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Kommentare

19.02.2022 02:23 Uhr - Invasion vom Mars uncut & komplett synchronisiert im HD-Steelbook (News)
Vom Original gabs im englischsprachigen Raum offenbar verschiedentlich gekürzte Fassungen. Ich hab vor etlichen Jahren mal zwei Versionen parallel nebeneinander laufen lassen und da fiel mir auf, daß es bei der Szene im Observatorium sogar eine alternative Einstellung gab.
09.02.2022 03:14 Uhr - King Kong und die weiße Frau (SB)
Erst neulich angeschaut und gedacht, daß es dazu unbedingt einen Schnittbericht braucht. Und siehe da, mein Wunsch wurde prompt erfüllt. Ich bin froh, daß die Abtastung der originalen Kinorolle, so wie sie ist, also komplett eingedeutscht und mit zahllosen Mängeln, mit auf der Scheibe gepackt wurde und bin der Meinung, daß das viel öfter gemacht werden sollte, weil sowas angesichts der globalen, teils zu Tode gefilterten Einheitsmaster doch immer mehr verlorengeht. Es hat schon einen besonderen Charme sich so einen alten Film, inklusive etlicher Filmrisse und so mancher Bild- und Tonsprünge, anzusehen. Die alte Synchro war auch erstaunlich gut, meines Erachtens sogar besser als die bislang geläufige, die in meinen Ohren doch etwas matt klingt.
04.02.2022 16:36 Uhr - Scream (2022) - Das Sequel ist bereits bei Paramount Pictures in Arbeit (Ticker)
Meine letzte (und einzige) Sichtung von Scream 3 ist zwar schon gut 20 Jahre her, aber ich fand den damals ziemlich öde. Schon im zweiten Teil war ja ein deutlicher Qualitätsabfall zu bemerken, und das nicht nur, weil er falsche Versprechungen machte - verkündet vollmundig mehr Gekröse als im ersten und kommt dann doch deutlich zahmer daher - aber beim dritten mußte ich mich wirklich zusammenreißen, um nicht vorzuspulen.

Was die Leute aber immer gegen Godzilla´s Revenge haben verstehe ich nicht. Das was er sein will, ein Kinder- und Milieufilm, macht er durchaus anständig und wenn man das akzeptert, dann kann er auch ganz gut unterhalten, zumal er mit 70 min. recht kurz ist. Da gibt es deutlich schlechtere Vertreter: Godzilla gegen Megalon, Godzilla gegen Spacegodzilla, Duell der Megasaurier sind mitunter wirklich nur schwer zu ertragen.
26.01.2022 21:47 Uhr - Kevin - Allein in New York (SB)
26.01.2022 18:38 Uhr schrieb Dr.Ro Stoned
Selbst bei Balu, Chip & chap und duck tales sind stellenweise ( mit vorigen Hinweisen!!) komplette Passagen mit total abstrusen, neuen Synchronisationen bearbeitet.


Ist das so? Welche Folgen sind davon betroffen? Mir fällt da, anders als bei so manch anderer Serie, spontan nichts zensurwürdiges ein.
26.01.2022 17:32 Uhr - Kevin - Allein in New York (SB)
Kein Wort ist per se eine Beleidigung, denn es kommt immer auch darauf an, wie das Gesagte gemeint ist und nicht nur, wie sich der Angesprochene dabei fühlt. Wäre es anders, könnte man in boshafter Absicht wirklich alles als Beleidigung auslegen. Leider scheinen einige Baizuo tatsächlich so zu verfahren und Medien nur noch in der Hoffnung zu konsumieren, daß sie irgendetwas entdecken, über das sie sich aufregen können. Das ist dann aber auch schon pathologisch. Wer etwa in Jim Knopf, Pippi Langstrumpf oder Otto - Der Film Rassismus sehen will, nur weil darin das Wort Neger vorkommt, der hat einen kompletten Dachschaden und verleumdet in böswilliger Absicht Michael Ende, Astrid Lindgren und Otto Waalkes.

Daß das Wort Neger in den 90ern, insbesondere in der ersten Hälfte des Jahrzehnts, bereits allgemein als abwertend anerkannt und nur noch von Rassisten und "ungebildeten Menschen" (welch Anmaßung) verwendet wurde, ist schlicht und ergreifend nicht wahr; eine Suche in den einschlägigen Zeitungsarchiven wird dies bestätigen und wäre es anders gewesen hätte das ZDF wohl kaum zugelassen, daß noch im Jahr 1999 der Lehrer Doktor Specht seine Schüler vor der Unsitte der politischen Korrektheit warnt und dabei das Wort Neger als Beispiel anführt. In einigen linken Gruppierungen mag das vielleicht anders gewesen sein, aber man sollte diese Blase nicht mit der Gesamtbevölkerung verwechseln, bei der sich diese Bewertung bis heute nicht vollständig durchgesetzt hat.

Daß Fremdbezeichnungen generell eine Beleidigung darstellen, ist gleichfalls völlig absurd. Wäre es so, dann dürfte man einen Chinesen nicht mehr Chinese nennen und einen Albaner auch nicht mehr Albaner. Und jedesmal wenn der Pole von den Niemcy redet, müßte ich nen Herzkasper kriegen, weil kein Deutscher sich jemals so nennen würde. Aber wenn der Indianer weg muß, weil er rassistisch ist, dann gilt das ebenso für den Indio und die Westindischen Inseln. Und es kann mir keiner erzählen, daß "Native American" auch nur einen Deut besser ist, weil "Amerikaner" ebenfalls eine Fremdbezeichnung ist, die von denselben Leuten stammt, die die Indianer als Indianer bezeichneten und anschließend wie Ungeziefer vernichteten.

Ist überhaupt erwiesen, daß sich die Mehrzahl der Indianer und Neger durch die Worte Indianer und Neger beleidigt fühlt? Oder ist das vielleicht wieder so eine Kopfgeburt begüterter weißer Soziologiestudenten, wie das Wort Latinx, das von der Mehrzahl der Latinos abgelehnt wird? Und was wäre die Alternative? Dieselben Leute, die im 18. Jahrhundert anfingen die Äthiopier (= Schwarzafrikaner) als Neger zu bezeichnen, verwendeten synonym das Wort "Schwarze", das damit gleichermaßen verbrannt sein müßte. "Farbiger" ist mittlerweile ebenso unerwünscht und ohnehin viel zu unscharf. Afro-XY wird heute bevorzugt, ist in meinen Augen aber nicht weniger problematisch, da die Schwarzen damit gewißermaßen für sich in Anspruch nehmen, für ganz Afrika zu stehen und nicht-schwarzen Afrikanern, wie Nordafrikanern, Buren oder der indischen Diaspora implizit abgesprochen wird, vollwertige Afrikaner zu sein.

Daß Neger von einigen als Beleidigung gebraucht wird ist völlig gleichgültig, weil dieselben Leute auch nicht davor zurückschrecken werden, jedes Ersatzwort im selben Maße als Beleidigung zu verwenden. Der Mensch ist da sehr flexibel. Will man wirklich alle paar Jahre einen neuen Ausdruck erfinden, wie in den USA, wo sich die Selbstbezeichnungen folgendermaßen entwickelten: colored - negro - black - Afro-American - African-American - person of color? Die ersten beiden gelten heute als rassistisch, obwohl sie noch vor 60 Jahren von den Schwarzen selbst bevorzugt wurden, mit der Konsequenz, daß selbst Reden von Martin Luther King heute nicht mehr bedenkenlos zitiert werden können. Daß sich "Person of Color" ebenfalls nicht lange halten wird, ist bereits abzusehen, erstens weil es viel zu umständlich ist und zweitens da die Abkürzung "PoC" gefährlich nahe an "pox" ist und sich für eine Beleidigung regelrecht anbietet. In 10-20 Jahren geht die Chose dann wieder von vorn los und was heute als politisch besonders korrekt gilt, wird dann als abwertend empfunden und muß aus allen Texten unf Filmen getilgt werden, damit sich die Mimosen nicht mehr vor ihrer eigenen Schöpfung fürchten müssen.
26.01.2022 00:53 Uhr - Fight Club im chinesischen VOD mit verändertem Ende (News)
Ach, ich hab's gar nicht gesehen, daß es dazu sogar einen Schnittbericht gibt. Ehrlich gesagt bin ich sehr verwundert, daß das Ende nicht schon sehr viel früher zensiert wurde, nachdem man in China lange Zeit gewiße Probleme mit mißmutigen Bürgern hatte, die Sprengstoffe nicht gerade Sachgerecht verwendten. Wer Tsui Harks "Söldner kennen keine Gnade" schon mal gesehen hat, das war damals durchaus gelebte Realität.
26.01.2022 00:24 Uhr - Fight Club im chinesischen VOD mit verändertem Ende (News)
"Auf der bisherigen DVD aus China gibt es eine solche Texttafel noch nicht, "

Heißt das, daß die DVD das originale Ende enthält, sprich unzensiert ist, oder daß sie an der Stelle, wo nun die Texttafel eingeblendet wird, einfach abbricht und zum Abspann übergeht?
31.12.2021 18:31 Uhr - Hanau - Teaser-Trailer zum neuen Film von Uwe Boll (Ticker)
Amokläufe sind hinsichtlich ihres Entstehens deutlich komplexer, als medial und häufig leider auch von Experten dargestellt. Ich erinnere mich mit Grausen an die Auslassungen eines Christian Pfeiffer nach dem Amoklauf von Erfurt, Emsdetten oder Winnenden, in denen er permanent etwas von einem Bedürfnis nach "Power" fabulierte. Drum hier einige Stichpunkte:

1. Amokläufe sind für alle Betroffenen sicherlich eine Katastrophe, aber keine Bedrohung für das Staatswesen. Zumindest die Medien in Deutschland widmeten solchen Ereignissen daher lange Zeit auch relativ wenig Aufmerksamkeit. Das änderte sich erst mit Columbine 1999. Daß die Hauptausgabe der Tagesschau mit einem Bericht über einen Amoklauf eröffnet hätte, wäre selbst bei Fällen mit dutzenden Toten davor undenkbar gewesen, heute kommt das häufiger vor.

2. Amokläufe gab und gibt es zu allen Zeiten in allen Kulturen,. auch wenn der selektive, Euro-US-zentrierte Blick unserer Medien etwas anderes suggerieren mag. In manchen Ländern sind sie häufiger, in anderen seltener, aber keine Welt- oder Kulturregion bleibt davon verschont, denn Amok ist eine extreme Reaktion auf eine psychische Ausnahmesituation, die allerorten auftreten kann. Es gehört also zum menschlichen Verhaltensrepertoire und ein Mensch bleibt ein Mensch, von Kapstadt bis Hammerfest. Die häufig geäußerte Behauptung, Amokläufer wären überwiegend weiß, ist folglich ein modernes Märchen, das auf übler Wahrnehmungsverzerrung beruht.

3. Statistisch gesehen gibt es in Deutschland alle drei bis fünf Jahre einen Amoklauf (oder gleich mehrere davon) mit einer größeren Anzahl an Toten und/oder Verletzten. Ein prominenter Amoklauf triggert häufig den nächsten, so daß es zu zeitlichen Ballungen kommen kann.

4. Die Täter neigen in der Regel zur Paranoia, leiden also zumeist an psychischen Störungen, wie einer narzißtischen Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie, oder sind aufgrund eigener Gewalterfahrungen erheblich traumatisiert. Mobbing und soziale Ausgrenzung spielen insbesondere bei jüngeren Amokläufern eine zentrale Rolle, gerade dann, wenn der spätere Amokläufer zu spüren bekommt, daß seine Gewalterfahrungen niemanden interessieren und daher ungesühnt bleiben. Die Fälle Erfurt, Emsdetten, Winnenden und München sind gute Beispiele dafür. Wie sagte einer der Erfurter Lehrer in einem Spiegel-Interview sinngemäß: "Der Robert war so blöd, der hat es nichtmal gemerkt, wenn sich die Lehrer über ihn lustig machten." Leider vermochte es dieser Lehrer nicht, zwischen seiner Aussage und der Tatsache, daß der Robert gezielt Lehrer erschossen hat, einen Zusammenhang herzustellen.

5. Der Entscheidung zum Amoklauf geht normalerweise eine sich über Jahre hinziehende Verschlechterung der Lebenssituation einher, wobei insbesondere die zunehmende Auflösung des sozialen Netzwerkes eine entscheidende Rolle spielt. Einer oder mehrere Suizidversuche in den Monaten und Jahren vor dem Amoklauf sind nicht selten, viele Amokläufer versuchen auch vor ihrer Tat Hilfe zu bekommen, die ihnen aber verwehrt bleibt, oder nicht die erhofften Veränderungen bringt. Der durchschnittliche Amokläufer hängt also schon vor seiner Tat in vielerlei Hinsicht am seidenen Faden, der durch ein auslösendes Ereignis (Scheidung, Arbeitsplatzverlust etc.) gekappt wird und die Gewaltspirale in Gang setzt.

6. Obwohl Amokläufer ihre Tat sicherlich unzählige Male in zahllosen Varianten in ihrem Kopf durchgespielt haben, bevor sie zur Waffe greifen, ist ihre Tötungshemmung zumeist dennoch so ausgeprägt, daß sie nicht grundlos, auf ein bloßes Bedürfnis hin töten können, sondern eine halbwegs rational wirkende Rechtfertigung dafür brauchen, die heutzutage gerne in einem Manifest oder Video der Weltöffentlichkeit dargelegt wird. An diesem Punkt setzen dann radiakale Ideologien an, die dem Amokläufer erlauben, innerhalb der etablierten Ordnung zu morden, ohne sich gesellschaftlich völlig ins Abseits zu setzen, sondern im Gegenteil von einigen Bevölkerungsteilen sogar dafür gelobt werden. Im malayischen Raum war Amok gar lange Zeit eine gesellschaftlich akzeptierte Form der Rache und taucht in so manchem Epos als nahezu heldenhafte Tat auf. Gerade für Muslime, die den Selbstmord aus religiösen Gründen ächten, bleibt der selbstmörderische Angriff auf Ungläubige seit jeher eine verlockende Alternative, da er nicht mit sozialer Acht bestraft, sondern zum Martyrertod verklärt wird. Aber auch andere Gruppierungen, wie Rechtsradikale (Breivik), Mobbingopfer (Columbine) oder Incels (Rodger) tendieren dazu, Amokläufer nicht als reine Verbrecher, sondern auch als Kämpfer für ihre Sache zu sehen.

7. Ein Verbot von Schußwaffen ist keine geeignete Maßnahme um Amokläufe zu verhindern. Es würde lediglich zu eine Änderung der Tötungsmittel führen, wie man in ostasiatischen Ländern sehen kann. Dort sind die Waffen der Wahl Messer, Äxte, Fahrzeuge und Brandbeschleuniger, früher auch Bomben. Gerade vorletztere führen häufig zu sehr hohen Opferzahlen, da sie mit Vorliebe in beengten Räumen ohne Fluchtmöglichkeit, wie Bussen und Zügen, eingesetzt werden. Das jüngste Beispiel eines solchen Anschlages war erst am 17. Dezember in Osaka mit 25 Toten, eines der ärgsten Daegu 2003 mit 192 Toten.

8. Der beste Schutz gegen Amok und überhaupt gegen Gewalt ist und bleibt ein gutes soziales Miteinander, ein funktionierendes Netzwerk der Unterstützung und psychischen Betreuung für diejenigen, die es brauchen, und die zeitnahe adäquate Sühne von Gewalttaten, denn Gewalt zu erfahren, insbesondere, wenn dies wiederholt geschieht, und dann mitzuerleben, wie sie ungestraft bleibt, führt fast zwangsläufig zu einem Gefühl der Hilflosigkeit, das nach Überwindung drängt, zu einem Vertrauensverlust gegenüber den Mitmenschen und die sozialen Institutionen, wenn nicht gar zu Haß und Verachtung gegen die gesamte Gesellschaft.

