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Blood Rage

zur OFDb   OT: Blood Rage

Herstellungsland:USA (1987)
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,31 (13 Stimmen) Details
27.12.2015
brainbug1602
Level 24
XP 14.017
Vergleichsfassungen
R-Rated (Nightmare at Shadow Woods) ofdb
Label Arrow Video, Blu-ray
Land Großbritannien
Freigabe BBFC 18
Laufzeit 82:15 Min.
Unrated (Blood Rage) ofdb
Label Arrow Films, Blu-ray
Land Großbritannien
Freigabe BBFC 18
Laufzeit 79:27 Min.
Verglichen wurde die "Nightmare at Shadow Woods" Fassung mit der "Blood Rage" Fassung. Beide befinden sich auf der UK Blu-Ray von Arrow Films.

1974: Die junge Mutter Maddy besucht mit ihrem Liebhaber und ihren beiden Zwillingen Terry und Todd ein Drive-In in Jacksonville. Unter der Annahme, dass ihre beiden Söhne bereits schlafen, fangen die beiden Erwachsenen das Fummeln an, während sich Terry und Todd, die ihre Müdigkeit nur vorgetäuscht haben, heimlich aus dem Wagen schleichen. Terry findet auf einem Pick-Up Truck eine Axt und schlägt damit auf einen Jungen ein, der gerade dabei ist mit seiner Freundin zu schlafen. Danach drückt er dem entsetzten Todd die Axt in die Hand, beschmiert ihn mit Blut und behauptet, dass Todd der Täter war. Jahre später führt Terry ein normales Leben mit seiner Freundin Karen und einem großen Freundeskreis in der Wohnsiedlung Shadow Woods. Todd hingegen befindet sich in einer Nervenheilanstallt unter der Betreuung von Dr. Berman und wird gelegentlich von Maddy besucht. Am Thankgsgiving-Abend als Maddy die Verlobung mit ihrem neuen Freund Brad bekannt gibt, überschlagen sich die Ereignisse. Todd bricht aus der Anstalt aus und Dr. Berman vermutet, dass er zurück nach Shadow Woods kommen könnte. In Terry bricht derweil der Blutrausch wieder aus. Während immer noch jeder Todd für den Täter hält, zieht Terry eine regelrechte Blutspur durch Shadow Woods...

"Blood Rage" ist ein überraschend unterhaltsamer Slasherstreifen, der schon 1983 gedreht, aber erst 4 Jahre später in die Kinos kam. Die Geschichte vom bösen Zwilling, der seine blutigen Taten seinem Bruder in die Schuhe schiebt, ist zwar inhaltlich wenig überraschend, zumal für den Zuschauer von Beginn an klar ist wer denn der Täter ist, doch entschädigt der hohe Bodycount und die mitunter sehr blutigen F/X Szenen für diese inhaltlichen Unzulänglichkeiten.

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Schnittfassungen von "Blood Rage". Unter dem Titel "Nightmare at Shadow Woods" kam der Film ursprünglich ins Kino und wurde für ein R-Rating um einige blutige Szenen erleichtert. In der Videofassung mit dem Titel "Blood Rage" (die Unrated Fassung) sind diese Szenen wieder enthalten, dafür fehlen Handlungsszenen, die zuvor in der Kinofassung enthalten waren. Weiterhin ist für wenige Szenen alternatives Material zu sehen und es gibt sogar ein paar neue Handlungserweiterungen in der Unrated-Fassung.

Die UK Blu-Ray von Arrow Film enthält insgesamt drei Schnittfassungen des Film. Bei der Hauptfassung handelt sich um eine HD-Neuabtastung von "Blood Rage". Auf der zweiten Blu-Ray befindet sich die "Nightmare at Shadow Woods" Fassung, wobei Arrow nur ein qualitativ etwas schlechtere Kinoprint zur Verfügung stand. Deswegen wurde die Neuabtastung als Grundlage genommen und exklusive Szenen aus dem Kinoprint wurden wieder eingefügt. Weiterhin befindet sich in dem Set ein Composite Cut, der die fehlenden Szenen der Unrated Fassung aus der R-Rated Fassung wieder integriert. Fans des Films kommen aber nicht umhin sich die Kinofassung anzuschauen, denn die alterantiven Szenen sind exklusiv nur dort zu finden. Wer den Film bislang noch nicht kennt, dem sei entweder die "Blood Rage" Fassung oder der Composite Cut empfohlen. Beim Kauf muss man allerdings etwas aufpassen. Nur die 3-Disc Limited Edition enthält alle Schnittfassungen. Es ist anzunehmen, dass Arrow auch eine nicht limitierte reguläre Veröffentlichung anstrebet, die nur die "Blood Rage" Fassung auf Blu-Ray/DVD enthält.

