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Evil Ed

zur OFDb   OT: Evil Ed

Herstellungsland:Schweden (1995)
Genre:Horror, Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,09 (43 Stimmen) Details
11.06.2017
Muck47
Level 35
XP 59.979
Vergleichsfassungen
Kinofassung
Label Arrow Video, Blu-ray
Land Großbritannien
Freigabe BBFC 18
Laufzeit 93:17 Min. (89:19 Min.)
Special ED-ition
Label Arrow Video, Blu-ray
Land Großbritannien
Freigabe BBFC 18
Laufzeit 98:47 Min. (94:37 Min.)
Vergleich zwischen der Kinofassung und der Special ED-ition (beide enthalten auf der britischen 3-Disc-Edition von Arrow Video Entertainment)


- 4 zusätzliche Stellen in der Special-Edition mit einer Dauer von 507,6 sec (= 8:28 min)
- 7 zusätzliche Stellen in der Kinofassung mit einer Dauer von 174,9 sec (= 2:55 min)
- 5 Stellen mit rein digitaler Änderung

Differenz: 332,7 sec (= 5:33 min)



Hintergrund


1995 entstand in Schweden mit Evil Ed ein reichlich schräger Fun-Splatter, der nicht nur den Geist von z.B. Peter Jacksons Frühwerken Braindead und Bad Taste oder selbsterklärend dem etliche Male im Film zitierten Tanz der Teufel atmet, sondern vor allem auch eine böse Satire auf den heimischen Zensurapparat war. Die in Schweden bis 1996 aktive Statens biografbyrå machte Filmemachern dort nämlich durchaus das Leben schwer und so zeigte man hier einfach auf derb-fantasievolle Art, wie ein Cutter bei der Auftragsarbeit an Horrorfilmen nach und nach den Verstand verliert. Nachdem die eigentlichen Dreharbeiten bereits Ende 1992 abgeschlossen wurden, dauerte es dank etlicher Nachdrehs, englischer Synchronisation und globalen Verkäufen ganze 5 Jahre, bis die meisten Interessenten den Streifen überhaupt zu Gesicht bekamen. Ähnlich lange werkelte man nun an der am 29. Mai 2017 erstmals veröffentlichten "Special ED-ition".

Im Mai 2011 wühlten Regisseur Anders Jacobsson und Co-Produzent "Doc" zu Hause wieder in alten Filmdosen und die Vision einer Neuaufbereitung festigte sich - dies ist ausführlich in zwei Featurettes der Blu-ray dokumentiert. Dies gestaltete sich jedoch gerade finanziell schwieriger als gedacht und so starteten die Macher 2013 noch eine Crowdfunding-Kampagne, um nicht nur eine HD-Restauration der bekannten Kinofassung vorzunehmen, sondern dabei auch eine "complete and improved version" zu erschaffen. Schon damals stieß man nämlich insbesondere auf Video- und Tonmaterial der "Balkonszene", die es zum Kinostart nicht in den fertigen Film geschafft hatte. Auf der Facebook-Seite war dann in den letzten Monaten durch neue Trailer mehrfach von insbesondere von zwei neuen Szenen die Rede, wobei eben die Balkonszene das Herzstück ist. Arrow Video hatte nun in Großbritannien das Vergnügen, das Resultat der jahrelangen Arbeit erstmals auszuwerten - im Rahmen einer gewohnt üppig mit weiterem Bonusmaterial und einem informativen Booklet ausgestatteten VÖ.

Nur deutschen Ton sucht man erwartungsgemäß natürlich vergebens. Nachdem der Film hierzulande 1997 indiziert wurde, kam es im Februar 2017 zur Listenstreichung. Optimale Bedingungen also für eine HD-Neuveröffentlichung, bei der man dann auch gleich die längere und durchaus empfehlenswerte neue Fassung ergänzen könnte - in der Hinsicht braucht man wohl lediglich noch etwas Geduld...