8. Eine sehr viel größere Gefahr für den Staat stellt die gesellschaftliche Spaltung dar, da diese im schlimmsten Fall zum Bürgerkrieg führt. Je unterschiedlicher die Meinungen darüber sind, wie das gesellschaftliche Zusammenleben aussehen soll, je tiefer die Gräben diesbezüglich sind und je unversöhnlicher sich die Parteien gegenüberstehen, desto schwieriger wird es, den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten. Selbst in einem ethnisch und religiös weitgehend homogenen Staat ist es schon eine Herausforderung, die Ansichten und Bedürfnisse von Millionen Individuen irgendwie unter einen Hut zu bringen, in einem kulturell zerrissenen Land wird es zur ewigen Sisyphusaufgabe die teils gegensätzlichen und oft genug unvereinbaren Wünsche auszutarieren und keine Gruppe dauerhaft zu vergraulen. Diesem steht aber der menschliche Hang zum Nepotismus und die generelle Tendenz zur Bevorzugung der eigenen Gruppe im Wege. Vielvölkerstaaten neigen daher dazu auseinanderzubrechen oder leiden häufig an endlosen Konflikten, die nicht selten mit Gewalt ausgetragen werden. Die meisten afrikanischen Staaten belegen dies am laufenden Band, wenngleich die blutigen Auseinandersetzungen dort nur in Extremfällen überhaupt von der deutsche Presse aufgegriffen werden und ansonsten unter dem westlichen Radar ablaufen. Aber auch in Europa sind diese Beispiele zahlreich genug: Nordirland, Baskenland, Jugoslawien, Kosovo, Sowjetunion, Österreich-Ungarn sind nur einige davon.
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22.12.2021 18:01 Uhr - Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts - Der offizielle Trailer zum Reunion-Special von HBO Max (Ticker)
22.12.2021 09:38 Uhr schrieb Roderich
Danke für dieses schöne Beispiel, warum das Gendern dann und wann durchaus seine Berechtigung hat, denn dein Besinnungsaufsatz beschreibt genau das Problem: Spricht man von Schauspielern denkt man an Schauspieler, nicht an Schauspielerinnen.


Was zu beweisen wäre, denn obwohl das von einschlägiger Seite gerne behauptet wird, ist die Datenlage dazu doch reichlich dünn. Sieht man sich die betreffenden Studien an, dann sind sie entweder nicht repräsentativ, ziehen ihre Schlüsse aus einer arg kleinen Anzahl an Testpersonen, zeichnen sich durch manipulative Fragestellung und andere Mängel aus, oder beziehen sich gar nicht auf die deutsche Sprache.

Ich frage mich ohnehin, was für geistige Prozesse da zugrundeliegen sollen, Stellen sich die Leute tatsächlich bei jedem Wort eine sorgfältig ausgearbeitete Szenerie vor? Kann ich kaum glauben. Wie soll das auch gehen? Soviel Zeit hat man zwischen zwei Worten doch gar nicht. Wenn mir jemand sagt "Geh zum Arzt.", denn mach ich mir doch nicht die Mühe, den Arzt in all seinen geschlechtlichen Details auszumalen. Bei mir blitzt da bestenfalls für einen Sekundenbruchteil ein gesichts- und geschlechtsloses Bild auf, das grobe Arztmerkmale trägt. Ob das Pimmel oder Titten hat, weiß ich nicht, wäre auch völlig unerheblich.

Es kann mir auch keiner erzählen, daß er bei Sätzen wie "Sind deine Kollegen nett?", "Wieviele Mitschüler hast du in der Klasse?", "Da sind Demonstranten vor dem Rathaus.", "Warst du beim Friseur?", "Heut sind wieder ne Menge Touristen unterwegs.", "Forscher haben ein Mittel gegen Krebs entwickelt." nur an Personen männlichen Geschlechts denkt. Ich halte das für ausgemachten Humbug, der nur von Soziologen stammen kann. Aber was soll man auch von einem Forschungszweig erwarten, in dem Wissenschaftsleugnung zum guten Ton gehört. (Und bevor jemand fragt, daß die Soziologie ein ernsthaftes Problem damit hat, biologische Realitäten anzuerkennen, ist selbst unter Soziologen bekannt.)

Die ganze angebliche Problematik basiert auf einem psychologischen Trick von der Sorte "Denk nicht an einen rosa Elefanten!" oder "Was trinkt die Kuh?" Das gern bemühte Beispiel:

Ein Junge hat mit seinem Vater einen schweren Unfall. Der Vater stirbt, der Junge kommt ins Krankenhaus. Als der Chirurg den OP betritt ruft er entsetzt: "Das ist mein Sohn!"

ist ein Paradebeispiel der Manipulation. Die Lösung soll sein, daß der Chirurg eigentlich die Mutter des Jungen ist, was sich aber nicht sogleich erschließt, weil die Geschichte absichtlich so erzählt ist, daß sie Verständnisschwierigkeiten macht und die Zuhörer auf eine falsche Fährte lockt. Wenn die Leute dann erstmal an einen männlichen Chirurgen denken, dann ist das ein angeblicher Beleg dafür, daß Frauen sprachlich benachteiligt werden. Als Beweis für die Unsichtbarkeit der Frau kann die Geschichte aber beim besten Willen nicht herhalten, da sie kein realistisches Beispiel darstellt und sie im Alltag auch niemand so erzählen würde, eben weil das Geschlecht der Chirurgin hier eindeutig von Relevanz ist und der Zuhörer erwartet, daß es ausdrücklich benannt wird. Sowas dann als "Studie" zu bezeichnen, obwohl die methodischen Mängel eklatant sind, ist eigentlich eine Frechheit und ein Bärendienst für jede seriöse Wissenschaft.

Und überhaupt, wenn es irgendeinen positiven Effekt hätte Frauen und Männer sprachlich gleichzustellen, dann müßten Gesellschaften mit genuslosen Sprachen was Frauenrechte anbelangt doch besonders vorbildhaft sein. Wenn man sich die Stellung der Frau in China oder der Türkei anschaut, kommen einem da aber schon erhebliche Zweifel. Wenn man dann auch noch feststellt, daß ausgerechnet die skandinavischen Länder in dieser Hinsicht für gewöhlich die besten Noten erhalten, dann stürzt das ganze Soziologen-Konstrukt vollends in sich zusammen. Aber mit solchen Nebensächlichkeiten halten sich die lieber nicht auf, weil die Ideologie offenbar wichtiger ist.

Daß die ganzen Berufsbezeichnungen maskulin sind hat übrigens nichts damit zu tun, daß Frauen früher nicht arbeiten durften. Das Feminium ist sprachgeschichtlich eine relativ junge Entwicklung und die Aufgabe des Maskulinums war auch nicht männliche Personen zu bezeichnen, sondern lebende, eigenständig handelnde Subjekte. Darum sind die meisten Suffixe, die ein Maskulinum nach sich ziehen, auch Bezeichnungen für handelnde Individuen, während Suffixe, die ein Feminium bilden, in der Regel abstrakte Konzepte bezeichnen.
21.12.2021 19:58 Uhr - Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts - Der offizielle Trailer zum Reunion-Special von HBO Max (Ticker)
Schon erstaunlich, wie schnell heutzutage eine einst heißgeliebte Person des öffentlichen Lebens zur persona non grata, ja zum Dalit degradiert werden kann, weil man fürchtet, daß der bloße Kontakt mit einem solchen Individuum negativ auf einen abfärben kann. Im Falle Rowling kommt noch hinzu, daß die von ihr getätigten Aussagen eigentlich ziemlich banal waren, noch vor zehn Jahren niemanden hinter dem Ofen hervorgelockt hätten und bis auf die Gruppe der pathologisch Dauerbeleidigten niemanden wirklich tangiert haben dürften.

Alleine die Suizidrate innerhalb der Gruppe, die sich durch Rowlings Worte dermaßen auf den Schlips getreten fühlte, daß sie zum Kreuzzug aufrief und den Bannfluch über eine der erfolgreichsten Autorinnen aller Zeiten verhängte, legt nahe, daß deren Mitglieder mit erheblichen psychischen Problemen zu kämpfen haben, aber es ist wohl ein Zeichen unserer Zeit, daß man ausgerechnet das Empfinden von massiv persönlichkeitsgestörten Individuen zum moralischen Goldstandard erhebt. Von psychisch Kranken kann man aber wohl kaum eine gesunde, rationale Reaktion erwarten, und vom Rest der Bevölkerung kann man eigentlich nicht verlangen, daß sie ihr Verhalten, ihre ethischen Einstellungen, ihre Wissenschaft und ihr ganzes soziales Miteinander nach deren verkorkstem Seelenleben ausrichtet, zumal die betreffende Gruppe je nach Quelle gerade mal 0,005-0,1% der Bevölkerung ausmacht. Aber genau das erleben wir heute.

Überdies ist gerade diese Community von übelsten Widersprüchen und radikalem schwarz/weiß-Denken derart durchsetzt, daß man sie als Außenstehender eigentlich nicht mehr ernstnehmen kann. Verfolgt man die Grabenkämpfe, die sich dort abspielen (Trans vs. TERF, Trans vs. Lesben etc.), ihr sektiererisches Gebaren, das selbst die eigenen Mitglieder vergrault, und wieviel Wut und Haß da teilweise über die Leute ausgeschüttet wird, die sich der neuen Orthodoxie verweigern, dann wundert man sich doch, daß ausgerechnet diese Minderheit als Inbegriff der Toleranz gilt und den Rest der Gesellschaft so vor sich herzutreiben vermag.

Gerade der Ausdruck "menstruierende Person" für Frau ist eigentlich an Sexismus kaum mehr zu überbieten, da sie allen Frauen jenseits der Wechseljahre und all denjenigen, die aus medizinischen Gründen nicht Menstruieren können, implizit das Frausein abspricht. Noch schlimmer ist, daß man heute regelrecht so tut, als wäre vor 30, 40 Jahren die westliche Welt für alle Frauen die patriarchalische Hölle gewesen und erst in den letzten zehn Jahren durch die Segnungen der mordernen Geschlechterforschung der "starken Frau" die Welt eröffnet worden. Damit negiert man im Prinzip alles, was Frauen in den Jahrhunderten davor geleistet haben, stülpt ihnen das Stigma der erlernten Hilflosigkeit über und erniedrigt die vergangenen Frauengenerationen, die durch ihre Tätigkeit einen essentiellen Beitrag zur sozialen Stabilität und gesellschaftlichen Entwicklung beitrugen, auf geradezu bösartigste Art und Weise. Diejenigen, die sich heute am lautesten über das böse Patriarchat echauffieren, haben ein solches wahrscheinlich weder erlebt, noch durch einen Blick in andere Weltgegenden gesehen. Zumindest bekommt man den starken Eindruck, daß da ein Haufen Privilegierter vom hohen Roß herabpredigt und sich darüber aufregt, daß der silberne Löffel, mit dem man aufgewachsen ist, nicht golden war.

21.12.2021 10:41 Uhr schrieb ERIC
Ich denke man(N) (hahaha) sollte hier etwas differenzierter rangehen. Wenn etwas relativ sinnvoll erscheint wie das Wort "Schauspieler:innen" dann finde ich das OK, zwar schwer es sich anzugewöhnen, aber eben OK.


Über die relative Sinnhaftigkeit eines Wortes wie "Schauspieler:innen" ließe sich wahrlich streiten, und es wird gestritten, seit nunmehr etlichen Jahren. Aus sprachlicher Sicht ist die Lage ziemlich eindeutig, es ist Unsinn und fast genauso sinnbefreit, wie der Versuch ein generisches Femininum unter Verwendung des geschlechterspezifizierenden Suffixes "-in" zu etablieren. Ein Glück, daß sich dieser Käse unmöglich langfristig durchsetzen kann, schon allein wegen der Sprachökonomie und weil der Informationsmehrwert dieses ":innen" nahe null tendiert und permanent vom eigentlichen Thema ablenkt, denn in den meisten Fällen, in denen das Sexus dadurch penetrant in den Vordergrund gerückt wird, ist es für den Kontext völlig irrelevant. Da kann man aus ideologischen Gründen noch so sehr darauf beharren, daß es notwendig sei, Frauen "sichtbar" zu machen (und damit unterstellt, sie wären bislang unsichtbar gewesen, was schlicht und ergreifend gelogen ist).

So kompliziert, ist die Sache schließlich nicht:
Schauspieler = Beruf (sexusindifferent)
Schauspieler = Person die den Beruf des Schauspielers ausübt (sexusindifferent)
Schauspieler = Männlicher Schauspieler (maskulin)
d.h. das Wort "Schauspieler" drückt bereits aus, was "Schauspieler*:/_innen bedeuten soll, nur eben auf sehr viel effizientere Weise, da um zwei Silben und einen Glottisschlag kürzer. Soviel Verständnis wird man von den Leuten doch wohl erwarten können, daß sie zwischen den drei Bedeutungen unterscheiden und aus dem Kontext die richtige herauslesen können.

Darum: der Genderismus ist die Phrenologie des 21. Jahrhunderts. In 50-100 Jahren werden die Leute zurückblicken und sich fragen, wie man diesen Unfug jemals ernstnehmen konnte. Bis sich diese Erkenntnis endlich durchsetzt, werden wir ihn und seine bizarren Auswüchse leider noch aushalten müssen.

Indes wird es Frau Rowling ziemlich egal sein, ob ihr HBO den Auftritt verwehrt, oder nicht, arm sterben wird sie deshalb nicht und ihr Erfolg läßt sich auch nicht mehr rückgängig machen, egal wie sehr man ihr die Pest an den Hals wünscht und versucht sie gesellschaftlich zu vernichten.
22.11.2021 16:12 Uhr - Nosferatu in Venedig mit deutscher HD-Premiere im Dezember 2021 (News)
22.11.2021 06:44 Uhr schrieb alex_wintermute
Muss man wohl 3 Fragezeichen setzen. Die Anschuldigungen bzw. Vorwürfe seiner Tochter Pola sind immens. Zu einem juristischen Prozess kam es aber nie, es gibt kein Urteil. Nastassja Kinski ist es wohl etwas besser ergangen. Auch sie litt unter der Tyrannei ihres Vaters.


Die er aber wohl selbst indirekt zugegeben hat. Zumindest zitierte ihn Werner Herzog einmal dahingehend, daß Kinski ihn bei einem seiner zahlreichen Wutausbrüche mit dem Tode bedrohte und er das am besten ernstnehmen solle, weil er (Kinski) für das, was er mit seiner Tochter gemacht habe, in den USA ohnehin lebenslang in den Knast käme.

Daß es zu keinem Prozeß kam muß ja nix heißen. Kinski starb 1991, da war die gesellschaftliche Situation noch eine völlig andere. Über sexuellen Mißbrauch in der katholischen Kirche und anderswo sprach man nicht öffentlich und die 68er/70er mit ihrer Propagierung der "freien Liebe", die ja so manch bedenklichen Auswuchs hervorbrachte ("Wer zweimal mit derselben pennt..."; in Berlin vermittelte man Straßenkinder an Pädophile; den Babystrich ignorierte man geflissentlich), waren auch noch nicht so lange her, Und das muß man auch erstmal fertigbringen, seinen eigenen Vater anzuzeigen und dann mitzuerleben, wie sich die Presse über einen hermacht, weil man einen der größten und beliebtesten deutschen Schauspieler mit übelsten Anschuldigungen vor Gericht zerrt.

Daß Kinski ein narzißtischer Arsch war, hat er hinreichend und ganz ungeniert öffentlich zur Schau gestellt. Bei jedem anderen hätte man gesagt, furchtbar, hoffentlich verschwindet der bald und kommt nie mehr wieder, aber bei ihm drückte man beide Augen zu und fand seine irrsinnigen Eskapaden auch noch amüsant. Das ist auch einfach, wenn man mit so einem Menschen nicht zusammenleben und seine ständigen Wutausbrüche über sich ergehen lassen muß.
17.11.2021 15:28 Uhr - Beowulf mit deutscher Blu-ray-Premiere im Dezember 2021 (News)
Naja, genau genommen ist der Beowulf ein altenglisches Epos, dessen Handlung in Skandinavien spielt.. Trotzdem, sehr lesenswert, gerade im Original sprachlich äußerst beeindruckend und allen Verfilmungen definitv haushoch überlegen.
11.11.2021 01:21 Uhr - Jeepers Creepers: Reborn - Reboot des Franchises kommt 2022 (Ticker)
An sehr vielen Filmen waren sehr dubiose Gestalten beteiligt, würde man deswegen anfangen auszusortieren, müßte man so manchen liebgewonnen Klassiker in die Mülltonne kloppen. Keine Polanski-Filme mehr, keine Hitchcock-Filme mehr, keine Filme mehr, bei denen Weinstein Produzent war, keine Filme mehr mit Kevin Spacey, Klaus Kinski, Charlie Sheen, Bill Cosby u.v.a.m.

