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12 Years a Slave

zur OFDb   OT: 12 Years a Slave

Herstellungsland:USA (2013)
Genre:Biographie, Drama, Historie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,38 (16 Stimmen) Details
20.05.2016
Eiskaltes Grab
Level 34
XP 29.503
Vergleichsfassungen
ORF 1 (20:15 Uhr)
Label ORF 1, Free-TV
Land Österreich
Laufzeit 123:01 Min. (ohne Abspann) PAL
FSK 12
Label ORF 1, Free-TV
Land Österreich
Laufzeit 124:47 Min. (ohne Abspann) PAL
Verglichen wurde die gekürzte ORF 1-Ausstrahlung um 20:15 Uhr (17.05.16) mit der ungekürzten Nachtwiederholung.

Es fehlten 1 Minute und 47 Sekunden bei 6 Szenen.

Das mit drei Oscars ausgezeichnete und auf einer wahren Begebenheit basierende Historien-Drama um den Sklaven Solomon Northup, fand vor wenigen Tagen seine Free-TV-Premiere im dt. Fernsehen. Parallel zur Pro7-Ausstrahlung lief der Film auch auf dem österreichischen Sender ORF 1 zur PrimeTime um 20:15 Uhr. Im Gegensatz zur dt. Ausstrahlung, lief hier nur eine um knapp zwei Minuten entschärfte Fassung, die um alle gewalttätigen Momente gekürzt bzw. verkürzt wurde. Die Nachtwiederholung war ungekürzt.

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14 Min
In der gekürzten ist noch erhalten geblieben, wie der Mann mit einer Holzlatte mehrmals auf den Rücken von Solomon schlägt und ihn dabei anbrüllt, dass er ein Sklave ist. Der Mann geht kurz weg und es folgt eine Außenaufnahme des vergitterten Fensters von Solomons Zelle. Dazwischen wurde allerdings eine knappe Minute gekürzt und man sieht noch, wie der Mann mit einer Peitsche wieder zu Solomon läuft. Er will von ihm wissen, ob er ein Sklave ist. Solomon verneint die Frage und muss daraufhin etliche Peitschenhiebe über sich ergehen lassen. Blut spritzt dabei teilweise durch die Gegend. Nachdem die Tortur beendet wurde, läuft der Mann aus dem Bild und Solomon bricht vor Schmerzen weinend zusammen.
56 Sek


46 Min
Solomons Strangulation wurde um ein paar Sekunden gekürzt.
9 Sek


63 Min
Die Männer hängen die beiden Sklaven auf. Solomon läuft hilflos weiter.
5 Sek


107 Min
Als Solomon gezwungen wird, Patsey auszupeitschen, wurden in der gekürzten Fassung die letzten vier Peitschenhiebe entfernt, inklusive wie Solomon aufhört und Epps zu ihm meint, dass er noch nicht gesagt hat, dass er aufhören soll.
26 Sek


107 Min
Patseys aufgeplatzter Rücken ist länger im Bild und wie Epps mit der Peitsche noch viermal mehr zuschlägt (der letzte Schlag ist nur zu hören, als die Kamera wieder von Patsey auf Epps schwenkt.
4 Sek


108 Min
Es fehlt die Nahaufnahme, wie Patseys übel zugerichteter Rücken versorgt wird.
7 Sek
Ungekürzte FSK 12-Blu-ray von Universal / Tobis.

Kommentare

20.05.2016 00:25 Uhr - Kerry
6x
Es stellt sich hier die Frage, ob die hier gezeigten Szenen wirklich für 12jährige Kinder geeignet sind - auch im geschichtlichen Kontext des Films.
Im Zeifelsfall würde ich sagen: ja. Das Gezeigte ist sicherlich grausam und kann für schlaflose Nächte sorgen.
Jedoch zeigt es auch, welche Auswirkungen Rasssismus / Rassenwahn hat und dass auch Menschen fremder Abstammung insbesondere eines sind: Menschen.

20.05.2016 00:39 Uhr - RetterDesUniversums
1x
als ich den Film gesehen habe, kam ich manchmal aus dem Kopfschütteln nicht raus das der ab 12 Jahren ist.
mir standen auf jedenfall die Nackenhaare ab .... ein sehr guter Film den man so schnell aber nicht mehr schauen wird, da die Gewalt schon heftig ist und so realistisch dargestellt das einem schlecht wird vor Wut !!!

