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Münchhausen

zur OFDb   OT: Münchhausen

Herstellungsland:Deutschland (1943)
Genre:Abenteuer, Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (4 Stimmen) Details
18.04.2019
Muck47
Level 35
XP 57.536
Vergleichsfassungen
Verleih-Fassung (Blu-ray)
Label Universum Film, Blu-ray
Land Deutschland
Freigabe FSK 6
Laufzeit 116:56 Min. (116:09 Min.)
Premieren-Fassung (Blu-ray)
Label Universum Film, Blu-ray
Land Deutschland
Freigabe FSK 6
Laufzeit 132:06 Min. (131:40 Min.)
Vergleich zwischen der gekürzten Verleihfassung (1943, 2. Prüfung) und der ungekürzten Premierenfassung (1943, 1. Prüfung) - beide enthalten auf der deutschen Blu-ray von Universum Film


- 76 Abweichungen, inkl. 9x Alternativmaterial
- Differenz: 935,6 sec (= 15:36 min)

Ohne Hinweistafeln zu Beginn und Ende. Ein paar zusätzliche Vorlagenfehler mit einer Dauer von je unter 0,5 sec wurden im Schnittbericht nicht aufgeführt.



Die verschollene Premieren-Fassung & Historie von MÜNCHHAUSEN


Der 1943 uraufgeführte Münchhausen mit Hans Albers war jahrelang ein fassungstechnisches Problem-Beispiel der deutschen Kinogeschichte. Schon kurz nach der Uraufführung im März 1943 mit einer Dauer von knapp 134 Minuten wurde der Film im Juni 1943 ein zweites Mal mit einer Laufzeit von rund 118 Minuten geprüft. Während erstere "Premierenfassung" seitdem als verschollen galt, war auch letztere "Verleihfassung" nicht ganz problemlos erhältlich. Mit Einschränkungen dürften Interessenten den Film bislang aber in einer dieser Zweitversion ähnelnden Form kennengelernt haben. 1953 wurde gar eine nochmal stärker auf ~ 105 Minuten gekürzte Fassung wiederaufgeführt, immerhin ist jene jedoch allem Anschein nach nie auf VHS und DVD ausgewertet worden - wenngleich sie 1978 die Basis für eine erste Restaurierung bot. Das Fatale daran war, dass man die Kürzungen damals bereits im Originalnegativ der Verleihfassung durchgeführt und dieses damit in seiner Vollständigkeit zerstört hatte.

Die "Verleihfassung" wollte die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung bereits 1995 rekonstruieren, musste dafür aber mehrere Szenenblöcke aus der "Exportfassung" einbauen. So gelangte der Film dann auf die 2005 erstmals veröffentlichte DVD und lief auch meist auf diese Weise im deutschen Fernsehen. Sprich: Sehr nah an der "Verleihfassung", aber im Detail noch eine unvollständige Hybrid-Fassung. Die vollständige "Exportfassung" wiederum erfuhr gar keine einzelne Auswertung über die Jahre hinweg und um deren Sinn überhaupt noch kurz zu veranschaulichen: Damals drehte man ausreichend Originalmaterial, um ein zweites Originalnegativ speziell für Aufführungen im besetzten Ausland zu erstellen. Der Film besteht hier quasi komplett aus Alternativtakes von unterschiedlicher Qualität und mit z. T. im Detail etwas abweichendem Verlauf.

