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Primal Shift - Blutrausch

zur OFDb   OT: Primal Shift

Herstellungsland:Kanada (2015)
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (2 Stimmen) Details
17.09.2017
Mike Lowrey
Level 35
XP 43.409
Vergleichsfassungen
Keine Jugendfreigabe
Label Maritim Pictures / Al!ve, Blu-ray
Land Deutschland
Freigabe FSK keine Jugendfreigabe
Laufzeit 85:36 Min.
Uncut
Label Koch Media, Blu-ray
Land Italien
Laufzeit 95:23 Min.

Liebe, Rache, Hass, Habgier, Schutz, Notwehr oder Spaß. Die Motive, einen anderen Menschen zu töten, sind im realen Leben vielfältig verteilt. Filme arbeiten sich an dieser Thematik ab und schaffen die unterschiedlichsten Szenarien dafür. Gerade dann, wenn der Mord an Mitmenschen für den oder die Täter sogar Vergnügen und Lustempfinden bedeutet, tun sich teils bizarre Abgründe auf. Auch Filme zeichnen hier oft ein reichlich düsteres Bild, in dem die Protagonisten nie wirklich positive Identifikationsfiguren sein können.

So ist das natürlich auch bei Primal Shift, einem Serienkiller-Roadmovie über das befreundete Pärchen June und Max, das mit einem alten Wohnmobil an die US-Küste fahren will. Nachdem eine Anhalterin von June im drogen- und alkoholgetränkten Streit erschlagen wird, zeigt sich bei ihr schnell das Verlangen danach, weitere Anhalter anzulocken und zu ermorden. Der in sie verliebte Max ist bald auch von diesem Verlangen erfasst und so setzen die beiden ihren Killertrip fort, während die Schwester des ersten Opfers ihnen bei ihren Nachforschungen auf den Fersen ist.

Killerpärchen gibt es in der Filmgeschichte schon einige und sich mit Genrekollegen wie Perdita Durango oder einem berühmten Werk wie Natural Born Killers zu messen, ist natürlich ein ambitioniertes Unterfangen, in dem Primal Shift auch ziemlich klar den Kürzeren zieht. Dass bei June eine labile Persönlichkeit vorliegt, ist schon zu merken, aber die ruckartige Wandlung von Max wirkt unglaubwürdig und die Chemie zwischen den beiden ist kaum zu erkennen. So nimmt man ihren Mordreigen auch recht ungerührt zur Kenntnis.

Die Beiläufigkeit, mit der June und Max ihre Opfer auswählen und töten, ist sicherlich ein großes Problem, wenn man in Deutschland eine FSK-Freigabe für die ungeschnittene Fassung erreichen will. Da das Ganze später auch noch in einem Selbstjustizfinale gipfelt, das freigabentechnisch hierzulande nochmal ein anderes, heikles Metier ist, gab es für Primal Shift wohl von Anfang an keine Aussicht auf Erfolg. Der deutsche Rechteinhaber Maritim Pictures bescherte dem Werk dann auch noch seine weltweit erste Heimkino-Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray.

Leider geschah das in einer um fast zehn Minuten geschnittenen Version. Die Schnitte nehmen viel Brisanz und hinterlassen einen langweilige(re)n Film und entstellen bei so einem Filmkonzept letztlich die Vision des Regisseurs. Es überrascht dann auch nicht, dass deutsche Reviews den Film als ereignislos bezeichnen und sich über die Freigabe wundern. Sogar eine Texttafel vor dem Abspann wurde eigens für den deutschen Markt formuliert und erinnert an die End-Message in Uwe Bolls Rampage - Rache ist unbarmherzig, in dem der Killer auch noch zumindest schriftlich den Fängen des Rechtsstaats nicht entkommen ist (siehe Schnittbericht).

Doch Abhilfe schafft nun Italien. Dort hat das Label Koch Media eine Niederlassung und hat Primal Shift in seiner Uncut-Fassung auf den Markt gebracht. Die Blu-ray hat englischen O-Ton an Bord und ist dank Regioncode B auch auf deutschen Playern problemlos abspielbar. Bis sich theoretisch mal ein Uncut-Label in Österreich um eine ungeschnittene, deutsch synchronisierte Veröffentlichung kümmert, ist das also ein veritabler Ausweg.

Verglichen wurde die geschnittene FSK Keine Jugendfreigabe-Blu-ray (von Maritim Pictures / Alive AG) mit der ungeschnittenen, italienischen Blu-ray (von Koch Media).

16 Schnitte, eine Texttafel = 603 Sec. bzw. 10 Minuten 3 Sekunden


Meldungen:
Primal Shift - Gekürzte Fassung für Deutschland (20.03.2016)

0:14:07: Längere Ansicht der toten Katie mit der Kopfwunde.
2 Sec.