20.05.2016 02:10 Uhr - Critic
Giamatti, Cumberbatch und Fassbender als Sklavenhalter zu sehen, war schon sehr unangenehm und hat seine Wirkung erzielt. Bestimmt merkwürdig, im Kontrast zu diesem Film Django Unchained zu sehen.

20.05.2016 06:41 Uhr - TonyJaa
SB.com-Autor
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Schöner SB Grab, klasse Film!

20.05.2016 07:12 Uhr - deNiro
2x
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Beeindruckende Bilder, tolle Schauspieler, aber nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten war mir dann doch etwas zu wenig. Hab nicht nur einmal an Gibson´s "Die Passion Christi" denken müssen.

20.05.2016 08:19 Uhr - JasonXtreme
7x
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20.05.2016 00:25 Uhr schrieb Kerry
Es stellt sich hier die Frage, ob die hier gezeigten Szenen wirklich für 12jährige Kinder geeignet sind - auch im geschichtlichen Kontext des Films.
Im Zeifelsfall würde ich sagen: ja. Das Gezeigte ist sicherlich grausam und kann für schlaflose Nächte sorgen.
Jedoch zeigt es auch, welche Auswirkungen Rasssismus / Rassenwahn hat und dass auch Menschen fremder Abstammung insbesondere eines sind: Menschen.


Naja wenn man so weit geht, dann sollte man auch einem 12 jährigen ziegen wie irgendein IS Arschloch Geiseln den Kopf abschneidet, damit er weiß wozu religiöser Fanatismus führen kann, und natürlich, dass man sowas nicht tut ;)

Finde ich etwas fadenscheinig als Erklärung. Ich finde einfach es gibt Dinge die muss man Kindern in gewissem Alter einfach nicht zeigen, und den hier fand ich für die Freigabe deutlich zuviel.

20.05.2016 08:52 Uhr - Raskir
1x
Ich fand den Film wenig beeindruckend und dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen warum. Die schauspielerische Leistung war durchaus gut. Das gesehene und gehörte ergaben einen stimmigen Gesamteindruck. Aber auf emotionaler Ebene hat mich der Film absolut nicht erreicht. Ich habe werder mit dem Protagonisten mitleiden können, noch haben mich die gezeigten Grausamkeiten wütend gemacht oder sonst was.
Bei mir hat er seine Wirkung verfehlt. Schade.

20.05.2016 09:00 Uhr - hobleske1978
4x
Dann weiß ich echt nicht welcher Film dich beeindruckt und dich emotional erreicht.

20.05.2016 09:31 Uhr - Raskir
4x
20.05.2016 09:00 Uhr schrieb hobleske1978
Dann weiß ich echt nicht welcher Film dich beeindruckt und dich emotional erreicht.


Bambi

20.05.2016 15:41 Uhr - FdM
20.05.2016 08:52 Uhr schrieb Raskir
Ich fand den Film wenig beeindruckend und dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen warum. Die schauspielerische Leistung war durchaus gut. Das gesehene und gehörte ergaben einen stimmigen Gesamteindruck. Aber auf emotionaler Ebene hat mich der Film absolut nicht erreicht. Ich habe werder mit dem Protagonisten mitleiden können, noch haben mich die gezeigten Grausamkeiten wütend gemacht oder sonst was.
Bei mir hat er seine Wirkung verfehlt. Schade.


schonmal das serbian ding probiert ?

20.05.2016 16:42 Uhr - MovieKing1985
4x
20.05.2016 02:10 Uhr schrieb Critic
Bestimmt merkwürdig, im Kontrast zu diesem Film Django Unchained zu sehen.

