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Tatort: Fegefeuer

zur OFDb   OT: Tatort: Fegefeuer

Herstellungsland:Deutschland (2015)
Genre:Drama, Krimi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,43 (7 Stimmen) Details
23.02.2016
Mike Lowrey
Level 35
XP 37.454
Vergleichsfassungen
TV-Fassung
Label ARD, Free-TV
Land Deutschland
Freigabe ab 12
Director's Cut
Label Warner Home Video, DVD
Land Deutschland
Freigabe FSK 16
Als 2013 bekannt wurde, dass Til Schweiger ebenfalls unter die Tatort-Kommissare gehen würde, gab es in der deutschen Bevölkerung ein geteiltes Echo. Diese Reaktion schlägt dem Schauspieler, der auch sich als Regisseur und Produzent einen Namen gemacht hat, schon seit vielen Jahren entgegen. Auf die leichte Schulter nimmt es Schweiger deshalb aber nicht. So steht er mit der schreibenden Kritikerzunft im Dauerclinch und reagiert mitunter barsch auf Gegenwind, zuletzt auch mit einem öffentlichen Facebook-Posting, in dem er den Regisseur Christian Alvart, der bislang alle Tatort-Ausflüge des Mimen inszenierte, öffentlichkeitswirksam und dabei auch ziemlich emotional verteidigte. So sehr Schweiger auch polarisiert und häufig genug selbst seinen Anteil daran hat, dass man die öffentliche Person nicht von ihren Werken vor und hinter der Kamera trennt, so kann man ihm nicht absprechen, dass er schon einige Erfolge in der deutschen Filmlandschaft vorzuweisen hat. Es war daher letztlich wohl auch für die öffentlich-rechtlichen Sendergruppen ein verführerischer Schritt, Schweiger als Zugpferd für sein ungebrochen beliebtes Tatort-Universum zu verpflichten. Die zahlreichen Ermittlerteams sind sehr unterschiedlich und die Richtung, in die Schweiger mit seiner Ermittlerfigur Nick Tschiller geht, ist eindeutig inspiriert von den Genrekollegen, die vornehmlich in den USA ihrer Arbeit nachgehen und dabei häufig auch einen deutlichen Actioneinschlag haben. Dass Schweiger dafür ein Faible hat, erscheint logisch angesichts seiner Ausflüge in ausländische Actionproduktionen wie etwa Replacement Killers oder einheimische Selbstversuche wie Schutzengel. Da die deutschen Zuschauer sich bei Schweiger schon vor seinem Engagement als TV-Kommissar mehr oder weniger klar in zwei Lager aufgeteilt haben, bekommen beide letztlich auch ungefähr das, was sie sich wohl schon vorher erwartet haben.

Vorhang auf für Fegefeuer, den zweiten Part von Til Schweigers wiederholt hartnäckigem Versuch, den unverwüstlichen Bruce Willis-Verschnitt zu geben. Diesen wollten im TV noch weniger Zuschauer sehen als die erste Halbepisode, was die Zukunft der Figur Nick Tschiller und damit auch Schweigers Weiterbeschäftigung im Tatort-Kosmos ungewiss werden lässt. Insbesondere auch deswegen, weil auch der Kinofilm Tschiller - Off Duty, der immerhin erste Kinotatort seit einem Ausflug von Götz "Schimanski" George, als veritabler Kassenflop gewertet werden darf. Woran das lag, ist wohl Interpretationssache. Als Erklärung herhalten könnten neben Schweigers polarisierendem Standing in Deutschland sicher auch der Argwohn der Zuschauer, warum man nach 4 einfach zu erreichenden, inhaltlich zusammenhängenden TV-Folgen für die Beendigung der Story um die Fehde mit Firat, dem Anführer des Astan-Clans, nun das Kino aufsuchen muss (obwohl stets beteuert wurde, dass man auch ohne Vorwissen zurechtkommen würde, aber wer macht das schon bei der untrennbaren Verbindung zur Serie?). Möglicherweise hat Schweiger die Problematik aber auch selbst unbeabsichtigt in flapsiger Manier verraten, als er kurz vor Kinostart sagte, der Film sei wie 96 Hours - Taken, aber statt Liam Neeson rette er halt seine Tochter. Nun gut, sei's drum. Es bleibt dabei, dass die Art, wie Regisseur Christian Alvart auch die 4. Folge in Szene gesetzt hat, durchaus qualitativ hochwertig ist, aber Schauspiel und Story deutlich abfallen. Was zu Beginn auch durch Schweigers "Exotenbonus" noch etwas bärbeißig und rau daherkam, ist mittlerweile ein ziemlich mau dargebotenes Konzert aus grimmigen Drohungen und finsteren Mienen. Ein Fegefeuer aus Schweigers Eitelkeiten, wenn man so will.