Ob man deren Filme noch ertragen kann, muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich wäre aber der Aufwand zu groß, erstmal die Biographie eines jeden Schauspielers, Regisseurs, Produzenten, etc pp. zu studieren, bevor ich entscheiden kann, ob mir ein Film gefallen darf oder nicht. Es muß halt jedem bewußt sein, daß sich im Filmgeschäft allerhand Geschmeiß rumtreibt, das die Träume und Sehnsüchte anderer skrupellos ausnutzt und das nicht erst seit heute, sondern schon seit der Stummfilmära. Es gibt halt immer Leute, die für ein bißchen Ruhm und Geld ihre Seele verkaufen würden, oder eben ihre Kinder - die Besetzungscouch hat mit Sicherheit keine Altersbeschränkung.

Selbiges gilt natürlich auch für die Musikindustrie. In manchem Genre ist da ein möglichst mieser Ruf sogar geschäftsfördernd. Je mehr Gangsta, desto authentischer. Die anvisierte Kundschaft ist in dieser Hinsicht zum Glück leicht zu beendrucken. Anders als ein R. Kelly oder Gary Glitter müssen die sich auch gar nicht verstellen, sondern können ihren schlechten Charakter ganz offen zur Schau stellen und werden dafür auch noch bejubelt. Aber will ich wirklich auf Burzum, Emperor und Dissection verzichten? Bei einem Film fällt die Entscheidung noch schwerer, schließlich sind da an jeder Produktion hunderte von Personen beteiligt und die meisten davon sind anständige Leute. Soll man deren Arbeit gleich mit entsorgen, nur weil einer ein Arschloch war?

"Mein armer Nordberg! Er war ein sehr guter Mann, Frank, er wollte niemandem etwas antun!"
Welch Ironie.
29.10.2021 00:59 Uhr - Elfen Lied - FSK gab die ersten beiden Folgen nun uncut ab 16 Jahren frei (Ticker)
29.10.2021 00:30 Uhr schrieb Bokusatsu
Der Elfen Lied Manga ist sehr empfehlenswert.


Ist er das? Gerade in der zweiten Hälfte verkam der doch immer mehr zu ner billigen Fetisch-Orgie. XD

Gottlob mußte der Anime aufhören, bevor's richtig doof wurde. Gerade deshalb ist er in meinen Augen um Längen besser als seine Vorlage, auch wenn man das ganze sicherlich etwas runder hätte zum Abschluß bringen können.
15.10.2021 02:42 Uhr - Home Sweet Home Alone: Disney+ bringt Remake zu Kevin - Allein zu Haus (Ticker)
15.10.2021 01:37 Uhr schrieb Rigolax
Ich erwarte, dass mindestens das N-, I- und Z-Wort in die deutsche Synchronfassung integriert wird.


Was meinst du? Nutte, Iltis und Zwerg? Naja, bei so nem Sado-Maso-Streifen würde mich das nicht wirklich wundern. Wäre dann halt was für Leute mit wirklich ausgefallenen Interessen.

Was mich allerdings doch sehr überrascht ist, daß Disney davon abgesehen hat, Kevin durch ein Mädchen zu ersetzen.-Aber wer weiß, vielleicht hebt man sich das für die Fortsetzung auf: Crystal allein im Pornostudio - feat. Jason
15.06.2021 19:29 Uhr - Wu Ji - Die Reiter der Winde erscheint im Juli 2021 als BD/DVD-Amarays (Ticker)
Also, wenn ich zwei, drei Meter vom Fernseher weg sitze, dann sehe ich zwischen BluRay und DVD keinen Unterschied mehr. Dazu sind meine Augen einfach nicht gut genug.
13.06.2021 00:35 Uhr - Jäger des verlorenen Schatzes (SB)
Ich frage mich, warum man die Filme nicht einfach so lassen kann, wie sie gedreht wurden. Ich mag Matte Paintings. Bei dem nach rechts gerückten Felsvorprung bei 58:48 hat man offenbar Mist gebaut und einen Teil beim wiedereinfügen falsch gesetzt, mit der Folge, daß ein Abschnitt der Oberflächenstruktur des Felsens nun doppelt zu sehen ist. Der neu reingebastelte Schaufelstiel ist auch ziemlich sinnbefreit.
12.06.2021 22:33 Uhr - The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim - Animefilm von Warner Bros. und New Line Cinema in Arbeit (Ticker)
11.06.2021 19:03 Uhr schrieb deNiro

ob man damit die "Wärme", die Details und die Emotionen wecken kann, die die Filme so unvergleichlich werden liessen.


Und da haben Animationsfilme in meinen Augen eben doch (noch) Defizite.

Evtl. hab ich das nicht wirklich klar formuliert.


Daß so eine Meinung zustandekommt, liegt wohl eher am Konsum der falschen Filme und weniger am vorhandenen Angebot. Aber gut, man kann den Leuten eigentlich kaum einen Vorwurf machen, wenn sie zu so einer Schlußfolgerung kommen, da Animationsfilme in Deutschland überhaupt sehr stiefmütterlich behandelt und aus Prinzip unter der Kategorie Kinderkram abgeheftet werden.

Dabei ist der Trickfilm äußerst vielfältig, vor allem, wenn man sich mal traut, über den gängien Pixar/Disney-Tellerrand hinauszublicken. Sojusmultfilm hat z.B. zahlreiche, künstlerisch wertvolle (Kurz-)Filme hervorgebracht, die man hierzulande leider kaum kennt und gerade im Anime-Sektor gäbe es so vieles zu entdecken, das weit abseits der gängigen Klischeespfade wandelt. Da wird eigentlich so ziemlich jedes Genre bedient und "Wärme", Details und Emotionen kommen bei den besseren Vertretern sicherlich auch nicht zu kurz. Natürlich ist es schwer mit Jacksons Herr der Ringe-Trilogie mitzuhalten, weil die einfach zu den herausragenden Filmen gehört, mit denen sich wohlgemerkt auch die meisten Realfilme nicht wirklich messen können, aber meiner Meinung nach können die besten Trickfilme ohne weiteres in der filmischen Oberliga mitspielen.

Aber wie gesagt, Trickfilme haben bei Cineasten generell einen schweren Stand und wohl auch den falschen Ruf, um den Durchschnitts-Nutzer einer Seite wie schnittberichte.com anzusprechen, und das obwohl es weiß Gott genug Animationsfilme gäbe, das auch den härtesten Gorebauern was zu bieten hätten. Naja, vielleicht braucht man auch eine besondere Einstellung, um die Qualität solcher Filme zu schätzen zu wissen. Manche Leute mögen schließlich per se keine Filme, die nicht realistisch aussehen.
11.06.2021 21:11 Uhr - Masters of the Universe: Revelation - Der offizielle Trailer zur Netflix-Serie (Ticker)
11.06.2021 19:22 Uhr schrieb Bearserk
Wie oben geschrieben interessiert es mich aber doch:
Inwiefern aufgrund des Trailers berechtigt?
Sag doch mal bitte, hat ja einiges an Zustimmung bekommen.
Ich fühl mich da grad etwas blind, weil ich anscheinend das Offensichtliche nicht sehe...


Ich vermute, der Kommentar spielt auf Lt. Andra an, einen Charakter, der nur in den Comics vorkam und dort weiß und rothaarig war, in der neuen Serie aber durch eine Schwarze ersetzt wurde. Die ist im Trailer allerdings nicht zu sehen, sondern nur auf einem der Promobilder.
08.05.2021 02:01 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Mich stören hier diese anti-Woke Kommentare. (Woke wird im übrigen (vor allem seit Trump) nur noch von den Konservativen benutzt, um Andersdenkende zu diskreditieren)


Das Problem mit der Woke-Community ist ihre Arroganz, ihre Überheblichkeit, ihre Selbstgefälligkeit, ihre Doppelmoral und Bigotterie, ihr Hang dazu Meinung für Wissenschaft zu halten und im Gegenzug handfeste naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen, wenn sie der eigenen Ideologie widersprechen, und schließlich wie aggressiv und herablassend sie mit jedem umgeht, der ihre oftmals reichlich hanebüchenen Ansichten nicht teilt. Die wirken als hätten sie einen Missionierungsauftrag, der sie berechtigt alle niederzumachen, der ihnen im Weg stehen und allen ihre Sicht der Dinge mit Gewalt aufzudrücken - natürlich nur im Namen des Guten. Wenn du ihnen den kleinen Finger reichst, dann mußt du damit rechnen, daß sie dir den Arm ausreißen, um dich damit totzuschlagen. Jedes Wort wird dir tausendmal im Mund umgedreht und auf die Goldwaage gelegt und wehe du wirst für zu leicht empfunden, dann bricht ein Shitstorm über dich herein. Seine Meinung zu äußern gleicht heute fast schon einem Marsch durchs Minenfeld. Die 90er und 2000er waren diesbezüglich definitiv deutlich legerer, und das, obwohl damals der Jugendschutz deutlich strenger war und reichlich unsinnige Blüten trieb.

Was Kampfbegriffe angeht, da schenken sich die verschiedenen Parteien nun wirklich nichts. Zumindest kommt mir das so vor. Das muß aber natürlich nichts heißen. Ich bin schließlich nur ein alter weißer Mann mit Nazihintergrund und einer Unmenge an Privilegien, also das Böse schlechthin.

Ein Phänomen, über das ich dank Red Sonja noch gestolpert bin ist, daß Hollywood offenbar bevorzugt rothaarige Comic-Charaktere durch Schwarze ersetzt. Das Wort von der "Gingerphobie" macht die Runde und Rothaarige sehen sich nicht ausreichend in den Filmen repräsentiert. Tja.
08.05.2021 01:45 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Nichtsdestotrotz ist einiges was Wright in ihrem Aufsatz schreibt, nicht von der Hand zu weisen.


Ich habe auch nie behauptet, daß Wright mit allem Unrecht hätte, ich halte ihren Blickwinkel trotzdem für ziemlich verquer. Filme wie Conan, Terminator, Aliens etc. hatten ein bestimmtes Zielpublikum, und das war überwiegend männlich. Frauen mochten diese Art Film nie besonders und ich bin mir sicher, hätte man Frauen in den 80ern gefragt, ob sie mehr Actionheldinnen sehen wollen, hätten die meisten wohl geantwortet, daß ihnen das völlig Wurscht ist, weil sie diesen gewaltätigen Scheiß ohnehin nicht ansehen.

Actionfilme bedienten vorwiegend Männerphantasien, und ja, dazu gehören auch leichtbekleidete Frauen. Sich darüber auszulassen halte ich für bizarr. Filme, die sich an ein männliches Publikum wenden, müssen natürlich auch auf dieses zugeschnitten sein, wenn sie Erfolg haben wollen. Sich mit Filmen wie Red Sonja an die holde Weiblichkeit zu wenden wäre aus wirtschaftlicher Sicht völlig absurd gewesen, da ein kommerzieller Flop vorprogrammiert gewesen wäre.

Heute mag das vielleicht ein wenig anders sein, aber wir reden hier über die Situation in den 1980ern, wo Mädchen lieber mit Barbie und den Cabbage Patch Kids spielten, während es die Jungen zu He-Man oder GI Joe zog. Und es soll keiner sagen, man hätte nicht versucht, das zu ändern. She-Ra wurde aber offenbar von den Mädels nicht mit derselben Begeisterung aufgenommen, wie He-Man von den Jungs, sonst wäre sie von Mattel auch genauso lange ausgeschlachtet worden und nicht 30 Jahre lang in der Versenkung verschwunden.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Dass der Kampf zwischen Kalidor und Red Sonja anders ausgegangen wäre ist sicher realistisch und die körperliche Überlegenheit von Männern stellt in der Realität ein Problem dar.


Die physische Überlegenheit des Mannes ist an sich erstmal kein Problem, sondern einfach ein biologisches Faktum, das dem genetischen Selektionsdruck geschuldet ist. Wenn weibliche Hominiden schwache Männer bevorzugt hätten, sähe die Situation heute vielleicht anders aus, taten sie aber offenbar nicht, was sicherlich viele Gründe hatte. Daß dergleichen aber durchaus vorkommt, zeigt sich z.B. an den Tüpfelhyänen, wo es die Männchen sind, die körperlich unterlegen sind und daher nicht viel zu Lachen haben.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Sie wird nämlich von Männern reichlich ausgenutzt.


Jeder nutzt die Fähigkeiten, die ihm von Natur aus gegeben sind. Frauen nutzen z.B. im Gegenzug ihre sexuellen Reize und ihre Gatekeeper-Funktion bei der Zeugung von Nachkommen, um ihre Interessen durchzusetzen.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Deswegen gibt es auch keine Männerhäuser, da die nur in seltenen Fällen von ihren Frauen verprügelt werden.


Gewalt von Frauen gegen Männer (oder auch andere Frauen, was etwa in lesbischen Partnerschaften ein nicht unerhebliches Problem darzustellen scheint) ist nicht so selten, nur wird man als Mann eher ausgelacht, wenn man anderen mitteilt, daß man von seiner Partnerin verprügelt wird. Gewalt, die von Frauen ausgeht, wird gesellschaftlich immer noch eher runtergespielt und verharmlost und ein männliches Opfer dürfte es erheblich schwerer haben deswegen Gehör zu finden und ernstgenommen zu werden, als eine Frau im umgekehrten Fall. Der Mangel an Männerhäusern wurde durchaus schon kritisiert, weil Männer in einem solchen Fall eben niemanden haben, an den sie sich wenden können. Aber gut, das ist eine völlig andere Baustelle, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat.

07.05.2021 schrieb Grrrg
Aber hier geht es nicht um die Realität. Deswegen war ein Film wie Red Sonja auch gut, er hätte aber zumindest was die Darstellung einer unabhängigen Frau betrifft, besser sein können.


80er Jahre, Barbaren-Film für junge Männer, basierend auf einem Comic, der von Männern erfunden wurde, überwiegend junge Männer anspricht und ansprechen soll. Was erwartet man da bitte? Wie du schon sagst: "Onaniervorlagen für pubertierende Comicleser". Sex sells und gerade für junge Männer wirkt so eine halbnackte Amazone im Kettenbikini hald sehr anziehend. Man sollte nicht mit heutigen Maßstäben an Kulturerzeugnisse der Vergangenheit rangehen, aber wenn Frauen schon unbedingt eine Sword & Sorcery-Heldin ala Red Sonja haben wollen, die ihren Vorstellungen entspricht, dann können sie sie doch jederzeit erfinden. Niemand wird sie aufhalten und wenn der Markt unter den Mädels dafür groß genug ist, dann wird sie sich auch verkaufen. Wenn nicht, dann sollen sie sich aber bitte nicht darüber beschweren, daß die auf Männer zugeschnittene Version populär ist. Oder regen sich Männer über die Darstellung von Männern in RomComs auf? Gibt's irgendwelche wissenschaftlichen Artikel darüber, daß die Männerdarstellungen in "Twilight" und "Titanic" problematisch sind, weil sie völlig unrealistische Mädchenphantasien bedienen?
08.05.2021 01:35 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Die Autorin merkt an, was sie stört. Das bedeutet aber nicht, dass sie im Umkehrschluß fordert, dass das Gegenteil dargestellt wird.


Und wo habe ich geschrieben, daß die Autorin fordert, daß das Gegenteil dargestellt wird? Ich habe lediglich aufgezählt, was die Autorin als problematisch empfindet und daraus die Schlußfolgerung gezogen, wie eine Heldin ihrer Meinung nach offenbar gestrickt sein müßte, damit sie "unproblematisch" wird.