Die am 29. März 2019 veröffentlichte Blu-ray-Weltpremiere (sowie die parallel erschienene DVD-Neuauflage) stellt nun aus mehreren Gründen eine kleine Sensation dar und bietet drei Filmfassungen, wie wir vorab bereits in einer News zusammengefasst haben. In Moskau wurde 2017 beim Gosfilmofond of Russia eine 35mm-Agfacolor-Kopie entdeckt, die mit einer Länge von 3590 Metern fast der ursprünglichen Premieren-Länge von 3662 Metern entspricht. Abzüglich Restaurationshinweisen läuft die Fassung rund 131 Minuten und somit deutlich länger als alle bisherigen Auswertungen. Außerdem lag das Exportnegativ noch als Original vor und weist so insgesamt auch die beste Qualität vor, wenngleich die (bislang wie gesagt auch vergleichsweise unbekannte) Fassung selbst leider die schwächste ist. Die "Verleihfassung" konnte wiederum nur von einem Farbauszug restauriert werden, denn das Originalnegativ davon (bzw. die oben bereits erwähnte, durch Wiederaufführung-Schnitte weiter gekürzte Variante davon) wurde vermutlich 1987 vernichtet.

Zusammengefasst ergeben sich mindestens fünf verschiedene Fassungen:

1. Premierenfassung
Die Prüfung vom 03. März 1943 mit einer Länge von 3662m belegt die Original-Laufzeit von 133:50 Min. (24 Bilder/Sek.). Bislang noch nie erhältlich gewesen, eine dieser Version nahekommende Kopie des Gosfilmofond of Russia wurde nun aber von der F.W. Murnau-Stiftung restauriert. Diese liegt als Hauptfassung auf Disc 1 der 2019 veröffentlichten Blu-ray/DVD vor und hat eine Dauer von 3590m (-> ~ 131 Minuten auf Blu-ray ohne Restaurations-Hinweise).

2. Verleihfassung
Gemäß zweiter Prüfung vom 17. Juni 1943 lässt sich hier bei einer Länge von 3225m eine Original-Laufzeit von 117:52 Min. (24 Bilder/Sek.) belegen. Auch diese Version war streng genommen vor der 2016er Restauration nicht erhältlich, da früher nur eine auf dieser Basis gekürzt vorliegende Fassung rekonstruiert wurde. Die nun mit einem Farbauszug restaurierte, zuletzt auch schon auf arte im deutschen Fernsehen gezeigte und auf Disc 2 der 2019 veröffentlichten Blu-ray/DVD abgelegte Version hat eine Laufzeit von ~ 116 Minuten auf Blu-ray ohne Restaurations-Hinweise.

3. Exportfassung
1943 gab es noch kein Farbduplikatmaterial und so drehte man für größer angelegte Produktionen wie diese kurzerhand so viel Originalmaterial, dass man mit alternativen Takes ein zweites Originalnegativ für vor allem den Einsatz im besetzten Ausland anbieten konnte. Hier wurden im Normalfall die "schlechteren" Aufnahmen verwendet und je nach Szene gibt es durchaus kleinere inhaltliche Abweichungen. Im staatlichen Filmarchiv der DDR wurde eine solche Kopie gefunden und auf der neuen 2019er VÖ findet man auf Disc 2 erstmals diese vollständige Alternativ-Filmfassung mit einer Dauer von ~ 116 Minuten auf Blu-ray ohne Restaurations-Hinweise.

4. Wiederaufführungsfassung 1953
Die neue Ufa kürzte das Originalnegativ der Verleihfassung nun auf eine Länge von 2900m (~ 105 Minuten) und die FSK-Prüfung dieser 1953er Fassung offenbart mit einer Angabe von nur noch 2415m sogar noch weitere Kürzungen. Diese Fassung ist zwar auf keiner VHS/DVD/Blu-ray oder obskureren Medien erschienen, erklärt aber, warum es jahrelang so schwer war, die ursprüngliche Verleihfassung zu sehen.

5. Restauration 1995 / DVD 2005
Hier nahm man sich die Wiederaufführungsfassung von 1953 als Basis und konnte auch auf die DDR-Kopie der Exportfassung zurückgreifen. Aus dieser ergänzte man fehlende Szenenblöcke, sodass man sich rein längentechnisch/inhaltlich zwar wieder der damaligen Verleihfassung angenähert, aber letztendlich nur eine Hybrid-Fassung geschaffen hatte. Diese Fassung gab es auch meist im deutschen TV zu sehen und sie ist mit einer Dauer von ~ 110 Minuten in PAL (= würde 114 Minuten auf Blu-ray entsprechen) auf der alten deutschen DVD enthalten. Die britische DVD von Eureka läuft auch 110 Minuten und ist vermutlich identisch.



