- und Time Magazin-Szenen sind ein Spiegel dieser Zeit, ohne die dem Film Authentizität fehlt.

    15.09.2019 10:09 Uhr - deNiro
    8x
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    Erfahrungspunkte von deNiro 337
    Schließe mich da der Meinung von Eisenherz und Mr. Brown vollumfänglich an. Allein das Fehlen der "Bunny- Szene", die ich als sehr intensiv und atmosphärisch halte, macht diese Fassung für mich komplett unnötig.

    Für mich ist die Redux- Fassung, die vollständigste Version des Filmes (nicht nur wegen der Länge). Im Gegensatz zu vielen, und da unterscheidet sich meine Meinung womöglich von denen meiner Vorredner, halte ich auch die Szenen mit den Franzosen als sehr aufschlussreich und wohltuend, ist diese Enklave mitten im Dschungel, doch sowas wie ein "Paradies", eine letzte Bastion, bevor man endgültig in die Gehenna des Oberst Kurtz absteigt. Ähnlich der "Bunny-Szene", vermitteln diese Szenen sowas wie "Normalität" und Menschlichkeit in dieser unwirklichen, apokalyptischen und menschenfeindlichen Hölle.

    Ich mag diesen Film!

    Übrigens, Klasse Schnittbericht inkl. interessanter Einleitung!

    15.09.2019 10:48 Uhr - Cocoloco
    5x
    Auf diese #MimimiToo Fassung kann ich verzichten.

    15.09.2019 10:54 Uhr - Kaleun
    4x
    Kann mich Eisenherz nur anschließen und für mich bleibt die Redux-Version die erste Wahl. Der ganze Film wirkt stellenweise wie ein alptraumhafter Dogentrip mit "nüchternen" Momenten, was auch hervorragend in den Kontext passt, denn es gab in der amerikanischen Armee ja tasächlich sehr große Probleme mit, Alkohol, Heroin und Gras.

    15.09.2019 10:55 Uhr - Mr.Brown-1602
    Durch das Fehlen der Time Magazine-Szenen ist Kurtz nun nicht mehr bei Tageslicht zu sehen. Vielleicht soll ihm das so etwas mehr "mystizität" verleihen

    15.09.2019 11:22 Uhr - MrCreazil
    4x
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    Wenn die Playmates-Szene tatsächlich aufgrund der #MeToo-Welle entfernt wurde, zeigt das die hässlichste Seite der PC-Bewegung auf (die an sich nicht durch und durch negativ zu betrachten ist, schließlich bestenfalls gute Absichten hegt... schlimmstenfalls jedoch als Projektionsfläche für ekelhaften Narzissmus oder noch schlimmer: rigiden Gut-Mensch-Faschismus dient). Wenn dadurch Kunstwerke dergestalt verfälscht werden (ungeachtet, wie man die Bunny-Szene nun bewerten mag) und Künstler zu vorauseilendem Gehorsam verdammt werden, verlaufen die "guten Absichten" in Wahrheit in gänzlich falschen Bahnen!

    15.09.2019 11:26 Uhr - Cocoloco
    Ich persönlich mag die Kinofassung am meisten. Also jetzt als "Film". Kommt um einiges intensiver und verrückter rüber.
    Die Redux-Fassung sehe ich eher als Ergänzung mit viel Zusatzmaterial, um mehr in die Materie einzutauchen. Als reiner Film aber zu zäh.
    Und der Final Cut hier ist weder Fisch noch Fleisch. Dazu mit bitterem Nachgeschmack aufgrund "Zeitgeist"-Diktatur. Brauch ich nicht.

    15.09.2019 13:06 Uhr - Knochentrocken
    5x
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    Also (wie auch in meiner Review) ich finde den Final Cut wirklich am Besten. Der perfekte Grad zwischen beiden Fassungen.
    Die Verkürzung der Franzosen-Szene und das Fehlen der Bunny-Szene, sowie der Szene mit Kurtz bei Tag, finde ich absolut super! Die Mystik von Kurtz wird durch sein Vorkommen bei Tag irgendwie zerstört, vor allem macht das jede Szene, in der er im Dunkel sitzt lächerlich und unnötig! Es reicht bei Brando doch die Stimme zu hören.

    Und, ich bitte euch! Das mit dem #metoo ist nur eine Vermutung! Man sollte dem Regisseur mehr Glauben schenken, wieso er was wie rausnahm. Ist ja schließlich sein Werk.

