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Zeit der Rache

zur OFDb   OT: Ladies Club, The

Herstellungsland:USA (1986)
Genre:Drama, Thriller,
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,50 (2 Stimmen) Details
17.02.2016
Il Gobbo
Level 21
XP 9.771
Vergleichsfassungen
FSK 18 ofdb
Label CBS / Fox, VHS
Land Deutschland
Freigabe FSK 18
Laufzeit 79:11 Min. PAL
R-Rated ofdb
Label Media Home, VHS
Land USA
Freigabe R
Laufzeit 85:24 Min. NTSC
Officer Joan Taylor wird eines Abends von 3 Jugendlichen überfallen und vergewaltigt. Die Täter werden schnell gefunden, vor Gericht gestellt und dort freigesprochen. Zusammen mit ihrer Ärztin Dr. Constance Lewis – selber Geschädigte aufgrund des gewaltsamen Todes ihrer Tochter – ruft Taylor eine Selbsthilfegruppe ins Leben, in der Vergewaltigungsopfer und deren Angehörige ihr Leid teilen. Ein Teil dieser Gruppe beschließt, sich bei auf freien Fuß befindlichen Wiederholungstätern zu rächen – indem sie diesen Männern operativ zu Leibe rückt...

Als ich meinem Bekannten Kevin den Inhalt des vorliegenden Filmes pitchte (Vergewaltigungsopfer gehen auf Rachetour und kastrieren die Täter), lief bereits der Geifer. Ich befürchte jedoch, dass dieser Wasserfluss schnell versiegt, wenn er sich diesen recht zurückhaltenen Vertreter des Rape'n'Revenge-Genres zu Gemüte führt. Denn anders als bei vergleichbaren Filmen steht hier nicht der Sleaze im Vordergrund, sondern vielmehr die psychologische Komponente der einzelnen Frauenschicksale. Dies zwar recht simpel ausgeführt und nicht besonders emotional unterstrichen – aber von reißerischen Details wird der Zuschauer verschont. So sind zwar zwei Gewaltakte an Frauen zu sehen, werden allerdings bildlich nur angedeutet. Genauso bei den Operationen, die ebenfalls nur oberflächlich gezeigt werden. Und wenn jemand stirbt, ist dies ein eher tragischer Zufall als wirklich von den Charakteren gewollt.

Der Grund für diese recht gemäßigte Umsetzung ist sicher in einigen Faktoren zu finden. So basiert der Film auf einer Romanvorlage (die übrigens ein Mysterium für sich darstellt: so ist der Roman „The Sisterhood“ kaum aufzufinden. Einzig eine Auflage aus Großbritannien ist bei einigen wenigen Antiquariats-Buchhändlern zu einer stolzen Summe gelistet. Interessierte Leser sollten einmal die recht aufschlußreiche Rezension auf Amazon.com überfliegen) von Betty Black & Casey Bishop. Diese beiden Autorennamen könnten Pseudonyme sein, da die einzigen Hinweise über Google nur auf die Imdb bzw. den nicht aufzufindenen Roman hindeuten. In der Imdb wird der Name Casey Bishop noch auf einige andere Filme verlinkt, wobei es sich hierbei aber höchstwahrscheinlich um einen Irrtum handelt – bzw. ein anderer Bishop gemeint ist. Jedenfalls scheint es sich um eine recht akurate Verfilmung zu handeln, denn mehr als 160 Seiten hat auch der Roman nicht zu bieten. Reicht also aus, um ein fast wortgetreues Drehbuch zu verfassen. Hinzu kommt, dass die meisten Beteiligten (vor und hinter der Kamera) zumeist im TV-Bereich beheimatet sind. Regisseurin Janet Greek (hier ebenfalls unter einem Pseudonym: A.K Allen) drehte größtenteils Episoden einiger Serien, der einzig weitere Kinoausflug war das recht harmlose Horrorabenteuer „Spellbinder“. Ähnlich sieht es beim Produzententeam aus (bei dem die Mehrzahl sogar nur diesen einen Film produzierte) sowie bei der Besetzung. Herausstechenste Darstellerin ist dabei übrigens Diana Scarwind, die einige Jahre zuvor für ihre Darstellung in „Max's Bar“ (O-Titel: „Inside Moves“, Regie: Richard Donner) für den Oscar nominiert wurde. Hauptberuflich war sie aber wie Karen Austin, Christine Belford oder Bruce Davison in der Fernsehlandschaft unterwegs. In kleinen Nebenrollen entdeckt der aufmerksame Zuschauer des weiteren James LeGros (in seinem ersten Kinoauftritt) und Nicolas Worth (der den meisten Lesern hier als Pauly in Sam Raimis „Darkman“ bekannt sein dürfte). Und die wirklichen Hardcore-Filmfreaks dürfen sich über Musik von Lalo Schifrin und über die Kamerarbeit von Adam Greenberg erfreuen.