Die Unterschiede zwischen Verleihfassung und Premierenfassung


Zuerst muss man natürlich die Zensur-Bedenken ansprechen, welche unter Cineasten über Jahre hinweg den Mythos und Wunsch nach der Premierenfassung aufrecht erhalten haben. Obwohl man die Produktion natürlich klar von der Vorbehaltsfilmen und entsprechender Ideologie abgrenzen muss, ist es zweifellos ein "NS-Unterhaltungsfilm", den Joseph Goebbels in Auftrag gegeben hatte. Mit einem damals äußerst großzügigen Budget von rund 6,6 Millionen Reichsmark sollte das 25-jährige Bestehen der Ufa mit einem farbenprächtigen Märchen zelebriert werden. Der berühmte & linksliberale Schriftsteller Erich Kästner fertigte unter einem Pseudonym das Drehbuch an, wobei viele spitzzüngig-doppeldeutige Dialoge schon in der bekannten Verleihfassung eine zeitkritische Haltung andeuten. Fielen in der Hinsicht noch deutlichere Szenen etwa beim zweiten Prüfdurchgang der Schere zum Opfer?

Weitestgehend lässt sich das verneinen. Im Booklet der neuen Blu-ray werden z. B. einige Beispiele wie das in Werbematerial verwendete Zitat "Abenteuer, Krieg, fremde Länder und Frauen... Ich brauche das alles. Sie aber missbrauchen es!" aufgeführt, denen zufolge man schon damals wohl bewusst Liberalität im In- und Ausland ausstrahlen wollte. Wirklich gewagtere Momente findet man in der Hinsicht im neuen Material also auch nicht. Eine Stelle sticht allerdings etwas hervor: Die Szene am Hoftheater in Braunschweig zeigt, wie der Herzog sich dank aufgedeckten Liebeleien auf der Bühne lächerlich macht und dabei auch als "Bock" bezeichnet wird. Es mutet jedenfalls so an, als ob hier eine Anspielung auf Goebbels zu sehen ist, der schon damals als "Bock von Babelsberg" für seine Liebeleien gerade auch mit aufstrebenden Ufa-Starlets bekannt war.

Über die Hoftheater-Szene wusste man schon länger, da das Original-Drehbuch noch überliefert ist. Dies belegt wiederum auch, dass vermutlich kaum von Zensur die Rede sein kann, da der fertige Film weitestgehend dieser Vorlage entspricht. Auf der damaligen Zulassungskarte wurde dann noch die Erzählung über einen arabischen Hengst gleich zu Beginn erwähnt, sodass auch dies eine früh identifizierte Fehlstelle war. Vermutlich nur ein Straffungs-Eingriff, aber die fantasievolle Geschichte ist ohne Frage eine der markantesten Ergänzungen der Premierenfassung.

Was dann wiederum einen Großteil der restlichen Abweichungen ausmacht, sind etliche kleine Kürzungen hier und da, die offenbar lediglich den Erzähl-Rhythmus etwas aufpeppen sollten. Nahezu jede Szene ist in der Premierenfassung schlicht etwas länger, manchmal mit und oft auch ganz ohne zusätzliche Dialoge. Hier und da wird das Fans sicher freuen bzw. bietet ein paar interessante Momente, oft ist der Mehrwert aber auch eher gering und die Verleihfassung wirkt dann eben doch etwas flüssiger. Womöglich waren die Kürzungen der Verleihfassung an vielen Stellen also ganz im Sinne von Regisseur Josef von Báky bzw. wurden vielleicht sogar ganz bewusst von ihm durchgeführt.

