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Kommentare
20.02.2020 19:19 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Folgender Abschnitt ist jedenfalls vortrefflich, denn so werden die Beschlagnahmen desavouiert, indem die "Entlassungen" (korrekter Weise) als prinzipiell ähnlich beliebige Entscheidungen dargestellt werden!

20.02.2020 18:23 Uhr schrieb Tom Öozen (...)
Bin mir sicher, der Richter hat sich diesen Streifen nicht mal vorher angeschaut, sondern reitet nur auf einer "Entlassungswelle" mit. Wie kann es sein, das er erst nach ein paar Jährchen nicht mehr dem Tatbestand (aus heutiger Sicht vor wenigen Jahren), der Gewaltverheerlichung [sic] entspricht?! (...)
20.02.2020 16:49 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 15:43 Uhr schrieb Cryptkeeper78
Scheinst Dich da ja gut auszukennen. Kenne einen Anwalt, der aber nicht auf Medien spezialisiert ist und wenig Zeit hat. Man bräuchte echt einen Film-Fan, der dann da persönlich Druck macht, aber wird wohl ein Traum bleiben. Zumal derjenige, dass dann ja auch unentgeltlich machen müsste.


Auskennen ist relativ. Das ganze Konstrukt durchblicken wohl nur sehr wenige Menschen in Deutschland und ich würde mich auch nur teilweise dazu zählen.

Realistischer Weise wäre eine Verbandsstruktur wohl am besten, um etwas zu erreichen. Ich weiß jetzt nicht, ob es in der Hinsicht noch irgendwas gibt. Im Videospielbereich gab es den VDVC, der z.B. erfolglos (aus Sicht des Gerichts nicht hinreichend die eigene Betroffenheit begründet) versuchte, gegen die Neufassung des § 131 StGB vorzugehen.

Es liegt auch an den Labels. Mir scheint, dass die sich mit dem Status Quo arrangiert haben und es ihnen genügt, peu à peu entsprechende Filme freizukriegen. Ein regelrechter Rundumschlag (Verfassungsbeschwerde) ist vielleicht relativ gesehen aufwendiger.

Im Grunde ist § 131 StGB (mittlerweile) meines Erachtens evident verfassungswidrig. Wie soll man diesen Paragraph bzw. Verbote auf Basis dessen ernstnehmen können, zumindest im Bereich fiktiver Unterhaltung? Da wird ein Film mit einem Weltstar wie Elijah Wood im Kino mit FSK-KJ unzensiert gezeigt, dann von einer anerkannten Juristenkommission (SPIO/JK) im Heimkino als nach § 131 StGB unbedenklich eingestuft, ein pluralistisches Behörden bzw. juristisches Laiengremium indiziert aber mit StGB-Relevanz auf Listenteil B, ein Staatsanwalt leitet es im Zuge von Ermittlungen an ein Gericht weiter, ein gelangweilter Richter an einem Amtsgericht verbietet den Film faktisch und ein paar Jahre später soll der Film dann § 131 StGB "aus heutiger Sicht" nicht mehr erfüllen. Wie soll man das denn vertreten können gegenüber der Bevölkerung aber auch dem Ausland (bezogen auf das Ansehen von Deutschland)? Das ist hier ein extremer Einzelfall, aber es gibt ja Dutzende Beispiele in letzter Zeit an Rehabilitierungen, an künstlerisch (im Ausland) sonst geschätzten Filmen (sattsam benutztes Beispiel: The Texas Chain Saw Massacre in der ständigen Sammlung des NY Museum of Modern Arts). Diese Verbotsmanie schadet(e) Deutschland vielmehr als es nützt. Vielleicht müsste man auch einfach mal den wirtschaftlichen Schaden kalkulieren, um manche Politiker hellhörig werden zu lassen, wenn denen schon nicht viel an der allgemeinen Kunstfreiheit liegt.
20.02.2020 14:15 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 14:09 Uhr schrieb Noxa
Könnte es sein das bei Braindead die Beschlagnahme nicht aufgehoben wurde, da das Gericht noch immer einen Verstoß gegen den 131er sieht?

Wenn Anträge auf vorzeitige Listenstreichung abegelehnt werden können, müsste das doch auch bei Gerichten und Beschlagnahmebeschlüssen der Fall sein.

Braindead ist doch ein ziemlich bekannter Film, halte es für seltsam das man nicht versucht hat den zu befreien.


Nur wenn ein Gericht den Tatbestand an sich verneint ("keine Gewaltverrlichung mehr aus heutiger Sicht" etc.), dann reicht das (idR) schon für die BPjM, um wieder eine Prüfkompetenz zu sehen, da die älteren Beschlüsse damit "erschüttert" sind.

EDIT: Sorry, hatte die Frage nicht verstanden. <.< Ich lass das jetzt aber so stehen, egal.
20.02.2020 14:12 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 13:57 Uhr schrieb Cryptkeeper78 Wahrscheinlich wird allerdings lustiger Trash wie "Ausflug in das Grauen", "Teufel tanzt weiter", "Tanz der Dämonen", "Blood Feast" oder "Crying Fields" nie frei kommen, da dies wie gesagt zu trashig ist und sich kein Label darum kümmern wird.


Man könnte die wohl sogar ohne das Zutun von Labels freikriegen, indem man einen Staatsanwalt darauf ansetzt (im Zuge von Ermittlungen), der dann die Aufhebung beantragt...

Alternativ könnte man versuchen, eine höchstrichterliche (verfassungsrichterliche) Entscheidung zu provozieren, die den Tatbestand § 131 StGB neue Schranken setzt, womit die älteren Entscheidungen quasi-hinfällig werden und die BPjM wieder eine Prüfkompetenz sieht (vgl. mit Friday Teil 3: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=10638). Im Endeffekt geht's eigentlich ja nur darum, die vom Index zu kriegen bzw. genauer FSK-kennzeichnungskompatibel zu bekommen; es könnte also auch schon reichen, § 18 Abs. 5 JuSchG zu reformieren bezogen auf die "Rechtskraft" der Gerichtsbeschlüsse für die Prüfkompetenz der BPjM (was aber in dem vor kurzem zur Diskussion gestellten JuSchG-Entwurf auch nicht vorgesehen ist).

Oder eben § 131 StGB von Seiten des Gesetzgebers abschaffen oder hinreichend reformieren.
19.02.2020 21:20 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Ich vermute, dass der Film auf dem Index bleibt, aber täusche mich gerne.
19.02.2020 21:08 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
§ 131 StGB ist halt verfassungswidrig. Erfüllt weder das Bestimmtheitsgebot, noch das Verhältnismäßigkeitsprinzip (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit). Es ist ja nicht einmal klar, was der Schutzzweck sein soll, außer paternalistische Moralvorstellungen von Bewahrpädagogen und Neokinoreformern zu bedienen.
11.02.2020 19:01 Uhr - Zombie Army 4 - Dead War erschien unzensiert (News)
11.02.2020 18:57 Uhr schrieb Cocoloco
11.02.2020 02:56 Uhr schrieb Death Dealer
Eine Super Spiel, kann ich jeden Ego Shooter Zocker empfehlen!

Das Spiel ist kein Ego-Shooter ;)


Doch, wenn man den Zoom der Gewehre benutzt, wechselt es auf eine First-Person-Ansicht, ist damit gemeinhin ein "Ego-Shooter".