Der folgende Schnittbericht behandelt die Unterschiede zwischen der "Blood Rage" und "Nightmare at Shadow Woods" Fassung. Ein B bei der Zeitangabe bedeutet, dass diese Szene nur in der "Blood Rage" Fassung enthalten ist. Bei einem N ist nur bei der "Nightmare at Shadow Woods" enthalten. Sind beide Zeichen zu finden handelt es sich um alternatives Material.

Laufzeiten:

Blood Rage: 82:15 Min.
Nightmare at Shadow Woods: 79:27 Min.
Weiterer Schnittbericht:

Meldungen:
Blood Rage - Blu-ray erscheint in den USA und UK (12.07.2015)
Blood Rage kommt auch nach Deutschland (29.11.2015)
Blood Rage ab Januar auf Blu-ray und DVD (01.12.2016)

N[00:00:00][00:00:00]

Gleich zu Beginn folgt die "Nightmare at Shadow Woods" Einblendung.



NASW: 5 Sek.


B[00:00:06][00:00:10]

Ein Werbeposter an der Straße ist zu sehen. Es folgt die Titeleinblendung "Slasher" als einige Fahrzeuge ins Drive-In fahren.



BR: 36 Sek.


B[00:05:04][00:04:31]

Terry schlägt weiter mit der Axt auf den Jungen ein.



BR: 15 Sek.


B[00:06:48][00:06:01]

Maddy zeigt dem Wachmann ihren Ausweis und wünscht ihm eine Frohes Thanks Giving.



Dr. Berman unterhält sich mit Maddy. Im Voice Over erfährt man, dass sich Todd an die Tat im Drive-In erinnert und den verdacht auf seinen Bruder lenkt. Dies macht Maddy wütend, aber beruhigt sich wieder.



Todd kommt ins Zimmer und man erfährt, dass er von Maddy noch immer wie ein Kind behandelt wird. Todd wird deswegen wütend und schleudert den mitgebrachten Kuchen durchs Zimmer. Zwei Pfleger kommen und drücken ihn auf den Boden. Todd fleht seine Mutter an, dass er aus der Anstallt entlassen werden möchte.



Danach sieht man Terry früher beim Spiel. Dr. Berman fragt sich was wohl in ihm schlummert.



BR: 3:07 Min.


BN[00:10:47][00:06:52]

BR:

Die Szene beginnt mit Terry, der lacht.



NASW:

Die Gruppe geht ins Schwimmbad. Derweil unterhält sich Julie mit einer älteren Dame über Terry und das tragische Ereignis im Drive-In. Nachdem alle im Wasser sind veranstaltet die Gruppe ein Wettschwimmen.



Julie läuft zu Andrea und fragt ob sie heute Abend Babysitten könnten, weil sie gerne zu einem Date möchte. Andrea meint, dass ja sonst hier sowieso nichts los sei.



Julie packt ihre Sachen und geht. Andrea meint, dass sie nicht mit ihr tauschen möchte, weil sie geschieden ist, ein Kind hat und in diesem Kaff fest steckt. Die Gruppe albert noch etwas herum. Danach sieht man Andrea unter der Dusche.



BR: 1 Sek.
NASW: 3:03 Min.


B[00:20:59][00:20:03]

Die abgetrennte Hand liegt am Boden. Brad dreht sich und das Blut spritzt aus seiner Wunde.



BR: 9 Sek.


B[00:23:06][00:22:01]

Die Machte ist ein weiteres Mal zu sehen.



BR: 2 Sek.


B[00:24:59][00:23:52]

Dr. Berman liegt am Boden und schreit. In der nächsten Einstellung ist sie etwas früher zu sehen.



BR: 12 Sek.


B[00:35:58][00:34:39]

Todd kommt zu Dr. Bermans Leiche und fragt sich warum das passieren musste. Er nimmt ihre Waffe an sich.



