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Veröffentlicht am von The Undertaker

TCM - Turbine Media über den Freigabeprozess und mehr

Über die erfolgreiche Rehabilitierung von Blutgericht in Texas (Texas Chain Saw Massacre, 1974) durch Turbine Media im Jahr 2011 haben wir schon in diversen News berichtet. Vor zwei Wochen war das Team zu Gast bei Pantoffel-TV und haben dort auch über den langen Weg vor Gericht und der Listenstreichung gesprochen. Außerdem gaben sie noch einen kleinen Ausblick auf kommende Veröffentlichungen, aber auch ältere Editionen werden angesprochen, und einiges mehr. Das Video kann man sich im Link ansehen.

Quelle: Pantoffel-TV

Kommentare

16.12.2016 00:21 Uhr - antoniomontana
3x
Sollte als Anleitung für alle Labels beigesteuert werden..Turbine zeigt wie es geht! 😎

16.12.2016 00:36 Uhr - Kirk21
3x
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

16.12.2016 00:42 Uhr - Major Dutch Schaefer
3x
Super interessant. Vielen Dank für den Link

16.12.2016 07:07 Uhr - Ludwig
2x
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Das ganze Beschlagnahmeverfahren ist extrem fragwürdig, und sollte es in einer Demokratie gar nicht geben.

16.12.2016 08:09 Uhr - Intofilms
2x
Dafür sind sie ja nach 'reinen' Deindizierungen mit der 16er-Freigabe umso großzügiger, obwohl das dann doch auch die jeweilige Indizierung nachträglich 'falsch' erscheinen lässt und damit die Indizierungspraxis insgesamt mehr als fragwürdig dasteht...

Die sollten einfach dazu stehen, dass die Zeiten sich eben ändern und schon mal überraschende Wendungen hervorbringen können. Das kann doch jeder verstehen und den Behörden bricht deshalb auch kein Zacken aus der Krone!

16.12.2016 08:20 Uhr - Frank Drebin
1x
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...vor allem mit der Logik, dass FRÜHER "diese Form" der Gewalt nicht okay war, und heute kann man sie getrost ab 18 freigeben, und der Film hatte sich ja NICHT inhaltlich verändert.

Von daher wäre ich eher Verfechter einer Freigabe ab 18 und dass es KEINERLEI Zensuren für diese Freigabe geben muss, ansonsten wenn man doch noch schnippeln will, sollte man eine FSK 21 einführen, dann kommen die "Unerschrecklichen" auch zu ihrem Recht, aber dann hört wenigstens dieses dämliche Beschlagnahmen auf. Ist ja nicht so, dass man nicht getrennte Verkaufsräume mit Ausweiskontrolle machen könnte, konnte man in Videotheken ja auch...


Doch für eine 16 finde ich TCM auch schlichtweg zu hart, die Bilder sind da doch recht happig, weil man sich ja doch Einiges als Zuschauer weiter ausmalt, von daher...

16.12.2016 08:28 Uhr - Intofilms
Ich würde mir hierzulande eine indizierungsfeste Freigabe FSK 18+ wünschen, wonach Titel immer uncut erscheinen können, gleichzeitig aber nicht beworben werden dürfen.

16.12.2016 09:19 Uhr - GrimReaper
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16.12.2016 08:28 Uhr schrieb Intofilms
Ich würde mir hierzulande eine indizierungsfeste Freigabe FSK 18+ wünschen, wonach Titel immer uncut erscheinen können, gleichzeitig aber nicht beworben werden dürfen.

Äh, und dann? Hätten wir doch das gleich wie vorher in grün, da kann man genau so gut indizieren.^^ Eine Indizierung unterbietet ja das Öffentliche Bewerben und Verkaufen, ob das nun "FSK18+" oder "Indiziert" heißt macht da keinen Unterschied.
Nicht FSK/USK, Indizierung und Beschlagnahmung durcheinanderbringen, das sind drei unterschiedliche Instanzen, die erstmal nichts direkt miteinander zu tun haben.

16.12.2016 09:34 Uhr - SnowLotus
2x
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Ok , bei Und wieder ist Freitag der 13. wurde nach der Aufhebung der Beschlagnahme eine FSK 16 erteilt.
So schnell ändert die FSK ihre Meinung.