Okay, das war jetzt wenig produktiv von mir.
Und anscheinend wurden die Beschlagnahmebeschlüsse über das Remake von Night of the living Dead jetzt aufgehoben: https://www.schnittberichte.com/murof/viewtopic.php?f=2&p=1735833#p1735831
Wegen des Zitats von Business Insider und der Frage, ob die KJM die Anfrage tätigte: Meines Wissens ist das immer nur eine der insg. 14 Landesmedienanstalten (LMA) bei solchen Anfragen. Die KJM ist zwar gesetzlich im JMStV durchaus als Organ anerkannt, handelt aber eigentlich fast nur im Auftrag einer spezifisch tätigen LMA. In so einem Fall kann eine LMA dann die KJM zwecks Klärung der Rechtslage (auch wegen bundesweit vereinheitlichter Praxis) um Stellungnahme bitten. Die KJM ist quasi das juristische Gehirn der LMA. Vermutlich war Netflix verwirrt, weil in der Anfrage die KJM durch die LMA erwähnt wurde, also dass die KJM das geprüft hat etc.
06.02.2020 04:38 Uhr schrieb troja51
(...) Somit ist der Film (zumindest Teil 5 oder gar die ganze Box? - das ist juristisch glaube ich umstritten) für mindestens zehn Jahre "weg".
Vielleicht können sich zu diesen rechtlichen Fragestellungen mal sachkundige User wie Rigolax oder fidezi oder auch andere äußern.


Vorweg als Disclaimer, auch allgemein. Ich bin kein Jurist und habe auch kein Jura studiert. Daher ist sachkundig bei mir relativ. ;)

Es ist grundsätzlich doch so, dass weder eine Beschlagnahme noch eine Einziehung ein generelles Verbreitungsverbot bewirkt und auch nicht für eine Verurteilung ein notwendiges Kriterium ist. Vielmehr kommt es auf den jeweiligen Fall an: Wenn jemand einen Film im juristischen Sinn verbreitet, der nach § 131 StGB von Gericht A beschlagnahmt oder eingezogen wurde, könnte das dann zuständige Gericht B den Sachverhalt ganz anders sehen, den Inhalt des Films anders bewerten. Sogar Gericht A könnte das, was insbesondere naheliegend ist, wenn die Beschlagnahme länger her und die Tatbestandlichkeit der Darstellungen aus heutiger Sicht überholt ist. Ich kenne auch nicht wirklich viele Fälle von tatsächlichen Verurteilungen von Verbreitern oder Herstellern gemäß § 131 StGB (aber bei Ittenbach und Krekel; laut Wikipedia), sondern eben nur von Beschlagnahmen/Einziehungen, die im Verlauf von Ermittlungen erfolgen, aber ggf. eben nicht immer mit Verurteilungen enden.

In der Praxis ist es meines Wissens so, dass nach einer Beschlagnahme meist weitere Fassungen des Mediums mehr oder weniger „fahrlässig“ quasi „folgebeschlagnahmt“ werden, da sich (andere) Gerichte kaum mehr inhaltlich mit den Werken auseinandersetzen, sondern sich auf die Urbeschlagnahme beziehen. Die Gerichte werden mittelbar meist durch Listenteil-B-Indizierungen der BPjM auf den Plan gerufen, da diese bei solchen gemäß § 24 Abs. 4 JuSchG die Ermittlungsbehörden informiert, die das dann ggf. zum Gericht eskalieren.

Jedenfalls ist wohl erst einmal die ganze Box „vergiftet“ und der 5. Teil im Speziellen. Das liegt natürlich besonders an der aktuellen Beschlagnahme und sogar Einziehung, im Fall der Box allgemein aber auch schon an der B-Indizierung der BPjM, weil sich durch dieser leicht ein Vorsatz im strafrechtlichen Sinne unterstellen/feststellen lassen kann.

Kurios ist aber auch, dass das Landgericht Fulda nach Auskunft/Interpretation der BPjM ja offenbar nur § 131 StGB bei Teil 5 festgestellt hat und das bei den anderen offen ließ. Nun ist Teil 5 gerade einer, den die BPjM auf A indizierte, anders als Teil 3 und 4, bei denen sie auf B indizierten.
31.01.2020 13:48 Uhr schrieb Cryptkeeper78 Ich würde sagen, dass 90% der Filme zumindest vom $131 befreit werden könnten, wenn nicht sogar mehr.


Vermutlich ja. Es gibt wohl nur sehr wenige Filme, die im engeren Sinne "gewaltverherrlichend" sind, analog auch "-verharmlosend". In fast allen Fällen handelt es sich um doch Filme, bei denen der durchschnittliche, verständige Zuschauer eher Mitlied mit den Opfer empfindet (impliziert/suggeriert), oder, vor allem im Gamesbereich, zumindest keine positive Identifizierung mit den Tätern/der Gewaltauswirkung an sich erfolgt, vor allem im Kontext der Notwehr und Nothilfe.

Witzig ist übrigens doch auch, dass doch wohl selbst Filme rehabilitiert werden, durch deren Darstellungen man früher die Menschenwürde verletzt sah. Muss man sich mal reinziehen: die eigentlich absolute, um nicht zu sagen "heilige", unantastbare Menschenwürde. Daraus kann man jetzt ableiten, was man will...

Und § 131 StGB ist ja, anders als vielfach gedacht, keine reine Jugendschutzmaßnahme, sondern soll vielmehr opak den "öffentlichen Frieden" sichern, was wohl nach herrschender Meinung in Richtung "Prävention von medieninduzierten Gewalttätern" geht. Sicherlich spielt auch herein, dass der Gesetzgeber das "eklige" Zeug von dem "anständigen" Bürger fernhalten will, analog zu Hardcore-Porn, aber das verfängt nicht insoweit, dass anders als bei Porn Inhalte nach § 131 StGB einem juristischen Verbreitungsverbot auch an Erwachsene unterliegen, was eben auch keine reine Jugendschutzmaßnahme rechtfertigen würde.

Ein tatsächlicher § 131 StGB-Film müsste also irgendwie wirklich negative, sozialschädliche Folgen haben, und zwar über einem Maß hinausgehend, was man unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit noch ertragen muss. Wenn also z. B. 1000000 Leute einen Film unbeschadet konsumieren (akute Verstörung ist egal), aber einer dadurch durchdreht, würde das imho auch nicht für ein Verbot reichen.
30.01.2020 13:51 Uhr - Indizierungen Januar 2020 (News)
@ fidezi Danke für den Post, aber ich kann dennoch nicht nachvollziehen, warum es akzeptabel sein soll, dass die Strafverfolgung und Vollstreckung verjährt, aber nicht die angebliche Tatbestandsbegründung ausgehend von dem Beschluss. Das ist für mich ziemliches Unrecht.

Gibt da übrigens einen Aufsatz in der BPjM-Aktuell zum Thema Verjährung, falls noch nicht bekannt: https://www.bundespruefstelle.de/blob/132946/82e55002b948686a8a5089c1c41e70a7/2008-04-rechtliche-fragestellungen-der-listenfuehrung-data.pdf
29.01.2020 23:17 Uhr - Indizierungen Januar 2020 (News)
29.01.2020 22:09 Uhr schrieb lappi
Wie humorlos... irre ich mich oder muss Braindead auf Liste B bleiben, bis sich ein Gericht erbarmt, den zu befreien? Also, so dass der formal folgeindiziert werden muss und nicht von der BPjM auf A gesetzt werden kann?


Ja, liegt an § 18 Abs. 5 JuSchG: "Medien sind in die Liste aufzunehmen, wenn ein Gericht in einer rechtskräftigen Entscheidung festgestellt hat, dass das Medium einen der in (...) § 131 (...) des Strafgesetzbuches bezeichneten Inhalte hat." Beziehungsweise liegt es an der Rechtsansicht der Behörde. Sicherlich soll das auch der Gewaltenteilung Rechnung tragen.

