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Kommentare
02.06.2020 01:14 Uhr - Magnum Thunderbolt - Uncut-Fassung gesucht (News)
Also ich weiß ja nicht, welche Leute nun alles „Vorsatz“ unterstellten oder was (sonst noch) an „Hate“ aufkam, aber wenn ich die Kommentare des entsprechenden Schnittberichts als Basis nehme, wurde dort zwar „eindeutig mit Vorsatz“ in Bezug auf manche längeren Schnitte unterstellt, das aber in einem analytischen, meines Erachtens durchaus nachvollziehbaren Rahmen gesetzt, wonach eben Szenen gekürzt worden seien, um fremdsprachige Anteile zu vermeiden. So hat dann auch der Autor des Schnittberichts in der ausgebrochenen Diskussion zugestanden, dass derartige Kürzungen wohl „denkbar“ wären, aber eben nicht als Fakt gelten könnten.

Wäre es nun besser gewesen, wenn der Kommentator das Resultat seiner Analyse nicht als Fakt dargestellt hätte? Sicherlich. Gleichzeitig halte ich seinen Kommentar allerdings nicht für illegitim. Es ist in gewisser Weise natürlich, dass eigene Meinungen/Analysen als Fakt darstellt werden, da man eben dann davon überzeugt ist. Meinungsstreit, ein zentrales Element einer pluralistischen Demokratie, ist manchmal auch sehr pointiert, gerade wenn Diskussionsteilnehmer (durchaus nachvollziehbar) emotionalisiert sind; so etwas ist quasi unvermeidlich und wird immer wieder passieren. In einem gewissen Rahmen muss das meines Erachtens daher ertragen werden, gerade als größere Institution, die in der Öffentlichkeit steht. Ich finde daher, dass das Statement in dem Aspekt leider etwas, na ja, weinerlich ausgefallen ist.

In jedem Fall find ich die jetzige durchaus transparent wirkende Stellungnahme aber an sich gut.
01.06.2020 15:46 Uhr - BBFC verpflichtend ab Oktober 2020 mit neuen Freigabesymbolen (Ticker)
01.06.2020 08:37 Uhr schrieb Mr.Brown-1602
Nee noch besser: nicht nur sollte die USK durch das PEGI-System ersetzt werden, es sollte auch was vergleichbares für Filme entwickelt werden


Dafür müsste vor allem DE aber seine Jugendschutz-"Ansprüche" massiv eindampfen. Ich glaub z. B. nicht, dass in Frankreich substantiell größere Einschränkungen als bisher gangbar wären und dort wird öfter bei Filmen die 12er-Mindestschutzeinstufung gezückt, sodass hiesigen "Jugendschützern" schwindlig werden könnte. Die PEGI-Ratings sind ja oftmals auch nicht rechtlich bindend, sondern dienen nur der Info von Erziehungsberechtigten. (Nahezu) flächendeckende Ratings von Filmwerken auf Trägermedien wie in DE gibt's anderswo auch eher nicht, vor allem noch rigoros geführt in UK mit der dortigen Vorzensur.

Ich denk aber zumindest, dass DE irgendwann die PEGI-Ratings übernehmen wird, wahrscheinlich nach dem Model in UK, wo die Video Standards Council (VSC) bei höheren PEGI-Ratings noch immer ein UK-Zertifikat ausstellen muss. Ein solches System würde dem deutschen Wunsch nach Kennzeichnungsverweigerung respektive Indizierung respektive StGB-Relevanz Rechnung tragen können. Eine USK-Studie zeigt dabei jedenfalls, dass die PEGI-Ratings im Schnitt nicht substantiell lascher als die der USK sind, gerne mal sogar härter, vor allem im Bereich 16 vs 18 zuletzt exemplarisch zu beobachten (z.B. neuere Battlefield-Teile), und die Anzahl der Kennzeichnungsverweigerung ist ja nun auch sehr niedrig.

Zu der erwähnten Studie: https://usk.de/usk-veroeffentlicht-bericht-zur-klassifizierung-von-spielen/ ("Deckungsgrad PEGI-Klassifizierung inkl. höhere: 90,38 Prozent" im Juni 2010 bis November 2011 bei 931 eingestuften und verglichenen Spielen; S.10).
30.05.2020 17:14 Uhr - Indizierungen Mai 2020 (News)
30.05.2020 16:26 Uhr schrieb Sheldor der Eroberer
Ich würde soweit gehen zu sagen, dass die Aufnahme auf Liste C bzw. D auszuschließen ist, da meines Wissens nach Hexen 1+2 von Anfang an nicht bei Steam mit deutscher IP zu erwerben waren. Da hätte ja die BPjM noch vor oder direkt am Steam-Release-Tag agieren müssen, um den Geo-Lock einigermaßen begründbar zu machen. Es sei denn, man hat Hexen 1+2 auf Liste A, B, oder E aufgenommen, und nie bekannt gegeben (weil "irgendwo untergegangen")


Es könnte auch sein, dass Hexen 1/2 irgendwann als Online-Angebot außerhalb von Steam indiziert wurde, also bei einem anderen Anbieter. Theoretisch könnte sogar sein, dass ein (YouTube-)Video-Walkthrough oder dergleichen des Spiels mal indiziert wurde und der Rechteinhaber das mitbekam und dann die Sperren des Spiels an sich bewirkte wegen der somit geschaffenen Rechtsunsicherheit um da Konzept "im Wesentlichen inhaltsgleich". Auch müsste man etwaige Mediensammlungen betrachten, die die Hexen-Titel miteinschließen könnten.

Das ist alles eher sehr unwahrscheinlich, aber grundsätzlich halt möglich. Mir geht es vor allem darum, dass es unmöglich ist, anhand der veröffentlichten Indizierungen in der BPJMAKTUELL mit absoluter Sicherheit die Erkenntnis zu gewinnen, dass etwas nicht indiziert ist, da bereits die Listenteile C/D nicht vorliegen. Man könnte höchstens die BPjM dazu fragen, um das zu klären.

Die BPjM macht nicht wirklich Geo-Locks begründbar bzw. ordnet sie die nicht an; sie informiert aber die zuständigen Landesmedienanstalten nach § 21 Abs. 6 JuSchG, die dann ggf. "Nachbesserungen anregen", und auch natürlich die Anbieter zur Stellungnahme im Verfahren, die dann ggf. auch präventiv einen Geoblock setzen (letzteres so geschehen z.B. bei Berlin 1936, der Fall wird etwas obskur hier erwähnt: https://www.bundespruefstelle.de/bpjm/service/alle-meldungen/bpjm-auf-der-gamescom-2019-in-koeln/138032 ).

Ich glaub, den "Listenteil E" gibt's übrigens gar nicht offiziell. Das sind einfach vor 2003 indizierte Trägermedien, als es noch nicht die heutigen Listenteile gab. Übrigens werden die Listenteile mit der kommenden JuSchG-Reform auch voraussichtlich (nur) nominell abgeschafft werden, vermutlich weil's immer wieder Bedenken gab hinsichtlich der Verfassungskonformität der faktischen (totalen) Verbotswirkung insb. der B-Indizierung veranlasst lediglich durch ein pluralistisch, nicht zwingend juristisch kompetent, besetztes Behördengremium. Für die zuletzt veröffentlichte Entwurfsfassung siehe hier verlinkt: https://spielerecht.de/breaking-der-entwurf-fuer-ein-neues-jugendschutzrecht/
30.05.2020 15:10 Uhr - Indizierungen Mai 2020 (News)
Theoretisch könnten Hexen und Hexen 2 irgendwann mal als Online-Angebote (wie bei Steam) auf einem der nicht-öffentlichen Listenteilen C oder D indiziert worden sein. Das halte ich aber für nicht sehr wahrscheinlich.

Gibt noch weitere ohne erkennbaren Grund nicht im deutschen Steam-Store verfügbare Titel wie z.B. Dead Space 2 (später uncut USK-gekennzeichnet, siehe Datenbank unter USK.de) oder Teile der Reihe Brothers in Arms.
29.05.2020 12:29 Uhr - BBFC verpflichtend ab Oktober 2020 mit neuen Freigabesymbolen (Ticker)
29.05.2020 11:39 Uhr schrieb humptydumpty
Die Juristen der Spio entscheiden nämlich darüber, ob der Film nur "jugendgefährdend" ist (und bis zu einer Indizierung kann der auch wie FSK18-Filme vertrieben werden) oder ob der Film "schwer jugendgefährdend" ist (mit der Konsequenz dass der wie ein indizierter Film behandelt werden muss).


Bei der SPIO/JK wird wohl eher untersucht, ob
1) ein Film gegen eine Norm des Strafrechts verstößt, die ein allgemeines öffentliches Verbreitungsverbot bedingt (isnb. § 131 StGB) und
2) ob ein Film "nur" einen Tatbestand der sogenannten schweren Jugendgefährdung nach § 15 Abs. 2 Nr. 2 bis 5 JuSchG erfüllt (z. B. "den Krieg verherrlichen" oder "besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt(...), die das Geschehen beherrschen").

Die SPIO/JK entscheidet eher nur indirekt über eine "einfache" Jugendgefährdung:

Werden Inhalte im Sinne von 1) festgestellt, gibt es keine SPIO/JK-Einstufung. Der Film ist nach Ansicht des dortigen Juristengremiums allgemein in DE nicht verkehrsfähig und damit ist auch ein etwaiges Gutachten für die Privatwirtschaft recht sinnlos.