16.12.2016 09:42 Uhr - Kerry
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16.12.2016 07:07 Uhr schrieb Ludwig
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Das ganze Beschlagnahmeverfahren ist extrem fragwürdig, und sollte es in einer Demokratie gar nicht geben.

Sehe ich nicht so.
Die Beschlagnahme erfolgte durch ein Gericht auf Basis eines zuvor demokratisch erlassenen Gesetzes.
Das Gericht sah die im Gesetz genannten Kriterien als gegeben an und setzte folglich die im Gesetz genannte Maßnahme um.
Der Rechtsweg stand allen Beteiligten des Verfahrens jederzeit offen.
Ebenso erfolgte die "Entschlagnahme" durch ein Gericht.
Genauso funktioniert ein Rechtsstaat.

16.12.2016 09:46 Uhr - Kerry
2x
16.12.2016 08:28 Uhr schrieb Intofilms
Ich würde mir hierzulande eine indizierungsfeste Freigabe FSK 18+ wünschen, wonach Titel immer uncut erscheinen können, gleichzeitig aber nicht beworben werden dürfen.

Haben wir ja quasi.
Niemand wird dazu gezwungen, eine Film der FSK vorzulegen - mit den von Dir genannten Folgen.
Dies ist vollkommen legal, solange die Veröffentlichung nicht dem Strafrecht (z.B. Volksverhetzung oder eben der berühmte $131) in Konflikt gerät.
Entsprechende Regelungen gibt es in allen mir bekannten Ländern. "Alles" darf nirgendwo veröffentlicht werden, jedes Land hat da seine eigenen Grenzen. Grenzen, über welche selbstverständlich zu diskutieren ist.

16.12.2016 09:57 Uhr - GrimReaper
1x
16.12.2016 09:42 Uhr schrieb Kerry
16.12.2016 07:07 Uhr schrieb Ludwig
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Das ganze Beschlagnahmeverfahren ist extrem fragwürdig, und sollte es in einer Demokratie gar nicht geben.

Sehe ich nicht so.
Die Beschlagnahme erfolgte durch ein Gericht auf Basis eines zuvor demokratisch erlassenen Gesetzes.
Das Gericht sah die im Gesetz genannten Kriterien als gegeben an und setzte folglich die im Gesetz genannte Maßnahme um.
Der Rechtsweg stand allen Beteiligten des Verfahrens jederzeit offen.
Ebenso erfolgte die "Entschlagnahme" durch ein Gericht.
Genauso funktioniert ein Rechtsstaat.

Das ist im Prinzip alles richtig, aber die Umsetzung und der Weg dahin wird den Betroffenen schon sehr schwer gemacht. Zähe Verfahren und Verhandlungen, schwammig formulierte Gesetzestexte, zig Instanzen, die durchlaufen werden müssen und Urteile, die mitunter von Launen der Richter oder der Prüfgremien abhängig sind. Kostet den Betroffenen alles sehr viel Zeit und Geld und bedeutet zwangsläufig Verlust für ihn.

16.12.2016 09:59 Uhr - radioactiveman
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16.12.2016 09:42 Uhr schrieb Kerry
16.12.2016 07:07 Uhr schrieb Ludwig
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Das ganze Beschlagnahmeverfahren ist extrem fragwürdig, und sollte es in einer Demokratie gar nicht geben.

Sehe ich nicht so.
Die Beschlagnahme erfolgte durch ein Gericht auf Basis eines zuvor demokratisch erlassenen Gesetzes.
Das Gericht sah die im Gesetz genannten Kriterien als gegeben an und setzte folglich die im Gesetz genannte Maßnahme um.
Der Rechtsweg stand allen Beteiligten des Verfahrens jederzeit offen.
Ebenso erfolgte die "Entschlagnahme" durch ein Gericht.
Genauso funktioniert ein Rechtsstaat.


Natürlich funktioniert so Rechtsstaat. Gustl Mollath saß Jahre im Irrenhaus, nur weil er "zu viel wusste". Alles streng rechtsstaatlich. Die Gesetzl. Grundlage für eine Beschlagnahmung sind weich wie Pudding. Meine Oma hätte gesagt "alles verbieten". So sind für Willkür Tür und Tor offen. Hält ein Amtsrichter in Niederbayern einen Film für "unmenschlich", beschlagnahmt er eben. Alles rechtsstaatlich. Er kann ja machen was er will. Die Justiz ist ein geschlossenes System. Es gibt keine Kontrolle.