Interessant ist in diesem Kontext allerdings, dass Beschlagnahmebeschlüsse nach 3 Jahren und Einziehungsbeschlüsse nach 10 Jahren eigentlich verjähren (nach juristischer Meinung). Dies unter Betrachtung der nicht zu vernachlässigenden Grundrechtseinschränkungen durch eine Indizierung, insbesondere auf Listenteil B, vor allem kombiniert bei künstlerisch und kulturell zweifellos gewichtigen Filmen wie bei Brain Dead vom Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson, macht die prinzipiell erfolgende (eigentlich vermutlich überholte) Indizierung ad infinitum doch schon sehr unbefriedigend.
29.01.2020 23:07 Uhr - Mortal Kombat 3 ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Macht die BPjM teils auch, haben sie aus meiner Sicht bei Wolfenstein 3D gemacht, also die Listenstreichung/Neuprüfung von Amts wegen vorgenommen, nachdem zuvor die Gerichtsbeschlüsse aufgehoben worden sind. Die Beschlüsse dort wurden auch nur aus formellen Gründen aufgehoben.

Der Unterschied zu L4D2 liegt vielleicht darin, dass Wolfenstein 3D anlässlich der nach 25 Jahren drohenden Listenstreichung mehr oder weniger kurz zuvor neu-evaluiert wurde.

(EDIT: Die Umtragung war auch von Amts wegen bei Dead Rising.)

Schwer vorstellbar doch allerdings, dass L4D2 noch ein Kandidat für Listenteil B sein könnte, wenn überhaupt A. Dass die BPjM dermaßen wenig Nachforschungspflicht bei sich selbst sieht, ist eigentlich ziemlich fragwürdig angesichts der nicht zu vernachlässigen Grundrechtseinschränkungen einer Indizierung, vor allem auf Listenteil B, der in der juristischen Literatur teils (ggf. auch h.M.) als verfassungswidrig eingestuft wurde/wird. Zur möglichen Nachforschungspflicht siehe auch § 21 Abs. 5 Nr. 2 JuSchG.
Unverantwortlich, was der deutsche Staat sich da erlaubt. Wie soll denn die „Generation Smartphone“ mit der Aufmerksamkeitsspanne eines senilen Goldfisches an schlechten Tagen und der durch stetige Schulabstinenz („Klima“) auf ein unter jedem gesunden Maß reduzierten Allgemeinbildung diesen faschistoiden Gewaltporno verkraften können? Die nach Profitmaximierung lechzenden Konsumhäuser wetzen doch schon eifrig die metaphorischen Messer, um den Film unter die „Kids“ und „Teens“ zu bringen, ganz von den neumodischen „Streaming-Anbietern“ abgesehen, die bekanntlich überhaupt keine Altersprüfung vollziehen und die gemeingefährlichen Filmdaten über den Äther direkt aufs kindliche Mobiltelefon ausstrahlen! Wie viele „Maniacs“ uns dieser Film wohl bescheren mag?!
30.12.2019 16:30 Uhr schrieb Ludwig Also ich konnte mir bisher problemlos alle nach §131 StGB beschlagnahmten Medien aus dem Ausland besorgen. Und ein paar Filme konnte ich sogar in Deutschland erwerben, von Händlern denen die Gesetze offenbar sch...egal waren.


Kann schon rechtmäßig gewesen sein, wenn Händler Trägermedien auf Nachfrage an Einzelpersonen abgeben. Verboten ist eigentlich nur die Verbreitung im leicht engeren, rechtlichen Sinne. Nach dem BGH: "Ein 'Verbreiten' im strafrechtlichen Sinne setzt dann eine körperliche Weitergabe des Mediums voraus, die darauf gerichtet ist, das Medium seiner Substanz nach einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen, der nach Zahl und Individualität so groß ist, dass er für den Täter nicht mehr kontrollierbar ist" (12. 7. 2007, Az. I ZR 18/04). Für eine reguläre Distribution ist da jedenfalls kein Platz mehr, davon abgesehen, dass die Rechtslage auch derart abschreckend sein dürfte, dass niemand gewillt sein dürfte, die Grenzen auszutesten.
30.12.2019 15:38 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
30.12.2019 14:19 Uhr schrieb Noxa
ok fidezi... ich hab hier noch was: Warum wurde bei den Titeln die Beschlagnahme nur formell aufgehoben? Hier hätte man es doch gleich "richtig" machen können.

Edit: Dead Rising/Wolfenstein 3D. Bei L4D2 vermutlich auch.


Ggf. äußert sich fidezi nochmal, da er offenbar juristische Vorbildung hat. Aber jedenfalls ist das, glaub ich, kein Pick-and-Choose bei den Gerichten. AFAIK prüfen die zunächst auf formelle Fehler bzw. Aspekte und wenn sie da bereits die Notwendigkeit der Aufhebung des Beschlusses feststellen, dann geht's gar nicht mehr um den eigentlichen Tatbestand; ggf. äußern sie sich dann aber noch nebenbei dazu (sog. Obiter dictum).
30.12.2019 13:10 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
Außerdem sind die Indizierungen doch unanfechtbar geworden, oder nicht? Man müsste wohl zunächst eine reguläre Listenstreichung bei der Behörde bemühen und wenn diese abgelehnt werden würde, stünde dagegen der Rechtsbehelf auf dem Verwaltungsrechtsweg offen.
29.12.2019 23:45 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
Bezogen auf DR4 meine ich, dass zwar Einkaufszentrum und Alltagsgegenstände als Waffen vorhanden waren, aber keine postmortale Gewalt/Splatter/Ragdoll (gegen Zombies). Zudem sind da ja offenbar (weitgehend/komplett?) menschliche Überlebende komplett immun gegen Spielergewalt. Außerdem kann man weniger Gegenstände in der Spielwelt auflesen und zu Waffen umfunktionieren.

Ich vermute ja immer noch, dass DR4 bewusst so designt wurde, dass es nicht indizierungsfähig wäre, also quasi vorab zensiert. So was hat Techland übrigens anscheinend schon bei Dying Light 2 in Aussicht gestellt, sollte die USK-Kennzeichnung Probleme machen; gibt da ein Video von GAMEZ.de offenbar mit Entwickler-Statement, das aber so einen derben Clickbait-Titel hat, dass ich es nicht verlinken werde. ;)
29.12.2019 23:20 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
29.12.2019 23:09 Uhr schrieb Noxa
Das habe ich mit 2.0 gemeint. ALs ich damals gelesen habe das der Beschluss aufgehoben wurde, konnte ich es nicht glauben.. hatte mich so gefreut weil ich gedacht habe das es den Weg für DR2 off the record ebnet (mein Lieblingsteil).

Aber nein.. diese Entscheidung war doch voller Verfahrensfehler, oder nicht? Z.B. Einkaufszentrum: gab es in DR4 auch- USK18.
Alltagsgegenstände zweckentfremden: konnte man auch in DR4- USK18.
Die postmortale Bearbeitung von Gegner war nur bei Zombies möglich... bei keinem DR Teil kann man menschlichen Gegnern irgendwas abtrennen, weder tot noch lebendig. Das wurmt mich auch heute noch... und die Listenstreichung von Dead Island setzt dem ja noch die Krone auf.


Die Begründung ist ziemlich konstruiert, ja. Wirklich fehlerhaft fand ich die damals nicht in dem Sinne, dass die spezifische Kombination aus Elementen, die sie monierten, so noch nicht USK-gekennzeichnet oder nicht-indiziert bzw. listengestrichen wurden.

Hmm, ist es echt so, dass man menschliche Gegner nicht mostmortal zerlegen kann? Dann habe ich damals in meiner News vielleicht deren mutmaßliche Falschdarstellung übernommen.