BR: 54 Sek.


N[00:39:18][00:37:05]

Andrea und Gregg liegen nackt übereinander und küssen sich.



NASW: 16 Sek.


B[00:42:19][00:40:23]

Der abgetrennte Kopf ist etwas länger zu sehen.



BR: 1 Sek.


B[00:42:22][00:40:24]

Weitere Schnitte auf den abgetrennten Kopf und die verängstigte Julie.



BR: 6 Sek.


B[00:45:17][00:43:13]

Andrea und Gregg sind kurz auf dem Bett zu sehen.



BR: 7 Sek.


B[00:52:22][00:50:11]

Gregg zieht Andrea zu sich, doch die meint, dass sie eine besser Idee hat. Schnitt auf Terry.



BR: 10 Sek.


BN[00:52:47][00:50:25]

BR:

Maddy erzählt am Telefon, dass ihr Sohn aus der Anstalt geflüchtet sei und dass ihm Kuchen von der Bäckerei mitgebracht hat.



NASW:

Gregg und Andrea spielen eine neue Runde Tennis, doch Gregg schießt den Ball über das Gitter. Andrea meint, dass er ihn dieses Mal holen muss.



Plötzlich geht das Licht auf dem Platz aus und Andrea ist sichtlich beängstigt. Gregg taucht wieder auf und meint, dass es ihm nicht gut geht. Er schlägt vor zu ihr zu gehen.



BR: 1:02 Min.
NASW: 1:07 Min.


BN[00:53:54][00:51:38]

BR:

Maddy verlangt ihren Freund zu sprechen. Danach sieht man Gregg und Andrea nackt auf dem Sprungbrett.



NASW:

Eine alternative Einstellung von Gregg und Andrea auf dem Sprungbrett ist zu sehen..



BR: 19 Sek.
NASW: 41 Sek.


B[00:54:42][00:52:48]

Maddy fleht ins Telefon, dass sie nicht allein gelassen werden möchte.



BR: 44 Sek.


BN[00:58:25][00:55:47]

BR:

Terry macht sich langsam an Karen ran, dann läutet es plötzlich.



NASW:

Terry fällt regelrecht über Karen her. Ihr gefällt dies nicht so recht. Terry geht und befiehlt ihr zu warten, als es läutet.



BR: 16 Sek.
NASW: 39 Sek.


B[00:59:56][00:57:42]

Terry spießt Artie auf.



BR: 12 Sek.


B[01:05:05][01:02:38]

Karen schreit, währen Terry die Machete aus dem Körper zieht.



BR: 1 Sek.


B[01:08:28][01:05:59]

Maddy greift nach Ted, doch der fällt nach vorn und sein Kopf platzt auf.



BR: 16 Sek.


BN[01:09:51][01:07:07]

Umschnitt mit Verkürzung.

BR:

Die Leichen sind kurz zu sehen. Karen schreit. Die Leichen sind länger zu sehen.



NASW:

Die Leichen sind länger zu sehen. Karen schreit.



BR: 3 Sek.
NASW: 2 Sek.

Kommentare

27.12.2015 00:09 Uhr - Bearserk
Sehr interessanter Schnittbericht zu einem überraschend blutrünstigen Streifen!
Danke für die Infos!

27.12.2015 00:14 Uhr - Intofilms
1x
Hammer-SB zu der wahrscheinlich besten Arrow-VÖ des Jahres!

Die "Slasher"-Fassung ist das reinste Gorefest (bietet daneben aber auch noch einiges mehr!), und die Effekte sind eben auch SEHR gut gemacht, ein überdurchschnittlich guter Slasher...!

Somit erweist sich einmal mehr, dass zwischen 1980 und 1985 ganz einfach die besten Slasher-Filme gedreht wurden...!


27.12.2015 00:17 Uhr - oziboxer
1x
noch nie was von diesem film gehört,weiss jemand obs den auf deutsch gibt

27.12.2015 00:23 Uhr - Intofilms
1x
Der kommt jetzt doch bald von Shock Entertainment mit einer extra neu angefertigten deutschen Syncro, wobei Shock sogar das fantastische Arrow-Master (wie auch für "The Mutilator") lizensieren konnten...