Ich fände es allerdings doch sehr seltsam, wenn die Autorin etwas als Problem betrachtet, aber dann nicht den Wunsch verspürte, daß dieses auch gelöst wird. Oder ist das in feministischen Kreisen so, daß man sich zwar die Mühe macht, über mehrere Seiten hinweg darzulegen, warum Charaktere vom Typ XY sexistisch o.ä. sind und dann damit schließt: "Macht aber nix. Bitte weiter so!" Wenn ein Wissenschaftler schon Probleme aufzeigt, dann gehe ich davon aus, daß er auch die Hoffnung hegt, daß dagegen etwas unternommen wird. Und selbst wenn Frau Wright diesbezüglich völlig aus der Art schlüge, so gibt es doch sicherlich genügend feministische Aktivisten, die eine Lösung dieser Probleme trotzdem einfordern.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Sie könnte auch alleine für sich stehen, hat aber mit Arnold einen "Retter", den sie nicht unbedingt bräuchte, macht zugegebenermaßen aber auch einen Teil der Story aus. Insbesondere, da Red Sonja sich nur einem Mann hingeben will, der sie im Kampf besiegt.


Natürlich bräuchte sie Arnold nicht unbedingt. Man hätte ohne weiteres die Geschichte nach Angola verlegen und Schwarzenegger durch einen Yeti ersetzen können, das ist eine Binse, aber wer hätte den Film dann noch angeschaut? Man muß das ganze auch aus ökonomischen Gesichtspunkten und dem Blickwinkel eines Filmproduzenten der 80er Jahre betrachten. Was war wohl die Zielgruppe von Red Sonja? Frauen um die 40 wohl eher nicht. Man hat versucht dem anvisierten Publikum das zu geben, von dem man glaubte, daß es das sehen will und dafür bereitwillig sein Geld locker macht. Schwarzenegger ging damals immer, war also ein No-Brainer, und Eyecandy in Form halbnackter Weiber hat wohl noch die wenigsten Männer abgeschreckt. Daß eine Kriegerin sich nur dem Mann hingibt, der sie im Kampf besiegt, ist übrigens ein klassisches Topos, das sich schon im Nibelungenlied findet.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Was du oben geschrieben hast, dass die Autorin eine Kampflesbe lieber gesehen hätte, stimmt nicht.


Warum reitet sie dann immer wieder auf diesem angeblichen Konflikt zwischen Hetero- und Homosexualität rum? Muß bei jeder Heldin sofort die große Lust entfachen, wenn sie von einer anderen Frau begehrt wird? Ist Red Sonja in den Comics lesbisch? Nein? Warum ist das dann ein Problem, daß sie sich einen Mann wünscht, der ihr auch das Wasser reichen kann und den offenbar in Kalidor gefunden hat? Warum sollte sie dann das Bedürfnis verspüren, mit Gedren zu kuscheln, statt ihr den Kopf abzusäbeln?

Ich meine, hätte man tatsächlich eine Lesbenszene in den Film eingebaut, hätte man doch sicherlich sofort moniert, daß damit nur irgendwelche Männerphantasien bedient werden sollen. Die männlichen Zuschauer hätte es sicher am allerwenigsten gestört, wenn Brigitte Nielsen und Sandahl Bergman am Ende ihre Schwerter einfach weggeschmissen und für ein bißchen heiße Lesbenaction ihre Hüllen hätten fallen lassen. Ob das den Film besser gemacht hätte, sei dahingestellt, aber Frau Wrights Ansichten darüber, was das (überwiegend männliche) Publikum will, nämlich ein Paar Sonja + Kalidor, weil das der Norm enstpricht und nicht so sehr "verunsichert", ist schön ziemlich abwegig.

07.05.2021 22:02 Uhr schrieb Grrrg
Genauso unterstelltst du mir, dass ich es besser gefunden hätte, dass es Action-Filme mit starken weiblichen Hauptrollen überhaupt nicht gegeben hätte.


Falsch, ich unterstelle dir gar nichts. Ich habe dir lediglich eine Frage gestellt, denn du hast die Aussage getätigt, daß Red Sonja ein Problem darstellte, weil sie nicht dem weiblichen Rollenklischee entsprach. Für wen war sie ein Problem? Und wenn sie ein Problem war, hätte man sie und die anderen Actionheldinnen dann lieber nicht erfinden sollen, z.B. weil sie am Ende doch nur wieder männliche Phantasien bedienten?
07.05.2021 16:49 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
07.05.2021 07:23 Uhr schrieb Grrrg
Was du in den Artikel interpretierst ist dein Problem. Was du hier aufzählst,steht da gar nicht drin. Ausser, dass die Heldin nur mit Hilfe eines Mannes siegen kann. Und das muss ja nicht sein.


Tut es nicht? Gut, dann wäre es nett, wenn Sie mir dabei behilflich sein könnten, Passagen wie die folgenden zu interpretieren:

"The foregrounding of Sonja’s gender throughout the film problematises her representation and unsettles Brown’s claim that the heroine is permitted to occupy the same position as the hero."

"Kalidor’s steadfast and watchful presence mirrors that of Hicks in Aliens, and he also serves a comparable function in reaffirming the heroine’s sexual identity. Although her built body remains a site of potential anxiety, her romantic attachment to Kalidor allows her to be recuperated into the ‘normal’ heterosexual order. Laurie Schulze (1990) in her study of female body and muscle suggests that the female body-builder has to be made ‘safe’ within the parameters of the hegemonic gender divisions and identities. "

"It is within these boundaries that Sonja is contained; she is fit, healthy and attractive, and positioned as an object of heterosexual desire through her eventual union with Kalidor. In addition, maternal concern also serves to assure Sonja’s heterosexuality through her protective role over the young Prince Tam. A male partner and nurturing instincts are both employed to abate fears that the female heroine is in fact sexually deviant."

So wie ich das sehe ist offensichtlich, daß die Autorin des Artikels die Betonung von Sonjas Weiblichkeit, die ja auch durch ihre Kleidung stattfindet (und so nebenbei gesagt wesentlicher Bestandteil des Charakters und überhaupt des gesamten Barbaren- und Sword & Sorcery-Genres ist), als Problem betrachtet. Sie kann zudem keine wahre Heldin sein, solange sie durch die physische Präsenz Schwarzeneggers in den Schatten gestellt wird. Aus irgendeinem Grund scheint es für die Autorin auch ein Problem darzustellen, daß Sonja nicht von der sexuellen Norm abweicht und sich zu Kalidor hingezogen fühlt. Ja, überhaupt jeder Wesenszug, der sie für das Durchschnittspublikum sympathisch machen soll, wird ihr angekreidet.

Daß meine Interpretation der Idealheldin nicht allzu weit von den Vorstellungen Wrights entfernt sein kann, zeigt allein schon die Tatsache, daß sie Zula aus "Conan der Zerstörer" als positiveres Beispiel eines weiblichen Heldencharakters hervorhebt, wobei die in ihren Augen natürlich auch nicht ohne Fehl und Tadel ist. Mich verwundert, daß sie Private Vasquez aus "Aliens" nicht erwähnt. Die dürfte ihren Wünschen ja noch einmal deutlich näher kommen. Wobei man konstatieren muß, daß man es der Autorin wahrscheinlich unmöglich recht machen könnte:

"The death of Gedren at Sonja’s hand and not Kalidor’s at the end of the film is essential in aiding Sonja’s recuperation into heterosexuality."

Man stelle sich nur mal vor, nicht Sonja, sondern Kalidor hätte Gedren getötet. Dann wäre das doch wieder nur als Beweis angeführt worden, daß Sonja keine echte Heldin ist, weil sie ja nicht mal ihren Endkampf allein bestreiten darf und wieder nur das hilflose Objekt männlicher Dominanz ist. So konstruiert man eben irgendwas von einem Konflikt zwischen Hetero- und Homosexualität, der dem gewöhnlichen Zuschauer wahrscheinlich nie in den Sinn käme, wenn er von Gelehrten wie Wright nicht darauf aufmerksam gemacht würde. Statt sich zu freuen, daß man hier offenbar einen homosexuellen Charakter vor sich hat, bemäkelt man lieber, daß sie die Böse ist und sich die Heldin ihren sexuellen Avancen entzieht.

07.05.2021 07:23 Uhr schrieb Grrrg Ausnahmen gab es und deswegen stellt Red Sonja ein Problem dar, weil sie eben diesem Bild nicht entspricht.


Für wen stellt sie ein Problem dar? Für die Zuschauer? Die Männer? Die Frauen? Wohl eher nur für einen kleinen Kreis Intellektueller. Und überhaupt, heißt das, es wäre besser gewesen, wenn es diese Ausnahmen nicht gegeben hätte? Hätte man konsequent weiter ein erzkonservatives Frauenbild vom Heimchen am Herd in den Filmen verbreiten sollen, das ohnehin nie in der Form existiert hat, wie es in feministischen Kreisen postuliert wird? Starke Frauen, wie auch immer man die definieren will, gab es seit jeher in Kunst und Kultur. Zu sagen, es gab in den 80ern nicht genügend Action-Heldinnen ist ziemlich bescheuert, allein schon deshalb, weil das Action-Kino weitgehend eine Erfindung der 80er Jahre ist, schon immer hauptsächlich von Männern konsumiert wurde und eine 50kg Frau, die 100kg Muskelpakete vermöbelt, halt reichlich unglaubwürdig wirkt. Jeder weiß, daß der Zweikampf zwischen Sonja und Kalidor im echten Leben ganz anders ausgesehen hätte.

Wieviele Frauen hätten in den 80er Jahren überhaupt gewollt, daß es mehr Heldinnen gibt, die gefühllos und ohne mit der Wimper zu zucken andere Leute abknallen? Die Zeit damals war ja doch noch eine gänzlich andere.
06.05.2021 20:01 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
06.05.2021 19:07 Uhr schrieb Han Vollo
Die Nielsen hat meiner Meinung nach nie wieder so süß ausgesehen.


Und genau das ist das Problem. Eine Heldin darf heutzutage nicht mehr süß aussehen, sonst wird sie ja zu einem Objekt männlicher Sexualphantasien erniedrigt. Hier ein Zitat aus einem wissenschaftlichen Artikel der das näher beleuchtet:

"Die Figur der Kregerin in den Sword & Sorcery-Filmen der 1980er hat gezeigt, daß eine Frau im Kontext des männlich dominierten Actionkinos von Natur aus problematisch ist. Obwohl in "Red Sonja" die Heldin Kraft und Können besitzt, wird sie als Bedrohung der heterosexuellen Ordnung betrachtet und muß daher in Zaum gehalten werden. Obgleich sie muskuklös ist, so wird sie doch sexualisiert und objektiviert und benötigt letzlich doch männliche Unterstützung, um zu triumphieren."

(The female warrior figure of the sword and sorcery films of the 1980s has shown that a woman situated in male-dominated action cinema is inherently problematic. Although in Red Sonja the heroine is given strength and ability, she is viewed as a threat to heterosexual order and therefore has to be contained. Whilst she is muscular, she is also sexualised and objectified, and proved, ultimately, to need male support to triumph.)

- Andrea Wright: A sheep in wolf's clothing? The problematic representation of women and the female body in 1980s sword and sorcery cinema; Journal of Gender Studies, Bd. 21, 2012, Nr. 4.

Man sieht also, die bloße Existenz Schwarzeneggers in diesem Film ist ein Problem. Sonjas freizügige Kleidung ist ein Problem. Daß sie erst nach ihrer Vergewaltigung zur Kriegerin wird ist ein Problem. Ihre mütterliche Fürsorge für Prinz Tam ist ein Problem. Und auch ihre Heterosexualität ist, wie aus dem Artikel weiterhin hervorgeht, ein Problem. Damit der Film unproblematisch wird, müßte Sonja also zu einer schwertschwingenden, züchtig gekleideten und gefühlskalten Kampflesbe mutieren, die am besten anlaßlos das Kriegerhandwerk erlernt und ohne (männliche) Hilfe, alle Gefahren bewältigt. Mit anderen Worten, nur eine puritanische Mary Sue ist frei von allen Kritikwürdigkeiten.
06.05.2021 18:31 Uhr - Red Sonja - Neuverfilmung nimmt Form an, Hauptdarstellerin bekannt (Ticker)
06.05.2021 17:08 Uhr schrieb Trainspotter
Ich glaube, kein Film-Genre ist so phantasielos wie das High-Fantasy Genre.


High Fantasy? Red Sonja ist wohl eher ein typisches Sword and Sorcery-Produkt, ein Genre das nun nicht unbedingt für seine Vielschichtigkeit und tiefgründigen Geschichten bekannt ist, sondern eher für seine Primitivität und zahllosen Klischees.

Ich hätte nicht gedacht, daß jemand auf die Idee kommen würde, ein Remake dieses Filmes zu drehen. Die Wertungen sind ja nun nicht gerade berauschend und ohne Arnold wäre der doch längst in der Versenkung verschwunden, da, wo auch die meisten anderen Vertreter dieses Genres ihr Dasein fristen. Wenn schon eine Neuverfilmung sein muß, dann hätte man die Titelrolle also auch mit Schwarzenegger besetzen sollen. Für Kalidor hätte sich bestimmt leicht ein probater Ersatz gefunden, wie etwa Jaden Smith oder Gabriel Iglesias.

Interessant dürfte das Design von Sonjas Rüstung werden; die ist normalerweise doch sehr geschlechtsbetont, in den Comics teils sogar noch viel stärker, als im Film, und da Heldinnen, die ihre weiblichen Reize auf derart unzüchtige Weise zur Schau stellen heute eher verpönt sind, wird man da wohl ein deutlich konservativeres Modell verwenden.
22.04.2021 17:29 Uhr - Und morgen die ganze Welt - Deutsches Antifa-Drama bereits ab Mai 2021 bei Netflix (Ticker)
22.04.2021 16:17 Uhr schrieb Loredanda Ferreol
DIE Antifa als organisierte Vereinigung gibt es so nicht.


Pauschalisierungen gelten halt immer nur für den Gegner. Für die eigenen Seite fordert man dagegen eine differenzierte Betrachtung. Mit derselben Berechtigung könnte man sagen, DIE Nazis als organisierte Vereinigung gibt es nicht, das interessiert die Gegenseite aber natürlich herzlich wenig.

Wer sich mit einer Gruppe identifiziert und assoziiert, wohlwissend, daß ein erheblicher Teil derselben aus radikalen Elementen besteht, die auch vor Terrorismus nicht zurückschrecken, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit diesen dann auch in einen Sack gesteckt wird. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Das gilt für Antifanten genauso wie für Fanten und alles andere Gesocks, das da so kreucht und fleucht.

Jeder normale Mensch distanziert sich instinktiv von allen Gruppierungen, die aus ideologischen Gründen zu Gewalt aufrufen oder gar anwenden. Wer sich ihnen trotzdem anschließt, mitläuft oder auch nur mit ihnen sympathisiert, der unterstützt zwangsläufig auch die gewählten Mittel. Noch wird niemand gezwungen der Antifa beizutreten. Die, die da mitmachen tun das also freiwillig, trotz, oder gerade wegen des Rufes, den dieser Haufen hat. Man spare sich also bitte die billigen Ausreden.
04.04.2021 18:18 Uhr - Space Jam: A New Legacy - Der offizielle Trailer zum Sequel (Ticker)
04.04.2021 15:50 Uhr schrieb DerLanghaarige
Wääh, wääh, die böse, böse Cancel Culture nimmt uns unsere Boomerwitze weg, weil die dummen Kinder gemerkt haben, dass manche Dinge halt doch nicht so witzig sind, wie man vor über 30 Jahren dachte. Zensur! Diktatur!


Es ist wohl eher so, daß die junge Generation einen riesigen Stock im Arsch hat und die Doppelmoral bis zur Perfektionierung treibt. Auf der einen Seite drischt man auf die Kulturerzeugnisse vergangener Epochen ein, weil man darin irgendeinen moralischen Makel entdeckt zu haben glaubt, auf der anderen ergötzt man sich an Künstlern, die ihren menschenverachtenden Sexismus und ihr asoziales Gehabe in Wort und Bild ganz offen zur Schau stellen und als Lifestyle zelebrieren. Man gibt sich woke und antirassistisch, während man gleichzeitig die Menschen auf ihre Rasse reduziert, gemäß ihrer Hautfarbe in einheitliche Blöcke aufteilt und am liebsten von jeder Interaktion untereinander abhalten würde - natürlich nur um sie vor den bösen Rassisten, also allen Weißen, zu schützen. Man gibt sich empathisch, spricht aber allen anderen jedes Einfühlungsvermögen ab, was dann insbesondere im Bereich der Kunst so seltsame Blüten treibt, wie die, daß Weiße keine Gedichte von Schwarzen übersetzen und Heterosexuelle keine Homosexuellen spielen dürfen... oder Schwarze keine Schwarzen, weil sie nicht schwarz genug sind. Man unterstellt allen Weißen, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, pauschal eine Privilegierung und zwingt alle Nicht-Weißen ebenso pauschal und mit einem unsäglichen Paternalismus in eine Opferrolle. Nach dieser perversen Denke ist denn auch die Multi-Milliardärin Oprah Winfrey das Opfer systematischer Benachteiligung und ein weißer Obdachloser in Los Angeles, der sich aus Mülltonnen ernährt, ein fürchterlicher Unterdrücker.

