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George A. Romero - Seine Karriere im Zensur-Überblick

Zombie (Dawn of the Dead)

1978

Kommen wir nun also zu wohl dem bekanntesten Werk von George A. Romero, mit dem er, nach den vielen Misserfolgen in den Jahren zuvor, zu seinem ersten Kassenhit zurückkehrte. Von vorneherein war dies eng mit der Unterstützung von Dario Argento verbunden, der ein großer Fan von Night of the Living Dead war und für die europäischen Verleihrechte den Großteil der finanziellen Mittel zur Verfügung stellte. Dawn of the Dead führt das Szenario fort: Die Epidemie hat rasend schnell um sich gegriffen und eine kleine Gruppe Überlebender verschanzt sich in einem Einkaufshaus, um den schlürfenden Zombies zu entkommen. Der Rest ist Filmgeschichte und in unserer ausführlichen Zombie-Retrospektive sind wir bereits ausführlich auf etliche Hintergründe zur Entstehung und den verschiedenen Filmversionen oder dem Schicksal in Deutschland eingegangen. Es folgt der Versuch, sich auf ein paar wesentliche Zensur-/Fassungs-Aspekte zu konzentrieren.

Gleich im Herstellungs-Land Amerika hatte Romero erwartungsgemäß mit der MPAA zu kämpfen. Obwohl er mit dem speziell damals noch vor allem mit Hardcore-Pornographie verbundenen X-Rating nicht zufrieden war, wollte er auch auf keinen Fall Kürzungen hinnehmen und überzeugte den Verleih letztendlich, den Film ungeprüft in die Kinos zu bringen. Wie bei so vielen anderen Filmen, wirkte sich eine entsprechende Vermarktung mit Fokus auf die extremen Gewaltszenen dann doch durchaus positiv auf das Einspielergebnis aus. Aber es wäre ohne Frage vermessen, den Film auf diesen Aspekt zu reduzieren, denn trotz regelmäßigen Splatter-Momenten sind jede Menge Gesellschaftskritik und inszenatorische Finessen nicht zu übersehen. Wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser in so vielen Ländern als Kunst eingestufte Klassiker in Deutschland von seinem §131-Status befreit wird und sich der Reihe aufgehobener Beschlagnahmen anschließen kann.

Aber bevor man auf die deutsche Freigabe-Situation eingehen kann, muss man natürlich erstmal festhalten: Wir bekamen hierzulande damals zuerst die eben von Argento zubereitete europäische Fassung des Films vorgesetzt. Sie gilt ohne Frage auch heute für viele noch als beste Option, da das Resultat durch diverse Straffungskürzungen deutlich dynamischer ist und der geniale Soundtrack von Goblin eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Obwohl die Argento-Fassung in der Summe 7 Minuten kürzer läuft, verwendet sie jedoch interessanterweise auch knapp 25 Minuten Material, welches im Romero-Cut gar nicht zum Einsatz kam - woran man auch schon gleich sieht, dass diese beiden wesentlichen Schnittversionen stark abweichen und von uns auch in zwei separaten Schnittberichten abgehandelt wurden (siehe erste zwei Links unten).

In den 90ern fertigte Romero selbst eine Extended Version von seiner amerikanischen Kinofassung an, welche auch als Cannes Cut bekannt ist. Bei rund 12 Minuten mehr wird hier etwas mehr Handlung im Kaufhaus eingefügt und es gibt kleine Ergänzungen hier und da. Kein gravierend anderer Film als in der US-Kinofassung jedenfalls. Ganz anders sieht das bei der berüchtigten Version aus, die damals dank Oliver Krekel das Licht der Welt erblickte...

Damit sind wir nämlich bei der Situation in Deutschland angelangt, wo ein in Label-Eigenregie angefertigter Final Cut seit der ersten VHS-Veröffentlichung im Jahre 1999 die Gemüter der Fans erhitzt. Hier wurde versucht, aus eben diesen drei wirklich offiziellen Fassungen (und ein wenig nie für im Film selbst gedachtem Ausschuss-Material) eine längstmögliche Version zu basteln. Gerade wegen dem komplett unterschiedlichen Score und dem z. T. bewusst ganz anderen Szenenaufbau passt das eigentlich vorne und hinten nicht. Auf dieser Basis entstanden auch verschiedene FSK 16-Fassungen für das Kaufhaus - bei der immerhin 155 Minuten langen Quelle fielen umfangreiche Kürzungen bei der verbleibenden Gesamt-Laufzeit natürlich auch weniger ins Gewicht.