27.12.2015 00:36 Uhr - Bearserk
27.12.2015 00:17 Uhr schrieb oziboxer
noch nie was von diesem film gehört,weiss jemand obs den auf deutsch gibt


Meines Wissens nach bislang nicht.

27.12.2015 10:41 Uhr - Roland67
Da sieht man mal was für Perlen bei uns nicht veröffentlicht wurden; obwohl wie lang wäre eine deutsche VÖ wohl geworden ?

PS: Vielen Dank für den Schnittbericht.

27.12.2015 17:20 Uhr - Melvin-Smiley
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
Auf den Film bzw. eine vernünftige Version habe ich verdammt lange gewartet und die Arrow-VÖ ist auch direkt in's Regal gewandert.
Mir persönlich reicht die reguläre "Blood Rage"-Version; der Integral-Cut ist eine nette Dreingabe, aber mehr auch nicht. Eine im Gore-Bereich zensierte Fassung braucht natürlich kein Mensch, aber der Vollständigkeit halber ist diese natürlich auch nicht verkehrt und hilft zumindest beim Erstellen eines Schnittberichtes.

Der Film selbst ist ein kurzweiliger, sehr blutrünstiger und recht spannungsarmer Vertreter seiner blutigen Zunft. Sinn, Verstand & schauspielerische Leistungen sind totale Nebensache; besonders das grauenhafte Overacting der Mutter ist schlicht unerträglich.
Aber die Effekte der unzensierten Version entlohnen hier für so manche handwerkliche Fehler am Endprodukt.
Eiserne Slasher-Fans kommen hier sicher auf ihre Kosten, sollten aber auch kein Meisterwerk erwarten.
Eine Veröffentlichung hierzulande ist wünschenswert, wobei man sagen muss, dass man dem Film selbst mit rudimentärsten Englisch-Kenntnissen problemlos folgen kann und eine Shock'sche Porno-Synchro den Spaß auch deutlich trüben kann.

27.12.2015 17:33 Uhr - Intofilms
Ich finde überhaupt nicht, dass man Louise Lasser "grauenhafte[s] Overacting" vorwerfen kann. Im Gegenteil, sie ist für mich das schauspielerische Highlight nicht nur dieses Films, sondern fast schon des gesamten Slasher-Genres.
Die ist über den gesamten Film hinweg psychisch einfach dermaßen am Ende, dass ihr Suizid am Schluss fast schon so was wie eine Erlösung auch für den Zuschauer ist. Jedenfalls ist das einer der konsequentesten filmischen Selbstmorde, die ich kenne. Und das ist ja im Grunde das Krasseste an dem Film.
Die heftigen Gore-Effekte bilden das augenfällig und unmittelbar ab, was als Psychodrama im Inneren eben nicht sofort ersichtlich wird. Mit anderen Worten, der ausschweifende Gore reflektiert hier lediglich den psychischen Horror. Die Verkörperung der Mutter durch Louise Lasser ist von einer beispiellosen Wucht!

27.12.2015 17:43 Uhr - McMurphy
User-Level von McMurphy 1
Erfahrungspunkte von McMurphy 8
hah. der macker aufm cover..
und "gabi drösel" bei 42:22 rechts

27.12.2015 17:55 Uhr - Melvin-Smiley
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
27.12.2015 17:33 Uhr schrieb Intofilms
Ich finde überhaupt nicht, dass man Louise Lasser "grauenhafte[s] Overacting" vorwerfen kann. Im Gegenteil, sie ist für mich das schauspielerische Highlight nicht nur dieses Films, sondern fast schon des gesamten Slasher-Genres.
Die ist über den gesamten Film hinweg psychisch einfach dermaßen am Ende, dass ihr Suizid am Schluss fast schon so was wie eine Erlösung auch für den Zuschauer ist. Jedenfalls ist das einer der konsequentesten filmischen Selbstmorde, die ich kenne. Und das ist ja im Grunde das Krasseste an dem Film.
Die heftigen Gore-Effekte bilden das augenfällig und unmittelbar ab, was als Psychodrama im Inneren eben nicht sofort ersichtlich wird. Mit anderen Worten, die äußerst derben Gore-Effekte reflektieren den psychischen Horror. Die Verkörperung der Mutter durch Louise Lasser ist von einer beispiellosen Wucht!