Pepe Le Pew ist ein unangenehm zudringlicher Klischeefranzose. Das ist so offensichtlich, daß es mir schon als Kind aufgefallen ist und er sollte sicherlich auch so wahrgenommen werden. Daß er ein Stinktier ist, mag Zufall sein, ist angesichts seiner Persönlichkeit aber überaus passend. Satire und Komik arbeiten nun mal mit Zuspitzungen und Stereotypen, funktionieren also nur, wenn man anderen auf die Füße tritt. Den Sittenwächtern und der Woke-Culture scheint dies allerdings nicht bewußt zu sein. Früher hieß es, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. In diesem Sinne erweist sich die heutige Gesellschaft als extrem humorlos. Ein unbedachtes Wort, selbst wenn es vor 30 Jahren unter gänzlich anderen gesellschaftlichen Bedingungen geäußert wurde, und man wird an den medialen Pranger gestellt und öffentlich gelyncht. Da hilft dann nur noch der demütige Gang nach Canossa, um seine Karriere irgendwie zu retten und nicht arbeitslos zu werden.

Wenn sich Erwachsene über die Auswüchse der Jugendkultur beschweren, dann sind sie natürlich rückständig und haben keinen Peil von irgendwas, aber die Jugend von heute hat natürlich den totalen Durchblick über all die Dinge, die die alten Säcke in ihrer Jugend toll fanden und ebenso verbissen und trotzig gegen die Erwachsenen von damals verteidigten. In den 90ern rissen Serien wie Die Simpsons und South Park unter dem Beifall ihrer zumeist jungen Fans und unter Beschuß der Bewahrer der familiären Werte reihenweise gesellschaftliche Tabus ein, heute werden diese von selbsternannten Moralhütern in meist jugendlichem Alter mit geradezu religösem Eifer wieder hochgezogen. 2015 ging man noch unter dem Motto "Je suis Charlie" für die Kunst- und Meinugnsfreiheit auf die Straße, heute macht man sich selbst die totalitären Islamistenmethoden zu eigen und schlägt mit Vorschlaghämmern auf Statuen ein. Deshalb darf auch Mister Krabs, ein geldgieriger Unternehmer, der seine Angestellten rücksichtslos ausbeutet, einen Gesundheitsinspektor niederschlägt und den vermeintlich Toten dann auf dem Friedhof verscharren will (was alles offenbar kein Problem darstellt), auch keine Unterhöschen mehr jagen, weil das fürchterlich sexistisch ist und für Kinder ein schlechtes Vorbild abgibt. Es ist schon eine verrückte Welt.

Zum Film: Als Kind der 80er ist für mich Bugs Bunny untrennbar mit der Stimme von Gerd Vespermann verbunden und die Stimme von Sven Plate mit Wesley Crusher. Das wieder auseinanderzudividieren ist mir nie nicht gelungen, weshalb ich damals schon Space Jam boykottiert habe, Bild und Ton weigern sich also auch hier beharrlich ein harmonisches Ganzes zu ergeben. Sobald Bugs Bunny den Mund aufmacht befinde ich mich geistig auf der Brücke der Enterprise und ich frage mich, warum der 16-jährige da auf den Armaturen rumtippen darf. Zugegeben, ein sehr individuelles Problem meinerseits. Wahrscheinlich bin ich einfach nur verbittert darüber, daß die Helden meiner Kindheit zusehends ausrangiert und in den Giftschrank verbannt werden. Ich würde gerne mal wieder Speedy Gonzales sehen, aber der ist ja mittlerweile auch "problematisch".
01.04.2021 19:14 Uhr - Der Index wird abgeschafft - Filme künftig uncut maximal ab 18 Jahren (News)
Es geschehen noch Zeichen und Wunder - leider vorwiegend am 1. April.

Vielleicht wird dieser Traum irgendwann einmal wahr, wenn wir alle ganz fest hoffen und fleißig beten:
"Vater*in unser*in
der/die/das du bist im Himmel*in..."
28.03.2021 17:45 Uhr - US-Streaming-Service Peacock zensiert zwei WWE-Angebote (News)
1. Kein Wort ist per se eine Beleidigung. Zur Kommunikation gehören schließlich immer zwei und es kommt stets darauf an, wer was zu wem wie sagt und natürlich auch, wie es gemeint ist. Das gilt selbst für Wörter wie "Arschloch". Man bekommt heutzutage allerdings den Eindruck, als würde der letzte Punkt für bestimmte Wörter nicht mehr gelten. Wenn jemand etwas eindeutig nicht böse meint, aber der andere sich dadurch partout beleidigt fühlen will, dann ist das in erster Linie das Problem des Empfängers, nicht des Senders.

Da an der antirassistischen Gesinnung Michael Endes offenbar kein Zweifel besteht und er das Wort "Neger", wie zu seiner Zeit üblich, als wertneutralen Begriff für eine Person schwarzafrikanischer Herkunft verwendet hat, halte ich es für grotesk, da irgendwas reinzudeuteln. Wir alle arbeiten mit Stereotypen und stecken alles und jeden in geistige Schubladen, weil sich die Welt nur so irgendwie sinnvoll ordnen und verwalten läßt. Das ist schlicht menschlich und noch längst keine unreflektierte Reproduktion von Rassismen. Wenn also jemand den bloßen Gebrauch eines bestimmten Wortes als persönlichen Angriff wertet, weil ihn dasselbe reflexhaft triggert, dann deutet das meiner Ansicht nach auf tiefsitzende Probleme hin, die mit dem Wort und dem, der es ausgesprochen hat, sehr wenig zu tun haben.

2. Worin genau der Rassimus bestehen soll, wenn sich ein weißer Mann halbseitig schwarz anmalt, verstehe ich nicht. Ist ja nicht so, als hätte Piper da das Blackfacing der Minstrel Shows nachgeahmt. Ist diese Farbe jetzt per se für einige Volksgruppen reserviert? Dann dürfte es für zahlreiche Metal-Musiker bald ziemlich eng werden. Mit welchen Farben dürfen sich Erwachsene und Kinder überhaupt noch bedenkenlos anmalen? Gibt es da Grenzwerte ala "Ein Weißer darf nie mehr als 1% seiner Haut zusammenhängend in einer Farbe anstreichen, die als schwarz wahrgenommen werden kann und zwischen jeder solchen Fläche muß mindestens ein ebenso großer nicht-dunkler Bereich liegen." Wenn man alles unter identitären Gesichtspunkten betrachtet, müßten Gelb und Rot ja ebenfalls vebrannt sein.

3. Es sollte mittlerweile jeder wissen, daß Wrestling nur Show ist. Wenn da jemand "Nigger" sagt, ist das kaum etwas anderes, als wenn es in einem Film passiert. Hat man denn Booker T vor dem Zensureingriff gefragt, ob er sich dadurch beleidigt fühlte, oder wenigstens versucht herauszufinden in welchem Kontext das Wort gefallen ist? Wohl kaum. Das Wort an sich ist ja schon böse, genauso wie "shit", "piss", "fuck", "cunt", "cocksucker", "motherfucker", und "tits". Die hat der Gottseibeiuns höchstpersönlich in die Welt gesetzt.

4. Jemand sagt "N-Wort" und alle denken "Neger". Ich frage mich, was derartige Selbstzensur bringen soll? Als fürchtete man sich davor, das Aussprechen des Wortes könne böse Geister und Dämonen beschwören. Ist ja fast schon wie im Mittelalter.

5. Das hat nichts mit "Zeichen gegen Rassismus" zu tun, sondern ist nichts anderes als vorauseilender Gehorsam von Seiten Peacocks und ein Kniefall vor dem identitären Lynchmob. Im Endeffekt geht's nur darum negative Publicity zu vermeiden, oder positive zu generieren. Es geht also allein ums liebe Geld. In den USA hatte man noch nie Bedenken Stereotypen aufzugreifen und Rassismen in die Köpfe der Menschen zu hämmern, wenn es darum ging Feindbilder aufzubauen und zu erhalten. Der Bösewicht mit dem osteuropäischen Akzent ist in Hollywood z. B. bis heute ein sehr beliebtes Klischee, das gerne bedient wird und niemand regt sich darüber auf.
22.03.2021 20:04 Uhr - Laß uns knuspern, Mäuschen - Hänsel und Gretel verliefen sich in zwei Fassungen im Wald (News)
Durchaus möglich, aber gerade bei den Grimms ist das schon fast eine stehende Wendung. Es alliteriert halt so schön. Einem Studenten vorzuwerfen, daß er einen Ausdruck gebraucht, der in der Umgangssprache gang und gäbe, seit über 200 Jahren Usus und dazu noch nicht einmal falsch ist, das ist eines Professors dann doch ziemlich unwürdig.

Auf der Seite wissenschaft-im-dialog.de gibt es einen kurzen Artikel zu der Frage: Warum sagt man „Gebrüder Grimm“ und nicht „Brüder Grimm“? Demnach dürfte auch der Gebrauch des Wortes "Gebrüder" in Zusammenhang mit Unternehmen, wenigstens bei Neugründungen, so langsam außer Mode sein. Informativ ist auch der betreffende Wikipedia-Artikel dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebr%C3%BCder

Die Fachwelt scheint sich einfach darauf geeinigt zu haben den "Brüdern Grimm" den Vorzug zu geben, aber wie das so häufig der Fall ist, interessiert es die Allgemeinheit herzlich wenig, was einige Forscher aus fragwürdigen Gründen in ihrem Elfenbeinturm beschlossen haben und redet weiterhin ganz unbedarft von den "Gebrüdern". Vermutlich war der Herr Professor so sehr in seiner gesellschaftlichen Blase gefangen, daß er sich vom allgemeinen Sprachgebrauch entfremdet hat und nur noch die von Wissenschaftlern festgesetzte Ausdrucksweise als richtig gelten lassen wollte.
22.03.2021 17:08 Uhr - Laß uns knuspern, Mäuschen - Hänsel und Gretel verliefen sich in zwei Fassungen im Wald (News)
22.03.2021 13:26 Uhr schrieb Intofilms
Bei einem Referat bekam der Prof. einen Tobsuchtsanfall, als der Student von den „Gebrüdern“ Grimm sprach. Diese seien keine juristische Person gewesen, ‚Gebrüder‘ dürfe man einzig und allein für Firmen gebrauchen, Jacob und Wilhelm seien schlicht die ‚Brüder‘ Grimm. ;))


Na, ob da der gute Prof. nicht mal völlig grundlos durch die Decke gegangen ist. Ich zitiere einfach den betreffenden Eintrag im Grimm, auch bekannt als Deutsches Wörterbuch:

"gebrüder , alte pluralische bildung zu bruder, gebraucht, wo die zusammengehörigkeit besonders bezeichnet werden soll."

Das Präfix "Ge-" wurde früher zur Kollektivbildung verwendet, vgl. Geäst, Gebüsch, Gebirge, ist in dieser Funktion aber heute nicht mehr produktiv. Warum "Gebrüder" also nur für Firmen sollte gebraucht werden dürfen, erschließt sich nicht, zumal der Ausdruck schon zu deren Lebzeiten geläufig war. Hier zum Beispiel Friedrich Rühs in "Ueber den Ursprung der isländischen Poesie aus der angelsächsischen" aus dem Jahre 1813;

"Es ist die nächste Absicht dieser Blätter, das deutsche Publikum von einer literarischen Unverschämtheit zu unterrichten, die gewiss selten ihres Gleichen gefunden hat: die Herren Gebrüder Grimm, bekannt durch ganz erbärmliche Uebersetzungen aus dem Dänischen, eine elende Märcherisammlung und besonders eine Menge schlechter Rezensionen (...)"
07.03.2021 15:44 Uhr - Muppets Weihnachtsgeschichte, Die (SB)
07.03.2021 12:08 Uhr schrieb Roderich
Wieviele von Euch rechten Spinnern haben eigentlich bereits dieses arme Filmzensurforum durchseucht? Zigaretten in nem Film für Kinder wegretuschieren bedroht die armen "christlichen" weißen Männer? Die es in den vergangenen Jahrtausenden ja schon so schwer hatten? Das ganze gesteuert von einer Firma, der sehr wohl noch ein cristlicher weißer Mann vorsteht und der mit einer bösen Regierung zusammenarbeiten soll, die auch von einem christlichen weißen Mann geführt wird?

Wenn das nicht alles so scheissend dumm wäre, was Ihr da daherbrabbelt, könnte man fast darüber lachen. Obwohl: Ich lache dann doch.


Naja, scheißend dumm ist es auch von der heutigen Situation auf den Rest der letzten 2000 Jahre zu schließen. Der durchschnittliche christliche weiße Mann war den Großteil seiner Geschichte tatsächlich arm und vielleicht eine schlechte Ernte vom Hungertuch entfernt. Es ist bedauerlich, daß so wenige sich heutzutage vorstellen können, wie das Leben noch vor 100-150 Jahren für sehr viele Europäer ausgesehen hat. Heute würde man die Lebensbedingungen wohl als "unmenschlich" bezeichnen. Schon im 17. Jahrhundert stand Europa vor einem ernsthaften Problem: Zu wenig Land - zu viele Leute. Man hat es durch Menschenexport und die Ausbeutung fremder Völker gelöst, denn die Alternative wäre eine Wiederholung der Ereignisse des 14. Jahrhunderts gewesen, sprich fürchterliche Hungersnöte, Seuchen und endlose Kriege. Man kann den Leuten schwerlich vorwerfen, daß sie nicht sterben wollten. In den gegenwärtigen Debatten spielt das alles leider keine Rolle.

Daß Medien und Politik offenbar beflissen daran arbeiten, die Bevölkerung in immer mehr Klein- und Kleinstgruppen aufzuspalten, ist doch allerorten sichtbar. Das Prinzip lautet: Teile und Herrsche. Je mehr sich das Prekariat untereinander um die Krümel streitet, die ihm die oberen Zehntausend übriglassen, desto einfacher wird es für letztere die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und ungestört der eigenen Raffgier zu frönen. Ich denke, es ist verständlich, wenn das die Bürger bewegt und aufregt, auch wenn manche ihre Gedanken dazu nur sehr krude zum Ausdruck bringen können. Es ist halt nicht jedem in die Wiege gelegt ein intellektueller Lüster zu sein.

Aber zum Thema. Daß Disney Zigaretten zensiert ist eigentlich ein alter Hut. Die retuschieren selbst die Kippen in den Photos von Walt Disney. Wenn ich mich recht erinnere gibt es aufgrund der Zigarettenzensur in einigen Kurzfilmen sogar Szenen, in denen die Bewegungsabläufe der Figuren keinen Sinn mehr ergeben, weil sie nichts mehr in der Hand halten. Wie siehts eigentlich mit "Saludos Amigos" und "Melody Time" aus? Darf Captain Hook auf Disney+ noch seine Zigarren rauchen, oder die Raupe in Alice im Wunderland ihre Wasserpfeife? In Pinocchio wird auch hemmungslos gequalmt...
10.02.2021 17:03 Uhr - Godzilla vs. Kong - Japanischer Trailer zum kommenden Blockbuster (Ticker)
Ich denke nicht, daß hier irgendwer CGI unnötig verteufelt. Dezent und in Maßen angewandt kann es sicherlich zu Verbesserung des Gesamtergebnisses beitragen. Das Problem ist eher der CGI-Overkill, der in einigen Filmen zelebriert wird, und daß selbst Dinge am PC erstellt werden, die ohne weiteres auch ohne gemacht werden könnten. Das Ergebnis ist dann halt viel zu oft eine leblose, unnatürlich wirkende Videospieloptik, die zumindest für mich wenig ansprechend ist, da zu sauber, zu geleckt, zu unatmosphärisch. Bei einem Modell oder Gummianzug hat man halt immer noch etwas Reales am Set, und ich denke, das Hirn merkt das auch, während bei CGI oft genug unterbewußt registiert wird, daß das Gesehene nicht aus dieser Welt ist.