In der BPjM-Entscheidung Nr. 6237, vom 05.07.2018, steht:

"Auch nach heutigen Maßstäben geht von der im Spiel enthaltenen Möglichkeit, nach dem Eliminieren von Figuren im Spiel (insbesondere der eindeutig menschlichen Überlebenden) an deren am Boden liegenden Körpern weiter Gewalthandlungen vorzunehmen, ohne dass dem Spieler dadurch ein ernsthafter Nachteil entsteht, eine erhebliche Gefahr einer sozialethischen Desorientierung für Kinder und Jugendliche aus. Hierbei muss insbesondere einbezogen werden, dass das Spiel durch die differenzierte Visualisierung und Animation derartiger Gewalteinwirkung auf die Körper (v.a. Visualisierung des Zucken der Körper mittels Ragdoll-Engine, Darstellung von Blut und das Zerbersten von Köpfen bei Einsatz des Vorschlaghammers) und das Bereitstellen einer Vielzahl von (Alltags-)Gegenständen den Spielenden zur Vornahme solcher Gewalthandlungen ermutigt."

Dead Island war überraschend, ja. Die BPjM scheint da auch eine Supersonderversion gehabt zu haben, in der keine menschlichen Gegner vorkommen (Entscheidung Nr. 6254 vom 10.01.2019).

EDIT: Hab das Zitat der BPjM etwas ergänzt, sonst fehlt Kontext.
29.12.2019 21:45 Uhr schrieb Alex_Gorbatschow
29.12.2019 21:37 Uhr schrieb Rigolax
29.12.2019 20:55 Uhr schrieb Alex_Gorbatschow
Deutschland begründet solche Schritte mit dem Jugendschutz. Dabei bleibt es faktisch weiterhin Zensur und dieser Jugendschutz ist damit nur eine faule Ausrede, ähnlich wie in Diktaturen, die nach dem Motto: "Wir wissen was gut für euch ist!" handeln!


Ne, die Beschlagnahme nach § 131 StGB kann nicht (alleine) mit dem Jugendschutz begründet werden. Jugendschutz würde alleine kein Verbreitungsverbot auch an Erwachsene rechtfertigen könne, wäre nicht verfassungskonform; zumindest ist das afaik die herrschende Meinung unter Juristen. Der Schutzzweck des § 131 StGB ist opak die Wahrung des öffentlichen Friedens. Das soll wohl in die Richtung gehen, dass entsprechende Medien Gewalttaten/Täter hervorbringen könnten und der gemeine Bürger nur nachts ruhig schlafen können, wenn Vater Staat entsprechende Darstellungen aus dem Verkehr zieht.


Hört sich aber weiterhin nach klarer Zensur an.


Ne, weil "Zensur" ja nur Vorzensur, also Vorlagepflicht wäre nach Art. 5 GG. Harharharhar...Kann ja nicht sein, dass es in einer tollen westlichen Demokratie wie Deutschland so etwas wie "Zensur" gibt, wo kämen wir da hin.

Im ernst, in Neuseeland gibt's den "Chief Censor" von deren Office of Film and Literature Classification. Mag auch an leichten Bedeutungsunterschieden in der Sprache liegen, aber das ist wenigstens mal ehrlich.

29.12.2019 21:43 Uhr schrieb DanTheKraut
29.12.2019 21:37 Uhr schrieb Rigolax
Nachtrag: zu der Frage, welche Filme genau betroffen sind: Müsste man sich mal den Wortlaut der Entscheidungen/Beschlüsse angucken/besorgen, vielleicht wird's dann klar. IIRC gab's aber auch durchaus Fälle, bei denen Richter in der Hinsicht mehr als schlampig waren...Ob das immer so 100% verfassungskonform bzw. haltbar ist, mag man schon anzweifeln.

Das musst Du nicht einmal. Du kannst einfach bei der BPjM nachfragen, habe ich damals bei der Halloween Collection ebenfalls gemacht.


Ja, das geht natürlich auch. Wobei man dann der Interpretation der BPjM ausgeliefert ist.
29.12.2019 22:39 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
Aso, ja so ergibt das Sinn...
29.12.2019 22:09 Uhr - Left 4 Dead 2 - Beschlagnahmen aufgehoben (News)
29.12.2019 21:29 Uhr schrieb DanTheKraut
29.12.2019 19:58 Uhr schrieb Noxa
Also Dead Rising 2.0? 7 Monate seitdem die Beschlagnahmebeschlüsse aufgehoben wurden, und keine Listenstreichung...

Die Listenstreichung wurde abgelehnt, gab auch News dazu hier.


Das war Dead Rising, nicht Dead Rising 2.

Außerdem wurde afaik bei DR2 nur eine Beschlagnahme eines Packs mitsamt DR1 aufgehoben (aus afaik formellen Gründen).
Nachtrag: zu der Frage, welche Filme genau betroffen sind: Müsste man sich mal den Wortlaut der Entscheidungen/Beschlüsse angucken/besorgen, vielleicht wird's dann klar. IIRC gab's aber auch durchaus Fälle, bei denen Richter in der Hinsicht mehr als schlampig waren...Ob das immer so 100% verfassungskonform bzw. haltbar ist, mag man schon anzweifeln.
29.12.2019 20:55 Uhr schrieb Alex_Gorbatschow
29.12.2019 20:37 Uhr schrieb Intofilms
Ich bin ja Laie. Aber ich habe mich schon oft gefragt, wie es überhaupt sein kann, dass ein so schwerer Eingriff (in die Berufsfreiheit, Kunstfreiheit...?) dann nicht wenigstens ganz genau begründet und vollkommen transparent sein muss. Es kann doch nicht sein, dass bei so einer VÖ (mit mehreren Filmen) am Ende völlig „unklar“ ist, welcher Film nun der wahre Übeltäter ist (bzw. Mehrzahl: welche Filme)...

Edit:
Rigolax, du bist anscheinend rechtskundig. Weißt du vielleicht Genaueres...?


Deutschland begründet solche Schritte mit dem Jugendschutz. Dabei bleibt es faktisch weiterhin Zensur und dieser Jugendschutz ist damit nur eine faule Ausrede, ähnlich wie in Diktaturen, die nach dem Motto: "Wir wissen was gut für euch ist!" handeln!


Ne, die Beschlagnahme nach § 131 StGB kann nicht (alleine) mit dem Jugendschutz begründet werden. Jugendschutz würde alleine kein Verbreitungsverbot auch an Erwachsene rechtfertigen könne, wäre nicht verfassungskonform; zumindest ist das afaik die herrschende Meinung unter Juristen. Der Schutzzweck des § 131 StGB ist opak die Wahrung des öffentlichen Friedens. Das soll wohl in die Richtung gehen, dass entsprechende Medien Gewalttaten/Täter hervorbringen könnten und der gemeine Bürger nur nachts ruhig schlafen können, wenn Vater Staat entsprechende Darstellungen aus dem Verkehr zieht.
29.12.2019 20:27 Uhr schrieb Ludwig
29.12.2019 19:59 Uhr schrieb 666broly22 wenn einem hier so stark vorgeschrieben wird, WAS man als ÜBER 30 jähriger gucken, oder spielen darf.

Weder die Indizierung noch die Beschlagnahme verbieten es Dir, die betroffen Spiele und Filme zu besitzen und zu nutzen. Die Beschaffung wird halt nur schwerer. Und ja, das nervt gewaltig. Trotzdem geht Deine Kritik ein wenig an der Realität vorbei.


Na ja, also eine Beschlagnahme (nach § 131 StGB) verbietet die Verbreitung und die Produktion zur Verbreitung. Wie sollen denn entsprechende Werke an den Endnutzer/Besitzer kommen, wenn sie nicht verbreitet oder überhaupt produziert werden (können)? Natürlich ist der nun berechtigte Einwand, dass es im Ausland ja nicht derartige Verbote gibt und man sie daher beziehen kann, aber das überzeugt halt nicht, wenn wir Deutschland als Maßstab nehmen; anderes gesagt, muss man dann doch froh sein, dass die hiesige Verbotspolitik nicht Allgemeingültigkeit hat, nicht einmal bezogen auf die Rest-EU. Das ist ja die Realität.