Warum? Django Unchained ist 12 Years a Slave in allen Belangen überlegen. Er schildert sehr genau die Gräuel der Sklaverei und das Plantagen-Milieu - nur tut er das auf unterhaltsame Weise. Und genau dadurch erreicht er einen auch emotional, weil man mit Django und Brunhilde (und natürlich Dr. King Schultz) mitleidet und mitfiebert (schau dir nur mal den "Freedom"-Flashback im Film an). Interessant ist auch, das Tarantino das gelingt obwohl er sich in diesen Szenen für seine Verhältnisse sogar zurück nimmt. Die Gags zwischendurch, der Wortwitz in den Dialogen, die Musik und der Italo-Western Style allgemein sorgen für Entertainment und die Splattrigen Shootouts für Erlösung. Dennoch ist Django Unchained ein durch und durch wütender, hochpolitischer Film.

12 Years a Slave hingegen ist Betroffenheits-Kino mit dem Vorschlaghammer - Streng autobiographisch soll möglichst alles Realitätsnah sein, drastische Bilder sollen uns unbehaglich stimmen und Quälend lange Einstellungen sorgen für den "künstlerischen" Touch (und die damit verbundene "Oscar"-Empfehlung). Zugegeben optisch wird die Epoche gut eingefangen und Solomons Geschichte ist eigentlich erzählenswert, aber auch hier scheitern die Filmschaffenden an der Unentschlossenheit zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm. Von daher ist Django Unchained ganz klar der bessere Beitrag zum Thema und wird darüber hinaus die Jahre überdauern (schon jetzt ein Klassiker).

Super Schnittbericht übrigens, die Österreicher sind wohl etwas vorsichtiger im Umgang mit solch historischen Gräueln.

20.05.2016 17:26 Uhr - mondkrank
1x
20.05.2016 07:12 Uhr schrieb deNiro
Beeindruckende Bilder, tolle Schauspieler, aber nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten war mir dann doch etwas zu wenig. Hab nicht nur einmal an Gibson´s "Die Passion Christi" denken müssen.


Die Passion Christi hat das umfängliche Handeln und die Absichten von Jesus einem ausgedehnten Leidensweg untergeordnet und dabei den etwas merkwürdigen Ansatz verfolgt, die Selbstopferung von Gottes Sohn auf ausgewalzte und gemeinhin bereits bekannte Quälerei zu reduzieren. Das würde ich 12 years a Slave in dieser Form nicht ansatzweise unterstellen und eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten, wie ihn vielleicht der Schnittbericht suggeriert, ist der Film auch nicht. Die stärksten Momente des Films sind die vielen kleinen Dialoge, die das Seelenleben der unterschiedlich machtbefugten Menschen preisgeben und die innere Zerissenheit nahezu aller beteiligten Gesellschaftsklassen entlarven.

Im Kern handeln 80% des Films über Loyalität und der Angst der 'Master' vor der intellektuellen Stärke des Protagonisten, in einer Zeit, in der Schwarze bewusst dumm gehalten wurden, um perfide Interessen zu bedienen. Der Großteil der einprägsamen und erschütternden Elemente des Films kommen ganz ohne Gewalt aus. Natürlich ist der Film auch an die Darstellung körperlicher Züchtigung gebunden, die für das Brechen des Wunsches nach Freiheit und Selbstentfaltung nun einmal dokumentiert Anwendung fand. Dass der Film sich in seiner Inszenierung angeblich darauf ausruhen soll, wird der eigentlichen Klasse und Motivation jedoch wenig gerecht und stimmt auch in der quantitativen Überprüfung nicht. Zumal Steve McQueen schon mit Hunger und Shame bewiesen hat, dass auch plakative Themen mit starken Dialogen und intelligentem Fokus umgesetzt werden können, auch wenn er offensichtlich nicht jeden damit erreicht.

Grüße mond

20.05.2016 19:37 Uhr - deNiro
1x
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20.05.2016 17:26 Uhr schrieb mondkrank
20.05.2016 07:12 Uhr schrieb deNiro
Beeindruckende Bilder, tolle Schauspieler, aber nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten war mir dann doch etwas zu wenig. Hab nicht nur einmal an Gibson´s "Die Passion Christi" denken müssen.