Alles in allem erwartet den Zuschauern ein angenehm dezenter Film, mehr Drama als Thriller, mit recht ordentlich gezeigten Leistungen aller Darsteller. „Zeit der Rache“ kommt zwar nicht an die Highlights des Subgenres heran, ist aber für interessierte Fans sicher einen Blick wert. Die deutsche Fassung wurde darüber hinaus massiv zensiert, was dann doch etwas überrascht. So wurden nicht nur die wenigen Onscreen-Gewalttaten entschärft, sondern auch die Dialoge hier und da verkürzt.
Verglichen wurde die deutsche Videofassung (CBS/Fox, FSK 18) mit der ungekürzten US-VHS (Media Home Entertainment, Rated R).

Insgesamt fehlen 172,5 Sekunden bei 7 Szenen
(eventuelle Masterfehler, längere Überblendungen oder Schwarzbilder wurden nicht mitberechnet)


mehr Informationen zu diesem Titel

5:13 Min.
Es fehlt die komplette Vergewaltigung zu Beginn, wobei diese nicht übermäßig graphisch ausfällt. Einige Gegenschnitte auf Joans schmerzverzerrtes Gesicht, ein kurzer Faustschlag. Einige Sätze, die Eddie von sich gibt, sind recht geschmacklos – aber bei weitem nicht so verachtenswert wie bei vergleichbaren Genrevertretern. Trotzdem fehlen hier am Stück
(78 Sek.)


15:10 Min.
Interessant. Dr. Lewis Tochter wurde vergewaltigt und getötet. Joan und Dr. Lewis unterhalten sich darüber. Joan fragt: „Kennen sie das Gefühl, dass nichts so wichtig ist als sich dafür zu rächen?“ Lewis: „Das kenn ich. Aber das vergeht auch.“. Auf Joans abschließende Nachfrage „Tatsächlich?“ endet die DF bei der folgenden Einstellung von Lewis Gesicht, bevor diese mit „No!“ antwortet.
(2,5 Sek.)


29:36 Min.
Nach dem ersten Treffen des „Ladies Club“. Joan und Dr. Lewis unterhalten sich. Dr. Lewis bittet Joan nach internen Ermittlungsakten der Polizei, um die Schänder aufzuspüren („Kastration ist eine einfache Operation“). Nach Joans Erwiderung „Oh mein Gott, dass würdest du tun?“ endet die DF bei der nachfolgenden Einstellung von Lewis nickendem Gesicht. Es fehlt allerdings der erste Gegenschnitt auf Joan, dann wieder Lewis: „How are you going to live with yourself if you don't?“
(7 Sek.)


43:08 Min.
Die mit fetziger Musik unterlegte Zusammenfassung vom Treiben des „Ladies Clubs“ endet in der DF recht abrupt. In der OF ist noch eine abschließende Einstellung von den feiernden Frauen zu sehen, die sich zuprosten.
(4,5 Sek.)


56:24 Min.
Lucy muß ihrem Ehemann Ed gestehen, dass sie Mitglied der Vigilantentruppe ist. Hier fehlt ein kleiner Teil ihres Dialoges: „And I will not stand by and let other men like Dwyer do this without being punished!“
(5 Sek.)


