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D-Tox - Im Auge der Angst

zur OFDb   OT: D-Tox

Herstellungsland:USA (2002)
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,93 (37 Stimmen) Details
14.06.2020
Mike Lowrey
Level 35
XP 43.374
Vergleichsfassungen
Originalfassung (Eye See You / D-TOX)
Label MVD / VCI Entertainment, Blu-ray
Land USA
Freigabe R
Laufzeit 95:56 Min. (91:49 Min.)
Director's Cut (Detox)
Label MVD / VCI Entertainment, Blu-ray
Land USA
Freigabe Unrated
Laufzeit 94:41 Min. (94:01 Min.)

D-TOX - Stallones solide Killerjagd mit schwieriger Produktionsgeschichte

Vom Horrorgenre hat sich Sylvester Stallone bis auf eine Ausnahme konsequent ferngehalten und der Werdegang von D-TOX - Im Auge der Angst könnte ihm die Lust auf weitere Ausflüge in das Genre auch gründlich verdorben haben. Dabei ist der Film, der viel mehr ein Murder-Mystery-Thriller als ein actiongeladener Krimi ist, deutlich besser als sein Ruf. Regisseur Jim Gillespie hat durch seinen vorherigen Slasher-Erfolg Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast auch entsprechende Vorkenntnisse einfließen lassen. Mag das erste Drittel etwas holprig und überhastet daherkommen, entwickelt sich ab der Ankunft im verschneiten Atombunker ein kurzweiliger und bisweilen gruselig-atmosphärischer Thriller, dem das manchmal an Alien³ erinnernde Setting zugute kommt und der auch mit einer verblüffenden Riege an charismatischen Darstellern aufwarten kann. Neben Stallone geben sich u.a. Kris Kristofferson, Robert Patrick, Jeffrey Wright, Tom Berenger und Charles S. Dutton ein Stelldichein. Das ist eigentlich ziemlich smart, ist doch das Kernelement der Story, dass sich der polizistenmordende Serienkiller erst am Ende zu erkennen gibt. Schade nur, dass die meisten ziemlich verschwendet werden und wenig Screentime haben. Interviews im Bonusmaterial deuten an, dass die Schauspieler über ihre Figuren mehr Hintergrundwissen zu haben scheinen als der Zuschauer am Ende im fertigen Film erfährt.

Das Testpublikum in den USA, das den Film frisch nach Fertigstellung in Augenschein nehmen durfte, fällte aber ein derart vernichtendes Urteil über die Fassung, die ihm präsentiert wurde, dass das produzierende Studio Universal Pictures schnell den Panikknopf drückte und neben Änderungen im Schneideraum auch zusätzliche Dreharbeiten anordnete. Auch einen neuen Soundtrack-Score gab es. Laut Stallone, der Jahre später über den Produktionsprozess sprach, begann das Dilemma aber schon kurz vor dem Start der Dreharbeiten, als der ursprüngliche Produzent sich zurückzog und setzte sich in Form von kreativen Differenzen zwischen Regisseur Jim Gillespie und Universal fort. Teile der Nachbesserungen wurden dann auch von Regisseur Ron Howard gemanaged, der in Hollywood neben seinen eigenen Projekten auch eine Art Krisenmanager für Filme in Schwierigkeiten ist (man denke an Solo: A Star Wars Story).

Doch auch die neue Schnittfassung, die inzwischen nicht mehr den ursprünglichen Titel Detox oder den zwischenzeitlichen Namen The Outpost trug, sondern Eye See You getauft wurde, konnte ein späteres Testpublikum nicht überzeugen. Für Universal war das der letzte Sargnagel in der Angelegenheit, man ließ ihn erst eine Weile im Giftschrank und veröffentlichte ihn schließlich als limited release in nur wenigen US-Kinos, während er zumindest in Europa in etwas größerer Form in die Lichtspielhäuser kam, u.a. in Deutschland ungeschnitten mit FSK 16-Freigabe und dem Titel D-TOX - Im Auge der Angst (der aber nicht suggerieren soll, dass hier die ursprüngliche Detox-Version zugrundeliegt). Wie die ursprüngliche Version des Films aussah, konnte man nur vermuten - gerade bei Werken mit Stallones Beteiligung gab es schon so manche Querelen und/oder Eingriffe, nicht selten auch durch den Star selbst hervorgerufen (mehr dazu in unseren Stallone-Specials Teil 1 und Teil 2).