Zudem sinde Modelle und Gummianzüge immer noch den physikalischen Gesetzen unterworfen, während die in CG-Animationen sehr häufig außer Kraft gesetzt scheinen. Entsprechend seltsam wirkt das dann alles, auch wenn man oftmals nicht sofort benennen kann, was an einer Szene eigentlich so komisch und störend ist.

Daß ein Typ im Gummianzug trashig wirkt, gut darüber kann man streiten. Manch einer würde wohl sagen, das ganze Kaiju-Genre ist totaler Trash, aber gut. Ich persönlich finde die Anzüge handwerklich ganz gut gemacht, auch wenn sie oftmals Falten werfen und man merkt, daß ein Mensch drinsteckt. Für mich haben sie jedenfalls wesentlich mehr Persönlichkeit, Charme und Ausstrahlung, als ein gerenderter Affe. Bei CGI-Kreaturen merkt man leider auch viel zu oft, daß das Motion-Capturing mit einem Menschen gemacht wurde, da das Gehirn geschult ist menschliche Bewegungsabläufe zu erkennen, selbst wenn sie auf ein nicht-menschliches Wesen übertragen werden.

Aber wenn man keine Typen in Anzüge stecken will, so wäre Stop-Motion immer noch eine Möglichkeit. Ray Harryhausen hat mit seinen Modellen einige wirklich großartige und einprägsame Kämpfe zwischen Ungeheuern inszeniert. Mit Go-Motion hat man das System noch einmal verfeinert und Laika beweist stets aufs Neue, daß man damit hervorragende Ergebnisse erzielen kann. Stop-Motion in Kombination mit CGI hätte wohl das Potential einen Grad an Realismus zu erzeugen, der alles andere übertrifft, aber leider hat man die Technik in Hollywood weitgehend auf den cineastischen Müllhaufen geworfen. Stattdessen setzt man lieber auf ein einziges Pferd. Da spielt es offenbar auch keine Rolle, wenn das Endergebnis so aussieht wie im Showdown von Black Panther oder in Cats.
08.02.2021 16:35 Uhr - Godzilla vs. Kong - Japanischer Trailer zum kommenden Blockbuster (Ticker)
08.02.2021 11:32 Uhr schrieb Stoi
Du hältst also japanische Schauspieler in Gummianzügen, die Model-Gipsstädte zertrampeln, für sehenswerter?


Definitiv.

Wenn etwa Mechagodzilla 'nen halben Straßenzug mit Modellhäusern in die Luft jagt, dann sieht das einfach nur geil aus. Da kann kein noch so opulentes CGI-Gewitter mithalten. Und der Kampf zweier gerenderter Polygonhaufen kann in meinen Augen niemals den Charme zweier, sich kloppender Japaner in Gummianzügen entfalten. Außerdem haben die Designer des Ami-Godzilla seine Füße verkackt. Allein das ist in meinen Augen schon unentschuldbar.

Edit theNEWguy: ich habe deine Bezüge zu einem gesperrten Posting leider entfernen müssen, es hätte hier keinen Bezug mehr gehabt. Ich hoffe auf dein Verständnis.
29.01.2021 18:35 Uhr - Left 4 Dead 2 - Ex-§131er-Game ist nicht mehr indiziert (News)
29.01.2021 16:22 Uhr schrieb malnefrage
Kurze Frage, weil es mir bei dieser News aufgefallen ist: Warum sind alte Schnittberichte immer ohne Bilder?


Ich bin hierfür zwar wohl nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner, aber ich denke, das hat zweierlei Gründe:

1. Schnittberichte.com und der Vorgänger Schnittberichte.de sind ja doch schon seit einiger Zeit Teil des Internets. In der Anfangszeit war es schlicht noch nicht üblich, zu jedem Schnittbericht Bilder hinzuzufügen, weil natürlich auch die technischen Voraussetzungen damals noch ganz andere waren (viele Bilder=langsamere Ladezeiten der Webseite, Schwierigkeiten beim Erstellen von Screenshots von VHS)

2. Vor etlichen Jahren gab es hier mal Probleme mit der Seite, die zu einem teilweisen Datenverlust geführt haben. Dabei sind viele Bilder für immer ins digitale Nirwana entschwunden, weil offenbar keine Sicherungskopie existierte.
22.01.2021 21:36 Uhr - Kevin - Allein in New York: Netflix will wohl deutsche Synchro ändern (News)
22.01.2021 01:15 Uhr schrieb Roderich
Mag ja sein, dass bei Dir und in deinem Umfeld der Begriff "Neger" auch 1992 noch auf schwarze Mitbürger angewendet wurde...


Und weil das schon 1985 so ein Allgemeinplatz war, wurde das Wort auch damals noch in einer beliebten Hörspielserie für Kinder verwendet und taucht ganz beiläufig in einer vorwiegend an Jugendliche gerichteten Fernsehserie auf, die Anfang der 90er von einem öffentlich-rechtlichen Sender synchronisiert wurde. Es mag ja sein, daß sich in einem gewissen Milieu oder in einigen Regionen dieser Bedeutungswandel damals schon vollzogen hatte, aber definitiv nicht in "ganz Deutschland".

Daß der Durchschnittsbürger bei dem Begriff Neger an eine Herkunft aus der Sklavenhaltung dachte, halte ich ebenfalls für wenig glaubwürdig. So sehr beschäftigen sich die Menschen mit Etymologie nun auch wieder nicht. Zudem hat nicht jeder Teil des deutschsprachigen Raumes eine koloniale Vergangenheit, mit der er sich auseinandersetzen müßte und die das Wort dementsprechen färben könnte.

Es kommt doch immer darauf an, wie ein Wort gemeint ist. Wenn in einer Region ein Wort keine negative Bedeutung hat, aber ein Zuwanderer, egal ob inländisch oder ausländisch, sich dadurch trotzdem gekränkt fühlt, dann ist das nicht das Problem der Einheimischen. Man darf wohl erwarten, daß sich die Leute an den jeweiligen Regiolekt anpassen und nicht von den Alteingesessenen verlangen, daß sie ihre Ausdrucksweise den Wünschen der Neubürger entsprechend umkrempeln. Es gehört schon ein gewisses Maß an Frechheit dazu irgendwohin umzusiedeln und sich dann hinzustellen und zu sagen: "So, jetzt komm ich. Das und das und das paßt mir nicht. Ändert das gefälligst, und zwar dalli." Daß man sich mit so einer Haltung keine Freunde macht, sollte wohl jedem einleuchten.

An alle, die glauben man könnte Rassismus ausrotten, ihr werdet enttäuscht werden. Es gibt kein Land und keine Kultur in der es keinen Rassismus gibt, ganz einfach deshalb, weil die Aus- und Abgrenzung anderer zum Standardrepertoire menschlichen Verhaltens gehört. So wie der Begriff Neger in Deutschland nicht totzukriegen sein wird, werden die Chinesen einen Europäer weiterhin Laowai nennen und die Juden einen Nichtjuden Goi, egal wie beleidigt wir uns dadurch fühlen, denn mal werden sie es neutral meinen und mal abwertend.

Man kann Rassismus in der Gesellschaft sicherlich minimieren, aber nicht indem man Begriffe verbietet, Filme zensiert, Statuen stürzt, sich wegen jeder Nichtigkeit beleidigt fühlt und allerhand spalterische Aktionen durchführt, die die Gräben zwischen den Bevölkerungsgruppen immer tiefer werden lassen. Jeder Mensch hat seine Grenzen bezüglich dessen, was er noch als erträglich und tolerabel empfindet. Gerade was das Zusammenleben verschiedener Ethnien, Religionen und Kulturen anbelangt bewegt man sich da oftmals auf einem extrem schmalen Grat und wenn man den Bogen zu sehr überspannt, dann kann das übel eskalieren.

Wer in ein anderes Land auswandert, der darf nicht damit rechnen, daß ihm jeder Einheimische den roten Teppich ausrollt und muß davon ausgehen, daß er bei dem einen oder anderen mit seiner fremdländischen Herkunft aneckt und negative Reaktionen hervorruft. Das kann man furchtbar finden, das Tier Mensch ist aber leider so. Natürlich ist das kein Freibrief um zum Halali auf Ausländer zu blasen, aber es ist eines der Risiken, die man als Auswanderer mit einkalkulieren und vor seinem Umzug bedenken sollte. Als Außenstehender ist man immer der Gearschte und wenn man sich dann auch noch der Integration und Anpassung verweigert, dann kann man wahrlich keine Liebe mehr erwarten. Das gilt übrigens nicht nur für Zuwanderer, sondern auch für Einheimische. Wenn die schlimmste Form der Diskriminierung ein gelegentliches "Was bist'n du für einer?" ist, dann ist man noch ganz gut davongekommen, denn das Spektrum reicht da bis zu "Stirb, Inyenzi!"

Zum Schluß noch ein Gedanke:
Neulich habe ich in einem Western sehen müssen, wie Burt Lancaster eine Frau grundlos durch das halbe Zimmer watscht. Wie mag sich wohl eine Frau, die häusliche Gewalt erleben mußte, fühlen, wenn sie sowas mitansehen muß? In Filmen der 50er und 60er Jahre waren solche Szenen der Gewalt gegen Frauen durch den Helden, dem sie am Ende zumeist sogar noch verfallen, gang und gäbe. Da heute alles "safe" sein muß, haben solche Szenen in einem Film doch eigentlich nichts mehr verloren. Sie sind völlig anachronistisch und aus der Zeit gefallen, verharmlosen Gewalt an Frauen und zeigen ein völlig vorsintflutliches, patriarchalisch geprägtes, die toxische Männlichkeit geradezu glorifizierendes Geschlechterbild. Wird der Feldzug gegen das Böse nach der Extirpation des Wortes "Neger" also beendet? Oder geht's danach vielleicht erst richtig los? Es gibt noch so viel, worüber man sich aufregen kann. Die Zensoren werden jedenfalls auf absehbare Zeit nicht arbeitslos werden.
21.01.2021 21:21 Uhr - Kevin - Allein in New York: Netflix will wohl deutsche Synchro ändern (News)
21.01.2021 09:49 Uhr schrieb Roderich
Das ist schlicht unwahr und wird durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer. Siehe oben "Otto der Film" als Beispiel. Der ist von 1985, Kevin 2 von 1992. Aus eigener Erinnerung darf ich Dir auch mitteilen, dass "man" schon damals angehalten war, den Begriff "Neger" nicht zu verwenden, weil er rassistisch IST.


Das mag dann regional verschieden gewesen sein. Hier jedenfalls dachte sich in meiner Kinder- und Jugendzeit niemand was, wenn jemand das Wort Neger verwendete. Das ging dann erst Mitte bis Ende der 90er los. Es fühlte sich aber seltsam zwanghaft an, dem Wort plötzlich einen negativen Beiklang unterzuschieben, der vorher schlicht nicht da war. Ich kann mich noch gut an meinen Geographielehrer erinnern, der damals klipp und klar sagte: In diesem Bundesland ist Neger keine Beleidigung.

Ich verstehe auch bis heute nicht, warum Neger, wie so manches andere Wort, das in meiner Gegend im alltäglichen Sprachgebrauch völlig neutral verwendet, anderswo aber als abwertend betrachtet wird, beleidigend sein soll. Neger bedeutet übersetzt nichts anderes als Schwarzer und bezeichnet eine Person deren ethnische Wurzeln in Schwarzafrika liegen. Was soll daran bitte beleidigend sein? Ist es irgendwie ein persönlicher Makel, aus Schwarzafrika zu kommen? Mir kommt es eher so vor, als wären diejenigen, die Neger als Beleidigung auffassen, die wirklichen Rassisten, weil sie die schwarzafrikanische Herkunft als so schmuddelig und negativ betrachten, daß sie offenbar ein Problem damit haben, wenn jemand damit in Verbindung gebracht wird. Ich fühle mich doch auch nicht beleidigt, wenn jemand Weiße als kaukasoid bezeichnet. Ja, meine indoeuropäischen Vorfahren kommen wahrscheinlich aus der Kaukasusregion. Ist das verwerflich?

Ich könnte sicherlich eine ganze Litanei dazu schreiben, warum ich es für ziemlich bedenklich halte, einen Ausdruck, der lediglich auf die Herkunft einer Person anspielt, als Beleidung zu deklarieren, so als wäre diese Herkunft eine Schande die man am besten nicht anspricht. Dann ist aber nicht das Wort das eigentliche Problem, sondern die Selbstwahrnehmung, Der Neger wird jedenfalls nicht weniger schwarz, noch ändert sich seine Ethnie, nur weil man nicht mehr Neger sagt. Auch der Rassismus wird deshalb nicht verschwinden.

Ob etwas als beleidigend aufgefaßt wird, ist ohnehin immer auch kulturell bedingt, weil die Assoziationen gänzlich andere sein können. Ein Germane wird etwa weniger Probleme damit gehabt haben als Schwein bezeichnet zu werden, als ein heutiger Deutscher, einfach deshalb, weil das Borstentier einen sehr viel positiveren Stellenwert hatte. Eber war im Altnordischen z.B. eine Metapher für Fürst. Dasselbe gilt für den Hund, mit dem man in einigen Gegenden Deutschlands einen Einheimischen schwerlich treffen kann, einen Moslem aber sehr wohl.

Mich würde mal interessieren, was Personen, wie diejenige, die Anlaß dieser Diskussion ist, in das Wort Neger alles hineininterpretieren, daß man es als so schlimm empfindet. Die Tatsache, daß es sich um eine Fremdbezeichnung handelt, kann jedenfalls nicht Grund genug sein, derlei gibt es schließlich überall auf der Welt. Auch die Tatsache, daß das Wort von Rassisten gebraucht wird ist bedeutungslos, weil für die nicht das Wort, sondern die damit bezeichnete Person der Stein des Anstoßes ist und sie deshalb jedes andere Wort, das diese Person benennt in genau demselben negativen Kontext gebrauchen werden. Daß Leute damit andere mobben ist gleichfalls für die Tonne. Idioten gibt es immer wieder und die verwenden alles mögliche um Leute, die sie nicht mögen, herabzuwürdigen, das kann die Hautfarbe sein, die Herkunft, die Religion, der Beruf, die Kleidung oder auch der eigene Nachname. Soll man das dann alles ändern, nur weil es dazu verwendet wird andere zu schikanieren?

Meiner Ansicht nach kann etwas nur dann als Beleidigung verwendet werden, wenn das damit assoziierte negativ besetzt ist. Hurensohn ist zum Beispiel deshalb eine Beleidigung, weil Prostitution und allzu freizügige Sexualmoral bei Frauen einen schlechten Leumund hat; niemand würde dagegen Kaufmannstochter ähnlich abwertend gebrauchen. Würde man nun den gesellschaftlichen Blick auf die Prostution verändern und sie als wertvolle Dienstleistung betrachten, wäre Hurensohn plötzlich als Beleidigung ziemlich unbrauchbar. Bauer wird gerne mit mangelhafter Bildung in Verbindung gebracht, der Ostfriese und die Blondine mit Dummheit. Soll das alles nachträglich zensiert werden?

Daher:
Neger: Person von [sehr] dunkler Hautfarbe (Duden)
Neger: ein dunkelhäutiger Mensch subsaharischer Abstammung (Wiktionary)

Ist irgendetwas davon negativ? Nein? Warum ist dann Neger eine Beleidigung? Wenn aber doch, dann ist das Negersein selbst das Problem und nicht das Wort, das es bezeichnet und kein Schwarzer wird jemals der negativen Konnotation seiner Hautfabe entkommen können, egal welches Wort man verwendet um sie zu benennen.
21.01.2021 02:05 Uhr - Kevin - Allein in New York: Netflix will wohl deutsche Synchro ändern (News)
O tempora, o mores.