Diese überdrehte Psycho-Show soll das schauspielerische Highlight dieses kleinen, sleazigen Slasher-Happens sein ? Wenn Du das so siehst, bitte, aber für mich war das mit zunehmender Laufzeit nur noch nervig und fernab jeglicher Realität.

*SPOILER* Dass sie sich am Ende konsequenterweise auch selbst ein Ende setzt, finde ich zwar passend und auch irgendwo befriedigend, aber das entschädigt auch nicht im geringsten für diesen überdimensionierten Auftritt. *SPOILER ENDE*

Ich denke kaum, dass Gore-Effekte hier irgendetwas reflektieren sollen; dafür ist der Plot viel zu simpel gehalten und zu sehr auf das bloße Abbilden der Grausamkeiten reduziert. Ein effektives Gemetzel.
Für mich ein wirklich unterhaltsamer und zuweilen recht dämlicher wie überzogener Slasher, aber auch ein beispielhaft blutiger Genre-Vertreter und darum geht es den meisten Fans hier schließlich auch.

27.12.2015 18:30 Uhr - Intofilms
Ja, sorry, ich hab gerade wohl unabsichtlich gespoilert. Das wollte ich nicht. Auch jetzt muss ich das leider wieder tun:

SPOILER
Dass der "Plot viel zu simpel" usw. sei, finde ich auch nicht. Ich finde ja gerade, dass der Film zwar schon ein exemplarischer Slasher ist (insofern ist der Titel "Slasher" ja auch so passend!): blutig und natürlich auch sleazig und natürlich mit einem stereotypischen Setting usw. Und natürlich befriedigen die spektakulären Effekte auch und v.a. die Erwartungshaltung der Fans.

Daneben bietet der Film aber doch auch noch mehr. Er lässt z.B. ganz bestimmte zentrale Fragen bewusst offen und schafft damit Ambivalenzen. Ich denke da sofort an die Kuss-Szene zwischen Mutter und Sohn, die einerseits zu lange und intensiv ist, andererseits aber auch vielleicht gerade noch im Rahmen sein könnte...? (Ich tendiere eher zu Ersterem.) Damit liegt doch der Schluss nahe, dass hier gar ein inzestuöses Verhältnis besteht (nicht der einzige Anhaltspunkt in dieser Richtung), das dann gewissermaßen auch die Triebfeder für Terrys Wahnsinn sein könnte. Außerdem wird in der einen Extra-Szene der "Shadow Woods"-Fassung - als Terry mit seiner Freundin zur Sache kommen will, dies aber nicht so recht klappen will - zumindest angedeutet, dass er ganz offensichtlich impotent ist. Und damit bekommt der Film auch eine gewisse Meta-Ebene, indem er das Morden sozusagen als sexuelle Ersatzhandlung inszeniert. Diese Theorie ist natürlich nichts revolutionär Neues. Aber mir gefällt irgendwie, dass der Film das hier so grausig-schön illustriert...

Und der gespaltene Kopf des Stiefvaters in spe am Ende des Films ist mMn eine sehr gelungene, entsetzlich-schöne Metapher für Schizophrenie (an der Terry ja offensichtlich leidet).
SPOILER ENDE

(Mein ganz persönliches) Fazit: Ich hatte durchaus einen lediglich solide gemachten, wenn man so will: simplen Slasher aus der Hochphase des Genres erwartet (ich kannte den zuvor nämlich noch nicht), wurde dann aber eben doch gewaltig überrascht, dass ich da noch so einiges mehr 'herauslesen' konnte...!

P.S. @Melvin-Smiley:
Ich habe jetzt (20:00 Uhr) gerade noch mal nach Kritiken gegoogelt, weil ich schon irgendwie verunsichert war, dass man Louise Lassers schauspielerische Leistung so krass anders bewerten kann, als ich das tue. Und das erste, das mir angeboten wurde, war eine Review von DVD Beaver - eine Seite, die ich eh regelmäßig und gerne konsultiere, aber weniger um Inhaltliches in Erfahrung zu bringen, sondern v.a. immer dann, wenn ich mich über die Güte von Restaurierungen informieren möchte (in dieser Hinsicht ist die Seite wirklich SEHR zu empfehlen!).

Jedenfalls, hier hat mich doch sofort der buchstäblich erste Satz in meiner persönlichen Meinung bestätigt:

"The Film:

The highlight [...] is the performance of Louise Lasser."