Detox - Welche Unterschiede zeigen sich in Jim Gillespies Director's Cut?

Natürlich ist die Messe in der Causa D-TOX für nahezu alle Parteien längst gelesen, aber für die Nachwelt sind nachträgliche Einblicke oft trotzdem spannend. Dass die neue Blu-ray des US-Labels MVD / VCI Entertainment wie aus dem Nichts plötzlich die originale Detox-Schnittfassung von Regisseur Jim Gillespie an Bord hat, ist vor dem Hintergrund ein eher seltener Glücksfall. Ob Gillespie, der nach dem Film keine nennenswerte Karriere mehr hatte, das auch aus eigenem Antrieb unterstützte, um für sich eine Art verspätete Ehrenrettung zu erreichen, ist nicht überliefert, wäre aber auch nicht unverständlich. Über mangelnden Zuspruch vonseiten der Darsteller konnte er sich allerdings nicht beschweren. In mehreren Kurzinterviews, die auch auf der Blu-ray zu finden sind, loben sie Gillespies vollkommen klare Vorstellungen, wie er mit ihnen die Charaktere besprach und wie gut vorbereitet er war. Was lief also schief zwischen ihm und dem produzierenden Studio?

Betrachtet man den Film nun vergleichend in beiden Versionen, wird zunächst klar, dass ein klassischer Schnittbericht keinen Sinn ergibt. Wir haben ihn deshalb in groben, storyentscheidenden Blöcken betrachtet und die relevanten Abweichungen beschrieben sowie auffällige Einzelaspekte dargestellt. Aus unserer Analyse ergibt sich, dass Gillespies ursprüngliche Vision des Films inhaltlich gar nicht so grundlegend von der finalen Version abweicht. Besonders auffällig ist, dass er eine ganz andere Montage der Szenen anstrebte, die im Vergleich zum linearen Ablauf der Eye See You-Version weitaus verschachtelter ist. Will man anhand der immer wieder eingestreuten Flashbacks den Überblick über die Chronologie der Ereignisse behalten, muss man den Film in der Detox-Version wesentlich konzentrierter verfolgen. Flüssiger ist hier eindeutig die Studioversion.

Und auch in puncto Charakterzeichnung schneidet die finale Variante des Thrillers insgesamt besser ab. Dialogszenen sind teilweise länger und die Figur des Jake Malloy kommt hier auch menschlicher und sympathischer rüber. Dass er in Gillespies Version wirklich nochmal aus Frust auf eine Polizistenleiche schießt, ist wirklich grober Unfug. Die Philosophie des Killers wirkt dort hingegen klarer und nachvollziehbarer als das Geschwurbel um natürliche Auslese, das er in der finalen Version erwähnt. Diese ist im Übrigen auch dynamischer geschnitten und nicht so statisch, weil sie Szenen und Einstellungen nicht unnötig in die Länge zieht, obwohl darin nicht nennenswert etwas passiert. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass das Studio auch keine Zensur aufgezwungen zu haben scheint, denn die zwei exklusiven Gewaltmomente in Gillespies Version sind keine krassen Ausreißer in dem ohnehin eher auf Suspense setzenden Film. Im Gegenteil ist es sogar die finale Version, die mit mehr Gewalt aufwartet, indem sie Stallone seinen Gegenspieler noch einmal unsanft aufspießen lässt.

Kurzum bleibt als Fazit: Der Verdacht liegt nahe, dass man den Film für das US-Publikum konsumierbarer gestalten wollte, mit klarem, linearen Handlungsverlauf, mehr eindeutigen Charaktermomenten und einem etwas spektakuläreren Schlussakt. Es ist dabei nicht so, dass man Gillespies Version verschlimmbessert hat, denn sonderlich überzeugen kann sie im Vergleich auch nicht. Wer sich einen anderen oder besseren Film erhofft hat, wird bei dem Director's Cut nicht fündig und insgesamt hat das Eingreifen des Studios das Werk qualitativ eher bereichert.

Verglichen wurde die Kinofassung (Eye See You / D-TOX - Im Auge der Angst) mit dem Director's Cut (Detox) (beide enthalten auf der US-Blu-ray von MVD / VCI Entertainment).