16.12.2016 10:06 Uhr - radioactiveman
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16.12.2016 09:34 Uhr schrieb SnowLotus
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Ok , bei Und wieder ist Freitag der 13. wurde nach der Aufhebung der Beschlagnahme eine FSK 16 erteilt.
So schnell ändert die FSK ihre Meinung.

In jedem Prüfgremium sitzen andere Leute!
Ansonsten nennt die FSK das "veränderte Zeitumstände". Es ist ja logisch. In den 80er, als der Zensurwahn auf seinem Höhepunkt wütete, wurden Sachen ab 18 freigegeben, da lacht man sich heute schief. Ist jeder Tatort härter! Aber in den 80er gab es massiven medialen Druck. Die Gutmenschen forderten 2 x wöchentlich in den Talkrunden rigorose Zensur.
Heiner Geissler oder Helmut Kohl "wir werden das Land säubern".
Kann sich noch wer an die Verbotsforderungen von SCHWEINCHEN DICK oder ROSAROTER PANTHER erinnern?

16.12.2016 10:16 Uhr - Intofilms
@GrimReaper & Kerry
Der fundamentale Unterschied läge natürlich darin, dass FSK 18+ für problematischere Titel eben auch eine FSK-Prüfung und -Freigabe darstellen würde und damit eben keine Indizierung und v.a. auch keine Beschlagnahme mehr erfolgen können. Das Bewerbungsvervbot wäre damit ein Zugeständnis, das verschmerzbar wäre.
Aber das ist, wie gesagt, reines Wunschdenken...

16.12.2016 11:04 Uhr - Der DVD Sammler
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Im Forum habe ich dazu auch ein Thema gemacht. Ist bei DVD- und Blu-ray-Forum zu finden. Generell war die Folge sehr stark. Es hat lange gedauert bis sie mal zu Pantoffel-TV kamen. Sie hatten viel interessantes zu erzählen und es wurde auch schnittberichte.com gelobt. Ganz besonders interessant war der Talk wie das mit der erfolgreiche Rehabilitierung von Texas Chain Saw Massacre, 1974 gemacht wurde oder das mit den Blues Brothers.

16.12.2016 11:22 Uhr - GrimReaper
1x
16.12.2016 10:16 Uhr schrieb Intofilms
@GrimReaper
Der fundamentale Unterschied läge natürlich darin, dass FSK 18+ für problematischere Titel eben auch eine FSK-Prüfung und -Freigabe darstellen würde und damit eben keine Indizierung und v.a. auch keine Beschlagnahme mehr erfolgen können. Das Bewerbungsvervbot wäre damit ein Zugeständnis, das verschmerzbar wäre.

Das Bewerbungsverbot käme doch einer Indizierung gleich, was den Herausgeber wiederum aus wirtschaftlichen Gründen zur Selbstzensur zwingen würde. Was bringt da eine Freigabe, die dann eigentlich schon keine mehr ist (und im übrigen NICHT vor der Beschlagnahmung schützt, sondern nur vor der Indizierung)? Da drehen wir uns im Kreis, ich halte das definitiv nicht für verschmerzbar.

Darüberhinaus: was sind denn problematische Filme? Bei solch subjektiven Bezeichnungen fängt es doch schon an, das liegt in der Wahrnehmung und Interpretation des Einzelnen und ändert sich außerdem im Lauf der Zeit ständig. Für mich z.B. existiert sowas wie ein problematischer Film nicht, egal wie ekelhaft, abstoßend oder vestörend der Inhalt ist oder ob ich ihn unterhaltsam finde oder nicht. Er wird erst von unseren Sittenwächtern und anderen Pseudomoralistenvereinen (Kirche etc.) dazu gemacht. Sowas darf aber keinerlei Einfluss auf die Strafbarkeit haben, zumal Filme offiziell als Kunst gelten. Trotzdem wird hier mit zweierlei Maß gemessen, da es heißt "Gesetz geht über Kunstfreiheit". Wo aber da die Grenze gezogen wird, wird ja irgendwie immer wieder neu ausgewürfelt.
Wenn es keine Indizierung oder Beschlagnahme bei Filmen mehr geben würde und alles offiziell freigegeben werden könnte (was natürlich großartig wäre!), gäbe es der Definition nach auch keine "problematischen" Filme mehr. Ergo wäre auch ein Werbungsverbot überflüssig, egal ob 18+ oder nicht.