Kann echt nicht nachvollziehen, wie man das SO dermaßen krass anders empfinden kann, sorry...

28.12.2015 00:51 Uhr - marioT
27.12.2015 18:30 Uhr schrieb Intofilms
Kann echt nicht nachvollziehen, wie man das SO dermaßen krass anders empfinden kann, sorry...


Ich empfinde es genauso krass anders...;-)
Die Darsteller an sich agieren mit unter IMO auf absolutem Laien Niveau, und die Dialoge werden fast durch die Bank hölzern/amateurhaft herunter geleiert. "Louise Lasser" legt dabei aber ein Overacting von theatralischer Peinlichkeit an den Tag, als gebe es kein Morgen mehr.
Hier passt der Spruch: "Gewollt, aber nicht gekonnt", wie die Faust aufs Auge.

28.12.2015 07:54 Uhr - Melvin-Smiley
1x
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
@ Intofilms

Man kann auch in solche Horror-Schnellschüsse natürlich viel hereininterpretieren, aber gerade dieser Film lässt mit seiner "sehr übersichtlichen" Story doch extrem wenig Platz für irgendwelche Mutmaßungen.
Aber warum soll man auch auf biegen und brechen irgendwelche Interpretationen vom Zaun brechen, wenn ein Film einfach nur solide und blutig unterhalten will ? Halte ich für unnötig und ziemlich weit hergeholt.
Ich kann Deinen Erklärungsversuchen nun einmal so gar nicht folgen bzw. sie für mich nachvollziehen und von daher bleibt ihr "Schauspiel" einfach die gruseligste Komponente am kompletten Film.
Dass "Blood Rage" dazu nicht mit Momenten geizt, bei denen man sich gern mal an den Kopf fasst bzw. diesen schüttelt, dürfte darüber hinaus klar werden, wenn man sich das Verhalten fast sämtlichen Nebendarsteller anschaut.
Ich mag den Film. Ich mag ihn aber gerade, weil er ein gradliniger und unterhaltsamer Slasher ohne viel Story-Ballast ist. Für mich stehen hier die Effekte klar im Vordergrund und diese sind wirklich hervorragend. Zumindest hier dürfte Einigkeit bestehen. ;)

28.12.2015 13:14 Uhr - marioT
1x
27.12.2015 18:30 Uhr schrieb Intofilms

The highlight [...] is the performance of Louise Lasser."



Okay, aber wenn man den Satz komplett zitiert....
"The highlight of this sometimes humorous horror film is the performance of Louise Lasser"
Eventuell mal daran gedacht, dass diese Aussage auch mit einem Augenzwinkern in Richtung ihres lächerlichen Overacting gemeint sein könnte. ;-)

Ansonsten kann ich da nur Melvin-Smiley beipflichten.
Ein billiger, aber ansehnlicher Slasher, mit blutigen FX.
Darstellerisch und auf die Handlung bezogen aber eine ganz schöne Gurke.
Zudem ist die alte Version auch von der Kameraarbeit und der Ausleuchtung absolut grottig.
Die Darsteller im Fokus werden gut belichtet, aber sämtliche Hintergründe bleiben im Halbdunkel.
Sogar bei den Aufnahmen am Tag und im freien, bleiben die Hintergründe dunkel und man erkennt viele Details überhaupt nicht.
Erst die neue Abtastung lässt den Film quasi in neuem Licht erscheinen und alles hinter den Darstellern erscheint heller und ist endlich gut zu erkennen.

28.12.2015 20:55 Uhr - Intofilms
@Melvin & Mario:

Kumpels, ich kann Euch beide sogar sehr gut verstehen...;-) Meine Interpretationsbemühungen sind sicher nicht jedermanns Sache, sondern einfach eine kleine, zähe Marotte von mir, die immer mal wieder herauskommt, wenn die Gelegenheit günstig ist - und in diesem Fall scheint sie mir eben sogar ganz besonders günstig zu sein.
Für mich ist jedes künstlerische Werk (egal ob Hoch- oder Unterhaltungskultur, egal ob Roman, Popsong, Gemälde, Fotografie oder eben Film usw.) per se ein Text, der verschiedene Lesarten zulässt oder gar herausfordert - mal mehr, mal weniger.