Weiterer Schnittbericht:

Meldungen:
D-Tox - Im Auge der Angst - Ursprüngliche Fassung erstmals veröffentlicht (20.04.2020)

Vorspann


Der Vorspann der EYE SEE YOU-Version startet mit dem wirren Anruf des Killers bei der Polizei, in dem er seine Gedankenwelt erklärt. Natürliche Auslese, es gebe nur die Optionen „Gewinnen“, „Verlieren“ und „Tod“. Und die Polizei sei ein störendes Element in diesem Prozess. Wenn man sie entferne, zeige der Mensch sein wahres Gesicht, denn von Natur aus gut sei er nicht. Die Schwachen würden ausradiert und so sei das von der Natur auch vorgesehen, daher müsse die Polizei weichen. Eine Collage seines Hauptquartiers mit vielen Dienstmarken als Trophäen und seinen Bastelarbeiten mit Zeitungsausschnitten ist zu sehen, er hat es nun offensichtlich auf Jake abgesehen.

Der Vorspann ist auffällig anders in der DETOX-Version. Die Montage und Einblendungen sind anders designed, aber auch hier gibt es einen Anruf des Killers, der inhaltlich aber viel klarer ist. Er hasst Polizisten, sie seien nicht besser als die Kriminellen, die sie jagen würden. Unmoralisch, widerwärtig. Er findet es ungerecht, dass sie hierarchisch über ihm stünden und Macht über ihn hätten. Und er hat es auf Jake als Chefermittler abgesehen und spricht Drohungen gegen ihn aus. Wie viele müsse er töten, bis Malloy ihn fängt, zehn, 20, 100? Er kündigt an, alle um Malloy herum zu töten und ihn so in den Abgrund zu reißen und dabei würde er ihm zusehen.

Eye See YouDetox


Mord am Polizisten


Jake ist in der EYE SEE YOU-Version aufgeregt beim Ringkauf zu sehen und ziert sich erst noch etwas wegen des Preises, willigt aber dann doch in den Kauf ein. Szenenwechsel zu einer Kneipe, er trinkt abends noch mit seinen Polizeikollegen und muss sich dann rechtfertigen, dass er den Killer bisher noch nicht geschnappt hat. Dann fährt er nach Hause zu seiner Verlobten Mary und die beiden haben ein harmonisches Gespräch, in dem Jake andeutet, dass er bald um ihre Hand anhalten will. Dann passiert die Mordszene am Polizisten.

Die DETOX-Fassung beginnt mit dem Mord am Polizisten. Diese Sequenz unterscheidet sich nicht sonderlich von der EYE SEE YOU-Version, auch nicht in den Gewaltmomenten. Dann kommt der zuvor schon besprochene Vorspann mit dem Anruf des Killers. Danach wird Jake hier schon direkt zum Bunker gefahren und in die Einrichtung aufgenommen. Das unterscheidet sich inhaltlich ebenfalls nicht nennenswert von der EYE SEE YOU-Version, mit dem Unterschied, dass mehrfach Zeitsprünge eingestreut werden, wie Jake mit den Polizisten trinkt und diskutiert, zum Tatort mit dem toten Polizistenkollegen kommt, wie er die schlafende Mary weckt und sich mit ihr unterhält und den Ring kauft. Die beiden letztgenannten Szenen sind deutlich verkürzt und nicht so dialoglastig.

Eye See YouDetox


Mord an Mary


Am nächsten Morgen wird Jake zum Tatort gerufen, wo der Polizist getötet wurde. Er wird dort dann vom Killer angerufen, der gerade dabei ist, Mary zu töten. Das muss Jake mit anhören. Inhaltlich unterscheidet sich das Telefonat zwischen Jake und dem Killer stark in beiden Versionen. In der EYE SEE YOU-Version sagt der Killer, dass es Jakes Schuld sei, dass der Polizist tot ist. Dann gibt er zu erkennen, dass er schon vor Jakes Haus steht und klingelt. Er wette, sie habe schöne Augen. Dann bohrt er durch das Guckloch und Jake ruft zuhause an. Der Killer geht ran und sagt zu Jake, dass dieser vor vier Jahren in einer Mordserie an Prostituierten ermittelt und ihn fast geschnappt habe. Das habe sein Leben zur Hölle gemacht und er könne nicht verstehen, warum man ihn jagt, wo er doch nur „kranken Schmutz“ entfernt habe. Und so rächt er sich jetzt, indem er wie bei einem Versteckspiel die Jäger zu Gejagten macht und die restliche Zeit, die ihm noch bleibt, dafür aufwenden will, Jake zu terrorisieren, auch indem er Mary tötet.