16.12.2016 12:31 Uhr - Intofilms
Ist doch ganz einfach:
Nach meiner Logik wären 'problematischere' Titel eben solche, die uncut keine normale KJ bzw. FSK 18 bekommen können. Damit wäre jeder abgelehnte KJ-Kandidat quasi automatisch ein FSK 18+Film. Damit hätte er aber überhaupt eine FSK-Freigabe und nach aktuellem Recht können FSK-geprüfte Titel gerade nicht beschlagnahmt, ja noch nicht einmal indiziert werden. Das wäre doch großartig, aber wohl auch viel zu schön, um wahr zu werden! :))

P. S. :
Dieses Gedankenspiel bezieht sich natürlich nur auf Titel, die mit dem Paragraphen 131 kollidieren könnten.
Volksverhetzung, Kinderpornografie usw. stehen selbstredend auf einem völlig anderen Blatt.

16.12.2016 13:14 Uhr - GrimReaper
16.12.2016 12:31 Uhr schrieb Intofilms
Ist doch ganz einfach:
Nach meiner Logik wären 'problematischere' Titel eben solche, die uncut keine normale KJ bzw. FSK 18 bekommen können. Damit wäre jeder abgelehnte KJ-Kandidat quasi automatisch ein FSK 18+Film. Damit hätte er aber überhaupt eine FSK-Freigabe und nach aktuellem Recht können FSK-geprüfte Titel gerade nicht beschlagnahmt, ja noch nicht einmal indiziert werden. Das wäre doch großartig, aber wohl auch viel zu schön, um wahr zu werden! :))

FSK-Freigaben schützen AFAIK aber nur vor der Indizierung, nicht vor der Beschlagnahmung. Eine Indizierung erfolgt aus Jugendschutzgründen, eine Beschlagnahmung aufgrund des Verdachts einer Straftat, also aus zwei verschiedenen Rechtsgrundlagen heraus und von zwei verschiedenen Instanzen durchgeführt. Beide/s hat/haben nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun. Ein etwaiges Gesetz, einen Film aufgrund einer erteilten FSK-Freigabe nicht mehr beschlagnahmen zu können, wäre daher juristisch höchst fragwürdig. Theoretisch kann auch ein FSK6er beschlagnahmt werden, wenn das jemand beantragt und ein Richter das für angemessen hält. Schließlich gibt es dafür auch noch andere Gründe außer dem §131 (Gewaltverherrlichung).
Vor einigen Jahren wurde z.B. eine Zeitschriftenreihe über den 2. Weltkrieg bzw. die NS-Zeit beschlagnahmt und aus dem Handel genommen, weil sich darin unbearbeitete Nachdrucke von Zeitungsausschnitten und Nazi-Literatur befanden. Da man diese Seiten heraustrennen konnte und damit kein historischer bzw. Bildungstechnischer Kontext mehr gegeben war, musste das als Verstoß gegen das Gesetz zur Verbreitung nationalsozialistischer Schriften und Symbole gewertet werden. Das gleiche kann einem rein vom Gewaltgrad her harmlosen Film genauso passieren.

Es liefe weiterhin auf das gleiche hinaus - eine Indizierung bedeutet Werbungsverbot, die von dir vorgeschlagene 18+ genauso. Ergo ergibt sie für mich so keinen Sinn und würde nichts verändern.

P. S. :
Dieses Gedankenspiel bezieht sich natürlich nur auf Titel, die mit dem Paragraphen 131 kollidieren könnten.
Volksverhetzung, Kinderpornografie usw. stehen selbstredend auf einem völlig anderen Blatt.

Siehe oben, so einfach geht es leider nicht.