0:22:33: Der junge Mann ist durch Junes Stich in den Rücken noch nicht gestorben. Am Boden liegend röchelt er und tastet mit der Hand an Max' Bein, doch der, anstatt weiterhin geschockt von Junes Verhalten zu sein, sticht ebenfalls auf ihn ein. Dann schauen sie einander an und haben Sex miteinander.
120 Sec.


0:29:26: Hier fehlt eine komplette Szene. An einem abgelegenen Aussichtspunkt steht June mit dem gefesselten und geknebelten Anhalter, der auf einem Stuhl sitzt. Sie schlägt ihm zweimal mit der Faust ins Gesicht, aber das sagt ihr nicht so zu. Sie zückt ein langes Messer, was den Mann sehr verängstigt. Währenddessen kommt Max von einem kleinen Spaziergang mit einer Flasche Hochprozentigem zurück. June zeigt ihm ihr Kunstwerk, denn sie hat die Initialen ihrer Namen in das Gesicht des Opfers geritzt. Ganz zufrieden ist sie zwar nicht, überlässt dann aber Max das Messer. Er ritzt dem Mann eine Liebesbotschaft auf die Brust und June findet das ganz offensichtlich sehr romantisch. Die beiden küssen sich und weil der Anhalter jetzt nur noch stört, ersticht ihn Max beiläufig. June kippt etwas Schnaps auf ihn und zündet ihn dann an. Dann noch eine Blende auf die beiden, wie sie sich auf einer Picknickdecke bei einem Lagerfeuer (wohl nicht das Opfer) lieben.
221 Sec.


0:37:47: Als June spät nachts schon das nächster Opfer ins Visier genommen hat, Max aber sagt, er sei viel zu müde, fehlt wieder etwas in der FSK-Fassung. June sagt, der Typ sähe total betrunken aus, es sei sicher easy. Ein kleiner Quickie. Max ist überredet und plant den Ablauf. Sie soll den Anhalter ansprechen, er geht hinten rum. Sie protestiert erst, weil sie das auch mal machen will, aber er sagt ihr, sie könne den Rest machen, sobald das Opfer ohnmächtig sei.
20 Sec.


1:03:07: June wird plötzlich sauer auf die weibliche Geisel und bezeichnet sie als "langweilige Schlampe". Dann zertrümmert sie eine Glasflasche auf deren Kopf.
12 Sec.


1:03:55: June geht auf die junge Frau zu und ersticht sie. Dann fragt sie Max, ob er jetzt glücklich sei und lacht manisch, während Max geschockt ist.
18 Sec.


1:19:47: Aus Junes benommener Sicht sieht man nochmal Julia, die sie beschimpft und ihr noch einen Schlag versetzt. Zum Schluss spuckt sie noch auf sie.
16 Sec.


1:22:52: Mitch verpasst Max einen zweiten, harten Faustschlag ins Gesicht.
3 Sec.


1:23:00: Als June sagt, sie habe die Halskette gefunden, schlägt Mitch erneut zu. Julia sagt, sie könnten das die ganze Nacht lang machen. Dann sieht man das blutige Gesicht von Max, das nicht den Eindruck erweckt, so lange durchzustehen. Mitch positioniert sich schon mal mit dem Baseballschläger hinter Julia.
21 Sec.


1:23:50: Mitch wuchtet den Baseballschläger gegen Max' Brustkorb. Der japst nach Luft und June heult.
6 Sec.


1:24:28: Und Mitch lässt weiter seine Wut an Max aus, indem er ihm mit dem Schläger auch die Beine malträtiert und ihm dann noch mehrere Faustschläge ins Gesicht verpasst. Julia befragt June weiter, doch die lügt weiterhin, nicht zu wissen, wo Katie abgeblieben sei. Julia wird immer ungehaltener und sagt, dass es eine ganz schön kaltherzige Schlampe brauche, um ihrem Freund dabei zuzusehen, wie er fertig gemacht werde. Dann sieht man nochmal Max und am Ende schreien sich die Frauen gegenseitig an.
46 Sec.


1:25:36: Max würgt ein paar Worte hervor und drängt June, es ihnen zu sagen. Sie versucht noch, ihm das Wort abzuschneiden, doch er sagt, wenn sie ihn liebe, dann soll sie gestehen.
20 Sec.


1:26:14: Man sieht noch eine deutliche Ansicht davon, wie Julia das Messer in Max' Brust gestochen hat.
2 Sec.


1:27:55: Julia sagt zu June, dass es nun nur noch sie beide seien und dass manches vermeidbar gewesen sei, wenn sie geredet hätte. Wo ist also Katie? June antwortet nur mit "Fuck you." und fängt sich dafür einen Faustschlag ins Gesicht ein. Das Ganze wiederholt sich nochmal.
49 Sec.