In der DETOX-Version sagt der Killer noch eher, an welcher Adresse er sich gerade aufhält und schon bohrt er sich durch den Türspion. Das Haustelefon nimmt er auch ab und sagt, er sei gelangweilt von diesem Spiel, Jake sei ihm nicht auf die Spur gekommen. Der Killer fragt Jake, ob er jemals Verstecken gespielt habe und was davon den Reiz ausmache. Jake antwortet nur widerwillig, dass es das Entdecken des Flüchtigen sei, doch der Killer sagt, es sei der Moment, in dem der Gejagte seinen Jäger anstarre, dieser ihn aber nicht sehen würde. Es würde Zeit, dass der Jäger der Gejagte wird. Jake fleht emotionaler, dass der Killer Mary verschonen solle, doch der berichtet nur, dass sie gesagt habe, dass sie Jake liebe. Dann endet das Telefonat.

Eye See YouDetox


Jagd auf den Killer


Als Jake bei ihr ankommt, ist Mary schon tot. Auf einem Fabrikgelände haben Polizisten den Killer eingekesselt und auch Jake macht sich dorthin auf. Er entdeckt den flüchtenden Killer und liefert sich mit ihm eine Verfolgungsjagd, doch auch dabei entwischt er ihm. Die EYE SEE YOU-Version ist etwas langatmiger, als die Polizei anrückt und Jake starrt länger vor sich her, bevor er den Killer in der Ferne entdeckt. Die Jagd samt Schusswechseln ist in weiten Teilen ähnlich. Als Jake einen Raum betritt, in dem der Killer seine ganzen Trophäen drapiert hat, wird er in der EYE SEE YOU-Version durch ein Geräusch in einem Nebenraum aufmerksam und stürmt schießend hinein und trifft mehrfach eine Person, die sich aber als ein aufgehängter Polizistenkollege herausstellt. Jake erkennt das schnell und ist am Boden zerstört.

In der DETOX-Version kommt die Jagdsequenz wegen der anderen Erzählstruktur erst in Minute 36. Auch hier steht Jake in dem Raum, jedoch ist es kein Geräusch, das ihn in den Nebenraum lockt, sondern der Killer, der ihm von dort zuruft, ob er denn glaube, dass Rache seine Schmerzen lindern würde und dass er es doch herausfinden solle. Dann schießt der Killer zweimal durch die geschlossene Tür, sodass Jake kurz in Deckung geht, aber dann auch schießend den Raum stürmt. Hier gibt es sogar etwas mehr Gewalt zu sehen, denn es gibt eine weitere Nahaufnahme eines blutigen Einschusses beim aufgehängten Cop. Jake starrt anschließend auch zu Boden, im Off hört man eine Frauenstimme, wohl eine Psychologin, die Jake auch fragt, ob es genug an befriedigter Rache sei, wenn er dem Killer vor dem Schuss in die Augen sehen könnte. Das wirkt etwas redundant, weil es quasi dasselbe ist, was dieser ihm zuvor schon zurief. Auch von der Charakterzeichnung her völlig deplatziert wirkt dann, dass Jake nach einem Mini-Flashback auf Mary dann aus Wut ein letztes Mal noch auf den toten Polizisten feuert.

Eye See YouDetox


Generelle Charakterzeichnung & relevante Exklusiv-Szenen


Exklusiv in der EYE SEE YOU-Version: Drei Monate später ist Jake ein versoffenes, trauerndes Wrack. In der Kneipe versucht sein Captain ihm gut zuzureden, doch das scheitert. Jake fährt abends in das leere Haus von Mary und schneidet sich dort, geplagt von Flashbacks von ihr, die Pulsadern auf. Dann folgt die Überblende zur Fahrt hin zum Bunker.