Der Film ist von 92! Die Fähigkeit zur historischen Einordnung sollte man doch auch von der jüngeren Generation, allen "of Color" und auch von den noch nicht so lange hier lebenden erwarten können. Aber offenbar ist das zuviel verlangt und die geistigen Fähigkeiten reichen nicht aus, um gleichzeitig nachzudenken, während man sich hyperventilierend über so 'nen Käse aufregt. "Der hat Neger gesagt! Herr im Himmel, die Welt geht unter!" Was Superfly sagt gilt übrigens auch umgekehrt. Wer wegen des Wortes Neger in einem 30 Jahre alten Film Schnappatmung kriegt, der hat ohnehin ganz andere mentale Defizite.

Damals war das Wort Neger schlicht Usus und noch keine Beleidigung. Es wurde in den meisten Fällen völlig neutral gebraucht, bevor es fast mit Gewalt als pejorativ gebrandmarkt wurde und wer's zu Kevins Zeiten trotzdem als Beleidigung verwendete, der hätte auch "Schwarzer", "Farbiger" oder sonstwas nicht unbedingt positiv gemeint.

Leider ist ein solcher nachträglicher Eingriff in der heutigen Situation nicht sonderlich überraschend. Es ist eher schon ein Wunder, daß sie sich nur über den Neger und nicht gleich auch noch über den Indianer aufgeregt hat. Da gibt's noch sehr viel Material, das sprachlich bereinigt werden muß, damit sich auch ja niemand von all den Mimosen beleidigt fühlt, die von der deutschen Sprachentwicklung wahrscheinlich nicht den Hauch einer Ahnung haben. Mir fällt auf Anhieb eine sehr populäre Serie ein, in der das böse N-Wort ebenfalls gebraucht wurde und der Verein, der die Rechte daran besitzt, ist bekannt dafür, politisch Unkorrektes in den Giftschrank zu verbannen.

Und wer sich über Eddie Murphys Stimme aufregt und sie als clownesk bezeichnet, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Das Gros der Deutschen hat Eddie Murphy mit und wohl auch wegen dieser Synchronisation kennen- und liebengelernt. Zudem ist diese Stimme ein nicht gerade unbedeutender Teil der deutschen Filmkultur geworden, da sie einen enormen Wiedererkennungswert besitzt. Viele wollen sich ja heute noch nicht von ihr trennen, obwohl der Sprecher längst tot ist.

Aber sich aufzuregen ist hier völlig vergebens. Der Irrsinn greift immer mehr um sich und wird sich auch nicht mehr aufhalten lassen. Manche Leute glauben mittlerweile sie müßten so überkorrekt sein und sogar das Wort Jude vermeiden, weil... weil halt. Stattdessen sprechen sie lieber von jüdischen Menschen, als wäre es notwendig klarzustellen, daß man keine jüdischen Hunde und Katzen meint.

Im übrigen ist latenter, oder auch ganz offener Rassismus kein rein deutsches, oder gar "weißes" Phänomen, auch wenn gewisse Kreise das gerne so darstellen. Man braucht sich ja nur die zahllosen ethnischen Konflikte in Afrika ansehen. Ist noch nicht so lange her, da brannten schwarzen Südafrikaner in ihrem Regenbogenland die Geschäfte zugewanderter Simbabwer nieder. An die Geschichten in Ruanda oder in Darfur kann sich sicherlich noch jeder erinnern. Dagegen wirkt der Neger in "Kevin allein in New York" wie ein Lapalie. "First World problems" kann ich da nur sagen. Und gerade wenn man aus einem Land kommt, in dem bis heute Menschen wegen Hexerei auf offener Straße gelyncht werden, sollte man den Ball lieber ganz flach halten.
15.01.2021 18:22 Uhr - Jason X - FSK erteilt dem Horrorfilm uncut nach Listenstreichung Keine Jugendfreigabe (Ticker)
15.01.2021 17:34 Uhr schrieb alex_wintermute
Lief 2001 auf dem FFF als Abschlussfilm. Durfte den auf großer Leinwand erleben. Hat sich wahrlich gelohnt. Grandioser Film. Für mich der beste Teil der Reihe.


So mancher, der den Film damals auf dem FFF bewundern durfte, behauptet bis heute, daß dort eine andere, teils härtere Schnittfassung gezeigt wurde. Ich kann mich noch an die lebhaften Diskussionen erinnern, die in den einschlägigen Online-Foren zu dem Thema geführt wurden. Viele hofften, daß diese sagenumwobene FFF-Schnittfassung irgendwann doch noch das Licht der DVD-Welt erblickt, aber sie kam nie und wird wohl auch nicht mehr kommen, wenn sie denn überhaupt je existiert hat.
23.12.2020 01:46 Uhr - The Book of Boba Fett von Jon Favreau als Spin-Off bestätigt (Ticker)
22.12.2020 17:34 Uhr schrieb Cinema(rkus)
Das Hauptproblem ist die verflachende Diskussionskultur. Es sollte doch in einem Forum möglich sein, gegensätzliche Meinungen zu akzeptieren und die verschiedenen Standpunkte in einem akzeptablen Rahmen austauschen zu können.

In einem Internet-Forum wird es immer beleidigende Nörgler geben. Meiner Meinung nach Leute, die im wahren Leben nichts auf die Reihe bekommen, Dir im wirklichen Leben nie eine starke Meinung ins Gesicht sagen könnten, aber versteckt, an ihrem Laptop, eine despektierliche Art an den Tag legen, dass man es kaum glauben kann.


Ich glaube eher, daß es manch einem einfach zu gut geht und die Prioritäten falsch gesteckt sind. Bei mir verstärkt sich zusehends der Eindruck, daß es viele Menschen nicht mehr schaffen, sich über die Kindheit und Jugend hinaus zu einem emotional gefestigten Erwachsenen weiterzuentwickeln und es deshalb nicht mehr ertragen können, wenn andere ihre Meinung nicht teilen. Dieselben scheinen es daher geradezu als persönlichen Affront zu empfinden, wenn jemand das von ihnen so heißgeliebte Konsumprodukt für kulturellen Dünnpfiff hält, oder sich jemand erdreistet das als Mist empfundene Erzeugnis für gut zu befinden. So nach dem Motto: "Wer meinen Geschmack nicht teilt, der kann nur ein Idiot sein."

Ist wie bei manchen Fußballfans. Sport und Fanclubs in allen Ehren, aber wenn man das Bedürfnis verspürt, jemand anderem die Visage zu polieren, nur weil er das falsche Trikot trägt oder zu randalieren beginnt, weil die falsche Mannschaft gewonnen hat, dann ist da schon mehr als nur eine Schraube locker. Offenbar sind einige Individuen nicht glücklich, wenn sie nichts haben, weswegen sie sich in die Haare kriegen und gegenseitig an die Gurgel gehen können, und wenn man diesbezüglich nichts wirklich wichtiges mehr findet, weil alle Grundbedürfnisse hinreichend befriedigt sind, dann sucht man sich eben irgendwelche Nichtigkeiten, um Streit anzufangen.

Der Mensch liebt es halt sich in Gruppen einzuteilen und auf seine Gegner einzuschlagen, egal ob das nun andere Nationen, Religionen oder Fangruppen sind. Bayern gegen Dortmund, Mods gegen Rocker, Star Trek gegen Star Wars, Rap gegen Metal, Playstation gegen X-Box, Apple gegen Android, die Leute merken zumeist leider nicht, wie hirnrissig und behindert diese Kleinkriege zwischen Subkulturen eigentlich sind. Aber im Zeitalter der Identitätspolitik, wo jede noch so blödsinnige Spinnerei zum fundamentalen, identitätsstiftenden Merkmal erkoren werden kann und Leute sofort in eine Sinnkrise stürzen, sobald jemand eine gegenteilige Meinung äußert, da ist sowas wohl unvermeidlich. Jeder will einzigartig sein, aber niemand anders und schon gar nicht ausgegrenzt.

Wobei dieses Problem ja beileibe nicht nur ein Internetphänomen ist. Man kann von der breiten Masse schließlich keine bessere Debattenkultur erwarten, als vom intellektuellen Milieu. Auch in der Politik oder an den Universitäten erodiert seit längerem zusehends die Fähigkeit zur nüchternen, oder gar ergebnisoffenen Auseinandersetzung mit anderen, vielleicht auch unbequemen Ansichten. Lieber übermalt man Gedichte, stürzt Denkmäler, stört Vorlesungen und haut dem andern entgegen: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen.“

Vermutlich bräuchte es eine Hungersnot, um den Kopf der Menschen wieder geradezurücken, ihre Überempfindlichkeit auszubügeln und ihren Blick auf das Wesentliche zu lenken. Allerdings würden sich diese Konflikte dann einfach auf andere Bereiche verlagern und wohl wieder einmal die Verteilungskämpfe zwischen Ethnien, Religionen und politischen Gruppierungen beginnen, die dann allerdings nicht mehr virtuell, sondern in der Realität ausgetragen werden. Ein Rückfall in die 1920er, wenn's blöd läuft auch in die 1620er. Leider denkt heute kaum mehr einer dran, daß das Leben auch ganz anders sein kann, den größten Teil der Menschheitsgeschichte auch war und irgendwann auch wieder sein wird. Das allein sollte doch eigentlich genügen, um die Leute Demut zu lehren und Meinungsverschiedenheiten über solche Belanglosigkeiten nicht zu ernst zu nehmen.

Zum neuen Boba: Disney produziert, womit es glaubt ein Maximum an Geld zu verdienen und solange genügend Leute ihre Brieftaschen dafür öffnen, wird die Star Wars-Kuh auch gemolken. Fans gibt es offenbar immer noch mehr als genug. Ich persönlich habe mich ohne große Wehmut davon verabschiedet. Die Marke hat für mich schon nach der Prequel-Trilogie aufgehört etwas besonderes zu sein und wurde spätestens mit Episode VII zu Grabe getragen. Da konnte auch der passable Rogue One nix mehr dran ändern. Vom Mandalorian habe ich nur eine Folge gesehen, fand die aber ziemlich belanglos, wenig mitreißend, recht klischeehaft und voller Logikfehler. In der imdb hat sie trotzdem eine glatte 9. Wenn das nun das gute neue Star Wars sein soll, dann weiß ich wenigstens, daß ich mir keine Hoffnungen machen brauche, daß es irgendwann wieder zu alter Größe zurückfindet.
19.12.2020 16:36 Uhr - Star Trek: Lower Decks - Animationsserie ab Januar 2021 bei Amazon Prime Video (Ticker)
18.12.2020 23:33 Uhr schrieb Roderich
Und doch wird hier gefordert, dass englische Filme und Serien automatisch komplett, einschließlich Titel, auf Deutsch zu verstehen sein müssten, obwohl dank Schulpflicht und Pflichtenglisch auch der ungebildete Pöbel (Deine Worte) das eigentlich verstehen müsste, zumal ja nur wenige Begriffe dieser auf englisch gedrehten Serie, die im Original nun einmal diesen Titel hat, von den armen Deppen übersetzt werden müssten. Weiterer Vorteil, das zu belassen, ist, dass man Zusatzmaterial dazu problemlos so im Internet finden kann, aber ganz sicher nicht ohne Weiteres zu "Raumschiff Enterprise: Unterdeck".


Zum "ungebildeten Pöbel": Natürlich sind das meine Worte und auch sorgfältig gewählt. Den Sarkasmus dahinter erkennt aber offenbar nicht jeder.

Zu den Englischkenntnissen: Laut Statistik spricht ungefähr die Hälfte aller Deutschen über 14 kaum oder gar kein Englisch, nur 10% sprechen es fließend. Wie kann man auch erwarten, daß ein Großteil der Schüler eine Fremdsprache versteht, wenn eine zunehmende Zahl davon selbst mit Deutsch schon seine Probleme hat? Schulpflicht und Pflichtenglisch hilft da nur bedingt. Viele brauchen in ihrem Alltag schlicht kein Englisch und selbst wenn sie es mal gelernt haben, verkümmern die Kenntnisse einer Sprache, wenn man sie nie benutzt.

Zur Titelwahl: Der Titel eines Werkes ist immer auch ein Aushängeschild. Wie gesagt, niemand würde auf die komische Idee kommen, chinesischen oder russischen Werken ihre Originaltitel zu lassen, weil niemand damit etwas anfangen könnte. Schon bei der richtigen Aussprache würden die meisten die Segel streichen. Aber wenn man deiner Ardgumentation folgt: Warum Война и миръ übersetzen? Ist doch ein russisches Buch und hat im Original halt diesen Titel. Sollen die Deutschen gefälligst Russisch lernen. Aber wenn dann alle Russisch können, wieso das Buch dann überhaupt noch übersetzen'? Sollen sie es gefälligst im Original lesen. Dasselbe könnte man dann bei dieser Serie und überhaupt alle englischsprachigen Produktionen sagen. Wenn eh alle Englisch können, kann man sich doch gleich die Synchronarbeit sparen. Der O-Ton ist doch sowieso meistens besser.

Schließlich: Einem Großteil wird der englische Titel der Serie auch nicht dabei helfen Zusatzmaterial dazu zu finden, erstens weil es viele Konsumenten gar nicht interessieren wird und zweitens, weil dieses Zusatzmaterial wahrscheinlich ebenfalls auf Englisch ist.
18.12.2020 19:56 Uhr - Star Trek: Lower Decks - Animationsserie ab Januar 2021 bei Amazon Prime Video (Ticker)
18.12.2020 17:31 Uhr schrieb Roderich
Wusste gar nicht, dass Star Trek ursprünglich aus Deutschland kam.


Hat das irgendwer behauptet? Nein? Eben.

Und daß man Eigennamen nicht übersetzt ist die Regel, übrigens nicht nur bei englischsprachigen Produktionen, sondern überhaupt. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, die mal mehr, mal weniger gelungen sind. Ich glaube jedenfalls nicht, daß die Mehrzahl der Deutschen lieber wieder Huey, Dewey und Louie statt Tick, Trick und Track oder Panoramix statt Miraculix haben möchten. Zu einem gewissen Grad ist das sicherlich einfach Gewöhnungssache.

Interessanterweise scheint man bei der Übersetzung nicht-englischer Titel weitaus weniger Skrupel zu haben. Allerdings wären Titel wie 기생충, 流浪地球, ต้มยำกุ้ง, 風立ちぬ, oder Защитники in Deutschland wohl schwer verkäuflich. Dasselbe gilt für französische, spanische oder italienische Filme, beschränkt sich also nicht nur auf Sprachen mit anderen Schriftsystemen als dem lateinischen. Wobei man selbst da oftmals der Bequemlichkeit halber lieber den englischen Titel benutzt, statt die Sache gleich richtig zu machen und einen ansprechenden deutschen Titel zu finden.
18.12.2020 17:20 Uhr - Star Trek: Lower Decks - Animationsserie ab Januar 2021 bei Amazon Prime Video (Ticker)
18.12.2020 12:06 Uhr schrieb dantini
Warum bekommen Serien eigentlich keine deutschen Titel mehr?


Weil es leider viel zu viele Leute gibt, die dem Irrglauben anhängen, Englisch wäre viel cooler als Deutsch und würde so etwas wie Kompetenz signalisieren. Dabei zeigt das einfach nur, daß die Leute offenbar ihre Muttersprache nicht anständig beherrschen und unfähig sind, sich wohlklingende deutsche Titel auszudenken. Selbst im akademischen Bereich grassiert diese Seuche. Wenn man sich die Bezeichnung für so manchen Studiengang an deutschen Universitäten anschaut, fragt man sich, ob die Professoren wirklich noch wissen, was sie da eigentlich unterrichten.

Es ist ja auch nicht so, als wären die englischen Titel wirklich großartig. Die meisten davon sind im Gegenteil wie die meisten Popsongs: simpel bis strunzenblöd und würde man sie ins Deutsche übersetzen, würde das auch jeder sofort merken. Allein schon deswegen beläßt man lieber die englischen Titel, damit das nicht so auffällt. Oder glaubt hier wirklich jemand, daß Titel wie "Taken", "Hostage", "Us", "Toy Story", "Frozen", "Knives Out" etc. der reinste Shakespeare sind? Die Liste ließe sich endlos fortführen. Am dümmsten sind allerdings die Verleihfirmen, die einen englischen Titel durch einen anderen englischen Titel ersetzen. Sowas ist wirklich völlig sinnbefreit.