In dieser Hinsicht sei auch das an ein paar Stellen vorzufindende Alternativmaterial genannt. Auffällig ist dies besonders bei der End-Szene, denn Christian stirbt einmal mit offenen und einmal mit geschlossenen Augen. Ansonsten finden sich in der Verleihfassung auch öfter mal exklusive Umschnitte auf Personen oder Räume, die es so in der Premierenfassung nicht gibt. Auch hier steckt wohl klar der Straffungs-Gedanke dahinter bzw. man hat auf diese Weise vor allem längere Einstellungen um ihren Mittelteil verkürzen können. Dennoch natürlich interessant, dass man so exklusive Momente finden kann und eben ein Hinweis, dass hier nicht einfach nur gekürzt, sondern durchaus behutsam nochmal Hand angelegt wurde.

Alles in allem ist die Premierenfassung durchaus interessant, hat aber auch ihre Schwächen. Rein aus der bewegten Historie heraus empfiehlt sich eigentlich, die immerhin über 75 Jahre verschollene Version anzuschauen. Einen Nachteil kann man allerdings noch qualitativ ansprechen: Leider sind sowohl Verleihfassung als auch Premierenfassung bei den neuen HD-Abtastungen farblich arg angeschlagen und haben einen bräunlichen Grundton. Bei der vorigen DVD-Restauration 2005 kamen die knalligeren Agfacolor-Farben leider dann doch besser zum Vorschein, wenngleich der Auflösungsgewinn ansonsten natürlich für die Blu-ray-Premiere spricht. Die von den verwendeten Takes her schwächere Exportfassung wurde hingegen wie gesagt vom Originalnegativ gezogen und hat deshalb die beste Qualität sowie bessere Farben. Schade, dass diese insgesamt am wenigsten zu empfehlende Fassung beim Bild gewinnt - aber immerhin hat Universum Film überhaupt alle drei Filmversionen zusammen auf einer VÖ angeboten.

Eine Anmerkung zuletzt noch: Da die Blu-ray leider keine Untertitel anbietet, mussten die Dialoge nach Gehör geschrieben werden, wobei ein paar Stellen nicht eindeutig verständlich waren und deshalb mit Fragezeichen versehen wurden.



Laufzeitangaben sind nach dem Schema
Verleihfassung Blu-ray / Premierenfassung Blu-ray
angeordnet
Weitere Schnittberichte
Münchhausen (1943) Verleih-Fassung (Blu-ray) - Premieren-Fassung (Blu-ray)
Münchhausen (1943) Alte DVD (2005) - Verleih-Fassung (Blu-ray)

Meldung


Dieser Schnittbericht hat mehrere Seiten
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Unterschiedliche Hinweise zum Start der Verleihfassung (= VF)...

...und der Premierenfassung (= PF).

Verleihfassung 6,2 sec länger


1,5 sec mehr Schwarzbild nach dem UFA-Logo bei der PF.


Umschnitt
04:30 bzw. 04:43-04:59 / 04:25-04:41

Nach der Aufnahme des Geigers spricht der Herzog noch zur Baronin bzw. will sie zum Mittanzen überreden. Kommt in der Verleihfasssung ein paar Sekunden später auch.

Kein Zeitunterschied



04:39-04:43 / 04:49

Bevor besagte Aufnahme wieder eingefügt wird, ist eine andere in der Premierenfassung deutlich länger. Das Paar (Sophie von Riedesel und Freiherr von Hartenfeld) geht herüber zum Tanz.

+ 4,6 sec



04:59 / 04:49-07:01

Münchhausen erzählt noch weiter von seinen Erlebnissen in Marrakesch. Ein nur Arabisch sprechender Hengst habe ihm zu schaffen gemacht.