Und meine Lesart von "Blood Rage" ist eben die, dass John Grissmer hier ein Familien-(Horror-)Drama in die Form eines Slasher-Films kleidet und sich dabei gewandt und effektiv seiner Requisiten bedient, um die Darstellung der Ereignisse einer etablierten Logik folgen zu lassen (exemplarischer Slasher), es handelt sich also gewissermaßen um eine Travestie.

Aber wie gesagt, das ist meine ganz persönliche Wahrnehmung des Films. Und die muss niemand mit mir teilen, da muss mir keiner beipflichten. Das kann ich schon verkraften.

ABER:
Die schauspielerische Leistung von Lasser, da KANN ich nicht locker lassen, da die mich eben so sehr beeindruckt und überhaupt erst auf die von mir beschriebene Lesart gestoßen hat.

Und ihr könnt es mir wirklich glauben: ich habe jetzt noch einmal eine neue Google-Suche gestartet, dies mal mit der Eingabe: /arrow blood rage review/, und der erste Treffer, der mir angeboten wird, kommt jetzt von einer Website namens 'pissedoffgeek.com' (klingt das nicht herrlich...?!), und dort kann man zum Thema Güte der schauspielerischen Leistung folgenden knappen, eineindeutigen (freilich subjektiven) Satz lesen:

"The acting ranges from good (Louise Lasser) to very poor[.]"

Hier wird ihre Performance freilich nicht so überschäumend positiv bewertet, wie ich das tue, und auch von Highlight oder dergleichen ist hier keine Rede. Aber ich denke doch, dass die von Euch gewählten Attribute wie 'grauenhaft, unerträglich, peinlich, Overacting' hier erst recht keine Bestätigung finden, sondern im Gegenteil ganz entschieden und unmissverständlich entkräftet werden...
(Und wie gesagt, das war jetzt wieder der buchstäblich erstbeste, sozusagen x-beliebige Treffer, der mir serviert wurde, sorry...!)


Ich kann es wirklich vollkommen gelassen akzeptieren, dass man "Blood Rage" 'lediglich' als prototypischen Slasher rezipiert (wenngleich ich das als vertane Gelegenheit, verpasste Chance auffasse), überhaupt kein Thema, ich bin gerne ein 'guter Verlierer', gehört einfach dazu!!! Denn SELBSTVERSTÄNDLICH 'funktioniert' der Film auch auf dieser Ebene BESTENS.

Aber Lassers Schauspiel derart herabzusetzen, ist und bleibt in meinen Augen VOLLKOMMEN unangemessen, vollkommen unverständlich...

Und noch eine - wirklich - letzte Anmerkung zu meinem Interpretationseifer (und damit doch noch so etwas wie eine kleine Rechtfertigung, vielleicht sogar 'Entschuldigung' meinerseits):
Ist es denn nicht absolut faszinierend, gerade im scheinbar völlig Vertrauten, Altbekannten völlig Neues zu entdecken...?!

29.12.2015 15:48 Uhr - BUTCHA
2x
Hammer.........diese Beschreibung/Deutung ist pures Gold!

DANKE!

:-)

29.12.2015 17:27 Uhr - Rob Lucci
1x
User-Level von Rob Lucci 2
Erfahrungspunkte von Rob Lucci 51
28.12.2015 20:55 Uhr schrieb Intofilms
Aber ich denke doch, dass die von Euch gewählten Attribute wie 'grauenhaft, unerträglich, peinlich, Overacting' hier erst recht keine Bestätigung finden, sondern im Gegenteil ganz entschieden und unmissverständlich entkräftet werden...

Sorry da muss ich jetzt mal nachfragen.^^ Also wenn ich dich richtig verstehe ist jede negative Meinung über Louise Lasser vollkommen nichtig, da irgendein Reviewer behauptet sie wäre gut?^^ Also wenn du jetzt ein Zitat von Roger Ebert gebracht hättest, dann könntest du durchaus so argumentieren, keine Frage. Aber so ist es nur die Meinung von irgendeinem Typen der den Film gesehen hat. Ergo nicht aussagekräftiger als die Meinungen derer die hier etwas schreiben.