Die Passion Christi hat das umfängliche Handeln und die Absichten von Jesus einem ausgedehnten Leidensweg untergeordnet und dabei den etwas merkwürdigen Ansatz verfolgt, die Selbstopferung von Gottes Sohn auf ausgewalzte und gemeinhin bereits bekannte Quälerei zu reduzieren. Das würde ich 12 years a Slave in dieser Form nicht ansatzweise unterstellen und eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten, wie ihn vielleicht der Schnittbericht suggeriert, ist der Film auch nicht. Die stärksten Momente des Films sind die vielen kleinen Dialoge, die das Seelenleben der unterschiedlich machtbefugten Menschen preisgeben und die innere Zerissenheit nahezu aller beteiligten Gesellschaftsklassen entlarven.

Im Kern handeln 80% des Films über Loyalität und der Angst der 'Master' vor der intellektuellen Stärke des Protagonisten, in einer Zeit, in der Schwarze bewusst dumm gehalten wurden, um perfide Interessen zu bedienen. Der Großteil der einprägsamen und erschütternden Elemente des Films kommen ganz ohne Gewalt aus. Natürlich ist der Film auch an die Darstellung körperlicher Züchtigung gebunden, die für das Brechen des Wunsches nach Freiheit und Selbstentfaltung nun einmal dokumentiert Anwendung fand. Dass der Film sich in seiner Inszenierung angeblich darauf ausruhen soll, wird der eigentlichen Klasse und Motivation jedoch wenig gerecht und stimmt auch in der quantitativen Überprüfung nicht. Zumal Steve McQueen schon mit Hunger und Shame bewiesen hat, dass auch plakative Themen mit starken Dialogen und intelligentem Fokus umgesetzt werden können, auch wenn er offensichtlich nicht jeden damit erreicht.

Grüße mond


Schön das dir der Film weitere Aspekte, als nur bloße Grausamkeiten, vermitteln konnte.
Wie bereits erwähnt, blieb da bei mir wenig substanzielle Tiefe übrig. Der Film hangelte sich mehr oder weniger von einer abscheulichen und abstoßenden, teils Gewalt auswalzenden, Szene zur nächsten. Freilich unterbrochen durch die von dir bereits angeführten "vielen" kleinen Dialoge.
Tatsächlich übel aufgestoßen ist mir dabei die teils schablonenhafte und durchweg klischeebehaftete eindimensionale Charakterzeichnung. Langweilig die formelhafte Kategorisierung in die nur Guten, und die nur Bösen. So wird der Charakter des Edwin Apps durchweg als diabolischer, von Grund auf schlechter Ehemann und Sklavenhalter gezeichnet, dessen Impetus zur Gewalt nur durch seine dümmliche Leichtgläubigkeit unterbrochen wird. Das Antreten nach getaner Arbeit, das Begutachten seiner Werkzeuge, seines "Vieh´s", soll uns freilich zeigen wie schlecht, abstoßend, wie abgrundtief böse unser Antagonist ist. Ok, verstanden, hatte ich aber auch schon nach den ersten beiden Szenen.

Eigentlich nicht weiter schlimm, würde es sich nicht um eine tragende, und damit elementare, Rolle handeln. Auch wenn der Vergleich in vielerlei Hinsicht hinkt, und da gebe ich MovieKing1985 recht (gemeint ist der Vergleich mit Django), ein DiCaprio konnte seiner Figur mehrere Facetten abringen, und dadurch in meinen Augen glaubwürdiger darstellen.

Und auch der geschundene Charakter Solomon blieb mir in großen Teilen ein Rätsel. Sein Wandel vom gebildeten und geachteten Familienvater, hin zum devoten unterwürfigen "Nigger", war sicher über weite Strecken nachvollziehbar. Und trotzdem waren für mich seine Handlungen gegenüber Mary Apps oder der jungen Eliza, nicht immer verständlich. Fast schien es mir als würden elementare Dialoge oder erklärende Handlungsstränge fehlen.
Der Film macht es seinen Zuschauern nur allzu leicht Sympathien zu verteilen, und Stellung zu beziehen. Nimmt ihm den moralischen Standpunkt nicht nur ab, sondern gibt ihn stringent vor. Mag sein dass das Gesehene auf geschichtlichen "Fakten" basiert, aber auch ein Adolf Hitler hatte neben seinen unmenschlichen Aspekten, sicher auch eine menschliche Seite.
Es mag sein das du subjektiv den Eindruck hast, der Film würde in großen Teilen weniger auf visuelle, teils voyeuristische Gewaltphantasien setzen, ich sage er besteht zu einem großen Teil aus eben genau diesen Versatzstücken. Und das, und nur das, verbindet ihn mit "Der Passion Christi". Als Gegenbeispiel sei an dieser Stelle der in meinen Augen grandiose "Schindlers Liste" genannt, der es vortrefflich verstand einem Monster "Amon Göth" so unglaublich viel Substanz und Tiefe zu verleihen und seine infernalische Intention, sein "Wirken" glaubhaft und facettenreich darzustellen.
Im Gegensatz zu "Schindlers Liste", hatte ich "12 Years a Slave" bereits nach 2 Tagen vergessen, mehr noch, mir blieben kurz danach nur einige kontroverse und abscheuliche Szenen im Kopf. Für einen Film mit diesem Anspruch, mit dieser Geschichte, einfach zu wenig.