    Außerdem ist das eh ziemlich weit bei den Haaren herbeigezogen. Zum Einen müsste man viel mehr von Feministen-Zeitalter, statt #metoo-Zeitalter sprechen (keine der Bunnies wird sexuell belästigt oder vergewaltigt, also... warum #metoo?) und zum Anderen hätte dann auch das erste Treffen mit den Bunnies gekürzt werden müssen, oder nicht?!


    Großartiger Film! Ein Paradebeispiel für ECHTES Kino und ein Kunstwerk des New-Hollywood!
    Sollte JEDER gesehen haben.

    15.09.2019 13:51 Uhr - MrCreazil
    1x
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    Erfahrungspunkte von MrCreazil 239
    15.09.2019 13:06 Uhr schrieb Knochentrocken
    Und, ich bitte euch! Das mit dem #metoo ist nur eine Vermutung! Man sollte dem Regisseur mehr Glauben schenken, wieso er was wie rausnahm. Ist ja schließlich sein Werk.

    Außerdem ist das eh ziemlich weit bei den Haaren herbeigezogen. Zum Einen müsste man viel mehr von Feministen-Zeitalter, statt #metoo-Zeitalter sprechen (keine der Bunnies wird sexuell belästigt oder vergewaltigt, also... warum #metoo?) und zum Anderen hätte dann auch das erste Treffen mit den Bunnies gekürzt werden müssen, oder nicht?!


    Darum auch die Einschränkung. Allerdings ist ja hinlänglich bekannt, wie schnell und leicht und aus welchen noch so unbedeutendem Detail heraus sich eine fehlgeleitete Protestwelle auszubreiten vermag.

    15.09.2019 18:07 Uhr - Kerry
    1x
    Irgendwie kann und konnte ich mit diesem Film nie etwas anfangen.
    Ich sehe erstklassige schauspielerische Leistungen, eine erstklassige Regie, eine gute Produktion: und dennoch spricht mich der Film nicht an, er erreicht mich nicht.
    Gegen Ende wird es dann noch zunehmend wirr, wie in einem Drogenrausch.
    Dies dürfte auch durchaus so gewollt sein - ist jedoch absolut nicht auf meiner Wellenlänge.

    17.09.2019 03:14 Uhr - spobob13
    Wie oft denn noch?
    Sowohl die kürzere Kinofassung wie auch die Redux mit guten und nicht so guten Verlängerungen sind beide gut.

    Eine neue ultimative abgesegnete Schnittfassung die nun irgenwo zwischen Kinofassung und Redux liegt braucht es wirklich nicht. Wie viele Fassungen mit mal mehr und dann wieder weniger wollen den Rechteinhaber denn noch bringen?
    Kunst - Käse - Geldschneiderei!

    17.09.2019 16:46 Uhr - Knochentrocken
    2x
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    17.09.2019 03:14 Uhr schrieb spobob13
    Wie oft denn noch?
    Wie viele Fassungen mit mal mehr und dann wieder weniger wollen den Rechteinhaber denn noch bringen?


    Die Version kommt von Regisseur Coppola, musst du ihn fragen. Die Rechteinhaber verkaufen diese neue Version von Coppola nur.


    „Kunst - Käse - Geldschneiderei!“

    - mit Dieser Ansicht bist du hier falsch.


    18.09.2019 15:10 Uhr - der neue1067
    4x
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    Erfahrungspunkte von der neue1067 7
    15.09.2019 18:07 Uhr schrieb Kerry
    Irgendwie kann und konnte ich mit diesem Film nie etwas anfangen.
    Ich sehe erstklassige schauspielerische Leistungen, eine erstklassige Regie, eine gute Produktion: und dennoch spricht mich der Film nicht an, er erreicht mich nicht.
    Gegen Ende wird es dann noch zunehmend wirr, wie in einem Drogenrausch.
    Dies dürfte auch durchaus so gewollt sein - ist jedoch absolut nicht auf meiner Wellenlänge.