Werden *keine* Inhalte im Sinne von 1), aber solche nach 2) festgestellt, dann wird das Siegel "strafrechtlich unbedenklich" erteilt. Die Inhalte sind nach dortiger Ansicht "schwer jugendgefährdend", unterliegen aber keinem allgemeinen Verbreitungsverbot. Die Medien unterliegen aber, sollten sie tatsächlich diese Inhalte aufweisen, bestimmten Verboten nach JuSchG und JMStV (unterschiedlich geregelt; der JMStV für Telemedien ist strenger und postuliert teils Absolutverbote der Zugänglichmachung nach § 4 Abs. 1 JMStV).
[Die Bezeichnung ""strafrechtlich unbedenklich" ist hier -- leider -- übrigens etwas irreführend, da auch Inhalte nach § 15 Abs. 2 Nr. 2 bis 5 JuSchG strafbewehrt sind, man also bei ungesetzlichem Verhalten in den Knast wandern könnte (§ 27 JuSchG); korrekter wäre "kernstrafrechtlich unbedenklich", da das JuSchG zumindest nur Nebenstrafrecht ist, anders als das StGB, welches das Kernstrafrecht bildet -- aber Achtung: Kriegsverbrechen z.B. sind auch nur im Nebenstrafrecht geregelt, also gibt das keine Aussage über die "Härte" der möglichen Sanktionen oder Taten.]

Stellt der SPIO/JK-Ausschuss jedenfalls weder Inhalte nach 1) oder 2) fest, dann gibt es das Rating "keine schwere Jugendgefährdung". Die Medien dürfen nach Ansicht der dortigen Juristen bis zu einer etwaigen Indizierung oder Gerichtsentscheidung "frei" bzw. öffentlich verkauft werden -- bei Verbreitung von Filmen oder Spielen auf Trägermedien [sog. Bildträger] gilt ein sogenanntes (Jugend-)Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, d.h. nicht FSK/USK-gekennzeichnete Bildträger gelten wie FSK/USK "ab 18"; bei Telemedien nach dem JMStV gibt es wiederum keinen strengen Erlaubnisvorbehalt und liegt im Ermessen des Anbieters, der aber auch haftbar ist für die altersspezifisch juristisch-korrekte Zugänglichmachung.

29.05.2020 11:30 Uhr schrieb FDbrGS
Allerdings hat die FSK das alleinige Recht, Alterseinstufungen vorzunehmen, was sich leicht erklären lässt:
Ein Jurist kann (aufgrund seiner Expertise) bestimmen, ob ein Film beispielsweise gegen geltendes Recht verstößt. Er ist aber sicher nicht qualifiziert, eine Einschätzung darüber abzugeben, ab welchem Alter Kindern oder Jugendlichen der Film zugänglich gemacht werden sollte.


Das ist ein interessanter Sachverhalt. Tatsächlich regelt das Gesetz aktuell nicht, welche Arten von Inhalten nun "ab 12", "ab 16" etc. eingestuft werden müssten, und sicherlich hat der Gesetzgeber auch eher intendiert, dass sich statt Juristen Pädagogen darüber Gedanken machen sollten. An sich sind das aber durchaus schon Rechtsbegriffe, denke ich, also an sich müssten auch Juristen dazu "qualifiziert" sein. Das gilt im Übrigen auch in Bezug auf die Indizierungstatbestände der BPjM.

29.05.2020 00:43 Uhr schrieb Rigolax
Soll mal einer sagen, nur in DE gäbe es mehrere 18er-Freigaben.


Hier meinte ich mit "Freigaben" auch die Indizierungen der BPjM eigentlich. Also verschiedene Altersbeschränkungen/Einstufungen "ab 18". Freigabe war von mir leider recht ungenau, sorry.
29.05.2020 00:43 Uhr - BBFC verpflichtend ab Oktober 2020 mit neuen Freigabesymbolen (Ticker)
29.05.2020 00:20 Uhr schrieb lappi
Ist das R18 für Pornos? Und/oder analog zu X-Rated/unrated bei den Amis zu verstehen?


Aus der BBFC-Website:

"The R18 category is a special and legally-restricted classification primarily for explicit works of consenting sex or strong fetish material involving adults. Films may only be shown to adults in specially licensed cinemas, and video works may be supplied to adults only in licensed sex shops. R18 video works may not be supplied by mail order." https://www.bbfc.co.uk/about-classification/r18

Das R18-Symbol ist also die Extra-CN (content notice; Triggerwarnung sagt man ja nicht mehr) bzw. Ächtung bzw. Super-Sonder-Schutzmaßnahme.

Soll mal einer sagen, nur in DE gäbe es mehrere 18er-Freigaben.
29.05.2020 00:34 Uhr - Indizierungen Mai 2020 (News)
28.05.2020 23:56 Uhr schrieb Psy. Mantis
Ich bin gespannt, wann endlich "GoldenEye 007" und "Star Wars: Dark Forces" vom begnadigt werden. Gerade die noch bestehende Indizierung von "Dark Forces" halte ich für einen Witz, vor allem weil bereits wesentlich härtere Shooter von der Liste gestrichen wurden.


GoldenEye wurde am 31.03.1998 indiziert. Dark Forces am 30.09.1995 (englische Version) bzw. 20.10.1995 (deutsche Version). 25 Jahre drauf rechnen und du hast die voraussichtlichen Daten der Streichung.

28.05.2020 23:25 Uhr schrieb Der Dicke
28.05.2020 22:39 Uhr schrieb Fulgento
Hatte ja echt mal mit ner Streichung von Inferno gerechnet....


Der ist immer noch indiziert? Sachen gibt's


Ja, der kann auch echt mal runter. Ich find Suspiria (von Argento) zwar besser, aber Inferno ist auch ziemlich gut. Die Szene, in der der Protagonist da anfängt das Haus zu erkunden und wenn dann die Musik reinhaut, fand ich sehr eindrucksvoll (genauer kann ich das nicht mehr beschreiben). Und dass Tenebre noch als nach § 131 StGB einschlägig gilt, ist meines Erachtens ein Verbrechen gegen die "Kunstlichkeit".
26.05.2020 17:23 Uhr - Maximum Risk ist jetzt uncut frei ab 16 Jahren (Ticker)
26.05.2020 15:12 Uhr schrieb Cryptkeeper78
Manchmal will ich es gar nicht wissen :-) Aber danke für Deinen Beitrag. Es wurde ja bedeutend besser durch Frau Hannak-Meinke. Allerdings ist sie nicht mehr im Amt und ich kann nur hoffen, dass jemand folgt, der ähnlich wie sie zeitgemäßer agiert.


Dass Frau Hannak (den Doppelnamen hat sie abgelegt irgendwann) nicht mehr Vorsitzende der BPjM ist, seit April, wusste ich noch gar nicht...

Es gab bisher auf der Website der BPjM auch noch keine Ausschreibung für die vakante Stelle anscheinend -- vielleicht auch coronabedingt verzögert? Jedenfalls ist der Posten schon sehr relevant, die/der Vorsitzende sitzt allein schon mit Stimmrecht bei den Gremienentscheidungen mitdrin.
26.05.2020 13:51 Uhr - Maximum Risk ist jetzt uncut frei ab 16 Jahren (Ticker)
26.05.2020 10:45 Uhr schrieb Cryptkeeper78
War halt wirklich einer der Gründe, warum die Arbeit der BPjM immer lächerlicher wurde. Unter Frau Monssen-Engberding wurde wirklich ohne Sinn und Verstand indiziert. (...)


Ziemlich offtopic, aber vielleicht interessiert's wen: Man glaubt's kaum, aber vor Monssen-Engberding war's noch absurder, so wurden z. B. in den 70ern offenbar Ausgaben der Bravo nicht nur (wie mittlerweile hinlänglich bekannt) wegen positiver Darstellung von Masturbation indiziert, sondern auch weil dortige Berichte über "Stars" jugendgefährdend seien, da sie ein unrealistisches Leben abseits der Schule propagieren würden (siehe im Thread dort #24 https://twitter.com/LOWandQUALITY/status/1264692046889091073). Das zeigt auch ganz gut die Dimensionen des "Jugendmedienschutzes" damals und tendenziell bis heute, was auch vielleicht manche Indizierung besser erklärt.
21.05.2020 04:06 Uhr - Guns Akimbo - Mit FSK 16-Freigabe nur geschnitten in den deutschen Kinos (News)
21.05.2020 03:35 Uhr schrieb Alex_Gorbatschow
21.05.2020 01:38 Uhr schrieb Rigolax
21.05.2020 00:37 Uhr schrieb Ned Flanders
21.05.2020 00:31 Uhr schrieb lappi
Okeee... mich interessiert der Film schon sehr. Aber damit hat sich das Kino erledigt. Schaufelt euch euer eigenes Grab. Mir egal 🤷🏻‍♂️


Die Kinos haben den Film nicht auf 16 runtergeschnitten. Somit ergibt dein Grab Schaufeln wenig Sinn


Die Kinos könnten so ein Vorgehen auch boykottieren, mit Verweis auf die grundgesetzlich normierte Freiheit der Kunst und des Films (unter Betrachtung des GG als Wertekatalog; also juridisch, nicht juristisch). Natürlich profitieren die Kinoketten aber sehr wahrscheinlich ebenso von solch geschnittenen 16er-Ratings, begrüßen .....


Also wenn ich mich richtig an meine Staatsrecht Grundkenntnisse erinnere, dann kann man sich nur auf seine Grundrechte berufen, wenn man von einer staatlichen Gewalt (juristische Person des öffentlichen Rechts) in seinen Grundrechten verletzt wurde. Eine Juristische Person des privaten rechts wird das wenig jucken.