Die Special ED-ition


Die "Special ED-ition" läuft rund 5,5 Minuten länger, doch das ist wie so oft nur die halbe Wahrheit. Es wurden nämlich auch mehrere aus der Kinofassung bekannte Szenen entfernt, sodass der reine Blick auf die Laufzeitdifferenz trügt. Es handelt sich dabei einerseits um den ausführlichen Vorspann auf schwarzem Grund, andererseits vorwiegend um Aufnahmen vom zu Beginn noch nicht wahnsinnig gewordenen Eddie bei der Arbeit. Gerade letzteres mag den ein oder anderen doch etwas stören, da man eben nicht die eine längstmögliche Fassung des Films erhält. Zugegebenermaßen ist das Material aber weitestgehend eher redundant und es hat zudem auch einen weiteren dramaturgischen Grund, warum dies getan wurde.

Die erste neue Szene ist nämlich eine Montage von Eddie bei über Tage andauernden Schnittarbeiten. So wird besser deutlich, wie er nach und nach immer tiefer in die Splatterwelt eintaucht und ein paar kleine neue Effekte gibt es hier zwischendrin auch zu sehen. Durchaus eine sinnvolle Anordnung, denn die längeren ruhigen Aufnahmen von ihm am Schneidetisch bremsen in der Kinofassung z.B. den Spannungsaufbau bei erster Paranoia von ihm eher aus. Gebündelt wie in der "Special ED-ition" kann man es gerade durch die Aufnahmen der durchgestrichenen Kalendertage stattdessen besser zeitlich einordnen. Gemäß Featurette ging damals der Sound verloren und da man sich letztendlich nicht anders zu helfen wusste, fiel die Szene einfach komplett unter den Tisch.

Als zweite große Erweiterung gibt es, wie schon oben erwähnt, die ominöse Balkon-Szene zu sehen. Kurz vor dem Finale treffen Barbara und Evil Ed nun nochmal ausführlich aufeinander und nach kurzem Beziehungskrach kommt es zu einem kleinen Kampf. Tatsächlich wirkt dieser Verlauf deutlich runder hinsichtlich ihrer nächsten Auseinandersetzung kurz darauf - Barbara geht nun nicht mehr einfach nur im Haus hoch und dann wieder hinunter. Im Featurette zu den Erweiterungen beschreiben die Macher zwei Hauptgründe für den damaligen Schnitt. Einerseits gibt es einen kuriosen Moment, bei dem Ed Barbara eine Perücke vom Kopf reißt. Dies basierte auf einem frühen Drehbuchentwurf, gemäß dem Barbara im Filmverlauf immer wieder verschiedene Perücken trägt. Da das im fertigen Film ganz weggefallen ist, macht auch dieser absurde Einfall während der Szene im Grunde keinen Sinn mehr. Außerdem missfiel ihnen beim finalen Schneideprozess der in Zeitlupe gedrehte Sturz vom Dach. Mit ein paar Jahren auf dem Buckel und viel weiterer Arbeit im Rahmen der HD-Restaurierung sah Regisseur Anders Jacobsson das aber nun etwas anders und ist mit der wieder integrierten Szene zufrieden.

Was zusammenhängend mit diesen beiden Änderungen noch eine Erwähnung verdient, sind kleine Momente von Alternativmaterial. Vorwiegend ist dies einfach nur mit der besseren Eingliederung im Filmverlauf zu erklären - eine kurze Außenaufnahme passte beispielsweise nun nicht mehr im Szenenverlauf und wurde kurzerhand gestrichen. Kurioser wird es bei ein paar Momenten mit digitaler Nachbearbeitung: Zumindest im Vergleich der beiden HD-Master bemerkt man nämlich nur in der "Special ED-ition" deutlich erkennbar Szenen auf dem Monitor, wenn Eddie zu Beginn das Filmmaterial schneidet. Im Bonusmaterial findet man hierzu leider keine Aussagen, lediglich der selbstironische Kommentar "doing a Lucas" im Vorwort von Jacobsson und Co-Produzent "Doc" deutet das vielleicht ein wenig an. Womöglich handelt es sich aber auch nur um eine Besonderheit des HD-Masters.