Wie schon bei Der große Schmerz hat der längere Director's Cut keine Gewalterweiterungen mehr zu bieten wie noch in den ersten beiden Episoden. Stattdessen gibt es aber gerade gegen Ende noch eine interessante Erweiterung, die an sich aber auch nicht ganz in die Logik passt (Nick wird entlastet, ist aber trotzdem auch danach noch suspendiert). Ansonsten ein bisschen Zeitersparnis und erneut ein gewisses Maß an Kopfschütteln, dass die Öffentlich-Rechtlichen die gezeigte Gewalt schon für die Primetime absegneten, während die FSK die angemessenere 16er-Einstufung vergeben hat.

Verglichen wurde die TV-Fassung mit dem Director's Cut (erschienen auf DVD/BD von Warner Bros.).

6 Unterschiede, davon
4 erweiterte Szenen
2 zusätzliche Szenen

Der Director's Cut läuft 100,4 Sec. bzw. ca. 1 Minute 41 Sekunden länger als die TV-Fassung.

Erweiterte Szene
0:06:18: Noch ein kurzer Austausch zwischen Petretti und Hanna.

Petretti: "Die Verlegung wird gedeckelt?"
Hanna: "Bis Lütten aussagt, was auf dem Transport passiert ist. Wird er heute wohl nicht mehr."
5,96 Sec.


Erweiterte Szene
0:32:07: Nick schaut noch ein Foto an, auf dem er zusammen mit Isabella und Lenny zu sehen ist.
11,16 Sec.


Erweiterte Szene
1:16:53: Unwesentlich länger, wie die Autos sich rückwärtsfahrend von Yalcin entfernen.
1,76 Sec.

Erweiterte Szene
1:16:57: Und nochmal Yalcin länger, wie er verstört auf der Straße kniet.
2,48 Sec.


Zusätzliche Szene
1:18:20: Petretti und der Beamte sprechen noch kurz darüber, dass man wegen des Vorfalls mit den Russen nichts an die große Glocke hängen solle. Zudem ist der Beamte recht angetan von Nick und dessen Methoden, die ja vielleicht sogar dazu führen, dass Firat ganz verschwindet.
33,2 Sec.


Zusätzliche Szene
1:29:31: Diese neue Szene passt zum 1. Unterschied ganz oben. Es gibt eine Vernehmung von Lütten durch Hanna, die ihn zu dem Ablauf von Firats Flucht aus dem Gefangenentransporter befragt. Lütten stellt es aber so dar, dass Firat Lütten per Elektroschocker außer Gefecht gesetzt habe und Nick Firat lediglich verfolgte. Er lügt also für Nick, der auch etwas überrascht dreinschaut. Hanna ist sichtlich verärgert, aber Lütten bleibt bei seiner Aussage.
45,84 Sec.

Kommentare

23.02.2016 05:26 Uhr - KKinski
1x
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Die Schauspielerin, die die Staatsanwältin spielt sah am Sonntag als "Böse" im Tatort besser aus. Aber die Schweiger-Gurken waren ja noch größere Schlaftabletten, als die Lindholm-Tatorte mit der Furtwängler. (Woher ich das weiß? Wenn ihr verheiratet wärt, würdet ihr die Frage nicht stellen!)

23.02.2016 07:53 Uhr - NoCutsPlease
2x
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@ KKinski:
Man kann auch verheiratet sein, ohne Furtwängler-Murks mit anschauen zu müssen. ;-)

Und auch der vierte Streich vom Mr. Lowrey-TV-SB-Special ist wieder einmal top!

23.02.2016 09:00 Uhr - Kane McCool
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Hab ja nicht erwartet, dass Schweiger sich in den DC's john woo-mäßig durch Horden von Bad Guys ballert, aber das ist doch letztendlich ein schlechter Witz was hier als DC verkauft wird.

23.02.2016 15:56 Uhr - muffin
1x
Uiuiui, da schaut der Schweiger aber böse, ich bin beeindruckt....lol.

23.02.2016 17:17 Uhr - MrGoodcat
Als ob die zigtausend anderen DCs anderer strunzdummer Filmchen gehaltvoller wären !? Die Tschiller Tatorte sind die einzigen bei denen ich nicht einschlafe oder nach dem Mord umschalte und dafür vergebe ich die volle Punktzahl.

23.02.2016 17:55 Uhr - NoCutsPlease
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23.02.2016 17:17 Uhr schrieb MrGoodcat
Die Tschiller Tatorte sind die einzigen bei denen ich nicht einschlafe oder nach dem Mord umschalte und dafür vergebe ich die volle Punktzahl.


Na wenn das DIE Kriterien sind, um einem Film die volle Punktzahl zu geben, dann wundert es mich nicht, dass hier solch mittelprächtige bis unterdurchschnittliche Streifen wie die "Wrong Turn"-Sequels (und einige andere Kandidaten) so viele 10/10-Stimmen haben.
Aber zum Glück sind die individuellen Bewertungsmaßstäbe ja frei, genau wie die Gedanken. ;-)

25.02.2016 18:33 Uhr - Mc Claud
Currywurst essen wäre besser gewesen ;)

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