Ich schrieb daher ja auch: "GG als Wertekatalog; also juridisch, nicht juristisch". Das Grundgesetz liefert eben mehr als rein juristische Normen für das Rechtssystem. Es spiegelt auch gewisse Wertevorstellungen wider, einige davon sind Werte der Freiheit (Kunst, Meinung, Film). So ist es möglich, sich juridisch (also moralisch-politisch) darauf zu berufen, ohne streng juristisch etwas kritisieren zu wollen. Ginge vielleicht auch in Richtung eines etwaigen Verfassungspatriotismus, na ja.

Nebenbei gesagt sind die Grundrechte aber nicht nur Abwehrrechte gegen den Staat, sondern entfalten auch eine sogenannte 'mittelbare Drittwirkung' auf alle Rechtsbereiche, so auch im Zivil- bzw. Privatrecht, nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Recht anschaulich vielleicht dazu eine bekannte Entscheidung zu Stadionverboten: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverfg-1bvr308009-bundesweite-stadionverbote-mittelbare-drittwirkung-grundrechte-hausrecht-dfb/ (LTO schreibt: "Das BVerfG stellt hohe Anforderungen an bundesweite Stadionverbote: Diese müssten dem Gleichbehandlungsgebot entsprechen, ebenso seien diverse Verfahrensrechte der Betroffenen zu wahren."). Interessant vielleicht auch im Kontext von Facebook eine Entscheidung des OLG München von 2018: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-muenchen-18w129418-facebook-kommentare-loeschen-meinungsfreiheit-grundrechte-drittwirkung/ (LTO: "Das OLG München hat die Möglichkeiten für Facebook begrenzt, Nutzerkommentare zu löschen. Denn das Internetunternehmen dürfe seinen Nutzern keine engeren Grenzen in der Meinungsfreiheit setzen, als dies staatliche Stellen tun könnten."); wobei afaik noch nicht final geklärt ist, inwiefern die Grundrechte bei den Sozialen Medien mit u.U. marktbeherrschender Stellung mittelbar wirken.
21.05.2020 01:38 Uhr - Guns Akimbo - Mit FSK 16-Freigabe nur geschnitten in den deutschen Kinos (News)
21.05.2020 00:37 Uhr schrieb Ned Flanders
21.05.2020 00:31 Uhr schrieb lappi
Okeee... mich interessiert der Film schon sehr. Aber damit hat sich das Kino erledigt. Schaufelt euch euer eigenes Grab. Mir egal 🤷🏻‍♂️


Die Kinos haben den Film nicht auf 16 runtergeschnitten. Somit ergibt dein Grab Schaufeln wenig Sinn


Die Kinos könnten so ein Vorgehen auch boykottieren, mit Verweis auf die grundgesetzlich normierte Freiheit der Kunst und des Films (unter Betrachtung des GG als Wertekatalog; also juridisch, nicht juristisch). Natürlich profitieren die Kinoketten aber sehr wahrscheinlich ebenso von solch geschnittenen 16er-Ratings, begrüßen das also eher.

Wie schon hier gesagt wurde: absolute Unsitte. Ein Armutszeugnis für quasi alle Beteiligten. Im Endeffekt färbt so etwas sogar negativ auf den Jugendmedienschutz ab, da (mMn zu Recht) Erwachsene dann u. U. an sich sinnvolle Jugendmedienschutzmaßnahmen zunehmend anzweifeln. Daher sollte z. B. die FSK so ein Vorgehen ebenso kritisch sehen. Anders würde es natürlich aussehen, wenn alternativ eine ungekürzte 18er-Kino-Fassung regulär angeboten würde, was aber offenbar hier nicht der Fall sein wird; Sneaks und Previews sind imho kein adäquater Ersatz, was ebenso für das spätere Heimkino gilt. Das Vorgehen wird umso perfider, wenn das Label (und durch deren Unterlassung ebenso die Kinoketten) die Schnitte von offenbar ca. eine Minute nicht unmittelbar transparent machen, wovon ich ausgehe.

Sicherlich ist der Fall hier auch ein weiteres Argument für die endliche (Wieder-)Abschaffung der 18er-Freigabe hin zu einer faktisch kaum den Jugendmedienschutz beeinträchtigenden, aber deutlich kunstfreundlicheren 16er-Höchstfreigabe, so wie sie in vielen EU-Nachbarländern wie Österreich, Niederlande oder skandinavischen Staaten schon Realität ist. Im Übrigen ist die 18er-Freigabe auch nicht in der BRD historisch naturgegeben, denn so war die Höchstfreigabe der FSK von ihrer Gründung 1949 bis 1957 "ab 16" (vgl. https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0170-5067-2019-5-2/fuer-sauberkeit-in-unserem-hause-sorgen-wir-selbst-vor-70-jahren-nahm-die-fsk-ihre-arbeit-auf-volume-42-2019-issue-5?page=1); wobei sicherlich zu hinterfragen ist, ob dies nicht (damals) in einer höheren Kennzeichnungsverweigerungs- (und folgend Indizierungs-)rate resultiert hatte oder würde.
08.05.2020 22:54 Uhr - Snowpiercer - Blutiger Trailer zur neuen Endzeit-Serie (Ticker)
Es ist auch imho ein nerviger Trend der letzten Jahre, jeden einigermaßen erfolgreichen Film auf eine Serie auszustrecken. Scheint erst einmal vergleichbar mit Novelizations, aber dort wird immerhin etwas Textbasiertes aus der audiovisuellen Vorlage geschaffen. Natürlich können auch diese Serien sehr gut sein (so wie es durchaus gelungene Novelizations von bekannten Filmen gibt), aber in der schieren Masse mag ich den Trend nicht leiden. Im Endeffekt wirkt das auf mich zu sehr durchkommerzialisiert und -kalkuliert. Ich seh nicht, wie diese Serienumsetzungen in der Regel einen großen Mehrwert bieten angesichts der bestehenden Filme, selbst wenn sie im Detail von deren Handlung abweichen und augenscheinlich etwas „neues“ erzählen. Die Themen dahinter sind und bleiben doch in den meisten Fällen dieselben. Das ist nichts groß anderes als das x-te Remake.
30.04.2020 00:21 Uhr - Indizierungen April 2020 (News)
Der selbsternannte Pornoanwalt, tatsächlich ein Rechtsanwalt, machte im Dezember 2018 die Vollausgaben der BPJMAKTUELL seit 2008 auf seiner Website zum Download verfügbar. Wie aus dem Hinweis auf der Website dort hervorgeht, waren die Ausgaben zunächst mitsamt der redaktionellen Aufsätze, die später auf Bitte der BPjM entfernt wurden. Die Ausgaben enthalten zu dem jeweiligen Zeitpunkt die kompletten Listenteile A und B (sowie vor der JuSchG-Reform von 2003 indizierte, nicht einem Listenteil zugeordnete Trägermedien), soweit dies ersichtlich ist: https://pornoanwalt.de/?p=12202

Um etwaige Fragen vorweg zu nehmen: Nach § 6 Abs. 1 S. 2 JMStV gilt: "Die Liste der jugendgefährdenden Medien (§ 18 des Jugendschutzgesetzes) darf nicht zum Zwecke der Werbung verbreitet oder zugänglich gemacht werden." Ich sehe den Zweck der Werbung hier nicht erfüllt. Außerdem gehe ich davon aus, dass der Anbieter als Rechtsanwalt, auch mit Tätigkeit in dem entsprechenden Feld, legal handelt. Daher verlink ich die Seite auch hier.
28.04.2020 17:14 Uhr - Indizierungen April 2020 (News)
28.04.2020 16:27 Uhr schrieb Agregator
soviel war das aber in dem Monat aber auch nicht - ich fand das sogar recht wenig im Vergleich zu sonst (mal von dem C & D Listen abgesehen) aber es war ja nur eine Rechtsrock Cd und sonst gar nichts (wurde auch eine Rechtsrock Cd gestrichen). Sonst waren das immer mehr Cds und Pantyhose Streifen (wobei ich da auch nie verstehe wieso man gerade die seit Monaten indiziert^^).

Mal schauen wie das dann nächsten Monat ausschaut bzw wie sich das noch allgemein entwickelt mit der BPJM.


Ja stimmt, aktuell ist da wirklich fast gar nichts los.

In der Bekanntmachung Nr. 4/2020 über jugendgefährdende Trägermedien steht ja auch:

"Aufgrund der im Zusammenhang mit der Eindämmung der „Corona-Pandemie“ ergriffenen Maßnahmen kann der behördliche Dienstbetrieb bis auf Weiteres nur eingeschränkt aufrechterhalten werden. Dies hat zur Folge, dass die Entscheidungsgremien der Bundesprüfstelle im April nicht tagen konnten. Die derzeit anhängigen Verfahren können daher vorerst nicht durchgeführt werden."
28.04.2020 13:12 Uhr - Indizierungen April 2020 (News)
28.04.2020 12:59 Uhr schrieb cedo
Ich komme immer noch nicht auf den Album Namen "Hurensohn Holocaust" klar.


Vielleicht noch nicht bekannt, sonst auch ggf für andere: Der Name rekurriert offenbar auf den Film "Cannibal Holocaust"; die dortige Titelmelodie wird in einem Song aus dem Album remixt, wie jemand hier bemerkte: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=15808#715487

Insofern nicht gänzlich überraschend, ist der Interpret doch anscheinend studierter Germanist, kennt sich also wohl mit Intertextualität aus. Erinnert mich akademisch entfernt an Money Boy.