Schon diverse VHS-Auflagen waren damals aber mehr oder weniger stark zensiert auf Basis des Argento-Cuts und wurden trotzdem beschlagnahmt - erstmals erwischte es da 1991 die Marketing-VHS, welche zuvor schon 1983 auf dem Index gelandet war. Für weitere Details sei wie gesagt auf die Zombie-Retrospektive verwiesen. In den letzten Jahren kamen auch neue FSK-Schnittfassungen auf Basis des Romero-Cuts und des Extended Cuts hinzu - die Kuh wurde von verschiedenen kleineren Labels immer wieder gemolken. Dazu trug natürlich auch bei, dass 2004 das Remake Dawn of the Dead in die Kinos kam und entsprechend das Interesse am Original wieder befeuert wurde. Romero war bei diesem aber nicht weiter beteiligt und prinzipiell kam der Streifen auch ungekürzt durch die FSK-Prüfung - selbst in der Unrated-Fassung, wenngleich diese auf Blu-ray dank US-Master leider leicht zensiert ist.

zum Schnittbericht zur Argento-Fassung (Fehlstellen gegenüber der Romero-Fassung)

zum Schnittbericht zur Romero-Fassung (Fehlstellen gegenüber der Argento-Fassung)

zum Schnittbericht zur amerikanischen Extended Version

zum Schnittbericht zur FSK 16-DVD von Screen Power (basierend auf dem Final Cut)

zum Schnittbericht zur FSK 16-DVD von X-Rated (basierend auf dem Final Cut)

zum Schnittbericht zur Tele 5/FSK 16-DVD-Fassung (basierend auf dem Romero Cut)

zum Schnittbericht zur Keine Jugendfreigabe-DVD (basierend auf dem Extended Cut)

zum Schnittbericht zur SPIO/JK-DVD (basierend auf dem Extended Cut)

zum Schnittbericht zur VPS-VHS (basierend auf der Argento-Fassung)

zum Schnittbericht zur Marketing-VHS (basierend auf der Argento-Fassung)

zum Schnittbericht zur XT Video-DVD (basierend auf der Argento-Fassung)

zum Schnittbericht zur britischen BBFC18-VHS (basierend auf der Romero-Fassung)

zum Schnittbericht zur Silverline Pay-TV-Fassung (basierend auf der Romero-Fassung)

zum Schnittbericht zur Super-8-Fassung (basierend auf der Argento-Fassung)

Kommentare

16.07.2018 09:22 Uhr - alex_wintermute
4x
"Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde."

Grandioses Meisterwerk vom Urvater des modernen Zombiefilms. Hier stimmt alles, auch der Gorefaktor. Für mich einer der besten wenn nicht der beste Zombiefilm aller Zeiten. Ich mag sowohl den Romero Cut als auch den Argento Cut. Je nach Stimmung, alle anderen Cuts lehne ich ab.

16.07.2018 14:34 Uhr - Dogger
Ein guter Film im Zombiegenre.
Vielleicht der beste Zombiefilm.
Habe selbst die 4k Version und die Ultimate Edition von Anchor Bay, wo der US Theatrical Cut, Extended Version und die European Version enthalten ist.
Den Final Cut kenne ich nicht, aber der soll ja auch schlecht sein udn auch Qualitativ mies.

17.07.2018 01:01 Uhr - spobob13
Egal wie schlecht die Darsteller, Szenensequenzen gerade zu Anfang oder der miese Score ist. Das B oder besser C-Movie kann selbst mit dem Remake von 2004 locker mithalten. Warum? Das Remake hat nur gute Darsteller, nur einen klasse Score und nur ein gutes Drehbuch. Weder gute Darsteller, so manche Gaga Szene besonders zu Beginn, und einen kaum zu ertragenden Score hat Romero - aber dafür die originelle Idee, die bereits tausendfach kopiert wurde. Auch wenn ich den Film aus heutiger Sicht nicht sonderlich gut finde, gehört er doch in die Sammlung, und hat schon lange Filmgeschichte geschrieben.

18.07.2018 11:51 Uhr - muffin
1x
Damit hat er sich einfach unsterblich gemacht, bleibt für mich der beste Zombiefilm aller Zeiten.
Den Film habe ich glücklicherweise noch im Kino erlebt.
Nach einer Vorführung habe ich noch nie so viele blasse und schweigsame Menschen aus einem Kino gehen sehen.

18.07.2018 23:21 Uhr - Dogger
18.07.2018 11:51 Uhr schrieb muffin
Nach einer Vorführung habe ich noch nie so viele blasse und schweigsame Menschen aus einem Kino gehen sehen.

Ich mein, der ist doch eher spassig als hart.
Das waren bestimmt witzige Zeiten, wo die Menschen "unberuehrt", was Gewalt etc. in Filmen und Co angeht, in das Kino gegangen sind.
Da gab es auch nur 3 TV Channels. :) (hab ich mal gelesen)
Man kann es sich nicht vorstellen, aber man will es auch nicht erlebt haben.

Selber im Kino gewesen? In 1978?

21.07.2018 14:08 Uhr - alraune666
1x
18.07.2018 23:21 Uhr schrieb Dogger
18.07.2018 11:51 Uhr schrieb muffin
Nach einer Vorführung habe ich noch nie so viele blasse und schweigsame Menschen aus einem Kino gehen sehen.

Ich mein, der ist doch eher spassig als hart.
Das waren bestimmt witzige Zeiten, wo die Menschen "unberuehrt", was Gewalt etc. in Filmen und Co angeht, in das Kino gegangen sind.
Da gab es auch nur 3 TV Channels. :) (hab ich mal gelesen)
Man kann es sich nicht vorstellen, aber man will es auch nicht erlebt haben.

Selber im Kino gewesen? In 1978?


Der wurde damals als extremst hart angesehen und in keiner Weise als spassig ... das mit unberuehrt von Gewalt trifft eher auf heute zu als damals ... vieles was uns damals schockte triggert heute gerade mal nen muedes laecheln ... ich habe die ganzen Klassiker damals noch im Kino erleben duerfen!

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