Frau: "Nun müssen sie aber die Geschichte von dem sprechenden Pferd weitererzählen, ja?"
Münchhausen setzt sich hin und das Pärchen kommt auch dazu.
Mann: "Ihr Hengst sprach also Arabisch?"
Münchhausen: "Nur Arabisch, leider. Notgedrungen musste ich Unterricht nehmen, bei einem Kaffeehaus-Besitzer in Marrakesch, der meines Wissens ??? hieß. Arabisch ist, so wahr ich lüge, die schwerste der 30 Sprachen, die ich beherrsche. Ich nahm mir während des Studiums nicht mal die Zeit, den Gaul zu reiten. Ich überließ das meinem Leibjäger, dem braven Kuchreutter. Das ist der selbe Kuchenreutter, der sich später als Erfinder der Kuchenreutter'schen Flinte für immer einen Weltnamen gemacht hat."
Nach ein paar Tanz-Aufnahmen fragt eine Frau nach: "Und dann?"
Münchhausen: "Über zwei Stunden redete ich in meinem besten Arabisch auf den Hengst ein - umsonst! Am Brunnen in der Oase ?Uaka?, da tat er endlich das Maul auf und erklärte: Hmm-huhu. Da hab ich sie ja schön reingelegt, Herr Baron. Und zwar sagte das Biest das auf Deutsch. Auf Deutsch, der konnte Deutsch und hatte sich nur verstellt! Na ist das nicht unglaublich? Da wurde ich aber grob und als ich meinen Vorrat an Schimpfwörtern erschöpft hatte, sagte das Tier seelenruhig: Pardon, Baron. Ich bin ein Vollbluthengst, ich lasse mich nicht einmal von ihnen beleidigen. Von heute ab spreche ich überhaupt kein Wort mehr. Das Pferd hat sein Wort gehalten wie ein Ehrenmann. Der Fürst von Ligne, ein guter alter Freund von mir, meinte, als er das Tier in Wien sah, in seiner bekannten geistreichen Art: Ohlala, Donnerwetter. Pferde, die nicht sprechen können, gibt es ja genug. Aber ein Pferd, das nicht sprechen will, verdient in der Tat die Hochachtung unseres aufgeklärten Jahrhunderts."
Er verabschiedet sich mit einem Handkuss von Isabella; "Solltest du mich brauchen, ich bin im Billard-Zimmer."

132,5 sec (= 2:12 min)



05:35 / 07:38-08:08

Man sieht Sophie früher aus dem Saal gehen. Vor der Tür atmet sie kurz durch und geht dann eine Treppe herunter.

29,9 sec



06:34 / 09:07-09:13

Eine erste Aufnahme von Münchhausen und eine von Sophie.

6,1 sec



06:41 / 09:20-09:22

Die Folgeaufnahme von Sophie beginnt etwas früher, bevor Münchhausen nach der Billardkugel greift.

2,1 sec




Alternativ
08:39-08:42 / 11:20-11:23

Die Außenaufnahme in der Premierenfassung einen kleinen Moment länger, dann geht Münchhausen drinnen früher die Treppe hoch.
Die Verleihfassung zeigt dafür einen Umschnitt auf die Baronin am Fenster.

Kein Zeitunterschied

VerleihfassungPremierenfassung



09:47 / 12:28-12:30

Eine Aufnahme Tanz beginnt etwas früher.

2 sec




10:06 / 12:49-13:11

Bevor sich Münchhausen von Johann eine Zigarre anzünden lässt, unterhält sich Sophie noch etwas mit der Baronin.
Baronin: "Die Ähnlichkeit von unserem Gastgeber und seinem Urahnen ist geradezu verblüffend."
Sophie: "Trotzdem besteht ein gewaltiger Unterschied: Der eine von ihnen ist tot."
Baronin: "Dann kommt ihr zwei euch wenigstens nicht ins Gehege. ?Hardenberg? schwärmt nach wie vor für den toten Münchhausen. Und du ab heute für den lebendigen."
Zuletzt fragt Freiherr von Hartenfeld die Baronin, wo deren Gatte sei und die Beiden gehen davon.