16.12.2016 13:54 Uhr - Martyrs666
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16.12.2016 13:14 Uhr schrieb GrimReaper
16.12.2016 12:31 Uhr schrieb Intofilms
Ist doch ganz einfach:
Nach meiner Logik wären 'problematischere' Titel eben solche, die uncut keine normale KJ bzw. FSK 18 bekommen können. Damit wäre jeder abgelehnte KJ-Kandidat quasi automatisch ein FSK 18+Film. Damit hätte er aber überhaupt eine FSK-Freigabe und nach aktuellem Recht können FSK-geprüfte Titel gerade nicht beschlagnahmt, ja noch nicht einmal indiziert werden. Das wäre doch großartig, aber wohl auch viel zu schön, um wahr zu werden! :))

FSK-Freigaben schützen AFAIK aber nur vor der Indizierung, nicht vor der Beschlagnahmung. Eine Indizierung erfolgt aus Jugendschutzgründen, eine Beschlagnahmung aufgrund des Verdachts einer Straftat, also aus zwei verschiedenen Rechtsgrundlagen heraus und von zwei verschiedenen Instanzen durchgeführt. Beide/s hat/haben nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun. Ein etwaiges Gesetz, einen Film aufgrund einer erteilten FSK-Freigabe nicht mehr beschlagnahmen zu können, wäre daher juristisch höchst fragwürdig. Theoretisch kann auch ein FSK6er beschlagnahmt werden, wenn das jemand beantragt und ein Richter das für angemessen hält. Schließlich gibt es dafür auch noch andere Gründe außer dem §131 (Gewaltverherrlichung).
Vor einigen Jahren wurde z.B. eine Zeitschriftenreihe über den 2. Weltkrieg bzw. die NS-Zeit beschlagnahmt und aus dem Handel genommen, weil sich darin unbearbeitete Nachdrucke von Zeitungsausschnitten und Nazi-Literatur befanden. Da man diese Seiten heraustrennen konnte und damit kein historischer bzw. Bildungstechnischer Kontext mehr gegeben war, musste das als Verstoß gegen das Gesetz zur Verbreitung nationalsozialistischer Schriften und Symbole gewertet werden. Das gleiche kann einem rein vom Gewaltgrad her harmlosen Film genauso passieren.

Es liefe weiterhin auf das gleiche hinaus - eine Indizierung bedeutet Werbungsverbot, die von dir vorgeschlagene 18+ genauso. Ergo ergibt sie für mich so keinen Sinn und würde nichts verändern.

P. S. :
Dieses Gedankenspiel bezieht sich natürlich nur auf Titel, die mit dem Paragraphen 131 kollidieren könnten.
Volksverhetzung, Kinderpornografie usw. stehen selbstredend auf einem völlig anderen Blatt.

Siehe oben, so einfach geht es leider nicht.

Ist definitiv richtig, denn ein Werbungsverbot würde automatisch auch bedeuten, dass die betroffenen Filme nicht offen ausliegen dürfen. D.h. Media Markt, Saturn etc. werden die Filme auch weiterhin nicht verkaufen, genauso wie Amazon o.ä., und dass Elektronikfachmärkte wegen den paar Filmen, die zudem zum Großteil Nischenprodukte sind, eigene Bereiche mit Alterskontrolle einführen, ist mehr als unrealistisch und zudem unwirtschaftlich! Somit wäre diese FSK-18+-Freigabe wirklich das gleiche wie eine Indizierung, denn auch diese Filme wären weiterhin im Fokus von Jugendämtern, Staatsanwaltschaft etc.
Einzig im Kinobereich könnte eine höhere FSK-Freigabe u.U. etwas nützen, damit schwer jugendgefährdende Film gezeigt werden könnten, aber zum Einen kommt es mittlerweile nur alle paar Jahre mal vor, dass ein Kinofilm für eine KJ geschnitten werden muss, wodurch sich der Aufwand wohl nicht lohnen würde, und zum anderen müsste dann das komplette Jugendschutzgesetz geändert werden, da momentan schwer jugendgefährdende Medien nicht in Kinos gezeigt werden dürfen (mit FSK-Freigabe). So oder so, dein Vorschlag ist zwar gut gemeint, würde aber nichts ändern und wäre ein wahnsinniger Verwaltungsaufwand in der Umsetzung.
Vielmehr sollte §131 endlich mal präziser formuliert werden, damit die zuständigen Gerichte nicht nach Gutdünken jeden x-beliebigen Splatterfilm einkassieren können. Die FSK ist m.M. nach auf einem guten Weg, wenn man bedenkt, wie viele Filme es in letzter Zeit uncut durch die FSK geschafft haben, die früher nie eine Freigabe bekommen hätten. Es gibt zwar immer noch einiges zu verbessern, aber die Richtung passt! Mann kann nur hoffen, dass nicht wieder eine Kehrtwendung stattfindet, wie vor ein paar Jahren schon mal geschehen...