56:32 Min.
Etwas kniffelig jetzt. Auch das Ende von Lucys Dialog wurde in der DF entschärft. Es fehlen die Dialogzeilen: „(I love you so much)... but I am doing this either you understand it or not.“
Teilweise wurden die in der DF enthaltenden Satzfragmente anders als im Original unter die Bilder gelegt. So ist der Satz „Ich liebe dich ganz wahnsinnig“ in der DF an der Stelle gesetzt, an der Lucy im Original „...understand it or not“ sagt. Insgesamt fehlen
(7 Sek.)


63:32 Min.
Dr. Lewis erkennt den Mörder ihrer Tochter auf dem Operationstisch. Während es in der DF so aussieht, als würde sie ihn mit dem ersten Stich in den Leib töten, sticht sie in der OF mehrere Male mit dem Skalpel zu und tötet ihr Opfer schließlich mit einem Kehlenschnitt.
(12,5 Sek)


75:48 Min.
Auch das Ende fehlt. Die DF blendet in der Einstellung ab, als Joan die Waffe zur Seite wirft. Im Original tritt sie Eddie noch einmal mit Schmackes in den Unterleib und dreht den Fuß auf seinem Gemächt herum. Dann geht sie langsam rückwärts an die Wand, überlegt kurz und nimmt den Telefonhörer in die Hand. Lucy wird angerufen, die letzten Sätze fallen: „Lucy? It's Joan. We have to talk. I've got a problem here“ ….“Is it that guy? Don't worry. I've already found another doctor“.
(56 Sek.)







Cover der deutschen VHS:

Der folgende Schnittbericht wurde ausschließlich für die Präsentation auf www.schnittberichte.com hergestellt.

Jede Veröffentlichung (auch nur auszugsweise) ohne ausdrückliche Genehmigung des Autoren und Copyright-Inhabers verstößt gegen das Urheberrecht und wird gegebenenfalls straf- und zivilrechtlich verfolgt!


Copyright 2016, Matthias Mathiak

Kommentare

17.02.2016 00:06 Uhr - MajoraZZ
2x
SB.com-Autor
User-Level von MajoraZZ 27
Erfahrungspunkte von MajoraZZ 18.489
Sehr schön, Gobbo ist wieder am Start und dass sogar noch mit einem geilen SB wie diesem hier :-)

17.02.2016 00:48 Uhr - NICOTERO
2x
User-Level von NICOTERO 1
Erfahrungspunkte von NICOTERO 15
Cooler SB! Mutti sticht zu...:)

17.02.2016 01:57 Uhr - Atorian
2x
User-Level von Atorian 8
Erfahrungspunkte von Atorian 842
Top Schnittbericht! Der Intro ist wirklich sehr informativ :-)
Leider sagt mir der Film überhaupt nichts, kann den jemand empfehlen?

17.02.2016 04:28 Uhr - Scat
2x
Ich fand den gar nicht schlecht. Kann man sich mal ansehen. Wie schon gesagt wurde gibt es keine Blutbäder, aber dennoch ist er ganz unterhaltsam. Ich hätte aber damit gerechnet, dass die Geschichte zum Ende hin noch etwas ausartet. Der Abspann kommt recht plötzlich. In der DF ist es natürlich noch schlimmer.

17.02.2016 08:26 Uhr - Grosser_Wolf
2x
17.02.2016 00:48 Uhr schrieb NICOTERO
Cooler SB! Mutti sticht zu...:)

Sieht tatsächlich aus wie Frau Voorhees, die Rache für ihren Sohn übt.

Interessanter Bericht zu einem mir unbekannten Film. Die Kürzungen sind tatsächlich etwas seltsam.

17.02.2016 18:36 Uhr - Fulci Lives
3x
Alter Schwede, ohne den Inhalt zu kennen schreit allein das Cover: "Nimm mich mit!". Gäbe es eine DVD, würde ich sie mir zulegen.
Finde es auch gut, dass Il Gobbo wieder da ist, um obskure Filme wie diesen auszugraben.

17.02.2016 19:12 Uhr - John Wakefield
4x
Vielen Dank für diesen tollen SB und die extrem informative Einleitung!
Der Film sagt mir gar nichts, aber das hat sich ja nun geändert. :)

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