22,6 sec



10:21 / 13:27-14:06

Münchhausen geht deutlich länger durch das Haus und Johann spricht mit ihm über die Frauengeschichten des Vorfahren.

Johann: "Herr Baron, Verzeihung. Mit allen diesen Damen hatte ihr Herr Vorfahre..."
Münchhausen: "Mein Herr Vorfahre hat."
Johann: "Ein sehr bequemes Leben kann das kaum gewesen sein."
Münchhausen: "Der wollte ja auch gar nicht so bequem leben."
Johann: "Meine Mutter pflegte immer zu sagen: Jeder Mensch ist anders albern."
Münchhausen: "Was?"
Johann: "Verzeihung. Und was machen wir mit Fräulein von Riedesels Umschlagetuch?"
Münchhausen legt es auf seine Arm.

39,9 sec



10:31 / 14:16-14:17

Die Halbtotale einen Moment länger.

1 sec




10:56 / 14:42-15:02

Bevor Münchhausen sarkastisch eine Doktorarbeit anspricht, erzählt Freiherr von Hartenfeld noch viel ausführlicher über seine Erkenntnisse.

Münchhausen: "Na wie haben sie denn das herausgebracht?"
Freiherr von Hartenfeld: "Ja, ja, als ich in Paris war, um endgültige Beweise dafür zu finden, dass dies hier die Marquise de Rambouillet sei."
Münchhausen: "Es ist die Rambouillet"
Freiherr von Hartenfeld: "Freilich, freilich. Also, da fiel mir im Kupferstich-Kabinett des Louvre ein kleines Blatt in die Hände, auf der ich meine gute alte Bekannte aus Bodenwerder wiedersah. Nur, dass im Louvre ihr Name darunter stand."

19,9 sec



16:56 / 21:02-21:03

Vor der Rasur von Christian ist eine Aufnahme unbedeutend länger.

1,2 sec




Alternativ
17:33-17:34 / 21:40-21:42

Merkwürdig: Hier gibt es einen unspektakulär alternativen Umschnitt auf die Mutter und die Kinder. Die Folgeaufnahme von Christian unbedeutend früher.

Premierenfassung 0,6 sec länger

VerleihfassungPremierenfassung



Alternativ
17:36-17:38 / 21:44-21:47

Und die Erklärung für die vorige Abweichung: Nun auch in der VF der Umschnitt, den die PF eben schon hatte. Dafür ist die PF hier viel länger in der Mitte der Einstellung, bei der sich Christian mehr Kautabak in den Mund schiebt. Hiermit hat man besagte Aufnahme also etwas gestrafft.

Premierenfassung 1,5 sec länger

VerleihfassungPremierenfassung



22:26 / 26:36-26:45

Louise spricht in der seitlichen Aufnahme noch länger zu Münchhausen. Die frontale Aufnahme von ihr beginnt auch etwas früher, allerdings gibt es währenddessen dann leider auch einen Tonaussetzer.

Louise: "Du, der Gouverneur war reizend. Er legte mir nahe, die Stadt zu verlassen, bevor ich mich aus Mangel an Überlebenden langweilen würde."
Münchhausen: "Na, und gib..."

9,6 sec



22:57 / 27:16-27:18

Münchhausen schwingt sich nach der Unterhaltung einen Moment länger auf das Pferd.

2 sec




23:35-23:36 / 27:56-28:12

Nach "Ich will eine Dame mit nach Petersburg nehmen" geht der Satz bei der PF noch weiter: "...aber mein Bruder, der Herzog, erlaubt es nicht."
Münchhausen: "Als ob es in Petersburg keine Frauen gäbe."
Prinz: "Eine solche Frau gibt es nur einmal, leider. Kommen sie heute Abend in meine Loge. Grauen führt seine neue Oper auf. Dort werden sie Louise sehen und hören."
Münchhausen: "Louise?"