Zudem findet man auf der Blu-ray noch ein 20-minütiges Extra zu Deleted Scenes. Die Macher erklären hier z.B., dass gerade der Beziehung von Edward und Barbara zu Beginn des Films noch deutlich mehr Platz mit Handlungs-/Dialogsszenen im Hause der Familie eingeräumt wurde, dies den Film aber einfach zu sehr ausgebremst hätte. Auch eine alternative längere Einführungs-Sequenz, erste Versionen der "Fridge Fritz" und "Screamer"-Figuren oder eben einige Perücken-Momente von Barbara findet man hier. Diese Szenen sind allerdings nur von deutlich schlechterer Materialquelle erhalten geblieben.



Laufzeitangaben sind nach dem Schema
Kinofassung Blu-ray / Special ED-ition Blu-ray
angeordnet

Evil Ed (1995)

Weitere Schnittberichte:

Meldungen:

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Zusätzliche Angabe bei der ersten Einblendung. Der Titel-Schriftzug eine Weile später weicht dann farblich etwas ab und wurde für die Special ED-ition ergänzt.

KinofassungSpecial ED-ition



Zusätzliches Material in der Kinofassung
02:52-04:09 / 02:52

Nur die Kinofassung zeigt hier vor der S/W-Sequenz weitere Credits.

+ 76,7 sec (= 1:17 min)



Zusätzliches Material in der Kinofassung
05:42-05:56 / 04:26

Eddie hantiert in der Kinofassung länger an der Filmrolle herum und geht etwas früher zu seinem Schreibtisch.

+ 13,5 sec



Digitale Änderung
09:34-09:48 / 08:04-08:18

Allzu viel sieht man zwar immer noch nicht, aber der Bildschirm vor Eddies Augen zeigt nun tatsächlich ein paar Bilder und nicht nur ein dunkles Flimmern.

KinofassungSpecial ED-ition



Zusätzliches Material in der Kinofassung
13:28-14:04 / 11:58

Nachdem Eddie die Armabhack-Szene aus dem Film geschnitten hat und bevor es im Kinosaal weitergeht, zeigt die Kinofassung ihn noch weiter am Arbeitstisch. Er legt sein "Werkzeug" hin, zieht die Handschuhe aus, schaltet das Licht aus und verlässt feinsäuberlich den Raum.

+ 36,4 sec



Alternativ / Zusätzliches Material in der Kinofassung
16:03-16:08 / 13:57-15:09

In der Kinofassung gibt es hier zum Übergang lediglich eine Außenaufnahme bei Nacht.

Die Special ED-ition zeigt stattdessen (eingeleitetet von einer Außenaufnahme bei Tag) eine Montage, wie Eddie das Material schneidet. Es werden entsprechend immer kurze Splatterszenen eingestreut und gemäß seinen am Kalender markierten Tagen hat er bereits einige Zeit damit verbracht.

Special ED-ition 67,8 sec (= 1:08 min) länger



Digitale Änderung
21:29-21:51 / 20:30-20:52

Wieder kann man erst in der Special ED-ition etwas auf dem Monitor erkennen.

KinofassungSpecial ED-ition



Zusätzliches Material in der Kinofassung
22:06-22:22 / 21:07

Eddie schaut sich die Szene in der KF nochmal von nahem an und man sieht die Filmrollen.

+ 16,5 sec


Gleich im Anschluss wieder das Monitor-Flimmern.


Zusätzliches Material in der Kinofassung
22:28-22:54 / 21:13

Dito, kurz bevor er dann müde wieder zu seiner Brille greift.

+ 26,3 sec



Digitale Änderung
39:31-39:58 / 37:50-38:17

Erneut ist nur in der Special ED-ition etwas auf dem Monitor zu erkennen.

KinofassungSpecial ED-ition


Auch ein paar Sekunden später noch kurz bei einer seitlichen Aufnahme von Campbell und mehrfach als er wieder ein paar Sekunden später sein Urteil zur "beaver rape"-Szene spricht.

KinofassungSpecial ED-ition



62:36 / 60:54-67:25

Barbara ist länger im Zimmer zu sehen und Evil Ed kommt dazu. Es folgt eine längere Diskussion und dann ein kleiner Kampf, infolgedessen Ed vom Balkon fällt.