27.04.2020 21:33 Uhr schrieb FordFairlane
Schon lange vor Corona ist da nichts mehr los, kannste abschaffen die BPJm.


Zu dem Thema habe ich unter dem Februar-Update mal was geschrieben, auf das ich verweisen möchte: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=15695#712425

Zusammengefasst indiziert die BPjM durchaus noch so einiges, aber mittlerweile meist auf den Listenteilen C und D (Telemedien bzw. Online-Angebote), die von Gesetzes wegen nicht-öffentlich geführt werden. Hinzu kommen Indizierungen von "hetzerischen oder rassistischen [Träger-]Medien sowie Pornos, Zeitschriften und Bücher", die SB nicht auflistet (siehe Disclaimer in der Meldung, etwas oben).

Zudem wird "die BPjM" aller Voraussicht nach zu einer Art Kompetenzstelle mit anderen, zusätzlichen Befugnissen umgebaut, wenn die Reform des Jugendschutzgesetzes so verabschiedet wird, wie der zuletzt verbreitete Entwurf nahelegt. Siehe auch dort meinen verlinkten Kommentar.
26.04.2020 12:45 Uhr - Disney+ entwickelt neue Star Wars-Serie mit weiblicher Hauptfigur (Ticker)
Wenn die Quelle, variety, "female-centric series" schreibt, muss das übrigens nicht zwangsläufig "weibliche Hauptfigur" bedeuten, wie in der Überschrift gemeint wird.

So könnte eine Show auch "female centric" sein und einen Mann als Hauptfigur haben, oder eine sich sogenannte nicht-binär identifizierende Person, oder gar einen gänzlich außerhalb unser Geschlechtsvorstellung stehenden Alien oder eine vollkommen ungeschlechtliche Entität wie ein Roboter im Star-Wars-Setting.
18.04.2020 14:06 Uhr - Die Passion Christi: Auferstehung - Mel Gibson dreht ein Sequel zu seinem umstrittensten Film (Ticker)
18.04.2020 12:54 Uhr schrieb humptydumpty
18.04.2020 10:39 Uhr schrieb dantini
18.04.2020 09:31 Uhr schrieb Cinema(rkus)
Unglaublich auch Mels` Sturheit, dieses Werk in Original-Sprache zu drehen.


Wenn es denn wirklich die Originalsprachen wären... Aber aus irgendeinem Grund wurde statt auf Aramäisch und Griechisch viel auf Hebräisch und Latein gesetzt.
Wann sollen denn die Römer griechisch gesprochen haben?


Griechisch war zu dem Zeitpunkt offenbar schlicht die lingua franca in der dargestellten Region, d.h. die Römer hätten wahrscheinlich darauf zurückgegriffen in manchen Situationen -- so wie wir heute auf Englisch.

---

Ist es zu spät für Titelvorschläge? Ich hätte noch "PoC: The Re-Deadening".
16.04.2020 14:15 Uhr - Disney+ spendiert The Mandalorian eine Doku-Serie (Ticker)
16.04.2020 09:30 Uhr schrieb Batmobil
Nebenbei: -1 multipliziert mit -1 ergibt +1.
Somit sorgst Du dafür das die Kritik verstärkt wird.


Sprache funktioniert nicht nach mathematischen Regeln. Frag z. B. mal französisch Sprechende zum Thema mehrfache Verneinung; und ich halte deren Sprache deshalb nicht für irgendwie minderwertiger.
13.04.2020 17:41 Uhr - Johanna von Orleans - Historienfilm mit Milla Jovovich wird in England auf eine BBFC 18 hochgestuft (Ticker)
13.04.2020 15:29 Uhr schrieb Pentegrin
13.04.2020 15:19 Uhr schrieb Rigolax
Die Abgabe von Zigaretten an Jugendliche (ab 16) war bis 2008 übrigens in Deutschland legal. Also ist auch das nicht in Stein gemeißelt...


Und die Verschärfung dessen war ein Schritt in die richtige Richtung.
Als Nächstes sollen sie bitte Cannabis ab 18 legitimieren.


Du meinst wohl "legalisieren". ;)

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich finde die Änderung in Bezug auf die Abgabe von Tabak ab 18 durchaus vertretbar und sogar sinnvoll, wollte aber damit eben darauf hinweisen, dass selbst solche Freigaben einem Wandel unterliegen. Kann man nun natürlich entgegenhalten, dass die 16er damals vielleicht aufgrund der Tabaklobby bestand hielt und länger davor es auch als legitim erachtet wurde, dass sogar Kinder rauchen, aber gut.

Jedenfalls ist eine "Slippery Slope"-Argumentation auch nicht zielführend. Genauso könnte man jetzt auch einwenden, dass die Legalisierung von Cannabais (ab 18) dazu führen würde, dass die Droge verharmlost wird, Teenager die dann öfter nutzen und vielleicht sogar auf härters Zeug umsteigen. Ich denke nicht, dass das passieren würde, aber es ist dieselbe Argumentationsart, auf die du oben zugegriffen hattest.

Man muss schon konsistent liberal sein. Nun habe ich aber den Eindruck, dass deine Liberalität sich nur auf Erwachsene beschränkt und Kinder/Jugendliche scheinbar in einer Art Vakuum aufwachsen sollten (vor allem medial) und dann mit der Volljährigkeit die ganze Wadenladung ausgesetzt sein sollten. Das halte ich eben nicht für sinnig.
13.04.2020 15:19 Uhr - Johanna von Orleans - Historienfilm mit Milla Jovovich wird in England auf eine BBFC 18 hochgestuft (Ticker)
13.04.2020 10:59 Uhr schrieb Pentegrin
Rauchen ist ab 18, aber die, die wirklich wollen, rauchen auch mit 16.
(...)


Die Abgabe von Zigaretten an Jugendliche (ab 16) war bis 2008 übrigens in Deutschland legal. Also ist auch das nicht in Stein gemeißelt...
13.04.2020 14:32 Uhr - Johanna von Orleans - Historienfilm mit Milla Jovovich wird in England auf eine BBFC 18 hochgestuft (Ticker)
13.04.2020 02:29 Uhr schrieb FdM
Wo lässt sich der erste Absatz nachlesen ?


Ich versteh die Frage leider nicht.

13.04.2020 02:29 Uhr schrieb FdM

Im 2. Absatz wird ein wenig umhergesprungen und dann ignoriert,was im ersten geschrieben wurde... vielleicht einfach mal gegenlesen und selber den springenden Bock einfangen...


Ich hab den Absatz von mir nochmal gelesen, finde den eigentlich (selbst) doch schon kohärent. Ist vielleicht etwas geschwurbelt, jedenfalls wollte ich sagen, dass solche restriktiveren Neubewertungen, wie ein Fall Thema der Meldung hier ist, eher nicht der allgemeinen Erwartungshaltung im (deutschen) Jugendmedienschutz entsprechen. Das ist jetzt schwer zu belegen und sicherlich mein subjektiver Eindruckt, aber ich behaupte mal, dass Mitarbeiter bei der/den FSK/USK/OLJB/FSF/KJM/BPjM dem tendenziell zustimmen würden -- in anderen Worten: bei einer solchen restriktiveren Neubewertung erstmal aufhorchen würden.

13.04.2020 02:29 Uhr schrieb FdM

(...) Ganz interessant finde ich den Vergleich mit dem Absatzmarkt,was soll das denn heißen ? Alle Filme Uncut ab 0 freigeben,damit die Firma die gut verkaufen kann ? (das hat nichts mit Jugendschutz zu tun,passt da also gar nicht rein)...


Das will ich auch nicht als unzweifelhaften Optimalzustand darstellen, wobei es andererseits bei Büchern oder Musik, ja sogar grafischen Medien wie Comics und Manga, funktioniert und kaum hinterfragt wird.

Aus "radikal"-liberaler bzw. libertärer Betrachtung der Meinungs-/Rede-/Kunstfreiheit wäre ein Zustand der "FSK 0" für alle, so wie in den USA im Heimkino oder auch in vielen europäischen Ländern tatsächlich der Fall, jedenfalls zu befürworten, insbesondere wenn keine staatlich unterbauten Institutionen (FSK/USK in Kooperationen mit den Obersten Landesjugendbehörden) Ratings verteilen, vielleicht eher reine Selbstkontrolle ohne staatliche Aufsicht ("regulierte Selbstregulierung" bzw. "Ko-Regulierung"). Nur dann kann man wirklich ausschließen, dass höhere Ratings eben doch für "moralische" Zwecke und nicht für den Jugendmedienschutz eingesetzt werden bzw. Kunst und Kultur möglichst sich frei entfalten kann, ohne sich solche Zwängen unterwerfen zu müssen und ggf. für niedrigere Ratings Kompromisse einzugehen.

Alternativ könnte man (wie immer) über eine (in aller Regel) Höchstfreigabe ab 15/16 diskutieren, sich von der recht albernen 18er verabschieden. Das stigmatisierende ist mE eben halt auch der Unterschied zwischen dieser Jugendfreigabe und der Erwachsenenfreigabe; ich seh da praktisch jugendschutztechnisch an sich wenig Sinn drin. Würde man das so machen, wäre man auf einem Stand wie die Niederlande oder Frankreich (im Kinobereich; Heimkino weiß ich grad nicht, wie konsequent es da Ratings gibt).