Bei der Indizierung (auf A) ist es abgemildert zumindest vergleichbar, da diese die Wirtschaftlichkeit eines Produkts massiv einschränkt. Wobei das auch daran liegen mag, dass dann doch nie derart massiv viel indiziert wurde (bis in die Gegenwart), so dass sich (genötigter Weise) entsprechende Strukturen gebildet hätten, um eine rechtskonforme reguläre An-Die-Person-Beringung zu gewährleisten (was sicherlich auch zum Teil an dem relativ freien Privatimport aus dem Ausland liegt).
28.11.2019 00:25 Uhr schrieb Eisenherz
Die Reviews lesen sich lustig, denn scheinbar hassen ausnahmslos ALLE diese Serie.


Die Serienmacher sollte man für den Friedensnobelpreis nominieren.
26.11.2019 18:37 Uhr schrieb slaytanic member
Was für ein Quatsch unzensiert aber auf Englisch.... Ich habe Wolfenstein Youngblood auf Deutsch UND MIT Hakenkreuzen.............
Das gehört zu dem Spiel einfach dazu............


Kannst du bitte erklären, wie du ein Youngblood mit deutschen Untertiteln und Hakenkreuzen haben kannst? Außer das ist durch inoffizielle Patches entstanden, dann bitte nur kurz blinzeln.

27.11.2019 13:31 Uhr schrieb chill
Wisst ihr näheres wann die Xbox One Fassungen erscheinen? Bei Bethesda bekommt man keine Antwort..


Ich vermute gar nicht. Youngblood in der int. Version wurde in DE auch nicht im Xbox/Microsoft-Store gelistet, und MediaMarkt sowie Saturn listen online nur PS4/PC-Fassungen. Dennoch hat Bethesda offenbar verlautbaren lassen, dass die int. Versionen von TNO/TOB/TOC nun auch für die Xbox One erscheinen würden.
Leider wird "Synchronzensur" eher als historisches Phänomen dargestellt, dabei passiert das bis heute.

Paar Beispiele: In Bastille Day (2016) hat man (im off-screen) aus einem "immigrant flophouse" eine Touristenabsteige gemacht oder in Stranger Things in einer Folge aus "Master Race" die "herrschende Rasse" (vlt. auch weil das Kinder einsprechen?), bei Fighting With My Family (2019) aus "Nazi in a film" zu "wie aus'm Horror-Streifen" etc.
Und als Nachtrag, weil auch das immer wieder irritiert: Eine USK-Kennzeichnung ist nicht notwendig für eine legale Veröffentlichung in Deutschland, selbst wenn das Spiel NS-Symbole beinhaltet. Eine Vorlagepflicht verstieße gegen Art. 5 Abs. 1 S. 3 GG, dem (Vor-)Zensurverbot. Aber das geben selbst die Online-Ausgaben von größeren, renommierten Zeitungen gerne falsch wieder.
24.11.2019 12:47 Uhr schrieb neothechosenone
24.11.2019 05:06 Uhr schrieb Rabensohn
Ja, auch ich möchte Bethesda recht herzlich danken für die absolut unnötigen Region-Locks und den Zwang zur zensierten deutschen Sprachausgabe all ihrer Wolfenstein-Veröffentlichungen bei Steam.

Glaubst du etwa allen Ernstes, ein US-amerikanisches Software-Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass gewisse Inhalte in Deutschland illegal sind? Du kannst gerne einmal selbst versuchen, in Deutschland gegen Paragraph 86a des Strafgesetzbuchs zu verstoßen, dann wirst du ziemlich schnell kapieren, wieso Bethesda gar keine andere Wahl hatte.


Und wieso verstoßen sie jetzt nicht mehr nach § 86a StGB? Das kann, theoretisch, trotz USK-Kennzeichnung so sein; im Zweifel schützt eine solche nur vor strafrechtlicher Verantwortung (Irrtum über Tatumstände, Verbotsirrtum; §§ 16, 17 StGB).

Warum ist seit August 2018 eine USK-Kennzeichnung regulär bei einschlägigen Nazi-Symbolen möglich? Nicht weil sich die Gesetze geändert hätten, wie teils absurd-ignoranter Weise auf manchen größeren Gaming-Seiten behauptet, nicht, weil sich die Rechtsprechung geändert habe, denn die ist per se immer noch auf dem problematischen Stand von 1998 mit dem Urteil des OLG Frankfurt zu Wolfenstein 3D, sondern weil a) im Fall von Bundesfighter 2 die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart, also kein Organ der Judikative sondern (ebenso) aus der Exekutive wenn auch sog. Rechtspflege, aus klar inhaltlichen Gründen von Ermittlungen abgesehen hatte (offiziell "der" Grund) und sicherlich b) weil der Druck auf die Obersten Landesjugendbehörden, die rechtlich für die USK-Kennzeichnungen eigentlich verantwortlich zeichnen, langsam zu groß wurde, das faktische Pauschalverbot sogar kontraproduktive Effekte hatte, das Ansehen Deutschlands im Aussehen z. B. evident abträglich war (ein Schutzzweck des Nazi-Symbolverbots ist der Eindruck von ausländischen Beobachtern), wenn z. B. selbst Serious Games gesperrt werden.

Um es platt zu sagen: Die ganzen Wolfenstein-Teile von Bethesda waren schon immer legal! Das Geoblocking, selbst für auch damals 100% sicher Privat importierte PC-Versionen mit Steam-DRM aus der europäischen Zollunion, war schon immer konsumentenfeindlich, später auch tendenziell europarechtswirdrig, da ungerechtfertigte Diskriminierung (insb. ab August 2018 bis jetzt). Bethesda/ZeniMax kann man zugestehen, dass sie sicherlich rechtssicher agieren wollten, das rechtfertigt aber nicht die Kundenverarsche, die die damals betrieben haben und die die deutschen "Gaming"-"Fachzeitschriften" immer gerne geschluckt haben, von wegen, dass die int. Versionen "streng verboten" seien, weil die rechtlichen Ausnahmen nicht für Spiele gegolten hätten.

Übrigens wurde im Sommer 2015 ein Indizierungsverfahren der int. Version von TNO durch die BPjM abgelehnt, weil die Unterschiede zur bereits USK-gekennzeichneten Versionen keine Durchführung des Verfahrens für nötig erscheinen haben ließen. Das sagt nichts direkt über § 86a StGB aus, weil die Behörde die Norm nicht prüfen lässt (vg. §§ 15 (2) Nr. 1 und 18 (2) Nr. 2 JuSchG), aber zeigt dennoch, dass selbst die zumindest keine Jugendgefährdung sahen; früher haben die durchaus auch Indizierungen mit Hakenkreuzen in sonst NS-ablehnenden Spielen begründet (so bei Return to Castle Wolfenstein).

Ach ja, übrigens verstoßen dann SPON und co. auch konstant gegen § 86a StGB, wenn sie Hakenkreuze in Online-Artikeln verwenden...
17.11.2019 14:44 Uhr - Kuriositäten vom Index und der FSK (Special)
17.11.2019 13:53 Uhr schrieb HATEMONGER
Super Special. Sehr informativ.
Blutgericht in Texas ist allerdings FSK 18, Total Recall auch, wenn mich nicht alles täuscht.


Total Recall ist offenbar schon mittlerweile ungekürzt ab 16. Die Verwirrung kommt wohl daher, dass die veröffentlichte Retail-Fassung wohl aufgrund von Bonus-Material mit dem roten Logo versehen wurde: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=3838 Ich würde jetzt noch gerne den Eintrag in der FSK-Datenbank verlinken, aber das geht technisch offenbar nicht.