16.12.2016 14:18 Uhr - fraiser
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16.12.2016 09:42 Uhr schrieb Kerry
16.12.2016 07:07 Uhr schrieb Ludwig
16.12.2016 00:36 Uhr schrieb Kirk21
So, so, die FSK wollte also keine 16-Freigabe erteilen, weil es sonst die Beschlagnahmung in Frage gestellt hätte.

Das ganze Beschlagnahmeverfahren ist extrem fragwürdig, und sollte es in einer Demokratie gar nicht geben.

Sehe ich nicht so.
Die Beschlagnahme erfolgte durch ein Gericht auf Basis eines zuvor demokratisch erlassenen Gesetzes.
Das Gericht sah die im Gesetz genannten Kriterien als gegeben an und setzte folglich die im Gesetz genannte Maßnahme um.
Der Rechtsweg stand allen Beteiligten des Verfahrens jederzeit offen.
Ebenso erfolgte die "Entschlagnahme" durch ein Gericht.
Genauso funktioniert ein Rechtsstaat.


Nein hier gibt es ein Grundgesetz und keine vom Volk abgestimmte Verfassung!

16.12.2016 16:19 Uhr - Black Panther
Off Topic: Turbine will laut dvd-forum.at, Crying Freeman im Laufe des Jahres 2017, auf Blu-Ray herausbringen.

16.12.2016 19:35 Uhr - Da Core
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die fsk lebt auch nur noch weil ie der staatsmacht sagt was man verbieten sollte usw. das gleiche wie es beamte gibt, die irgend welchen plan sortieren und und eintragen wo es doch schon genug ämter gibt die es auch machen könnte. das alles nur eine sippe und vetternwirtschaft die keiner so richtig anzugehen weiß oder möchte.

16.12.2016 19:37 Uhr - DanTheKraut
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Entweder etwas ist für Erwachsene oder eben nicht, solche Schwachkopfpolitik wie in Deutschland wo dann nochmal ab 18, böses ab 18 und ultra böses ab 18 unterschieden wird gibt es in keinem anderen Land in Europa. So lange Rückschritt-Parteien regieren wird sich daran aber wohl nichts ändern.

16.12.2016 19:41 Uhr - The Undertaker
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16.12.2016 16:19 Uhr schrieb Black Panther
Off Topic: Turbine will laut dvd-forum.at, Crying Freeman im Laufe des Jahres 2017, auf Blu-Ray herausbringen.

Ja, das wurde hier am Ende dieses Threads von Turbine bekanntgegeben: http://cinefacts-forum.kino.de/244967-turbine-gera-chtethread-und-newsticker.html

Die bringen viel 2017: Erst The Burning, dann später noch The Fan mit De Niro, Miracle Mile, Hellraiser 1-3, Donnie Brasco, Schlock, Stuff, Vernetzt - Johnny Mnemonic, American Werewolf in Paris...

16.12.2016 20:31 Uhr - devlin
1x
Ein sehr informatives Video. Man kann die ersten 20 Minuten überspringen, wenn man sich nur für den Freigabeprozess vom TCM interessiert. Interessant die Äußerung des Staatsanwaltes, er brauche sich den Film nicht anschauen, da der Titel ja schon alles sage...

16.12.2016 21:58 Uhr - Punisher1970
Wie kann es sein, das dieses Video ohne Abo und anmeldung abrufbar ist.
Hat der Holger es für jeden zugänglich geschaltet?

17.12.2016 01:38 Uhr - filmcollector
Wirklich lobenswert, dieses Engagement von Turbine!