    Als ich den Film Mitte der achtziger Jahre daß erste Mal gesehen habe fand ich ihn auch sehr sperrig und schwer zugänglich für mich. Hatte danach vielleicht noch ein bis zwei Versuche gemacht den Film durch eine neusichtung besser zu finden, da ja Produktion, Cast und Stab wirklich hochwertig sind.
    Das hatte damals aber nicht geholfen, das müsste Anfang der neunziger gewesen sein. Dann habe ich ihn bis vor ca. 10 Jahren nicht mehr gesehen, dann aber vor ca. 10 Jahren die redux Fassung gesehen und war plötzlich echt begeistert und beeindruckt vom Film.

    Ich weiß nicht ob es an der veränderten Fassung lag oder das knapp zwanzig Jahre seit der letzten Sichtung vergangenen waren und sich mein Verständnis für den Film so stark verändert hat.
    Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis den Film endlich Mal so empfinden zu können wie er schon seit Jahrzehnten von vielen wahrgenommen wird!

    Manche Filme die man vielleicht vor langer Zeit nicht mochte sollte man durchaus nochmal eine Chance geben, umgedreht ist es ja auch oft der Fall daß man Filme vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren gut fand heute eventuell alles andere als gut findet.



    23.10.2019 14:24 Uhr - Taran
    1x
    User-Level von Taran 2
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    18.09.2019 15:10 Uhr schrieb der neue1067

    Manche Filme die man vielleicht vor langer Zeit nicht mochte sollte man durchaus nochmal eine Chance geben, umgedreht ist es ja auch oft der Fall daß man Filme vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren gut fand heute eventuell alles andere als gut findet.


    Das würd ich hetzt gerne mal fett unterschreiben! Bin auch großer Anhänger von Rewatchs und schon einige Male hat dies meine Auffassung von einem Film komplett umgekrempelt

    23.10.2019 14:24 Uhr - joerg6662005
    Was mich an der Redux Fassung am meisten stört war Brandos Synchronstimme.. In der Kinofassung wurde er von Erik Schumann gesprochen dessen ruhige dunkle Stimme wie die Faust aufs Auge passte,da Brando selbst eine Fistelstimme hatte. In der Redux Fassung ist die Synchronstimme heller und entspricht eher Brandos Originalstimme. Außerdem finde ich nicht gut, dass Coppola das ursprüngliche Ende der Kinofassung, der Luftangriff auf die Siedlung, einfach entfernt hat.

    23.10.2019 22:48 Uhr - Mr.Brown-1602
    23.10.2019 14:24 Uhr schrieb joerg6662005
    Außerdem finde ich nicht gut, dass Coppola das ursprüngliche Ende der Kinofassung, der Luftangriff auf die Siedlung, einfach entfernt hat.

    Deswegen hat Coppoloa ja diese Sequenz entfernt: alle dachten dass Willard doch noch den Luftangriff beordert hätte. Das war aber nicht die Intention dahinter. Die Sequenz sollte quasi nur schönes Augenfutter (oder neu-deutsch "Eyecandy") sein und hat nichts mit dem Film bzw. der Handlung zu tun.

    24.10.2019 04:36 Uhr - Dissection78
    DB-Co-Admin
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    joerg6662005:

    Erik Schumann? Ich meine mich zu erinnern, Brando wurde in der KF von Gottfried Kramer gesprochen und in der Redux von Thomas Fritsch. Die haben beide recht raue Stimmen. Fritsch hört sich nur vielleicht etwas jünger an. Allerdings ist es jetzt auch schon wieder eine Weile her, dass ich beide Versionen zuletzt sah 🤔

    24.10.2019 18:35 Uhr - Mr.Brown-1602
    Da erinnerst du dich gut, so steht's auch in der Synchronkartei ;)

    29.11.2019 23:25 Uhr - Böhser Hosen-Arzt
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    Wurde jetzt im Final Cut auch was aus der Kinofassung entfernt, ne oder?

    03.12.2019 12:12 Uhr - Muck47
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    29.11.2019 23:25 Uhr schrieb Böhser Hosen-Arzt
    Wurde jetzt im Final Cut auch was aus der Kinofassung entfernt, ne oder?

    Ja, siehe die beiden Unterschiede in der 171. Minute des Final Cuts.

    Letzter Abschnitt aus dem mittleren Intro-Teil: "Ganz zum Ende des Films wurde dann noch sowohl in Kinofassung als auch Redux-Version enthaltenes Material für den Final Cut gekürzt. Willard blättert weniger durch Kurtz' Dossier und ist dann auch nicht mehr an dessen Tisch zu sehen."

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