Sein Kopf ist blutverschmiert und sie kommentiert, dass er nicht gut aussehen würde. Ed antwortet lediglich, dass er keine Pflaster mehr hätte und widmet sich wieder dem Film. Barbara stellt kritisch fest, dass er alles außer Sex und Gewalt aus dem Film geschnitten hätte und sich wohl professionelle Hilfe suchen sollte. Daraufhin wird Ed böse und drückt ihren Kopf mit dem Versprechen einer guten moralischen Botschaft nah an den Bildschirm, wo man eine Frau schreien hört. Barbara setzt sich ernüchtert hin und meint, dass sie sich für ihren eigenen Mann schämen würde. Ed reagiert mit der Aussage "Stick your cock up her ass, you motherfucking worthless cocksucker!"
Es wird dann noch etwas wahnsinniger bzw nach ein paar Drohungen tanz Ed durch den Raum und versucht sie auch an früher zu erinnern. Barbara will gehen, worauf er ihr die Perücke vom Kopf reißt, damit kurz etwas herumblödelt und den abgetrennten Kopf von Zip aus einer Tüte hervorholt. Er wirft ihn in Barbaras Richtung, die schreit kurz.
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Kommentare

11.06.2017 00:46 Uhr - ???
1x
User-Level von ??? 2
Erfahrungspunkte von ??? 46
...eine DER Horror-Komödien überhaupt!!! Bei der es ordentlich zur Sache geht!!! Ein "MUST HAVE" für jede Horror-Sammlung.
Ich hoffe, die Langfassung kommt auch nach Deutschland, wäre so gut wie gekauft!!! :)

"Ruhe in Fetzen, Motherfucker!" :)

11.06.2017 08:41 Uhr - Numb_er21
2x
Habe mir den Film zugelegt und fand ihn wirklich gut. Muss aber sagen, dass die Englische Synchronisation (die Schauspieler haben englisch gesprochen und wurden dann zum Großteil nochmal von Synchronsprechern vertont) stellenweise sehr viel Atmosphäre raus nimmt. So wie die Schauspieler aussehen, hatten sie eine Menge Spaß beim Dreh und das wäre mit den Originalstimmen (von mir aus auch mit Akzent) sicherlich besser rüber gekommen. Die Synchronsprecher sind an vielen Stellen schon arg flach und langweilig und ausserdem wirkt der Ton schlecht integriert, er "steht über" dem restlichen Sound des Films.

12.06.2017 11:37 Uhr - alraune666
1x
11.06.2017 08:41 Uhr schrieb Numb_er21
Habe mir den Film zugelegt und fand ihn wirklich gut. Muss aber sagen, dass die Englische Synchronisation (die Schauspieler haben englisch gesprochen und wurden dann zum Großteil nochmal von Synchronsprechern vertont) stellenweise sehr viel Atmosphäre raus nimmt. So wie die Schauspieler aussehen, hatten sie eine Menge Spaß beim Dreh und das wäre mit den Originalstimmen (von mir aus auch mit Akzent) sicherlich besser rüber gekommen. Die Synchronsprecher sind an vielen Stellen schon arg flach und langweilig und ausserdem wirkt der Ton schlecht integriert, er "steht über" dem restlichen Sound des Films.


Bei uns in England schaut keiner nen Schwedischen Film mit akzentelnen Schauspielern ... da doch besser ne Synchronisation ... koennen wir im Gegesatz zu den Deutschen allerdings nicht wirklich ... aber gefaellt uns besser ... obwohl wir natuerlich eher Remakes bevorzugen als Synchronkacke zu schauen ... so sind wir Englischsprachigen Voelkchen halt ...

16.06.2017 09:41 Uhr - Numb_er21
Ich denke mal, der Film wird eher für den amerikanischen Markt synchronisiert worden sein. Aber ich verstehe, was du meinst. Mir persönlich hätte es halt besser gefallen. man hätte es ja auch auf Schwedisch drehen können und dann synchronisieren.

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