Jedenfalls kann es durchaus auch noch Jugendschutz außerhalb der staatlichen Altersfreigaben oder gar Indizierungen geben. Statt restriktivere Ratings zu benutzen, könnte man auch verstärkt anstreben, Kinder/Jugendliche sowie Erziehungsberechtigte für Inhalte zu sensibilisieren, also auf Aufklärung und Selbstkontrolle setzen. Im Endeffekt ist jede "Gefahr" (für Kinder/Jugendliche), so hart das erstmal klingt, auch durchaus eine Chance: So wie man sich ein Knie blutig schlagen kann beim Spielen, kann ein nicht altersgerechter Film durchaus verstören. Ob es nun das mediale Äquivalent für einen Beinbruch oder gar eine Querschnittslähmung gibt, bezweifel ich dann auch tendenziell.

13.04.2020 02:29 Uhr schrieb FdM

Wenn man die Thematik nicht kennt,wie kann man dann beurteilen und rum quaken ? JA,es gibt ein Problem beim Anstieg von Sexualstraftaten,von daher ist die Bewertung mit Sicht auf die Veränderung im Umfeld vollkommen in Ordnung,das könnte die FSK auch ruhig tun (zumindest die Synchro sollte mal wieder etwas einheimischer und nicht so Fäkalgeprägt sein),allerdings gibt es immer genug Leute die den Jugendschutz ausheben und dann indirekt oder auch direkt für negative Veränderung sorgen - Aktion/Reaktion ... (...)


Warum sollten mediale Darstellungen restriktiver bewertet werden, nur weil es einen Zuwachs an realen Straftaten in dem dargestellten Bereich gibt? Die Logik erschließt sich mir nicht. Sieht wie eine klassische moralische Panik ("moral panic") aus.
13.04.2020 01:16 Uhr - Johanna von Orleans - Historienfilm mit Milla Jovovich wird in England auf eine BBFC 18 hochgestuft (Ticker)
Restriktivere Neubewertungen sind schon doch mittlerweile wesentlich interessanter als Liberalisierungen, finde ich.

Gemeinhin wird im (deutschen) Jugendmedienschutz ja angenommen, dass Kinder und Jugendliche zunehmend kompetenter im Umgang mit Medien werden bzw. zumindest weniger leicht von etwaigen Darstellungen irritiert werden könnten, insbesondere da ältere Darstellungen weniger den modernen Sehgewohnheiten entsprächen und dadurch eine höhere Distanz zum Geschehen und eine geringere Affinität für Minderjährige enstehe (anders formuliert: die wechseln nach 5 Minuten auf Tik Tok).

Meiner Ansicht nach sind derartige Neubewertungen aber tendenziell entlarvend: So wird mE deutlich, dass es doch nur vorgeschoben um Jugendmedienschutz geht. Eher geht es eben um die (vermeintliche) Wahrung von Moralvorstellungen, der Bestrafung von unerwünschten Darstellungen mit höheren Altersfreigaben, die eher für den Verkauf abträglich sind und stigmatisieren (sollen). Warum sollte denn ein 15-Jähriger derartige Darstellungen heute weniger gut verarbeiten können als damals; etwaige Anspielungen auf eine vermeintliche "Generation Snowflake" mal außen vor. Ich denke auch nicht, dass die Medienwirkungsforschung, die ohnehin anscheinend immer weniger argumentativ hinhalten muss, weil sie so wenig belastbare Resultate bringt, eine härtere Bewertung rechtfertigen könnte. Oder hat etwa UK aktuell ein relativ größeres Problem mit Sexualverbrechen und versucht daher nun (testweise) diese über härtere Freigaben für Unterhaltungsmedien zu regulieren respektive damit einen Sündenbock ausgemacht...?
12.04.2020 23:02 Uhr - Es (2017) - ProSieben zeigt Remake in zensierter Fassung zur Primetime (Ticker)
12.04.2020 19:19 Uhr schrieb DerRabe
12.04.2020 18:04 Uhr schrieb Calahan
Bei dem Streaming Angebot machen sich die Werbesender auf Zeit selber tot.
Ich kann warten..:)

Auch Streamingdienste zeigen gerne geschnittene, oder digital nachbearbeitete Versionen von Filmen und Serien. Auch da muss man aufpassen, was man schaut.


Absolut. Ich musste mich auch schon arg wundern, als ich z.B. sah, dass bei Amazon (Prime Video) ein Hakenkreuz-Tattoo in "Wilson - Der Weltverbesserer" retuschiert wurde. Wtf?
12.04.2020 00:15 Uhr - Watchmen (SB)
13.11.2009 00:04 Uhr schrieb
Konsequent inkonsequent und dämlich die Zensur


Nicht nur inkonsequent: Das wirklich kuriose ist ja, dass die an sich unkontextualisierte, d.h. rechtlich eher tendenziell problematischere Hakenkreuz-Darstellung in der ersten Ausgabe des hier geprüften Hefts offenbar enthalten war. Bei den anderen Ausgaben werden die Träger des Symbols eingeordnet, haben eher eine narrative Funktion.
31.03.2020 21:46 Uhr - Gargoyles läuft beim deutschen Disney+ nicht komplett ungeschnitten (Ticker)
31.03.2020 21:00 Uhr schrieb Onkelpsycho
Ich kann nach wie vor nichts Dramatisches an Onkel Remus finden. Im Gegenteil, ich persönlich finde Onkel Remus hier als durchweg sympathischen Charakter gezeichnet, der deutlich menschlicher wirkt als die ganze "weiße" Elite, die da gezeigt wird...

Aber wie gesagt, da kann man argumentieren wie man will, wenn Disney und bekennende Fans der Rassismuskeule da was nicht passt, dann bringt das alles nichts...


Es geht ja wohl auch weniger um Onkel Remus an sich, sondern um die Art und Weise wie sein scheinbarer "Platz" in der Gesellschaft dargestellt wird. Siehe dazu den bereits verlinkten Guardian-Artikel*: Wenn Remus vor allem der Unterhalter der weißen Kinder ist und am Ende ruminiert, dass es "früher" doch ganz gut bzw. besser war, dann hat es doch ein (politisches) Geschmäckle, was den Machern damals doch bewusst gewesen sein muss.

Nun ist auch durchaus möglich, dass (vor allem zuvor) marginalisierte Personen als positive Charaktere dargestellt werden und dabei trotzdem Rassismen entstehen bzw. ein rassistisches Gesellschaftsbild zugrunde liegt. Bei Get Out sind Weiße auch Rassisten, obwohl sie Schwarze auf- und nicht abwerten; ultimativ sollen diese aber wieder den Weißen körperlich dienen -- analog hier "dient" Remus auch, hat seinen vermeintlichen "Platz" in der Gesellschaft implizit erhalten und ist damit glücklich, wäre unter einer noch autoritäreren Situation vermeintlich wohl noch glücklicher.

* EDIT: Sorry, der war in den Kommentaren unter einer anderen News: https://www.theguardian.com/film/2019/nov/19/song-of-the-south-the-difficult-legacy-of-disneys-most-shocking-movie
31.03.2020 19:09 Uhr - Indizierungen März 2020 (News)
31.03.2020 14:30 Uhr schrieb Eightcoins
Ich habe nen bisschen recherchiert und das Album wurde wohl eh nur an Volljährige nach Altersnachweis verkauft, also weiss ich nicht was es bringen soll das "Als Jugendschutzmaßnahm" zu indizieren.


Bei der BPjM hat man sich -- meinem Eindruck nach -- in letzter Zeit auch eher von den konkreten Rechtsfolgen der Indizierung als "Sinn" dahinter losgelöst und betont stattdessen eher eine gewisse unterstellte normative Funktion der Indizierung.

Soll heißen, dass die (dem Gesetz nach) pluralistisch besetzten Gremien mit einer Indizierung respektive Einstufung als "Jugendgefährdung" mutmaßlich die Stimme der (vermeintlich moralisch/empathisch intakten) Mehrheitsgesellschaft widerspiegeln und eine Art Stopp-Schild hochhalten, dass derartiger Inhalt nicht für Minderjährige geeignet sei; damit einher geht dann ein gewisses Agenda-Setting, d.h. die problematisierten Inhalte sollen diskursiv in den Fokus gestellt werden und Erziehungsberechtigte, im Jugendschutz oder der Erziehung tätige, aber wohl auch Politiker und als (mediale) Multiplikatoren tätige Personen für diese Inhalte sensibilisiert werden. Überspitzt gesagt geht es also eher um die Ächtungs-, wohlwollender ausgedrückt, Wahnfunktion, die mit der Indizierung einhergeht.

Das wird in Zukunft wohl auch noch stärker so werden, siehe den veröffentlichten "Gefährdungsatlas" der Behörde oder den Umbau hinweg von der BPjM zur "Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz", die den Jugendmedienschutz insgesamt weiterentwicklen soll nach dem aktuell reformierten Jugendschutzgesetz.
31.03.2020 01:58 Uhr - Gargoyles läuft beim deutschen Disney+ nicht komplett ungeschnitten (Ticker)
31.03.2020 01:05 Uhr schrieb Horstferatu
31.03.2020 00:16 Uhr schrieb Knochentrocken
„Arielle“ ist nur in der neuen Synchro zu sehen (die alte soll aber nachgeliefert werden), es fehlen weitaus MEHR Disneyklassiker in Serie und Film als nur „Onkel Remus“

Das ist auch gut so, dass der fehlt.


Geschichtsverdrängung/verheimlichung ist das doch. Besser verfügbar machen mit Disclaimer wie bei Warner Bros., dass der Film eben rassistisch ist und man inhaltlich nicht (mehr) dahinter steht, ihn aber als Zeit- bzw. historisches Kulturdokument nicht der Gesellschaft vorenthalten will, so als sei das damals alles gar nie passiert. Vielleicht kann man solche belasteten Produktionen auch schlicht regulär nicht listen und algorithmisch nicht bewerben, stattdessen nur auf gezielte Anfrage eines Nutzers darbieten.