Blutgericht in Texas bzw. The Texas Chain Saw Massacre hat aber eine ungekürzte 18er bekommen. Soweit ich das sehe, wurde da auch bisher nicht neugeprüft auf ab 16.
15.11.2019 18:17 Uhr schrieb Darth Avasarala
15.11.2019 14:08 Uhr schrieb Rigolax

Hab nochmal genauer geguckt, hätte ich gestern mal, hatte primär in das GjS geschaut. Also nach § 7 Abs. 5 JöSchG von 1985 gab's tatsächlich einen Indizierungsschutz aber nur bei Medien bis maximal "ab 16": http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl185s0425.pdf

Hattest offenbar also Recht.


Puh, da muss ich meinen oberen Kommentar auch zurückziehen... Da lag ich mal falsch. :-(


Na ja, passiert beim bekanntlich etwas arg aufgeblähtem deutschen Jugendmedienschutzsystem, grad wenn da doch noch eine historische Komponente dazukommt.

Übrigens wird damit doch auch klar, warum Filme früher gerne mal auf FSK 16er gekürzt/verstümmelt wurden (z. B. Tanz der Teufel). Ich hatte mich mal nach dem Sinn gefragt. Das haben die eben gemacht, damit diese Versionen definitiv indizierungsgeschützt vertrieben werden konnten, da es bei der 18er keinen gab. Ziemlich perfide das System damals, gerade auch, weil es seit 1985 ja Ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der FSK gibt, die die Kennzeichen als Verwaltungsakte übernehmen, und die BPjM als Bundesbehörde bei den 18er-Ratings mit einer Indizierung so dazwischen funken konnte.
15.11.2019 08:29 Uhr schrieb humptydumpty
15.11.2019 02:45 Uhr schrieb Rigolax
Also meines Wissens konnte bis zum Inkraftreten des JuSchG, April 2003, theoretisch tatsächlich auch ein "ab 0" freigegebener Film auf einem Trägermedium indiziert werden. Diese "Indizierungssperre" wurde erst ab da eingeführt.

Ich habe das davor geltendene "Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften" (GjS) und das "Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit" (JÖSchG) jetzt nicht im Detail gesichtet, konnte da aber erstmal nichts finden, was dagegen spricht, also die Indizierung eines Films ab 16 oder niedriger gekennzeichnet.
Ah, okay. Danke. Habe mich da wohl getäuscht. Praktisch betroffen scheint aber kein einziger Titel mit Videofreigabe 0-16 zu sein und es ist wenigstens bei "theoretisch möglich" geblieben. Etwas erstaunlich, wenn man sich anschaut was für harmlose Filme auf dem Index gelandet sind und was auf der anderen Seite in dem einen oder anderen FSK16-Film (vor einer Weile "C2 - Killerinsect" mal wieder angeschaut) dringeblieben ist.


Hab nochmal genauer geguckt, hätte ich gestern mal, hatte primär in das GjS geschaut. Also nach § 7 Abs. 5 JöSchG von 1985 gab's tatsächlich einen Indizierungsschutz aber nur bei Medien bis maximal "ab 16": http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl185s0425.pdf

Hattest offenbar also Recht.
Also meines Wissens konnte bis zum Inkraftreten des JuSchG, April 2003, theoretisch tatsächlich auch ein "ab 0" freigegebener Film auf einem Trägermedium indiziert werden. Diese "Indizierungssperre" wurde erst ab da eingeführt.

Ich habe das davor geltendene "Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften" (GjS) und das "Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit" (JÖSchG) jetzt nicht im Detail gesichtet, konnte da aber erstmal nichts finden, was dagegen spricht, also die Indizierung eines Films ab 16 oder niedriger gekennzeichnet.
Sorry, muss mich etwas korrigieren, bei Filmen auf Trägermedien galt der Erlaubnisvorbehalt schon seit 1985 (§ 7 Abs. 1 JÖSchG). Die Reform 2002/3 schrieb nur allgemeiner für Trägermedien/Bildträger fort.
15.11.2019 00:49 Uhr schrieb Run_DMC
15.11.2019 00:42 Uhr schrieb meteor83
Was für eine Lachnummer die FSK, wozu gibts denn ne FSK 18er Freigabe? WOZUU????


Die FSK18-Freigabe gibt es gar nicht mehr im FSK-Kanon. Seit 2003 gibt es dafür allerdings die „Keine Jugendfreigabe“-Plakette
Diese gibt es, wie der Name vermuten lässt, um Filme zu klassifizieren, die keine Jugendfreigabe erhalten, aber in den Augen des Prüf-Gremiums ebenfalls keine Jugendgefährdung besitzen.


Um der Klugscheißerei vielleicht einen Mehrwert zu geben: Seit der Jugendschutzgesetz-Reform in Kraft seit 2003 sind Trägermedien mit Filmen darauf (sog. Bildträger) default erst ab 18 Jahren im Handel abzugeben. Eine Jugendfreigabe ist entsprechend für eine Abgabe an Jugendliche nötig, es besteht ein sogenanntes Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Daher fiel wohl auch die "FSK 18" weg; im Jugendschutzduktus heißen die 18er-Ratings auch "Kennzeichnung zur Verweigerung einer Jugendfreigabe". Die heutige 18er-Logo-Variante ist übrigens auch die einzige, auf der nicht "freigegeben" steht, weil es streng genommen vielleicht genau des Gegenteil einer "Freigabe" ist, nämlich halt die Verweigerung einer Jugendfreigabe.

Bei Online-Angeboten, die seit der JMStV-Reform von 2016 wie auf Trägermedien vorlagefähig sind nach § 12 JMStV, gibt's allerdings keinen Erlaubnisvorbehalt. Daher wirkt das auch im Kontrast etwas merkwürdig. Und ja, falls das nicht klar war, die FSK/USK-Gremien können mittlerweile auch Online-Angebote regulär kennzeichnen; bis heute liest man oft, dass die ja nur für Trägermedien zuständig seien.
Oder anders gesagt: Wiesbadener Filmbewertungsstelle empfiehlt Rise of the Footsoldier 3.
Der Unterschied zwischen 16 und 18 war sicherlich schon immer eher Symbolpolitik (kleines Wortspiel, Symbol --> Kennzeichnung/Altersfreigabenlogo. Egal.). Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Mehrheit der Pädagogen oder Praktiker, also Erzieher bzw. in Lehrberufen tätige, ernsthaft der Meinung sind, dass die 2 Jahre entwicklungstechnisch signifikant wären.

Der Unterschied zwischen 16 und 18 soll, nach Meinung der Jugendschützer, vielmehr plakativ deutlich machen, dass der Inhalt als besonders problematisch erachtet wird, d. h. im Jugendschützer-Duktus allgemein "entwicklungsbeeinträchtigend" sei; nicht nur für die Altersspanne zwischen 16 und 18, sondern insbesondere auch für Jüngere. Analog steht dies zum Postulat der "Jugendgefährdung", wenn Inhalte einer Indizierung unterliegen können, und was nun eigentlich auch nichts anderes ist als eine verschärfte 18er-Einstufung.

Ähnlich zur Einstufung als "Jugendgefährdung" soll dabei, natürlich, auch eine 18er-Einstufung nicht nur eine "Gefahr" signalisieren, sondern ebenso eine gewisse Ächtung transportieren; knalliges rotes FSK/USK-Logo und diese Medien werden halt mit z. B. nachweislich schädlichem Tabak oder destilliertem Alkohol quasi gleichgesetzt. Die Intention ist durchaus auch, dass entsprechend für Jugendliche und Kinder vermeintlich problematische Werke gar nicht erst (hierzulande) produziert oder dis­tri­bu­ie­rt werden. Der Staat, und die Industrie, die sich (notgedrungen) der regulierten Selbstregulierung unterwirft, wirkt auf die Gesellschaft ein, Kunst- und Unterhaltungsproduzenten werden "sensibilisiert". Im Endeffekt soll die Gesamtgesellschaft, auch Erwachsene, vor scheinbar verdammenswerten Darstellungsformen bewahrt werden; der Jugendschutz als gesellschaftliche "Reinigung".