1:29:38: June beschreibt noch, wie sie Katie tötete. Sie habe ihr schönes, kleines Gesicht eingeschlagen, nicht aus Wut oder Leidenschaft, einfach, weil sie sie nicht gehen lassen wollte. Sie sollte bei ihnen bleiben.
19 Sec.


1:30:48: Wie Julia mit dem Messer zur Rache ausholt und June einen blutigen Kehlenschnitt verpasst, fehlt. Junes Kopf klappt langsam nach hinten und mehr Blut strömt aus ihrer Wunde. June verweilt kurz und geht dann aus der Garage.
28 Sec.


1:22:19: Auch die Selbstjustiz schien man bei Maritim Pictures für die deutsche FSK-Freigabe noch abschwächen zu wollen. Es gibt hier vor dem eigentlichen Abspann noch eine Texttafel, die anders als der Originalfilm, Julia und Mitch noch der juristischen Gerechtigkeit zuführt. Deutsche Zuschauer lesen:

"2 Monate später wurde Julia aufgrund von DNA-Spuren, die sich am Tatort wiederfanden, bei einer Autokontrolle als Täterin festgenommen. Ihr Komplize Mitch wurde 3 Wochen später festgenommen und gestand alle Details der Vorkommnisse der Polizei. Beide wurden zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt."
Kein Zeitunterschied

Kommentare

17.09.2017 00:34 Uhr - dantini
2x
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Diese "Und-wenn-sie-nicht-gestorben-sind-dann-sitzen-sie-noch-heute"-Texttafeln sind immer wieder lustig.

17.09.2017 03:12 Uhr - Grosser_Wolf
2x
Schnitte sind ja schon eine Sache für sich, aber letztendlich die Endaussage eines Filmes - egal wie gut oder schlecht er ist - über Texteinblendungen zu verfälschen, ist ebenso ein Unding.

Haha, was für eine Vorstellung. "Uhrwerk Orange" würde dann heute mit den Szenen im Gefängnis enden, eine Stunde vor dem ursprünglichen Ende des Films. Natürlich mit einer Texttafel, daß "...Alex Delarge in eine lebenslängliche Sicherheitsverwahrung kommt. Verbrechen lohnt sich nicht. Gruß, euer Filmverleih."

17.09.2017 05:08 Uhr - Tom Cody
2x
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Dieser (anscheinend) recht preisgünstige B-Film interessiert mich auch ungeschnitten nicht die Bohne.
ABER: Diese nachgestellten Texttafeln sind absolut lächerlich. Das Ganze hat das abgestandene, muffige Aroma einer scheinheiligen 50er Jahre Moralpredigt. Mir fallen da gerade auch noch "Rampage" und "Spring Breakers" ein. Hauptsache der Täter wird am Ende seiner juristisch gerechten Strafe zugeführt und die moralisch integre Autorität von Staat und Justiz ist wieder hergestellt.

17.09.2017 19:35 Uhr - ???
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...na hoffentlich wird das jetzt nicht zur Routine bei MARITIM PICTURES, dass die vorab schon die Schere ansetzen. Wäre schade um den Ruf des Labels. ;)

17.09.2017 22:14 Uhr - Scat
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Hab neulich die DF gesehen, die Prämisse und gewisse Teile des Films sind nicht schlecht, doch wie schon gesagt wurde:
"... aber die ruckartige Wandlung von Max wirkt unglaubwürdig..."

Das war in der Tat seltsam, generell läuft der Film irgendwie zu "flott" ab. Die beste Freundin des ersten Opfers findet die Beiden viel zu schnell. Aber wenn ich jetzt so den SB überflogen hab, fehlt ja echt eine Menge. Uncut würde ich mir den definitiv nochmal geben, auch wenn der nur für Hardcore-Fans empfehlenswert ist.

18.09.2017 12:01 Uhr - kroenen77
2x
Es ist immer wieder erstaunlich,wie gefährdet wir Deutschen doch sind,wenn es um Selbstjustiz geht.Ich denke ohne diese aufschlussreiche Texttafel am Ende des Films,wären 90% der Zuschauer sicher zu einem Gesetzesbrecher mutiert.
Danke Maritim Pictures..wir Deutschen müssen unbedingt darauf hingewiesen werden,dass sich Verbrechen nicht auszahlen.;-)

18.09.2017 13:24 Uhr - deNiro
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Man hätte auf der Texttafel durchaus noch erwähnen können, dass beide im Knast zu Gott gefunden haben und geläutert nun in der Gefängnisbücherei darauf achten, dass alle Bücher rechtzeitig zurückgegeben werden!

Übrigens, schnieker SB!;))

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