Jake ist in der EYE SEE YOU-Version generell etwas freundlicher und nahbarer. Im Schuppen wirbt er bei Jenny um Verständnis, dass sie es gut meine, aber nicht ihre Zeit verschwenden solle und dass sie einen Schal trage wie seine verstorbene Mary. Auch im Bunker bietet er Conner an, eine Runde spazieren zu gehen oder sich ihm anzuvertrauen, wenn er möchte. In der DETOX-Fassung ist er wesentlich distanzierter. Auffällig – und ein wenig paradox – ist jedoch, dass seine Stimme in der EYE SEE YOU-Version zugleich viel fester und härter klingt, während er in der DETOX-Variante eher verletzlicher und zaghafter spricht.


Als sich Jake und McKenzie im Waschraum unterhalten, zeigt Jake nur in der EYE SEE YOU-Version noch Empathie für McKenzie, der noch sagt, dass er kein Feigling sei. Jake glaube ihm, man müsse sich manchmal nur selbst daran erinnern.


Als Jake schmerzvoll an den Moment zurückdenkt, an dem er sich das Leben nehmen wollte, gibt es nur in der EYE SEE YOU-Version einen Dialog mit Slater. Jake sagt, er hätte gar nicht gewusst… und Slater beendet den Satz damit, „wie sehr man jemanden vermissen könne“. Slater sagt dann noch, dass man oft aus den schwersten Dingen Kraft schöpfen könne.


Kurz darauf findet Jenny den toten Conner, von dem man in der EYE SEE YOU-Fassung noch eine zusätzliche, entferntere Ansicht präsentiert bekommt. Danach sieht man Doc, Hank und Jenny erst mal beratschlagen, wie man jetzt vorgehen soll. Hank sagt, der Sturm mache es unmöglich, jetzt aufzubrechen, Doc sagt, die Telefonverbindung sei nicht zu gebrauchen und entscheidet dann, dass sie es den anderen sagen sollen. Dann wird der tote Conner in den Gefrierraum gebracht und der Koch reißt noch einen Witz, dass er heute lieber nur Salat essen werde. In der DETOX-Version findet sie ihn auch, hier wird er jedoch direkt reichlich unsentimental in den Gefrierraum gebracht.

Eye See YouDetox


Die Leiche des toten Cops in dem Eisloch ist in der DETOX-Version expliziter zu sehen. Da zeigte aber damals schon der Trailer mehr, also wohl kaum ein echter Zensurhintergrund.


Der Mord an Manny ist in der DETOX-Version auch etwas zeigefreudiger. Man sieht nach dem Messerhieb noch die blutige Halswunde, bevor er nach vorne kippt.


Der Killer verhöhnt Jake in der DETOX-Version anders. Habe Jake geglaubt, das Spiel sei vorbei? Wo er hingehe, würde der Killer ihm folgen und umgekehrt. Hätte Jake ihn nicht zum Bunker geführt, wären alle Verstorbenen noch am Leben. Erst Mary, jetzt das hier, wie könne Jake nur damit leben? Er sagte, er würde Jake brechen. Insgesamt wirkt des Killers Hass gegenüber Jake viel persönlicher und Jake trauert auch mehr um Mary. Außerdem flüchtet er während seines Mobbings auch kurz vor Jake, der auf ihn schießt, aber nicht trifft. In der EYE SEE YOU-Version spricht der Killer über das Walkietalkie.

Eye See YouDetox


Finale


Im Finale ist der Ablauf im Prinzip gleich, aber eine bedeutende Änderung muss hervorgehoben werden. In der DETOX-Version hat der Killer Jake im Schwitzkasten und quält ihn erneut mit Marys Ableben, woraufhin Jake erst Tränen der Wut kommen und sich dann befreit. Am Ende des anschließenden Kampfes stößt er ihn auf die mit Metallspitzen ausgestattete Rolle des Schneepflugs, wo der Killer dann stirbt. In der EYE SEE YOU-Version gibt es keine Mary-Provokation vor dem Kampf, sondern erst, als der Killer bereits aufgespießt wurde. Daraufhin zieht Jake ihn nochmal von dort weg, wuchtet ihn in die Luft und wirft ihn erneut auf die Rolle, sodass er erneut aufgespießt wird und dann endgültig tot ist.

Eye See YouDetox

Kommentare

14.06.2020 00:26 Uhr - Knochentrocken
3x
User-Level von Knochentrocken 5
Erfahrungspunkte von Knochentrocken 448
Beide Fassungen mit dt. Ton, 4k und im Steelbook und der wird gekauft. Sehr interessant. Danke für den SB.