Wer das für Verschwörung hält: Siehe z. B. ein Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen (Az. 15 A 2051/14) zur Absage der Herausgabe eines vergriffenen Pornofilms durch die BPjM, der an sich ja legal an Erwachsene vertrieben werden könnte: "Des Weiteren würden die erwähnten Präsentations-, Verbreitungs-, Abgabe- und Werbeverbote, die für alle in § 15 Abs. 1 bis Abs. 3 JuSchG genannten Trägermedien gelten, substantiell ausgehöhlt, wenn jeder erwachsene Antragsteller mittels des Informationsfreiheitsgesetzes in den Besitz eines (vergriffenen) indizierten Mediums gelangen könnte. In diesem Fall würde der BPjM und den mit der Überwachung des § 15 JuSchG befassten Behörden die Kontrolle über die Verbreitung und die Verwendung der jugendgefährdenden Medien - deren Bandbreite die Beklagte in ihrem Schriftsatz vom 20. April 2016 veranschaulicht hat - wesentlich erschwert." Ginge es nur um Jugendschutz im engeren Sinne, wäre das ja wohl egal.
09.11.2019 12:53 Uhr schrieb Ragory
09.11.2019 12:04 Uhr schrieb Darth Avasarala
Einerseits gut für den Film, andererseits eine Schande für dieses Land. Der einzige richtige Ausweg wäre eine ersatzlose Streichung des Index A und B sowie des §131 StGB... Natürlich sollen volksverhetzende Inhalte weiter indiziert werden, aber das ist ja die nichtöffentliche Liste... Proper Movies haben auf dem Index nichts verloren...


Die Bundesprüfstelle und der Index allgemein sollten aufgelöst und eingestellt werden.
Für eine ersatzlose Streichung der Listen A und B bin ich natürlich auch. Aber was sollen die Listenteile C und D denn bewirken? Ein Geheimindex, den keiner kennt und deren Inhalte lediglich in deutschen Suchmaschinen nicht erscheint. Ich habe schon längst Google Deutschland nicht mehr als Startseite.


Na ja, bei ausländischen Inhalten scheint es (noch) recht sinnfrei, außer Netzsperren setzten sich durch (aktuell bringt die Landesmedienanstalt von NRW diese bei ausländischen Hardcore-Pornoanbietern, also Produkte von Mindgeek, ins Spiel). Bei inländischen Anbietern hat eine Indizierung oder auch nur die (drohende) Einleitung eines Indizierungsverfahrens allerdings eine ganz andere Wirkung, da in solchen Fällen auch tatsächlich eine Rechtsdurchsetzung unmittelbar ansteht.
08.11.2019 05:34 Uhr schrieb KKinskiMein einer Satz, war eine Spiegelung des sinnlosen Ausgangspostings. Tele5 hat seinen Sendestandort in Deutschland, nicht in Italien. Hier ist der Film ab 18 JAhren freigegeben. Ob das gerechtfertigt ist oder nicht, wen interessiert das? Das Thema war, dass eine Zeitbeschränkung für ab18-Fime eingeführt wurde, nicht ob die Altersfreigabe richtig ist. Diese Diskussion hätte man zu jedem anderen Film führen können, den die FSK listet. Vielleicht kann man einen Thread im Forum erstellen, "Altersfreigaben, die mich stören", dann kann jeder seinen Senf zu allen möglichen Filmen da reinschütten. Der Film "Green Inferno" ist doch nur ein Beispiel für einen jetzt beschränkt zugänglichen Film gewesen.

Mit dem weniger besorgt sein, wollte ich nur darauf hinweisen, dass ich mich für relativ objektiv halte und meine Kinder nicht überbehüte. Ich nix Helikoptereltern! Das ist keine Rolle rückwärts.

Herr je, 5:35 Uhr Freitag morgen und ich habe nichts Bessseres zu tun, als hier rumzueiern...


Es ist doch egal, wo Tele 5 sitzt, wenn es darum geht, inwiefern welche Alterseinstufung besser ist, und ob der Film (offenbar stark geschnitten) legitimer Weise bereits eine 14er haben könnte wie in Italien. Warum sollte das keinen interessieren...? Was für eine Anmaßung ist das denn. Es gehört eben auch zum Thema, ob eine Zeitbeschränkung für "ab18-Filme" sinnvoll ist, zu beachten, wie sie im Ausland rezipiert werden...

Und doch, das war eine Rolle rückwärts, lies sonst mal deinen Kommentar nochmal. Von "Falls auch ja, dann befasse dich mit dem Medienkonsum ihrer Mitschüler. Du wirst sofort für strengere Regeln sein. Glaub mir, bevor ich Kinder hatte, habe ich auch anders gedacht." hin zu "Außerdem bin ich was das Thema angeht nicht übermäßig besorgt." Ach ist auch egal.
07.11.2019 17:47 Uhr schrieb KKinski
Es ist sorry, reichlich dämlich von einem Einzeiler, der einen Fakt benannt hat auf eine Grundhaltung zu schließen. Jugendschutz ist übrigens immer irrational. Es gibt Länder, da sind die Regeln deutlich strenger. Siehe Australien. Bei den Amis ist eine nackte Brust oder drei Fucks der Untergang der Jugend. Was soll’s, jedes Land hat eigene Regeln. Außerdem bin ich was das Thema angeht nicht übermäßig besorgt. Ich sehe das noch recht lax, aber ich sehe auch, dass nicht jedes Kind tickt, wie meiner. Er hatte in der ersten Klasse Schulkameraden, die Call of Duty gespielt haben. Das Ergebnis ist entsprechend. Die Kinder, die die Einser schreiben, haben kein Handy, keinen freien Zugang zu Papis Videosammlung und haben auch schon mal ein Museum von innen gesehen.


Na ja, einen Fakt benennen...warum tut man das denn, wenn man damit nicht etwas Generelles aussagen will? Aber ja, Jugendschutz ist immer irrational. Damit ist tatsächlich vieles gesagt.

Dass du nun doch gar nicht so besorgt seist, ist aber auch eher eine Rolle rückwärts.

Zum letzten Satz: Lieber mal nicht Korrelation und Kausalität verwechseln. Entsprechende Kinder kommen vermutlich schlicht aus bildungsnäheren Familien und erhalten mehr Förderung von ihren Eltern, andere Erwartungshaltung, Selbstwirksamkeitserwartung und so weiter.
07.11.2019 04:55 Uhr schrieb KKinski (...)


Lies mal seine sonstigen Kommentare, er erwähnte schon ein paar Mal, dass er Lehrer sei, und deshalb aus erster Hand wisse, was Kinder konsumieren, über was sie sich unterhalten.

Auch kann sein, und es ist per se nicht verwerflich, dass man einen neutralen-sachlichen Blick verliert, sobald man selbst Kinder hätte, also übermäßig besorgt wird. Das gilt ferner auch allgemein für Erzieher/Pädagogen, die naturgemäß vielleicht lieber zu viel als zu wenig Jugendschutz wollen und dann emotional appellieren. Die Mehrheitsgesellschaft muss dann allerdings intervenieren und Sachlichkeit einfordern.

Zudem war deine Eingangsaussage, sorry, reichlich dämlich, so pauschal die Freigabe in Deutschland höher zu schätzen als die in Italien. Warum? Ist der deutsche Jugendschutz denn etwa "intelligenter" als der italienische oder französische (und komplett Rest-(EU)-europäische, siehe Thema Indizierung)? Das wirkt auf mich schon wie eine Form des irrationalen Jugendmedienschutzpatriotismus. Leider sind deutsche "Jugendschützer"/-Institutionen darauf auch noch teils stolz, wenn weltweit Veröffentlichungen an die deutschen Standards angepasst werden (vor allem im Spielebereich); also in gewisser Weise ist das hier kein Privatphänomen.
Rechtlich dürften sie es übrigens wohl, solange sie die Mediathek/Website mit einem Alters-Label ("age-de.xml") versehen, das von JusProg, einer anerkannten Jugendschutzsoftware, ausgelesen werden kann, siehe § 5 Abs. 3 JMStV.
01.11.2019 00:58 Uhr schrieb Ned Flanders
Menschen beleidigen usw hat nichts mit Kunst zu tun,
Genau wie diese anderen Typen Namens Cilit Bang und Kollegin, Menschen beleidigen und diffamieren ist keine Kunst.