Disney scheint aber ohnehin einer Dystopie entsprungen. Sei es die scheinbar angestrebte Konsolidierung aller existenten Medienunternehmen (als Menetekel bekanntlich bei den Simpsons vor der IP-Übernahme verhandelt), dem Sauberkeitsfimmel im Umgang mit dem eigenen Image, oder das Einwirken auf die Gesetzgebung (im US-Copyright) bei gleichzeitig dreistem intellektuellem Diebstahl (Kimba) bzw. auch Ausnutzen von Public-Domain-Werken. Da wird dann auch gleichzeitig mit Freude ein Film wie Lion King modernisiert, der kindgerecht autoritäre Gesellschaftsstrukturen narrativ verherrlicht, aber wenn es zu greifbar ist wie beim Onkel Remus, dann muss das gefälligst in den Giftschrank wandern, der neue Disney Vault.
28.03.2020 21:18 Uhr - Deadpool 2 - Pro7 zeigt geschnittene Fassung zur Primetime (Ticker)
AFAIK lizenzieren die Sender ja eher Pakete statt einzelne Filme; zumindest meine ich, das mal gelesen zu haben. Da Deadpool 2 und die PG-13-Auskopplung von demselben Lizenzinhaber ist, ist das lizenztechnisch vielleicht dann weniger komplex. Im Endeffekt scheint die PG-13-Fassung ja auch genau für so eine Situation gemacht zu sein.
08.03.2020 00:22 Uhr - Casino-App Coin Master: Indizierungsantrag von der BPjM abgelehnt (News)
Als Böhmermann das Segment aufgenommen hatte, waren die Titel im Google Play Store offenbar noch "ab 0". Einen Tag nach Ausstrahlung der Sendung updatete die USK eine Meldung und wies darauf hin, dass Coin Master ab 16 ist. Ich schätze, die haben das hochgestuft: https://usk.de/simuliertes-gluecksspiel-und-jugendschutz/

USK-Freigaben schützen auch vor Indizierung, genau wie die der FSK gemäß § 18 Abs. 8 JuSchG. Im vorliegenden Fall waren das aber Kennzeichnungen mittels IARC, der international age rating association, die nicht direkt gesetzlich anerkennt sind und auch keinen Indizierungsschutz generieren. IARC-Ratings entstehen durch einen Algorithmus auf Basis von Selbstauskunft des Spielinhalts des Anbieters in an IARC-teilnehmenden Stores (wie Google Play aber nicht Apples Store, zB).
07.03.2020 18:08 Uhr - Casino-App Coin Master: Indizierungsantrag von der BPjM abgelehnt (News)
07.03.2020 10:02 Uhr schrieb BroncoKane
(...) Es wird sich doch Credoartig an die FSK gehalten (ich handel mit Filmen und sehe dass 99% der Eltern der FSK blind vertrauen) und die Leute sind froh drüber sich nicht noch Gedanken machen zu müssen, ob der Film/das Spiel/die Zigarette denn nun für den Sprößling geeignet ist.
Davon müssten wir erstmal weg kommen und das geht nur mit Bildung, bzw mit dem Besetzen der Prüfgremien mit kompetenten Soziologen und Pädagogen, die die nötigen Bezüge herstellen können.


Richtig. Das ist imho ein Riesenproblem. Das ist Jugendschutz in die komplett falsche Richtung, als Dogma verstanden.

Ich zitier mal einen Post von mir selbst aus dem Forum auf der Seite hier:

Das sind z.B. Filme, bei denen selbst die FSK-Gremien meinen dürften, dass ein durchschnittlicher 14-Jähriger sie problemlos konsumieren könnte, man aber bei 12-Jährigen Bedenken hat, weshalb quasi zwangsläufig die 16er-Kennzeichnung vergeben werden muss. Der 14-Jährige ist nun der Gelackmeierte, dürfte entsprechenden Film nicht mal mit Erlaubnis der Eltern im Kino schauen und ist später im Heimkinobereich (im aus Jugendschützersicht Idealfall) auf das Wohlwollen der Eltern angewiesen. Diese haben als Information natürlich aber per se nur das blaue Logo vor sich, ggf. die Freigabebegründung der FSK auf der Website, wenn sie Eigeninitiative zeigen. Die FSK argumentiert dort afaik aber in aller Regel nur, dass der Film Jugendliche/Kinder unter 16 "überfordern" (etc) könnte und 16-Jährige ihn vertragen könnten, was unter der allgemeinen Prämisse an sich korrekt wäre, aber jüngere Jugendliche dennoch kategorisch und unverhältnismäßig ausschließt. Man kann auch nicht von Eltern unbedingt erwarten, dass sie diesen Aspekt des übermäßig komplexen deutschen Jugendmedienschutzsystems verstehen, gerade wenn die FSK das tendenziell nicht mal zugesteht. Hinzu kommt natürlich aber noch, dass die FSK (und USK) ohnehin nie den durchschnittlichen Minderjährigen vor Augen hat, sondern den sog. Gefährdungsgeneigten, der die große Minderheit darstellt; der Aspekt wird quasi immer vergessen.

Zum (simulierten) Glücksspiel: Das ist natürlich nicht ohne und es ist aufzupassen. Wenn es mir erlaubt ist, zur Verteidung von Darth: Er meinte ja eine stark regulierte Erlaubnis von Glücksspiel für Jugendliche (ab 14). Ich finde den Gedanken nicht komplett verkehrt eigentlich, aber man muss sich das sicher überlegen. Vergleiche mit Alkohol (Bier erlaubt mit Eltern ab 14, dann ab 16, dann harter Alkohol) verbieten sich zwar an sich schon, da anderes Thema, aber ich begrüße an sich die Idee, Jugendliche da ranzuführen. Von heute auf morgen, 17 zu 18, die "Zockerlizenz" zu geben, ist halt auch recht albern eigentlich.

Zu Coin Master an sich: Dürfte niemanden überraschen hier, dass ich gegen die Indizierung war. Ich bin etwas erschrocken ohnehin, wie viele "Gamer" die begrüßt hätten, offensichtlich vor allem, weil ihnen der Inhalt selbst missfällt. Das ist vom Mindset nicht viel anders als bei den "Killerspiel"-Verbote/Verbotsforderungen damals. Nein, Indizierung ist der völlig falsche Ansatz für etwas wie CM, unverhältnismäßig und nicht zielführend. Da müssen andere regulatorische Ansätze greifen, sei es Warnhinweise, stärkere Werbeeinschränkung (Stichwort kinderaffin; vielleicht dort nur "neutrale" Werbung erlauben), Aufklärung, Selbstkontrolle etc.
07.03.2020 00:05 Uhr - Casino-App Coin Master: Indizierungsantrag von der BPjM abgelehnt (News)
In Bayern und Baden-Württemberg ist der Zutritt zu Spielbanken rechtlich offensichtlich sogar erst ab 21 Jahren erlaubt, übrigens. Siehe die hier verlinkten Gesetze: https://de.wikipedia.org/wiki/Spielbank#Allgemeines
29.02.2020 19:59 Uhr - Day of the Dead - SyFy bestellt TV-Serie (Ticker)
29.02.2020 13:05 Uhr schrieb Eh Malla
Sollte die Serie einigermaßen erfolgreich sein wird schwupps, wie durch ein Wunder die Beschlagnahme des Originals aufgehoben. Geldgeilheit siegt über eigene dumme Regeln.
Denkt an meine Worte, hier habt ihr es zuerst gelesen! ;D


Wird dann ja wohl deshalb aufgehoben, weil die Rechteinhaber durch die Veröffentlichung des hier thematisierten Serienablegers die Möglichkeit sehen, mit der Klassikervorlage auch mal wieder ordentlich was zu lu­k­rie­ren, und daher eben die Aufhebung anstreben.

Vermutlich braucht man mittlerweile nur noch den Formbrief A38, um solche Beschlüsse loszuwerden.
26.02.2020 22:20 Uhr - Indizierungen Februar 2020 (News)
Man muss bedenken, dass die BPjM insbesondere immer wieder rassistische, extremistische, volksverhetzende, NS-verherrlichende/verharmlosende etc. Inhalte indiziert, welche SB nicht erwähnt (man beachte den Hinweistext unter der Meldung); ebenso auch kinder/jugend/gewalt/tier/sonstig-pornografische Inhalte und auch sog. Posendarstellungen von Minderjährigen unterhalb der Pornografieschwelle des StGB. Zudem werden Online-Angebote (Telemedien) bekanntlich nicht-öffentlich auf den Listenteilen C und D indiziert.

Siehe dazu auch die aktuelle Jahresstatistik in der BPjM-Aktuell. Vermutlich lädt die BPjM diese demnächst auf ihrer Website hoch. Demnach gab es im letzten Jahr von 607 "Erst- und Folgeindizierungen /Inhaltsgleichheit/Gerichtsentscheidungen" z. B. 397 (nicht-öffentlich) im Bereich von Online-Angeboten. Das können "normale" Websites sein, aber auch (Online-)Filme oder Spiele, oder Social-Media-Postings/Accounts.

Schwerpunktmäßig geht es in der aktuellen Ausgabe im Übrigen um selbstschädigendes Verhalten. Für die Spruchpraxis der BPjM sind da seit einiger Zeit inbesondere sogenannte Pro-Ana- und Pro-Mia-Seiten relevant (Anorexie, Bulimie). Die dt. Wikipedia hat einen recht ausführlichen Artikel zu Pro-Ana.