Dann doch lieber sowas wie "Wir kommen und werden euch fressen", "Karato - Fünf tödliche Finger" und "Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn". Die sind wenigstens kultig, haben eindeutigen Wiedererkennungswert und ich hab noch was zu lachen, selbst wenn der Film scheiße sein sollte.

Also was wäre an "Enterprise - Die unteren Decks" schlechter als an "Star Trek: Lower Decks"? Es bedeutet dasselbe, nur ist der erste Titel für praktisch jeden Deutschen verständlich, während beim englischen sicherlich nicht wenige ins schleudern geraten. Man ist doch immer so auf Barrierefreiheit bedacht, aber wenn es um allgemeinverständliche Sprache geht, dann scheißen plötzlich alle drauf, egal ob in der Werbung, in der Politik, in der Wissenschaft, oder in den Medien. Statt alle an den eigenen Erkenntnissen teilhaben zu lassen, profiliert man sich lieber und zeigt wie weltgewandt man doch ist indem man einen Anglizismus nach dem anderen raushaut. Früher sprach man dazu Latein, dann Französisch, heute halt Englisch. Hauptsache man kann sich vom dummen, ungebildeten Pöbel irgendwie abgrenzen.
04.12.2020 19:10 Uhr - Warner Bros. veröffentlicht alle seine Kinofilme für 2021 direkt bei HBO Max (Ticker)
Daß sich Streaming am Ende durchsetzen und einen Großteil des Marktvolumens an sich ziehen wird, darüber dürfte eigentlich kein Zweifel herrschen. Der durchschnittliche Filmkonsument ist kein Cineast. Ihm sind Bild- und Tonqualität erstmal ziemlich schnuppe, solange er sich abends ein bißchen berieseln lassen kann. Und für die großen Filmstudios, die früher oder später wahrscheinlich alle versuchen werden, ihre eigenen Stremingdienste hochzuziehen, hat das ganze eigentlich nur Vorteile, weil sie dadurch von der Produktion bis zum Vertrieb alles kontrollieren und ihre Einnahmen mit niemandem mehr teilen müssen. Es erlaubt ihnen die totale Kontrolle über ihr gesamtes Portfolio dauerhaft zu behalten und es so zu organisieren, wie man es gerade für zweckdienlich hält - Zensureingriffe mit eingeschlossen.

Diese Entwicklung hat nun das Potential die gesamte Filmindustrie nachhaltig zum Nachteil des Konsumenten umzukrempeln. Einerseits drückt die Masse an permanent verfügbarem Material jeden Filmschatz automatisch auf das Niveau der Beliebigkeit. Wieso sollte man sich auch mit einem Film oder einer Serie, egal wie gut, noch länger beschäftigen, wenn das Angebot schier endlos ist und die nächste Perle womöglich nur einen Klick entfernt liegt?

Zum anderen werden die Streaminganbieter ihre neu gewonnene Marktmacht irgendwann rigoros ausnutzen. Erst wird man versuchen möglichst viele Kunden durch Exklusivtitel langfrisitg an sich zu binden, aber einige wenige werden dabei zwangsläufig erfolgreicher sein, als andere und der Markt wird sich über kurz oder lang auf einige wenige Anbieter konzentrieren. Niemand wird es sich langfristig leisten wollen ein Dutzend verschiedene Streamingdienste zu abonnieren, die er allein schon aus Zeitmangel nicht alle nutzen kann. Sobald der Markt dann bereinigt ist, beginnt das große Heulen und Zähneklappern.

Der Wegfall von Einnahmen aus Kino und Datenträgerverkauf - die mangels Kundschaft und irgendwann auch in Ermangelung der zum Abspielen notwendigen Geräte, womöglich auch mit voller Absicht gegen die Wand gefahren und zum absoluten Nischensegment degradiert werden, bis zum Streamen keine ernsthafte Alternative mehr existiert - und die zunehmende Abhängigkeit von einer handvoll Streamingdiensten, die natürlich bevorzugt ihre eigenen Produktionen an den Mann bringen wollen, wird dann so einige Filmstudios in den Konkurs treiben. Vor allem aber wird der Vertriebsweg für den Independent- und DtV-Sektor nahezu komplett wegbrechen. Denen bleibt dann nur noch Youtube.

Ein profitorientiertes Unternehmen ist kein Wohlfahrtsverein, noch ist sein Zweck der Erhalt von Kulturgütern. Denen geht es rein ums Geld und daher werden sie gnadenlos alle Filme aussortieren, die keinen Profit mehr abwerfen. Die verschwinden dann wahrscheinlich für immer in irgendwelchen dunklen Archiven - oder landen gleich im digitalen Mülleimer. Zudem werden sie wohl kaum ein Interesse daran haben Produkte der Konkurrenz zu vertreiben, die die Konsumenten nur von den eigenen ablenken und so den Profit schmälern könnten.

Am Ende steht dann womöglich so eine Art cineastisches Ministerium für Wahrheit, das allein Marktinteressen unterworfen ist. Dank der immer besseren Algorithmen und ausgefeilteren Nutzerprofile braucht man schließlich nicht mal mehr eine Suchleiste. Der Anbieter weiß besser als du selbst, was du gerade sehen willst oder sollst. Betreutes Fernsehen im Endstadium - alternativlos und ohne Fluchtmöglichkeit. Und weil die meisten es irgendwann gar nicht mehr anders kennen, werden sie das auch noch toll finden.
07.10.2020 17:04 Uhr - Hexen hexen: Deutscher & englischer HD-Trailer zur Neuverfilmung (Ticker)
Eine Neuverfilmung des Buches ist sicherlich nicht von vornherein verkehrt, da die Fassung von 1990 durchaus noch Verbesserungspotential hat, allerdings bezweifle ich, daß der hier diese Chance zur Steigerung ausnutzt, geschweige denn eine ähnlich traumatische Wirkung auf Kinder haben wird, wie sein Vorgänger. Das sieht mir dann doch zu 08/15 aus und die Effekte wirken selbst dann noch nicht sonderlich überzeugend, wenn man sich den Trailer in der niedrigsten Auflösung ansieht. Computeranimierte Mäuse hat man schon vor 20 Jahren in "Stuart Little" qualitativ gleich-, wenn nicht gar höherwertig zu sehen bekommen.

Daß man die Hauptcharaktere schwarz besetzt hat, naja, dazu fällt mir spontan ein Zitat von Eric Cartman ein: "[Die Leute] sehen [Afro-Amerikaner] gern in den Nachrichten, aber sie hören sie nicht gern." Bei der Synchronisation der schwarzen Großmutter höre ich die Stimme von Martina Treger raus. Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis die Unsitte zu uns rüberschwappt, daß Weiße keine Minderheiten synchronisieren dürfen.

Zudem find ich es interessant, daß man in der Filmbranche einerseits zwar penibel darauf bedacht ist, stets politisch korrekt zu sein und nirgendwo anzuecken, andererseits sich aber nicht zu Schade ist, immer noch das Klischee vom bösen Russen zu bedienen. Einem Bösewicht einen osteuropäischen Akzent zu verleihen, um dessen Bösartigkeit zu unterstreichen, scheint offenbar auch 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges völlig unproblematisch zu sein. Das hätte die Synchronregie sicherlich kreativer lösen können. Heißt die Oberhexe dann eigentlich immer noch Eva Ernst oder hat man das geändert - etwa um eine negative Stereotypisierung Deutscher zu vermeiden? (Stirb Langsam läßt grüßen.)
30.09.2020 23:05 Uhr - I Spit on your Grave - Beschlagnahme von Original und Remake aufgehoben (News)
Klugscheißmodus an

Das Wort "Entbeschlagnahmen" dürfte mit ziemlicher Sicherheit eine grammatikalische Perversion darstellen, da eine Kombination der Präfixe "Ent-" und "Be-" keinen Sinn ergibt; schließlich drückt das eine das genaue Gegenteil des anderen aus. Wenig verwunderlich also, daß es im Deutschen kein Wort gibt das mit einem solchen "Entbe-" anfängt.

Ein "Entschlagnahmen" dürfte angesichts des Baukastensystems der deutschen Sprache eher legitim sein und reihte sich nahtlos an antonyme Wortpaare wie "bedecken - entdecken", "bekleiden - entkleiden", "bewaffnen - entwaffnen" und "beladen - entladen" ein. Noch dazu hat das Wort "entschlagen" auch die Bedeutung "rausschlagen, frei machen", was im Kontext beschlagnahmter Filme durchaus sinnig wäre. Aber, und das ist ein großes ABER, das Wort "Beschlagnahme" leitet sich ja von "in Beschlag nehmen" ab. Ein "in Entschlag nehmen" gibt es allerdings nicht und ergäbe auch wenig Sinn, folglich müßte es einfach heißen "Entschlagen", oder wenn man's kurios und extravagant mag, vielleicht noch "Entschlaggabe", aber ich denke, das würde nur wenige Freunde finden und am Ende das Schicksal so wunderbarer Wörter wie "Meuchelpuffer", "Jungfernzwinger" oder "Dörrleiche" teilen.

Klugscheißmodus aus.
24.08.2020 17:09 Uhr - Der Wixxer & Neues vom Wixxer als 10-Disc Box von Turbine Medien auf Blu-ray (Ticker)
24.08.2020 13:41 Uhr schrieb DaviD84at18
Braucht kein Mensch wir haben in Deutschland schon genug Leute die meinen
Sie sind witzig, es aber nicht sind, ausserdem geht mir das auf den
Sack, das jeder meint hitler als lachnummer nutzen zu können wäre in
Ordnung oder lustig.


Ganz meine Meinung. Jeder, der sich dazu erdreistet den Führer für humoristische Zwecke auszuschlachten, sollte, zur Not posthum, vergast und seine Werke verbrannt werden, angefangen bei Charlie Chaplin, über Steven Spielberg und Walter Moers, bis hin zu Quentin Tarantino und Taika Waititi. Keine Gnade für Komödianten!

(Sarkanol)
10.07.2020 02:23 Uhr - Candyman (2020) wird erneut verschoben (Ticker)
10.07.2020 00:25 Uhr schrieb CrazySpaniokel79
Solange das Virus unter Trump the Dump weiter wüten darf in den Staaten, wird so einiges noch weiter verschoben werden! Es sei denn der Impfstoff kommt schneller als gedacht.


Soweit ich weiß fällt der Seuchenschutz in den USA in den Aufgabenbereich der einzelnen Staaten. Will heißen, selbst wenn Trump dank einer göttlichen Eingebung schon frühzeitig die gesamte Bevölkerung in Quarantäne hätte stecken wollen, hätte es wohl herzlich wenig an der gegenwärtigen Situation geändert, weil sich die Gouverneure mit Sicherheit quergestellt hätten.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hat ja noch Anfang März den Eindruck vermittelt, daß alles nur halb so wild ist und zu maßvollen Reaktionen geraten. Ein paar Wochen später brannte dann bei ihm die Bude und er hat notgedrungen seine Meinung revidiert. Offensichtlich muß es bei vielen erst richtig wehtun, bevor man ein Einsehen hat. Ist aber bei uns leider nicht anders.

Die Schuld auf den doofen Trump abzuwälzen ist also definitv zu kurz gesprungen. Der ist lediglich das sichtbare Symptom einer Krankheit, an der das gesamte Land langsam verfault. Da ist es auch scheißegal, wer sich als Präsident in den Medien gerieren darf: ein Hohlkopf der glaubt im Auftrag Gottes andere Länder überfallen zu müssen; ein Strahlemann der das Blaue vom Himmel verspricht und sich am Ende als übler Blender entpuppt; eine alte Hexe, die anfängt wie blöde zu lachen, wenn ihr der Tod eines anderen Staatsmannes mitgeteilt wird; ein Blondschopf der zwar nicht bis drei zählen kann, sich aber trotzdem für den geilsten Macker hält; oder ein seniler Grapscher, der sich nichtmal vor laufender Kamera beherrschen kann. Wer sich schon mal gefragt hat, wie ein Caligula oder Nero römischer Kaiser werden konnte, der findet die Antwort womöglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Da werden solche Gestalten vom Volk freiwillig ins höchste Amt gewählt.

Zu Candyman, es ist bedauerlich, aber wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, dann wird der noch zigmal verschoben und kommt erst 2025 in die Kinos, sofern der Verleih bis dahin nicht Pleite ist.
18.04.2020 20:37 Uhr - Die Passion Christi: Auferstehung - Mel Gibson dreht ein Sequel zu seinem umstrittensten Film (Ticker)
Naja, wer in eine Bibel-Verfilmung reingeht, der sollte doch wohl wissen, was ihn erwartet. Mehr als religiöse Propaganda kann da fast nicht rauskommen und wer damit Probleme hat, der sollte sich von sowas am besten fernhalten.

Ich habe die Passion Christi damals im Kino gesehen, nicht weil mich die christliche Frohbotschaft sonderlich angesprochen hätte, sondern einfach weil ich geil auf ein bißchen Jesus-Gore war, und das hat der Film auch geliefert. Ich fand den damals handwerklich ganz gut gemacht, durchaus ambitioniert und erfreulich kompromißlos umgesetzt. Selbst wenn man mit dem Ergebnis nichts anfangen kann, muß es einem doch etwas Respekt abnötigen, daß Mel Gibson seine Vision so radikal durchgezogen hat. Allerdings, eine Fortsetzung brauche ich davon auch nicht wirklich. Das was mich interessiert, wurde im ersten Teil gezeigt. Das Nachspiel kann mir nur zu fade und religiös-philosophisch werden.

Ich sage immer, man kann nur guten Gewissens Christ sein, wenn man die Bibel entweder nie gelesen, oder nicht wirklich verstanden hat. Zum Glück für die kirchlichen Herdenführer liest ein Großteil ihrer Schafe das Buch nicht, auf dem ihre Religion basiert, sonst würden die wohl in Scharen davonlaufen.

Was das Leid der Juden angeht will ich mal den Apache-Indianer Bob Haozous anführen, der in der Dokumentation "American Holocaust: When Its All Over I'll Still be Indian" sinngemäß sagte: "Die ganze Welt betrauert den Verlust von sechs Millionen Juden, aber der Verlust von 50 Millionen amerikanischen Ureinwohnern kümmert sie nicht." Man könnte statt den "amerikanischen Ureinwohnern" jede x-beliebige der zahllosen Volksgruppen nennen, die im Laufe der Geschichte verfolgt und vernichtet wurden und es wäre immer noch genauso wahr. Wie schrieb Orwell so schön: "Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als andere."
14.04.2020 16:06 Uhr - Walhalla - Die Legende von Thor: Trailer zum skandinavischen Fantasy-Abenteuer (Ticker)
14.04.2020 14:15 Uhr schrieb GrimReaper
Leider haben es Charaktere wie Tyr oder Heimdall nicht in den Film geschafft.


Ich kenne die Comics nicht, kann also durchaus sein, daß es da anders ist und auch noch andere Götter mit in die Geschichte eingebaut sind, aber zumindest in den Mythen, die die Grundlage für den Trickfilm bilden, kommen Tyr und Heimdall gar nicht vor. Zudem sind gerade diese beiden Götter äußerst schwierig, weil so gut wie kein Quellenmaterial mehr existiert, das ihre Natur näher beleuchten würde.

Zu der Zeit als die Eddas niedergeschrieben wurden, spielte zumindest Tyr wohl schon keine große Rolle mehr, obwohl er ursprünglich einer der wichtigsten Götter im germanischen Pantheon gewesen sein dürfte und über Heimdall zerbricht sich die Forschung bis heute den Kopf, welche Funktion ihm eigentlich zugedacht war, weil das wenige, das wir über ihn wissen, in alle möglichen Richtungen deutet, die sich nur schwer miteinander vereinbaren lassen.

Der Film hier scheint aber ohnehin in eine andere Richtung zu gehen, als der Animationsfilm, und wenn Ragnarök der Dreh- und Angelpunkt seiner Handlung ist, dann wird man ohne Tyr und Heimdall nur schwerlich auskommen. Ich hoffen nur, daß der Plot dabei nicht in ein stereotypes Gut-Böse-Schema vefällt, weil es dergelichen in der nordischen Mythologie eigentlich gar nicht gibt. Die Asen handeln wiederholt moralisch zutiefst verwerflich und Lokis böse Tat ist meiner Einschätzung nach durchaus im Einklang mit den nordischen Ehren- und Rachevorstellungen.
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