14.06.2020 00:29 Uhr - Deafmobil
Ich würde das nicht als Directors Cut bezeichnen. Ist eher Extended Cut.
Directors Cut bedeutet alle Szenen sind enthalten ohne Umschnitte und zusätzliche erweiterte Szenen.

14.06.2020 00:32 Uhr - FdM
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Letztens erst geguckt,war immer noch sehr unterhaltsam,die andere Version würde ich mir auch gerne angucken,wenn sie auf deutsch kommt,im O-Ton wäre mir das zu anstrengend.
Danke sehr für den SB,ich mag den auch in der Kinofassung,aber die Geschichte zu dem anderen Cut liest sich auch ganz interessant.

14.06.2020 00:37 Uhr - FdM
2x
User-Level von FdM 2
Erfahrungspunkte von FdM 54
14.06.2020 00:29 Uhr schrieb Deafmobil
Ich würde das nicht als Directors Cut bezeichnen. Ist eher Extended Cut.
Directors Cut bedeutet alle Szenen sind enthalten ohne Umschnitte und zusätzliche erweiterte Szenen.


Das ist so nicht richtig,der Directors Cut,kann auch einfach nur kürzer und harmloser sein (William Lustig bei Maniac hat auch später etwas weglassen,weil es ihm nicht gefallen hat),halt so wie der Director das bestimmen kann bzw. die Produktionsfirma es erlaubt (Producers Cut Highlander 4 z.B.).

Ein Extended Cut wäre von der Bedeutung doch länger...der hier ist kürzer,vielleicht stimmt da etwas mit Ihren Infos nicht ganz,kann man aber alles nachlesen,hier gibt es auch genug Infos dazu.

14.06.2020 08:06 Uhr - Mr.Brown-1602
3x
14.06.2020 00:37 Uhr schrieb FdM
Das ist so nicht richtig,der Directors Cut,kann auch einfach nur kürzer (...) sein

Bekanntestes Beispiel dürfte Ridley Scotts Alien sein

On Topic:
Danke für den Schnittbericht! Ist ja erwartungsgemäß sehr umfangreich.
Hab mir beide Versionen kürzlich angesehen. Hatte leider nur den Fehler gemacht mir erst den Director' s Cut anzuschauen. Hatte nicht mehr die frischesten Erinnerungen an die Kinofassung und O-Ton ohne jegliche Untertitel war dann (in Kombination mit der Bildqualität) doch etwas anstrengend. Hätte die Kinofassung vorher, zur Gedäxhtnisauffrischung, schauen sollen.

14.06.2020 09:00 Uhr - BedtimeStory
3x
Mir gefällt die Kinofassung, kein typischer Sly-Film.

So gesehen ist D-Tox ein kleiner mitrate-Thriler, auch wenn die DE Synchro den Täter schon früh verrät ;)

Der DC scheint keinen wirklichen Mehrwert zu bringen, ist wohl eher ein Bonus für Fans.

14.06.2020 12:20 Uhr - Pratt
1x
DB-Helfer
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Ich hoffe der schwappt auch mal zu uns rüber, der Dir. Cut sieht auf jeden Fall interessant aus!!

14.06.2020 14:35 Uhr - Movieveteran
6x
14.06.2020 00:29 Uhr schrieb Deafmobil
Ich würde das nicht als Directors Cut bezeichnen. Ist eher Extended Cut.
Directors Cut bedeutet alle Szenen sind enthalten ohne Umschnitte und zusätzliche erweiterte Szenen.


So ein kompletter Unfug. Der Name sagt doch schon, was ein DC ist. Es ist die Fassung des Films die den Wünschen des Regisseurs entspricht. Die kann auch nur 5 Minuten lang sein oder jede Szene doppelt enthalten oder nur in Rottönen. Meistens sind es aber natürlich einfach anders geschnittene Fassungen.

Der Irrglaube, dass ein DC grundsätzlich länger sein muss oder gar alle Szenen enthalten muss, was dem Namen komplett widerspricht und den Regisseur zu einem simplen Filmschnipselsammler degradiert kommt durch den Marketing Missbrauch des Begriffes DC.