Wie Münchhausen dann ihren vollen Namen nennt, ist auch in der VF wieder enthalten und dort beginnt die Folgeaufnahme noch rund 1 sec früher (nicht bebildert).

Premierenfassung 14,5 sec länger



23:53-23:55 / 28:29-31:48

Während hier in der VF schwarz abgeblendet wird, geht das Gespräch in der PF noch etwas weiter.
Prinz: "Jeden Abend, ehe der Vorhang aufgezogen wird, geht er zu ihr auf die Bühne und schickt die Bühnenarbeiter fort. Die Leute im Theater tuscheln und gaffen mich an."

Daraufhin sieht man auch noch eine solche Vorführung am Hoftheater Braunschweig.
Hinter der Bühne kommentiert Louise: "Alle Männer ähneln Tieren. Der Herzog sieht aus wie ein Bock und der Prinz wie ein Schaf."
Sie bereitet sich weiter vor.
Im Publikum unterhält sich der Herzog mit dem Prinz; "Hoffentlich bleibt er nicht lange im Lande. Der Kerl hat so eine fatale Art, mich, wenn er mich ansieht, nicht anzusehen."
Prinz: "Er versprach zu kommen."
Herzog: "Aha. Dann werden wir ihm zu Ehren mit dem Opernbeginn etwas warten."
Münchhausen derweil draußen vor einer Tür; "Haben wir uns verstanden?"
Mann: "Sie können sich ganz auf mich verlassen."
Münchhausen wirft ihm den Schlüssel zu; "Das wollen wir hoffen, ???."
Der Herzog macht sich derweil bereit, wieder hinter die Bühne zu verschwinden: "Soll ich Mademoiselle La Tour einen Gruß bestellen?"
Prinz: "Ich bitte das Theater verlassen zu dürfen."
Der Herzog meint "Untersteh dich!" und geht davon.
Daraufhin kommt Münchhausen herein, wird von mehreren Leuten begrüßt und nimmt neben dem Prinz Platz.
Münchhausen: "Ist der Herzog auf der Bühne?"
Prinz: "Ja."
Münchhausen: "Das freut mich."
Jemand spricht Münchhausen von der Seite an und der haut ihm kurz auf die Finger.
Münchhausen: "Immer noch die lieben alten, charmanten Gesichter. Wenn man sie wiedersieht, begreift man gar nicht, warum man unterwegs manchmal so viel Heimweh hat."
Der Bühnenvorhang öffnet sich plötzlich und überrascht den Herzog so beim Knutschen.
Das Publikum lacht und der Herzog kommt mit Degen nach vorne; "Das werdet ihr büßen."
Louise streckt nur kurz die Zunge raus und hebt dann auch noch hinten ihren Rock in Richtung Publikum. Eine Frau kippt dort in Ohnmacht.
Prinz: "Endlich lachen sie auch mal über ihn. Ich selber kann leider nicht mitlachen, denn Louise..."
Münchhausen: "Schade, Prinz. Von ihrem Lachen lachen wir gerade am meisten."
Prinz: "Ich bleibe trotzdem ihr Schuldner, Baron."
Hinter der Bühne bedroht der Herzog den Bühnenarbeiter; "Wer hat dir die Dukaten gegeben? Wer war das? Den spieße ich auf wie einen Schmetterling! Zum letzten Mal, wer war das?"
Bühnenarbeiter: "Der Herr Baron Münchhausen."
Der Herzog wirft den Degen weg; "Wache, Wache!"
Münchhausen steht derweil auf und meint noch zum Prinz: "Ihr Bruder versteht keinen Spaß, wenn ihn andere machen. Viel Glück in Petersburg, Prinz. Ich habe das Gefühl, als würde ich auch bald nach Russland."

Zuletzt beginnt die Folgeaufnahme nach dem Aufblenden auch ein wenig früher.