20.05.2016 21:21 Uhr - mondkrank
1x
@Niro

Ich bin ein großer McQueen Fan und habe den Film auch mehrfach gesehen. Mir liegt es fern den Film hier anzupreisen, da seine Werke auch ohne erzwungen Konsens mit Dritten bestens für mich funktionieren. Eine angeblich prätentiöse Darstellung anzuprangern, um dann Schindlers Liste als Meisterwerk hervorzuheben, ließ mich dann aber zugegebenermaßen doch schmunzeln, seis drum. Objektiv betrachtet bleibt es aber dabei, dass die Gewaltszenen in 12 years a Slave nunmal einen kleinen Teil des Films ausmachen, auch wenn sie durch die Intensität wohl anders nachgewirkt haben bei dir, als es die Dialoge vermochten, was schade ist, weil McQueen typisch, hier die eigentlichen Stärken des Film ausgespielt werden.

Rein von der Laufzeit der Gewaltszenen, lässt sich deine Aussage, wie gesagt, nicht belegen Zudem verrät der Protagonist ebenfalls unter der Sehnsucht nach seiner Familie und Freiheit einen essentiellen Teil seiner Werte. Die feinen Unterscheidungen und tiefer gehenden Dialoge finden unter den Schwarzen selber statt, da die Plantagen Herren, wie von dir richtig bemerkt, eine bereits festgelegte Rolle im dramaturgischen Konzept besitzen. Shame handelt auch vordergründig von Sexsucht, das ist ein typisches McQueen Konzept. Jedem seine Meinung, aber in einem Topf mit Mel Gibson, würde ich einen visionären Jungregisseur wie McQueen nicht werfen, aber das ist nur meine Meinung.

Grüße mond




20.05.2016 22:10 Uhr - deNiro
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@mond

Ohne dir eine tendenziell positive Position zum Werk zu unterstellen, ein "Fan" sieht einige Aspekte sicher nicht ganz so kritisch. Weiß ich aus eigener Erfahrung;)

Grundsätzlich ist es mir egal ob die Laufzeit belegt, dass quantitativ weniger Szenen zu sehen waren (käme wahrscheinlich dann auch auf eine Definition der selbigen an). Wenn ich aber, sicher subjektiv, das Gefühl habe als Betrachter überwiegend einseitig gefärbte Bilder zu betrachten, dann kann man sich sicher kritisch mit dem Gezeigten auseinandersetzen.

Noch was zum Vergleich mit "Schindlers Liste". Ja, auch dieser zeigt sicher einiges an Greul und Verbrechen, als voyeuristisch, oder um deinen Ausdruck zu verwenden (den ich übrigens nicht als Synonym für voyeuristisch oder einen anderen von mir gebrauchten Begriff sehe) prätentiös, würde ich die gezeigte Gewalt aber zu keiner Sekunde einschätzen (Erschießungen im Warschauer Ghetto, Erschießungen vom Balkon etc.) Diese diente in meinen Augen einzig und allein um punktuell und Akzent setzend der charakterlichen Kontur- Bildung der Gefahr und des Bösen.
Anders bei "12 Years a Slave" bei dem ich ständig das Gefühl hatte, nun nochmals überzeugt werden zu müssen wer da denn nun meine Sympathien zu verdienen hat und wer nicht.