Warum denn nicht? Kunst kann doch natürlich auch Beleidigungen und Diffamierungen enthalten; das schließt den Kunstcharakter nicht per se aus. Es kommt dann eben auf eine Abwägung an, Kunstfreiheit vs. allgemeine Persönlichkeitsrechte. Natürlich ist es nicht legitim, Kunst als Vorwand zu missbrauchen, um anderen zu schaden, vor Pauschalaussagen sollte man sich aber hüten. Vor allem kann sich mit den Jahren, je nach Zeitgeist, auch ändern, was als Beleidigung oder Diffamierung angesehen wird, oder was Personen (des öffentlichen Lebens) im Rahmen der Kunst ertragen müssen. Siehe auch die sog. Mephisto-Entscheidung des BVerfG.
31.10.2019 11:49 Uhr schrieb Oberstarzt
Für mich kommt dieses Urteil eher wie ein Mainstream-Gesinnungsurteil daher.
...


Dazu: "eher Mainstream-Gesinnungsurteil", na ja. Ich hoffe mal, bzw. gehe davon aus, dass die Richter am BVerwG in der Lage sind, etwaige Idiosynkrasien weitestgehend auszublenden und sich auf die Rechtsgegenstände zu beschränken. Nun ist es aber auch schon so, dass die "Jugendgefährdung" doch recht subjektiv und dynamisch daherkommt, einem stetigen Wandel unterliegt und insbesondere die Abwägung mit der Kunstfreiheit diffizil ist. Von daher könnte es imho schon so sein, dass auch der "progressive" Zeitgeist eine Rolle spielte bei der Entscheidung.

Was mir aber ohnehin aktuell nicht klar ist, insbesondere im Hinblick auf den SPON-Artikel, dem die Meldung hier zu Grunde liegt, was denn nun Sache mit der Kunstabwägung ist, die laut der Vorinstanz mangelhaft gewesen sei.
Bei den Aussagen hier kann man ja teilweise Angst bekommen. Einmal, dass ganze Künstler "indiziert" gehören ("Drittes Reich" lässt grüßen) und einmal, dass der BPjM die Kunstfreiheit doch egal sein könne.

Einmal "freiheitlich-demokratische Grundordnung" für 300 bitte.
29.10.2019 20:50 Uhr - Indizierungen Oktober 2019 (News)
29.10.2019 18:20 Uhr schrieb Ragory
29.10.2019 12:06 Uhr schrieb Rigolax
Wegen Mutzenbacher: Das war ein Verfahren auf "Folgeindizierung", also nach Ablauf von 25 Jahren. Die Erstindizierung war am 28.11.92 (BAnz. Nr. 224) und drohte eben abzulaufen. https://www.bundespruefstelle.de/blob/130184/6e1f2c172fea20a72d47e93fa12d72f7/201801-pornografische-medieninhalte-data.pdf.


So ganz richtig ist das nicht. Der Roman wurde erstmals 1968 indiziert. Die ersten indizierten Romane wurden aus der Liste gestrichen im Zuge der Gesamtbereinigung nach Einführung der 25-Jahresfrist. Weitere Exemplare, deren Frist erst später ablief, erfuhren in den Jahren 2008 und 2012 jedoch wiederum eine Folgeindizierung. Das am 28.11.1992 indizierte Exemplar wurde dann zum Anlaß der Listenstreichung aufgrund Neubewertung genommen. Dies war allerdings dann schon die achte oder neunte Indizierung dieses Romans.


Ja, stimmt. Das BVerfG hob ja 1990 die Indizierung auf, weil die Kunstabwägung unzureichend war (edit: wobei das BVerfG hat offenbar nicht alle Indizierungen aufgehoben, sondern nur die verfahrensgegenständliche. Wobei ich das nicht ganz verstehe, denn die BPjM wird in den anderen Fällen wohl kaum eine hinreichende Abwägung vorgenommen haben. Meh.). 1992 indizierte die BPjM das Buch dann aber erneut und die 25 Jahresfrist hat ab da (wieder) begonnen. "Erstindizierung" war das falsche Wort von mir dafür.
29.10.2019 12:50 Uhr - Indizierungen Oktober 2019 (News)
Noch als Nachtrag. Ich denke mal, dass es so abläuft:

1) Indizierungsantrag/Anregung eines Mediums geht rein, das womöglich im Wesentlichen inhaltsgleich zu einem bereits indizierten ist.

2a) Aus der stets notwendigen Vorüberprüfung geht hervor, dass die Annahme der Inhaltsgleichheit offenkundig zutreffend ist. Das Medium wird indiziert ohne weitere Prüfung mit Verweis auf die Inhaltsgleichheit.
ODER
2b) Die Vorüberprüfung ergibt, dass offenkundig keine hinreichende Inhaltsgleichheit vorliegt. Das Verfahren wird nach § 21 Abs. 3 oder 4 JuSchG eingestellt, (edit: falls auch offenkundig keine Jugendgefährdung erkennbar ist), das Medium wird nicht indiziert.
ODER
2c) Die Vorprüfung zeigt, dass Anhaltspunkte vorliegen für eine Inhaltsgleichheit. Zur Klärung wird ein Verfahren auf Feststellung der Inhaltsgleichheit aufgemacht. Darin wird festgestellt, dass die "die Voraussetzungen für eine Aufnahme nicht mehr vorliegen". Damit wird von Amts wegen gemäß § 21 Absatz 5 Nummer 2 JuSchG ein Verfahren auf Listenstreichung gestartet, das womöglich eben mit der Streichung endet.
29.10.2019 12:06 Uhr - Indizierungen Oktober 2019 (News)
Eine "Listenstreichung gemäß § 18 Absatz 7 Satz 1 in Verbindung mit § 21 Absatz 5 Nummer 2 JuSchG" wird ja sehr oft herangezogen, klar auch bei Fällen, wenn die Streichung auf Antrag des Rechteinhabers vorgenommen wurde.

Wegen Mutzenbacher: Das war ein Verfahren auf "Folgeindizierung", also nach Ablauf von 25 Jahren. Die Erstindizierung war am 28.11.92 (BAnz. Nr. 224) und drohte eben abzulaufen. https://www.bundespruefstelle.de/blob/130184/6e1f2c172fea20a72d47e93fa12d72f7/201801-pornografische-medieninhalte-data.pdf

Die alte Vorsitzende hat allerdings auch z. B. schon Listenstreichungen von Amts wegen nach 25 Jahren vorgenommen, also in dem Sinne ihre Entscheidungen in Frage gestellt [Edit: Als Kontext dazu, sie war von 1991 bis 2016 Vorsitzende und davor schon stellvertretende Vorsitzende]. Das ist auch nun kein großes Problem, denn die Jugendschützer sind sich ja einig, dass sich die gesellschaftlichen Werte, Medienlandschaft, -Kompetenz etc. ändern mit der Zeit. Kurios wird's vielleicht, wenn von Amts wegen eine Indizierung gestrichen würde, die nur wenige Jahre zurückliegt, aber auch das könnte man womöglich noch gut vertreten aus obigen Gründen.

Aber nochmal als Disclaimer: Es kann schon sein, dass stimmt, was Undertaker meint, will hier gar nicht behaupten, dass ich unbedingt Recht habe mit meiner Position.