Premierenfassung 197,2 sec (= 3:17 min) länger
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Kommentare

18.04.2019 03:17 Uhr - Grosser_Wolf
Wow! Von dieser Veröffentlichung wußte ich noch nicht - Schande über mein Haupt! Super Schnittbericht, und sehr interessant. Hans Albers - es kann nur einen geben.

18.04.2019 04:46 Uhr - babyface
1x
Münchhausen - ein Meisterwerk .Ich kann mich noch daran erinnern wie Opa von der Tricktechnik schwärmte.Muss damals eine Wucht gewesen sein wie für die spätere Generation 2001 oder Krieg der Sterne.Einfach unglaublich was die damals in den Kriegswirren geleistet haben ( Bombenangriffe auf deutsche Städte waren damals üblich )
Werde mir den definitiv zulegen.

18.04.2019 09:08 Uhr - Dogger
Ich war schon immer von diesem Film fasziniert.
Wenn man bedenkt vor weiviel Jahren der Film gemacht wurde, waren die SFX absolut super.
Damals konnten Deutsche noch Filme machen.
auf jeden Fall hab ich mir diese Special Edition zugelegt.
Wobei ich mir gewuenscht haette, sie haetten bei der Restauration etwas besser gemacht.
Farben etwas kraeftiger und das alles etwas plastischer.
Hat jetzt nicht die beste Filmqualitaet.

18.04.2019 09:39 Uhr - Kerry
1x
Prächtig, was damals für ein Aufwand betrieben wurde.
Gar nicht so prächtig wenn man bedenkt, unter welchen Umständen dies geschah. Von Joseph Goebbels beauftragt, wurde mitten im Krieg ein kleines Stückchen Heile Welt geschaffen.
Wenn man bedenkt, dass viele der Schauspieler unmittelbar nach Beendigung der Dreharbeiten sicherlich zurück an die Front geschickt wurden und dort elendig krepierten (ähnlich bei der Feuerzangenbowle), hinterlässt das Betrachten ein recht mulmiges Gefühl.

18.04.2019 10:21 Uhr - Sammy Davis
1x
Eine wirklich lesenswerte Einleitung. Sehr informativ geschrieben. Zu den einzelnen Bildern komme ich leider erst heute abend, werde mich aber ausführlich damit beschäftigen. Das ist ja ein Stück Filmgeschichte. Bis jetzt bin ich immer davon ausgegangen, daß die Differenz zwischen Verleih - und Premierenfassung nicht so gravierend ist. Vielen Dank für die Infos.

18.04.2019 13:41 Uhr - Aniki
1x
Vielen vielen dank lieber Muck47 für diesen Schnittbericht und die äußerst informative Einleitung .

Kann irgendjemand etwas über die Bild- und Tonqualität zu dieser Veröffentlichung sagen?
Bei Nosferatu sowie M - Eine Stadt sucht einen Mörder sind die UK Veröffentlichungen um Welten besser als die deutschen Veröffentlichungen, so dass ich mittlerweile etwas vorsichtig geworden bin was einen Blindkauf angeht.

18.04.2019 15:50 Uhr - Dogger
18.04.2019 13:41 Uhr schrieb Aniki
Kann irgendjemand etwas über die Bild- und Tonqualität zu dieser Veröffentlichung sagen?

Hab, wie gesagt, diese Edition und hab mir bis jetzt nur die Premierenfassung angeschaut.
Und da ist die Bild und Tonqualtitaet leider nicht so gut.

18.04.2019 18:16 Uhr - Kaleun
1x
Vielen, vielen Dank für diesen Schnittbericht und die ausführliche Einleitung.
Ich mag diesen Film sehr. Aufgrund des Endes und wenn man bedenkt vor welchem Hintergrund er gedreht wurde, lässt er mich allerdings jedes mal ziemlich bewegt zurück. Ein Klassiker, aber nicht unbedingt ein Film für zwischendurch.

18.04.2019 20:14 Uhr - Aniki
@Dogger
Vielen Dank für die Info, die Qualität der regulären Fassung würde mich noch interessieren.

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