Da ich die anderen Filme von McQueen nicht kenne, würde ich mich hüten diesen mit Gibson zu vergleichen. Was ich tatsächlich verglichen habe, kann man oben nochmals nachlesen.

Aufgrund deiner Anregungen/ Aspekte werde ich mir den Film sicher nochmal anschauen, und schauen ob sich meine Meinung etwas relativieren lässt!

20.05.2016 22:14 Uhr - msix
20.05.2016 16:42 Uhr schrieb MovieKing1985
20.05.2016 02:10 Uhr schrieb Critic

Super Schnittbericht übrigens, die Österreicher sind wohl etwas vorsichtiger im Umgang mit solch historischen Gräueln.


Nicht nur die Österreicher. Die FSK 12 dürfte eine der niedrigsten Freigaben dieses Films weltweit sein. Selbst in, im bereich Film, ultraliberalen Ländern wie Dänemark und Holland ist der Film ab 15 bzw. 16.

20.05.2016 23:07 Uhr - mondkrank
@Niro

Fanbrille ist zuviel gesagt. McQueen hat drei Filme gemacht bisher, von denen Shame sicher sein stärkster ist. Wenn ich beeinflusst bin, dann davon, dass seine drei Filme ihm bisher ein außerordentliches Können bescheinigen, zumal er gerade mal Mitte 20 ist und seine Filme als Engländer auch erkennbar weniger am typischen Hollywood Konsens ausrichtet, was mir persönlich wichtig ist. Gibson und Spielberg stehen hingegen für das übliche, teils pseudo intellektuelle, Brechstangenkino und verarbeiten dabei mitunter auch gerne genüsslich ihre eigenen Ressentiments, weswegen ich Vergleiche mit derlei Produktionen skeptisch sehe.

Grüße mond

20.05.2016 23:35 Uhr - deNiro
1x
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@mond

Interessant das du die von mir genannten Beispiele als "Brechstangenkino" bezeichnest. Genau das erkenn ich zweifelsohne doch bei "12 years a Slave". Er hämmert dir doch seine Message gnadenlos ins Hirn. Versucht keine Zweifel aufkommen zu lassen und biete weder Nuancen noch Grautöne oder Interpretation.
Hättest du es nicht erwähnt, ich hätte McQueen sofort dem neueren Hollywoodkino zugeordnet.

Wie gesagt, werde mir zuerst den von dir erwähnten "Shame" anschauen, und mich dann der Metaebene des Oscarpreisträger's widmen;))

21.05.2016 00:48 Uhr - mondkrank
1x
Die Message ist doch unverhandelbar bei einem Sklavenfilm. Die vermissten Zwischentöne sind, wie erwähnt, in den Dialogen platziert, deren Qualität du unzweifeln darfst. Dann aber bitte Dialog konkret und nicht mit den vereinzelten Gewaltspitzen als Argument dagegen, die den Film gar nicht tragen sollen. Wenn du das Drehbuch von 12 Years a Slave auf einer Stufe mit Mel Gibsons Jesus Slasher siehst, müssen mir eine Menge Dialogfeinheiten beim Auspeitschen entgangen sein. Auf Shame kannst du dich aber so oder so freuen.

Grüße mond

21.05.2016 01:39 Uhr - Jimmy Conway
1x
20.05.2016 08:52 Uhr schrieb Raskir
Ich fand den Film wenig beeindruckend und dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen warum. Die schauspielerische Leistung war durchaus gut. Das gesehene und gehörte ergaben einen stimmigen Gesamteindruck. Aber auf emotionaler Ebene hat mich der Film absolut nicht erreicht. Ich habe werder mit dem Protagonisten mitleiden können, noch haben mich die gezeigten Grausamkeiten wütend gemacht oder sonst was.
Bei mir hat er seine Wirkung verfehlt. Schade.

Ja, da stimme ich dir zu. Und ich bin bei solchen Sachen wirklich sensibel!

20.05.2016 09:00 Uhr schrieb hobleske1978
Dann weiß ich echt nicht welcher Film dich beeindruckt und dich emotional erreicht.

Schindlers Liste, etwa.