Aktuell wird das JuSchG reformiert. Die BPjM soll zu einem Kompetenzzentrum umgebaut werden, dass (neben der Indexführung) Anbieter berät und auch Bußgelder im Ernstfall verhängt (https://spielerecht.de/breaking-der-entwurf-fuer-ein-neues-jugendschutzrecht/). Zudem sollen sie den Kinder/Jugendschutz allgemein weiterentwickeln; siehe auch aktuell den veröffentlichten "Gefährdungsatlas" (https://www.bundespruefstelle.de/bpjm/service/alle-meldungen/bundespruefstelle-fuer-jugendgefaehrdende-medien-veroeffentlicht-gefaehrdungsatlas/142076).

TL;DR: Man kann den Eindruck bekommen, dass bei der BPjM nicht mehr viel los ist, was aber vielleicht täuscht. Im Bereich der gängigen Unterhaltungsmedien, insbesondere fiktive Gewaltdarstellungen, ist aber tatsächlich nicht mehr all zu viel los (vor allem bei Trägermedien). Der Jugendmedienschutz hat sich gewisser Weise anderen Themenfeldern gewidmet.
26.02.2020 19:42 Uhr - Indizierungen Februar 2020 (News)
*Grillenzirpen*
22.02.2020 18:39 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Ne, du argumentierst maximal anmaßend, als ob du die letzte Wahrheit kennst.

Auf solche Menschen wie du kann ich echt verzichten. Das ist keine Basis für eine Diskussion, sondern für eine Diktatur.
22.02.2020 15:35 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Wie konnte ich das denn bitte NICHT auf mich beziehen, wenn du es so darstellst? Das war die einzig naheliegende Interpretation. Aber mit sachgerechter Interpretation hast du es eh nicht so, wie schon hinlänglich an Filmen bewiesen.

Argumentiere doch einfach mal nicht so absolutistisch, dann kommt's vielleicht weniger aggressiv rüber. Deine Wahrheit ist nicht die letzte Wahrheit.

Lassen wir's nun besser, ich glaube die Moderation hier wird schon sonst genervt.
22.02.2020 14:27 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
"Himmelschreiend offensichtliche Gewaltverherrlichung". Unfassbar. Ich hoffe, mit deiner absolutistischen Meinung trägst du gesellschaftlich keine Verantwortung -- in egal welchem Lebensbereich.

EDIT "Wenn man natürlich verroht und abgestumpft ist (...)" bist im Übrigen offensichtlich du, sonst würdest du nicht so selbstherrlich argumentieren.
22.02.2020 14:22 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
PS: Manhunt ist ein gewaltkritisches Spiel. Wenn dann nimm schon eher Hatred. Da würde nichmal ich argumentieren, dass es nicht gewaltverherrlichend ist, aber zumindest das faktische Verbot auch nicht für sinnvoll halten.
22.02.2020 14:21 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Jetzt suggerierst du, dass mir "gute[s] Differenzierungsvermöge[n], Empathie und die Fähigkeit, Kunstobjekte in ihrer Gesamtheit/-wirkung zu beurteilen" fehlt, weil ich Hobo with a Shotgun nicht für gewaltverherrlichend halte.

Damit habe ich keine Lust mehr mit dir zu diskutieren. Unfassbar, was du dir anmaßt hier.
22.02.2020 12:37 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Batman meinte ich eher abstrahiert allgemein den Charakter. Gemein wird Batman öfter mal als, na ja, faschistoide Figur angesehen. Es gibt ja auch die Theorie, dass er das Verbrechen in Gotham erst quasi möglich macht oder anzieht; kein Joker ohne Batman.

„Nur der Vertrieb/Verkauf“ wird erschwert ist viel zu kurz gedacht. Wie soll so ein Film, mit einem Star wie Rutger Hauer besetzt, denn überhaupt entstehen, wenn er nicht vertrieben werden kann? Natürlich nur im Ausland, wo es keine solchen Gesetze gibt. Wäre Deutschland das Maß aller Dinge, gäbe es den Film nicht und wir würden die Diskussion um ihn gar nicht führen, dieses spezifische Kunst-/Kulturgut wäre nicht vorhanden. Das kann’s doch nicht sein.

Zudem reden wir hier von potentieller kriminalrechtlicher Verfolgung wegen so einen Popelfilm, der in Frankreich vermutlich unzensiert mit einem 12er im Kino lief (laut der fr. Wikipedia). Ich habe jetzt nicht nochmal auf deren offizielle Freigabeseite geguckt, letztes mal fand ich dazu nichts; aber Die Horde hatte da eine 12er uncut, war hier beschlagnahmt worden. Über so einen Quatsch reden wir.

Einerseits sagst du, dass die Gewichtung der Kunstfreiheit andere, vorzugsweise Juristen klären sollten. Dann aber, dass wir immer noch diesen Paragraphen haben, dessen Anwendung in der Praxis du verteidigst. Überlass das doch auch einfach anderen, vorzugsweise Juristen. Wir reden hier im Übrigen eigentlich eh über Rechtsbegriffe wie halt „Gewaltverrlichung“; eigentlich müsste man sich deren Bedeutung juristisch annäheren, da sie aber faktisch Gummiworte sind und auch die Richter die offensichtlich nach Gutdünken auslegen, ist deine und meine Ansicht quasi fast genauso gut wie die eines Volljuristen an einem Amtsgericht. Und das ist doch das Problem.
22.02.2020 01:00 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
21.02.2020 23:46 Uhr schrieb McReedy (...)

Um es ganz einfach zu formulieren: Batman distanziert sich klar von Gewalt und setzt sie, wenn ihm keine andere Wahl gelassen wird, maßvoll ein. Hobo will zwar keine Gewalt anwenden, aber er sieht sich dazu gezwungen, alles und jeden zu töten, weil es vermeintlich keinen anderen Ausweg gibt. Das sind immense Unterschiede, die keinem Vergleich standhalten.


Na ja, "Maßvoll". Als ob ein Batman nicht auch reihenweise Leute (realistischer Weise) tötet oder das zumindest billigend in Kauf nimmt, wenn er ihnen die Knochen bricht und sie dann auf den Straßen nachts liegen lässt. Dass Batman nicht tötet, ist ein zynischer (Comic-)Mythos der faktisch nicht standhält.

Aber selbst unter der Annahme, gibt es genügend andere Franchises, die auch das Töten auf Basis von Selbstjustiz darstellen und nicht verboten werden. Der wesentliche Unterschied ist nur, dass die Gewalt nicht so viel "Ekel" hervorruft. Schneide die Gewalt-Peaks aus dem Hobo raus, und er ist kein § 131 StGBer mehr, obwohl das Thema dasselbe ist. Ergibt das Sinn? EDIT: "reißerischen, sadistisch motivierten Gewaltdarstellungen im Minutentakt und in Großaufnahme" ist übrigens eine Unterstellung ("sadistisch").

"vermeintlich keinen anderen Ausweg gibt" ist auch eine interessante Aussage beim Hobo. Der Film zeigt doch eine Fiktion, in der es tatsächlich keinen anderen Weg gibt. Siehe z. B. einen Film wie The Purge, bei dem das jährliche Abschlachten Staatsdoktrin ist. Aus deutscher Verfassungssicht müsste man dann wohl die Regierenden ermorden (legaler Tyrannenmord).

22.02.2020 00:02 Uhr schrieb McReedyÜber den Sinn oder Unsinn von Beschlagnahmungen bzw. § 131 möchte ich nicht streiten, ist nämlich ohnehin fruchtlos. Ich befürworte dieses Gesetz nicht, aber ich versuche stets, nachzuvollziehen, wie eine Beschlagnahmung auf Grundlage von § 131 zustande kommt. Sowohl bei Hobo als auch bei Hostel 2 sehe ich diesen Straftatbestand erfüllt. Ob ein Richter das früher oder später völlig anders sieht und das Urteil seines Kollegen revidiert, ändert meine Auffassung dann auch nicht mehr.


Du betreibst halt Apologetentum. Was bringt denn das? Du gibst doch selbst zu, dass der Hobo auch Gesellschaftskritik hat. Warum sollte gerade dieser Film den Tatbestand erfüllen?

Angenommen er erfüllt jetzt aber den Tatbestand. Sollte er dann verboten werden? Müsste nicht die Kunstfreiheit höher gewichtet sein (praktische Konkordanz)? Würde denn das Verbot etwas Positives bewirken oder nicht vielmehr Schaden anrichten?
21.02.2020 22:11 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Hmm, wobei das in den Fällen Einsprüche waren nach den Beschlüssen, oder? Also keine späteren Aufhebungen.
21.02.2020 13:25 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Muss man vermutlich immer mal wieder betonen. Bei § 131 StGB geht es eben um ein StGB-rechtliches Verbreitungsverbot, viel näher an "Zensur" geht es nicht. Das ist meilenweit schwerwiegender als eine bloße A-Indizierung.