Hört sich aber auch besser an, als Schneideraum Kehrblechinhalt mit drin Fassung. ^^

Es mag ja sein, dass bei Lethal Weapon die DCs tatsächlich am längsten sind, das ist aber eben kein Merkmal für einen DC, sondern wie gesagt lediglich, dass es die Wunschfassung des Regisseurs ist.

14.06.2020 17:46 Uhr - beebop251
1x
Find die Film auch absolut grundsolide. Falls es eine deutsche Version beider Filme geben sollte, würde ich mir die auch holen. Schon alleine wegen John Powells Original Score. Wäre interessant zu hören, wie sich die von seiner Endversion unterscheidet.

14.06.2020 19:51 Uhr - navynightmonster
14.06.2020 09:00 Uhr schrieb BedtimeStory
Mir gefällt die Kinofassung, kein typischer Sly-Film.

So gesehen ist D-Tox ein kleiner mitrate-Thriler, auch wenn die DE Synchro den Täter schon früh verrät ;)

Der DC scheint keinen wirklichen Mehrwert zu bringen, ist wohl eher ein Bonus für Fans.

Ab welcher Szene wird der Täter schon entlavt ?
Würde mich interessieren.

14.06.2020 20:02 Uhr - BedtimeStory
2x
14.06.2020 19:51 Uhr schrieb navynightmonster
14.06.2020 09:00 Uhr schrieb BedtimeStory
Mir gefällt die Kinofassung, kein typischer Sly-Film.

So gesehen ist D-Tox ein kleiner mitrate-Thriler, auch wenn die DE Synchro den Täter schon früh verrät ;)

Der DC scheint keinen wirklichen Mehrwert zu bringen, ist wohl eher ein Bonus für Fans.

Ab welcher Szene wird der Täter schon entlavt ?
Würde mich interessieren.


Bevor er Sly's Frau tötet, spricht der Täter kurz mit unverstellter Stimme am Telefon.

15.06.2020 14:50 Uhr - BedtimeStory
1x
Habe aktuell die Blu-ray in der Kino-Version wieder gesichtet, um mit dem SB vergleichen zu können.
Werde bei dieser Version auch bleiben, selbst wenn der Detox DC nach Deutschland kommen sollte.

Das liegt uA an der hier angesprochenen Charakterzeichnung: der unnötige Schuß in die Polizistenleiche würde wirklich seltsam anmuten und das fehlende Gespräch in der Kneipe, den Aufbau von Slys gebrochenen Charakter schmälern.

Die weitere Szene um den Mord an Manny muß ich nicht haben, der schnelle Schnitt in der "Kino/Eye See You Version" reicht mir hier.
Die Mary-Provokation im Finale hätte ich mir, wie in der Detox Version, VOR dem Kampf gewünscht.

Denn wer verhöhnt den Gegner, wenn er aufgespießt um sein Leben kämpft bzw. kurz vor dem abtreten steht?

Ein wirklich perfekt erklärter SB, Dankeschön !

18.06.2020 20:38 Uhr - der neue1067
1x
User-Level von der neue1067 1
Erfahrungspunkte von der neue1067 7
15.06.2020 14:50 Uhr schrieb BedtimeStory

... ... ... ...

Ein wirklich perfekt erklärter SB, Dankeschön !


Genau da möchte ich mich sehr gerne anschließen!!!

Oft genug klicke ich einen Schnittbericht an weil ich außer den Schnittstellen auch Infos zum Grund der verschiedenen Versionen haben möchte. Auch jede weitere Info zum Film ist mir mehr als Recht, ich kann ja verstehen dass mancher Film nicht viel an zusätzlichen Informationen her gibt und es deswegen keine ausschweifenden Intros geben kann, aber mehr als Laufzeit und verschiedene Titel sollte immer machbar sein wenn man ein klein wenig Herzblut mit einbringt.

Ich will hier nicht jeden Autoren bzw. Ersteller von Schnittberichten vorwerfen dass sie nicht gut wären, insbesondere die Schnittberichte von Gorno zum Beispiel sind mir früher immer eine besondere Freude gewesen!!!
Es soll sich jetzt niemand zu Unrecht angesprochen fühlen, viele Schnittberichte haben wirklich schöne Einleitungen und Texte die durchaus Herzblut innehaben, aber dieser Sb von Mike L. zeigt nunmal die Königsklasse eines Sb's.

Bitte nehmt daß als grobe Richtung wie ein Schnittbericht aussehen kann aber nicht muss.


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