20.05.2016 09:31 Uhr schrieb Raskir
20.05.2016 09:00 Uhr schrieb hobleske1978
Dann weiß ich echt nicht welcher Film dich beeindruckt und dich emotional erreicht.


Bambi

Auch.

Nicht falsch verstehen, das gezeigte ist grausam, aber emotional nicht überragend dargestellt.
Mich nervten auch einige überlange Einstellungen, die jegliche Emotionen verfehlten.
DIe Szene in der Northup etwa gefühlte Minuten am Strick hängen blebt, bis Cumberbatchs Charakter kommt und ihn endlich befreit. Es zeigt zwar die Ängste der anderen Sklaven ihn zu befreien, ist aber einfach in die länge gezogen und somit zu sehr mit Holzhammer Methode dargestellt.


20.05.2016 23:35 Uhr schrieb deNiro
@mond

Interessant das du die von mir genannten Beispiele als "Brechstangenkino" bezeichnest. Genau das erkenn ich zweifelsohne doch bei "12 years a Slave". Er hämmert dir doch seine Message gnadenlos ins Hirn. Versucht keine Zweifel aufkommen zu lassen und biete weder Nuancen noch Grautöne oder Interpretation.

So ist es.

Ps: 12 Years A Slave finde ich dennoch gut, Shame nicht. Das ist so ein Fall von typisch überbewerteter Arthouse-Dreck, in der nur Fassbender brilliert.

21.05.2016 09:52 Uhr - deNiro
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21.05.2016 00:48 Uhr schrieb mondkrank
Die Message ist doch unverhandelbar bei einem Sklavenfilm. Die vermissten Zwischentöne sind, wie erwähnt, in den Dialogen platziert, deren Qualität du unzweifeln darfst. Dann aber bitte Dialog konkret und nicht mit den vereinzelten Gewaltspitzen als Argument dagegen, die den Film gar nicht tragen sollen. Wenn du das Drehbuch von 12 Years a Slave auf einer Stufe mit Mel Gibsons Jesus Slasher siehst, müssen mir eine Menge Dialogfeinheiten beim Auspeitschen entgangen sein. Auf Shame kannst du dich aber so oder so freuen.

Grüße mond


Gut, dann werde ich mir die Dialoge nochmal fokussiert anschauen.

Nochmal, ich habe weder das Drehbuch, noch Inhalt beider Filme miteinander verglichen. Was ich hingegen verglichen habe, ist die Wirksamkeit/ Intensität der dargestellten Grausamkeiten. Oder anders gesagt, ich habe weder die Beweggründe noch die Intention der Maler verglichen, sondern nur die rein subjektive Wirkung der roten Farbe.

Gerade in einem Sklavenfilm verlange ich eine kontroverse Darstellung. Nicht weil ich nicht in der Lage wäre zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sondern weil mich auch die Beweg-, Ab- und Hintergründe des Diabolischen interessiert. Alles andere ist mir schlicht zu langweilig. Interessant wird eine Rolle erst dann für mich, wenn sie eben nicht nur das vorhersehbare eindimensionale zeigt, sondern ähnlich Bruno Ganz´s Hitler, oder eben Fiennes Interpretation von Göth, weitere Facetten hinzufügt.
Sicher Geschmacksache, aber um die geht es ja auch in solchen Diskussionen;)

Übrigens ist McQueen keineswegs erst Mitte 20, sondern laut Wikipedia Bj. 69 und damit 46!