Manchmal denke ich mir aber, ob die einfachere Lösung nicht vielleicht mal wäre, dass einfach alle Labels jeden Film, der vom Inhalt her über den Härtegrad von Biene Maja hinaus geht, von vorne herein gar nicht mehr prüfen lassen. Das würde das Sortiment der Discounter dermaßen reduzieren, dass irgendwann selbst die Tante Hilde ihre Filme bei den Börsen oder aus den Nachbarländern erwirbt. Und dann noch die Masse an ungeprüften potentiellen 131er Kandidaten, bis man die alle begutachtet hat bei Gericht.

Aber ja, das würde auch erst mal den Reibach reduzieren während der "Übergangsphase" und Geld steht nun mal über einer schon lange fälligen Revolution der gesamten deutschen Filmindustrie gegen diesen deutschen Wahnsinn.

Und das auch noch in Zeiten, in welchen die deutsche Politkelite der Welt zeigen möchte, wie Globalisierung funktioniert. Wie soll das gehen, wenn beispielsweise Jugendliche in den Niederlanden schon viel früher und einfacher abstumpfen dürfen, als unsere hier?

17.12.2016 04:16 Uhr - troja51
16.12.2016 13:54 Uhr schrieb Martyrs666
Die FSK ist m.M. nach auf einem guten Weg, wenn man bedenkt, wie viele Filme es in letzter Zeit uncut durch die FSK geschafft haben, die früher nie eine Freigabe bekommen hätten.


Kannst du ein paar Beispiele nennen?

17.12.2016 11:45 Uhr - Der DVD Sammler
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16.12.2016 21:58 Uhr schrieb Punisher1970
Wie kann es sein, das dieses Video ohne Abo und anmeldung abrufbar ist.
Hat der Holger es für jeden zugänglich geschaltet?

Ja das ist schon seit längeren so, das alle Folgen auch für alle frei sind. Zuerst gibt es die nur für Abonnenten und dann nach 2 Wochen auch für alle zu sehen. Das ist aber nur bei Pantoffel-TV auf massengeschmack.tv. Bei den anderen Formaten gibt es Schnupperfolgen die sind frei die anderen sind nur für Abonnenten. Auf dem YouTube Kanal von massengeschmack.tv gibt es auch komplette freie Sendungen der Formate. Das soll jetzt einfach nur Info sei falls man es sich auch das alles ansehen will.

17.12.2016 12:07 Uhr - Tommy83
Eine Fsk 18+ wäre da nicht hilfreich denn ein automatisches Werbeverbot wollen ja gerade die Labels umgehen deswegen würden sie genauso weiter kürzen um eine normale KJ zu erreichen. Es müsste schlicht und einfach untersagt werden Filme kürzen zu dürfen um eine niedrigere Freigabe zu erreichen. Bekommt ein Film keine KJ mehr sollte das Label zur Spio/Jk müssen...fertig:-)

19.12.2016 02:44 Uhr - Martyrs666
1x
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17.12.2016 04:16 Uhr schrieb troja51
16.12.2016 13:54 Uhr schrieb Martyrs666
Die FSK ist m.M. nach auf einem guten Weg, wenn man bedenkt, wie viele Filme es in letzter Zeit uncut durch die FSK geschafft haben, die früher nie eine Freigabe bekommen hätten.


Kannst du ein paar Beispiele nennen?


Evil Dead und Maniac (ich weiß, auf DVD/BD gekürzt, aber im Kino uncut, was vor gar nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen wäre), 31, Deathgasm, The Seasoning House, Dredd, nicht zu vergessen die gesamten FSK 16/18-Einstufungen für früher indizierte und oft auch gekürzte 80s-Filme wie Die City Cobra, Predator, The Punisher, Und wieder ist Freitag der 13. (der sogar beschlagnahmt) oder Phantom-Kommando, FSK 16-Freigaben für aktuelle Filme wie Händel und Gretel: Hexenjäger (vor allem im Extended Cut) oder Deadpool. Und das nur aus dem Stegreif, wenn ich ein bisschen länger überlegen würden, würden mir sicher noch einige andere Beispiele einfallen. Ich finde man muss nicht immer alles schwarzmalen, wenn es durchaus auch mal positive Beispiele gibt. Klar ist noch vieles zu verbessern, aber die Mühlen der Bürokratie hierzulande mahlen nunmal langsam... ;-)

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