Was soll ein Verbot nach § 131 StGB überhaupt erreichen (sog. Schutzzweck)? Jugend(medien)schutz alleine rechtfertigt nach herrschender Meinung kein Verbot der Verbreitung an Erwachsene. Der "öffentliche Friede" als Schutzgut ist opak, geht aber wohl in Richtung Prävention von durch Medien generierte reale Gewalt; aber es gibt keinen belastbaren Forschungsstand, der die Annahme rechtfertigt, dass ein Verbot nötig wäre, vielmehr tendiert die Medienwirkungsforschung dahin, dass Medien gar keinen bis einen sehr gingen Teil ausmachen, z.B. Armut als Faktor viel mehr wiegt (vgl. insb. Ferguson/Markey). Der Gesetzgeber kann nur versuchen, sich verzweifelt auf seine sog. Einschätzungsprärogative zu stützen, was leider das BVerfG für legitim erachtete: "Den ihm zustehenden Entscheidungsraum hätte der Gesetzgeber daher nur dann verlassen, wenn eine Gefährdung Jugendlicher nach dem Stand der Wissenschaft vernünftigerweise auszuschließen wäre." (Mutzenbacher-Entscheidung).

Und ist es dann verhältnismäßig (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit)? Man darf nicht vergessen, dass hier die schrankenlos formulierte Kunstfreiheit des Art. 5 eingeschränkt wird (gilt im sog. Werk- und auch Wirkbereich); das geht nur in einer Güterabwägung im Zuge der sog. praktischen Konkordanz, was aber oftmals bei Beschlagnahmebeschlüssen auch nicht passiert, weshalb viele mE verfassungswidrig sind.
20.02.2020 23:39 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 20:56 Uhr schrieb McReedyMal ernsthaft: Dieser Film ist per definitionem Gewaltverherrlichung. Nicht falsch verstehen, ich mag ihn, er ist gut, aber ich bin realistisch genug, seine menschenverachtende Attitüde als solche zu erkennen und die Beschlagnahmung als nachvollziehbar einzuordnen.


So ein Quatsch. Ich habe den Film gesehen und finde ihn nicht gewaltverherrlichend. Im Endeffekt lehnt er Gewalt auch ab. Wenn man natürlich es drauf anlegt, kann man da sonst was hereinlesen und ihn auch so verunglimpfen. PS: Alle Batman-Filme sind dann auch gewaltverherrlichend.
20.02.2020 19:23 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 19:17 Uhr schrieb fidezi
@Rigolax
Im Schnitt sind deutsche Gerichte sehr streng bei der Klagebefugnis nur unmittelbar betroffene sollen gegen eine für sie Nachteilige staatliche Maßnahme klagen können vgl. z.B. § 42 Absatz 2 VwGO.
Auch die Labels können nicht einfach so eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts herbeiführen; ihr Rechtsschutzbedürfnis entfällt bereits dann wenn ein (Straf-)Gericht den Ausschluss eines Verstoßes gegen § 131 StGB im konkreten Fall ausspricht.


Das ist richtig, aber die Labels hätten z. B. die Neufassung des § 131 StGB vor einigen Jahren nutzen können, um eine BVerfG-Entscheidung zu provozieren, so wie es der VDVC versuchte.

Alternativ könnte man nicht auch versuchen, einen noch auf B indizierten bzw. genauer mit "aktiven" Beschlagnahembeschlüssen belasteten Film FSK kennzeichnen zu lassen und dann gegen den negativen Verwaltungsakt zu klagen (erfolglos) und das dann vor dem BVerfG zu bringen?
20.02.2020 19:19 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Folgender Abschnitt ist jedenfalls vortrefflich, denn so werden die Beschlagnahmen desavouiert, indem die "Entlassungen" (korrekter Weise) als prinzipiell ähnlich beliebige Entscheidungen dargestellt werden!

20.02.2020 18:23 Uhr schrieb Tom Öozen (...)
Bin mir sicher, der Richter hat sich diesen Streifen nicht mal vorher angeschaut, sondern reitet nur auf einer "Entlassungswelle" mit. Wie kann es sein, das er erst nach ein paar Jährchen nicht mehr dem Tatbestand (aus heutiger Sicht vor wenigen Jahren), der Gewaltverheerlichung [sic] entspricht?! (...)
20.02.2020 16:49 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 15:43 Uhr schrieb Cryptkeeper78
Scheinst Dich da ja gut auszukennen. Kenne einen Anwalt, der aber nicht auf Medien spezialisiert ist und wenig Zeit hat. Man bräuchte echt einen Film-Fan, der dann da persönlich Druck macht, aber wird wohl ein Traum bleiben. Zumal derjenige, dass dann ja auch unentgeltlich machen müsste.


Auskennen ist relativ. Das ganze Konstrukt durchblicken wohl nur sehr wenige Menschen in Deutschland und ich würde mich auch nur teilweise dazu zählen.

Realistischer Weise wäre eine Verbandsstruktur wohl am besten, um etwas zu erreichen. Ich weiß jetzt nicht, ob es in der Hinsicht noch irgendwas gibt. Im Videospielbereich gab es den VDVC, der z.B. erfolglos (aus Sicht des Gerichts nicht hinreichend die eigene Betroffenheit begründet) versuchte, gegen die Neufassung des § 131 StGB vorzugehen.

Es liegt auch an den Labels. Mir scheint, dass die sich mit dem Status Quo arrangiert haben und es ihnen genügt, peu à peu entsprechende Filme freizukriegen. Ein regelrechter Rundumschlag (Verfassungsbeschwerde) ist vielleicht relativ gesehen aufwendiger.

Im Grunde ist § 131 StGB (mittlerweile) meines Erachtens evident verfassungswidrig. Wie soll man diesen Paragraph bzw. Verbote auf Basis dessen ernstnehmen können, zumindest im Bereich fiktiver Unterhaltung? Da wird ein Film mit einem Weltstar wie Elijah Wood im Kino mit FSK-KJ unzensiert gezeigt, dann von einer anerkannten Juristenkommission (SPIO/JK) im Heimkino als nach § 131 StGB unbedenklich eingestuft, ein pluralistisches Behörden bzw. juristisches Laiengremium indiziert aber mit StGB-Relevanz auf Listenteil B, ein Staatsanwalt leitet es im Zuge von Ermittlungen an ein Gericht weiter, ein gelangweilter Richter an einem Amtsgericht verbietet den Film faktisch und ein paar Jahre später soll der Film dann § 131 StGB "aus heutiger Sicht" nicht mehr erfüllen. Wie soll man das denn vertreten können gegenüber der Bevölkerung aber auch dem Ausland (bezogen auf das Ansehen von Deutschland)? Das ist hier ein extremer Einzelfall, aber es gibt ja Dutzende Beispiele in letzter Zeit an Rehabilitierungen, an künstlerisch (im Ausland) sonst geschätzten Filmen (sattsam benutztes Beispiel: The Texas Chain Saw Massacre in der ständigen Sammlung des NY Museum of Modern Arts). Diese Verbotsmanie schadet(e) Deutschland vielmehr als es nützt. Vielleicht müsste man auch einfach mal den wirtschaftlichen Schaden kalkulieren, um manche Politiker hellhörig werden zu lassen, wenn denen schon nicht viel an der allgemeinen Kunstfreiheit liegt.
20.02.2020 14:15 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 14:09 Uhr schrieb Noxa
Könnte es sein das bei Braindead die Beschlagnahme nicht aufgehoben wurde, da das Gericht noch immer einen Verstoß gegen den 131er sieht?

Wenn Anträge auf vorzeitige Listenstreichung abegelehnt werden können, müsste das doch auch bei Gerichten und Beschlagnahmebeschlüssen der Fall sein.

Braindead ist doch ein ziemlich bekannter Film, halte es für seltsam das man nicht versucht hat den zu befreien.


Nur wenn ein Gericht den Tatbestand an sich verneint ("keine Gewaltverrlichung mehr aus heutiger Sicht" etc.), dann reicht das (idR) schon für die BPjM, um wieder eine Prüfkompetenz zu sehen, da die älteren Beschlüsse damit "erschüttert" sind.

EDIT: Sorry, hatte die Frage nicht verstanden. <.< Ich lass das jetzt aber so stehen, egal.
20.02.2020 14:12 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
20.02.2020 13:57 Uhr schrieb Cryptkeeper78 Wahrscheinlich wird allerdings lustiger Trash wie "Ausflug in das Grauen", "Teufel tanzt weiter", "Tanz der Dämonen", "Blood Feast" oder "Crying Fields" nie frei kommen, da dies wie gesagt zu trashig ist und sich kein Label darum kümmern wird.


Man könnte die wohl sogar ohne das Zutun von Labels freikriegen, indem man einen Staatsanwalt darauf ansetzt (im Zuge von Ermittlungen), der dann die Aufhebung beantragt...

Alternativ könnte man versuchen, eine höchstrichterliche (verfassungsrichterliche) Entscheidung zu provozieren, die den Tatbestand § 131 StGB neue Schranken setzt, womit die älteren Entscheidungen quasi-hinfällig werden und die BPjM wieder eine Prüfkompetenz sieht (vgl. mit Friday Teil 3: https://www.schnittberichte.com/news.php?ID=10638). Im Endeffekt geht's eigentlich ja nur darum, die vom Index zu kriegen bzw. genauer FSK-kennzeichnungskompatibel zu bekommen; es könnte also auch schon reichen, § 18 Abs. 5 JuSchG zu reformieren bezogen auf die "Rechtskraft" der Gerichtsbeschlüsse für die Prüfkompetenz der BPjM (was aber in dem vor kurzem zur Diskussion gestellten JuSchG-Entwurf auch nicht vorgesehen ist).

Oder eben § 131 StGB von Seiten des Gesetzgebers abschaffen oder hinreichend reformieren.
19.02.2020 21:20 Uhr - Maniac (2012) ist nicht mehr beschlagnahmt (News)
Ich vermute, dass der Film auf dem Index bleibt, aber täusche mich gerne.
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