21.05.2016 17:13 Uhr - mondkrank
@Niro

Um abschließend noch etwas konkreter zu den Dialogen zu werden, gerade was die unterstellte Eindimensionalität angeht: Ein gutes Beispiel ist der Dialog mit der „schwarzen Hausherrin“, die das sexuell missbrauchte Mädchen in ihre Rolle als Sexsklavin einweist. Sie wurde selber sexuell missbraucht, doch ihre Grenze zur Loyalität geht nur soweit, wie sie ihren eigenen Schutz davor, nicht selbst wieder als entrechtete Feldarbeiterin arbeiten zu müssen, gewährleisten kann. Berührend fand ich in diesem Zusammenhang, dass ihr eigenes Verständnis dem Mädchen gegenüber klar zur Geltung kam und sie versucht hat das Mädchen emotional zu stärken, wo sonst in üblicher Inszenierungsart der typische „Housenigger“ seinen Auftritt hat, der schlicht unbekümmert nach unten tritt. Eine s/w Abhandlung der Charaktere, hätte wohl spielend auf eine derartige Differenzierung verzichtet, die gemeinhin auf untereinander höchst loyalen Sklaven und bösen Plantagenherren aufbaut. Diese Grenze ist hier bewusst fließend inszeniert worden. Der erste „Master“ von Plat ist von ihm menschlich und intellektuell angetan, verkauft ihn aber, da ihn politische Ängste und mangelndes Rückgrat dazu bewegen. Der Protagonist überlässt das sexuell missbrauchte Mädchen am Ende ebenfalls ihrem Schicksal. Diese Momente haben mich persönlich erschüttert, weit mehr, als die explizit dargestellten Züchtigungsrituale. Ich erkenne deren Sinn aber, da die bröckelnde Loyalität der Sklaven untereinander durch die schonungslos dargestellten Konsequenzen den benötigten Kontext sicherstellen. Mit dem Alter von Steve McQueen habe ich mich hingegen tatsächlich vertan und bitte um Nachsicht.

21.05.2016 01:39 Uhr schrieb Jimmy Conway
Mich nervten auch einige überlange Einstellungen, die jegliche Emotionen verfehlten.DIe Szene in der Northup etwa gefühlte Minuten am Strick hängen blebt, bis Cumberbatchs Charakter kommt und ihn endlich befreit. Es zeigt zwar die Ängste der anderen Sklaven ihn zu befreien, ist aber einfach in die länge gezogen und somit zu sehr mit Holzhammer Methode dargestellt. […] 12 Years A Slave finde ich dennoch gut, Shame nicht. Das ist so ein Fall von typisch überbewerteter Arthouse-Dreck, in der nur Fassbender brilliert.


Legitim, es so zu sehen. Dein oben angeführtes Beispiel Schindlers Liste arbeitet da natürlich anders. Schindlers Intentionen und die Person an sich wurden sehr frei interpretiert und gebeugt, wenn nicht glorifiziert, was anscheinend nötig war, da die Spielberg typischen Abziehbild Nazis als Gegenstück zu dem „einzigen, selbstreflektierenden Deutschen“ bereits vergeben waren. Natürlich speziell in der Darstellung eines wirren, lauten SS Psychopathen, der vor dem Frühstück als morgendliches Ritual erstmal 12 Zwangsarbeitern in Lumpen unbekümmert die Rübe runtersemmelt, was auch sonst. Das ist natürlich durchaus griffiger inszeniert, als eine lange Einstellung eines leidenden Sklaven an einem Strick. Ob sich nun gerade letztere Szene im direkten Vergleich den Vorwurf der „Holzhammermethode“ anziehen muss, bezweifle ich aber.

Deine Bezeichnung „Arthaus-Dreck“, macht deine generelle Auffassung zu der Art der Inszenierung sehr deutlich und erklärt, warum dir der Zugang zu einer Filmperle wie Shame verschlossen bleibt. Davon mal abgesehen, dass "Arthaus" ein offener Begriff ist, Kritik mit Oberbegriffen generell wenig Sinn macht und sämtliche Arthaus-Filme gravierende Unterschiede in der Inszenierung aufweisen. Arthaus Produktionen arbeiten viel mit langen Einstellungen, das stimmt, aber der Sinn dahinter ist nicht etwa Unvermögen, ein fehlender Cutter oder das Ziel die Brechstange auszupacken, sondern eher das Gegenteil. Dass diese Art des Kunstkinos dich persönlich emotional nicht erreicht ist deutlich geworden, denn genau hier liegt die Stärke eines McQueen, der in allen seinen bisherigen Werken das komplizierte Seelenleben seiner Charaktere allein durch Mienenspiel und gekonnte Kameraeinstellungen zu skizzieren verstanden hat. Wenn bei künstlerischen Ansätzen dieser Art nur der Eindruck "überlanger Einstellungen" vorherrscht bei dir, muss man das akzeptieren. Schlechter macht es seine Filme am Ende des Tages aber nicht.

Grüße mond

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