Ich selbst fand das 'Schauspiel' von Louise Lasser auch fast unerträglich. Ich meine ich bin der Letzte, der etwas gegen Overacting hat, aber das hier ist leider Overacting von seiner schlimmsten und langweiligsten Sorte. Wenn ich auch mal interpretieren darf, so spielt Louise Lasser hier eine Frau, die sich dermaßen hysterisch verhält und derart an ihrem heilen Weltbild festhält, dass sie nach kurzer Zeit so unerträglich wird, SPOILER das man sich als Zuschauer am Ende sehr über ihren Selbstmord freut und die Credits mit einem breiten Grinsen ansieht.SPOILERENDE Sollte dies die Intention gewesen sein, dann okay, das hat Lasser wirklich gut rübergebracht.

Den Film an sich fand ich recht unterhaltsam. Hat zwar durchaus seine Längen und die meisten Figuren sind einfach reines Slasherfilm-Schlachtvieh (auch wenn gerade manche Figuren den Film leider überleben mussten, die ich gerne als Opfer gesehen hätte), aber er kann durchaus sehr gut auch bei mehrfachen Betrachten unterhalten.

29.12.2015 19:34 Uhr - KarateHenker
DB-Helfer
User-Level von KarateHenker 9
Erfahrungspunkte von KarateHenker 1.066
Es gibt selbstverständlich diverse Reviewer, die Lassers unfreiwillig komisches Knallchargengezappel (ich weigere mich, das als Schauspiel zu bezeichnen!) ebebfalls als solches erkannt und abgewatscht haben. Auch da hilft Google.

29.12.2015 20:27 Uhr - Intofilms
1x
Habe jetzt mal Deinen Ratschlag befolgt und nach weiteren Reviews geschaut, und in der Tat gibt es da doch einige, die ganz genau in die Richtung lächerlich-überdrehtes Overacting gehen. Allerdings auch wiederum einige andere, die Lasser Schauspiel als 'stand-out performance' und ihre Figur als "most interesting character in the film" und "pathetically tragic" werten...
Jedenfalls bin ich jetzt so langsam doch irgendwie versöhnt damit, dass man die von mir so angepriesene glaubhaft-überwältigende Intensität von Lassers Schauspiel ganz offensichtlich auch VOLLKOMMEN anders empfinden kann: als vollkommen lächerlich und überzogen (was mir zwar nie in den Sinn gekommen wäre; aber - ich bin ja lernfähig! - das ist mir jetzt durchaus eine LEHRE)...

Wirklich, dass ihre Performance so dermaßen polarisieren könnte, war mir ABSOLUT nicht bewusst (sorry!), so überwältigt war ich von ihrem Auftritt (und bin es immer noch)...

29.12.2015 23:35 Uhr - marioT
2x
@Intofilms
Mal von den unterschiedlichen Standpunkten und Betrachtungsweisen abgesehen, finde ich es sehr schön wie du Filme angehst und dich auch wirklich noch in die Handlung bzw das Dargebotene hinein versetzt und auf dich wirken lässt.
Vielen Usern hier - so habe ich oft den Eindruck - geht das völlig ab, und gerade solche Filme werden nur noch nach dem Blutgehalt und den graphischen Gewalt-Aspekten, entweder gefeiert, oder gnadenlos abgewertet.
Wo dann bei mir die Lust auf eine Diskussion sofort gen Null tendiert.
Hier hingegen fand ich eine Diskussion interessant und lohnenswert.
So was nenne ich dann wirklich "Intofilms".
Respekt!
:-)

30.12.2015 18:53 Uhr - Intofilms
Danke Dir ganz herzlich, marioT!

Mit meinem User-Namen wollte ich aber ganz einfach nur "Ich steh auf Filme = I'm into films / movies" zum Ausdruck bringen (also ganz unprätentiös) - keine besonders originelle Message zumal auf dieser Plattform, aber das zusammengezogene "Intofilms" hat mir dann doch ganz gut gefallen; aber eigentlich wollte ich ja "Kultfilmfan" nehmen...;-) Der Bestandteil 'film' war mir halt irgendwie wichtig...;-)

Übrigens, 'Blutgehalt und grafische Gewaltdarstellung': wenn Du wüsstest...;)))

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Midsommar
inkl. Director's Cut
Blu-ray 26,99
Blu-ray 18,99
DVD 16,99



Zoo
Blu-ray 12,99
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