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Veröffentlicht am von Blade41

Lords Of Chaos - Thriller von Jonas Åkerlund ist R-Rated

Regisseur Jonas Åkerlund ist hauptsächlich als Regisseur von Musikvideos bekannt und hat in seiner Karriere schon mit Künstlern wie Rammstein, Madonna oder Metallica zusammengearbeitet. Zu seinen Spielfilmen zählen zum Beispiel das Drogendrama Spun und sein aktueller Streifen Lords of Chaos. Hier geht es um einen Teenager, welcher in den 80ern norwegischen Blackmetal in Oslo bekannt machen will. Dieses endet allerdings in einem Blutbad.

Noch hat der Film keinen Releasetermin, aber wurde jetzt von der MPAA mit einem R-Rating versehen:

Lords Of Chaos - Rated R for strong brutal violence, disturbing behavior, grisly images, strong sexuality, nudity, and pervasive language

Kommentare

08.12.2017 00:13 Uhr - TheRealAsh
4x
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Endlich mal wieder ein schönes Black-Metal-Drama für mich und die ganze Familie, so muss das sein!

08.12.2017 02:11 Uhr - Leviathanatos
7x
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"Hier geht es um einen Teenager, welcher in den 80ern norwegischen Blackmetal in Oslo bekannt machen will. Dieses endet allerdings in einem Blutbad."

Naja fast:

"Lords of Chaos" befasst sich mit der Anfangszeit der zweiten Welle des Black Metals, die in Norwegen ihren Anfang nahm. Im Kern geht es um Øystein Aarseth aka Euronymous, den "Reformator" jenes Subgenres, der Ende der 80er und vor allem Anfang der 90er mit seiner Band Mayhem Musikgeschichte schrieb. Einzelne Protagonisten der Szene überzogen das Land mit Kirchenbränden, Friedhofsschändungen und Morden - und beeinflussten junge Menschen europaweit - von denen einige die gewaltsamen Auswüchse offensichtlich für nachahmenswert hielten. In Deutschland machte bspw. der sogenannte "Satansmord von Sondershausen" um die Band Absurd Schlagzeilen.
Den grausamen "Höhepunkt" dieses infernalen Treibens gipfelte in einem Streit zwischen Szenegründer Euronymous und dem zweiten Mann der Szene Varg Vikernes (Burzum), der Euronymous mit zahlreichen Messerstichen ermordete.


Es handelt sich dabei übrigens um die Verfilmung des gleichnamigen Sachbuchs. Und sollte der Stoff für die Verfilmung nicht massiv fiktionalisiert worden sein, wäre wohl die Genrebezeichnung Drama oder Milieustudie treffender.

https://www.metal-hammer.de/lords-of-chaos-verfilmung-des-black-metal-buches-rueckt-naeher-719435/

Nachdem die Verfilmung vor knapp 8 Jahren angekündigt, verschoben und gecancelt wurde, hatte ich überhaupt nicht mehr damit gerechnet, dass da überhaupt noch was kommt.
Und jetzt ist es also doch soweit. Ich bin sehr gespannt wie Åkerlund das ganze umgesetzt hat. Die Protagonisten der damaligen Szene sind von der Idee einer Verfilmung ja alles andere als begeistert, und das Buch allgemein nicht unumstritten und bei Zeitzeugen alles andere als beliebt:

https://www.metal-hammer.de/satyricon-veraergert-ueber-lords-of-chaos-verfilmung-437404/
https://www.metal-hammer.de/lords-of-chaos-fenriz-beschwert-sich-ueber-verfilmung-725301/

Im Buch wird sehr kurz bezug auf die Lebensumstände der Protagonisten genommen: Das idyllische Norwegen, das behütete überwiegend christlich-konservative Leben - Eine Wüste der Langeweile aus der sich dieses Grauen erhob, wie die Autoren Michael Moynihan und Didrik Søderlind es sinngemäß beschreiben.
Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Åkerlund diesen Aspekt stärker beleuchten würde, statt einfach nur das fiktionalisiert wiederzukäuen, was schon in unzähligen Dokus und Büchern behandelt wurde.

Ansonsten weiß ich nämlich nicht wer sich die Umsetzungen anschauen wollen soll - das Black Metal-affine Publikum, die das alles bereits hundertfach vorgesetzt bekommen haben, würden wohl kaum interesse daran haben.

Wenn der Film eher in Richtung Kids oder Ken Park geht, was ich hoffe, und Einblick in die Lebensumstände der Szenemitglieder samt ihrer verortung in der dortigen Gesellschaft gewährt, uns eine Welt offenbart, die man sich über die reine Faktenlage und Anekdotenhaftigkeit diverser Intviews nur schwer erschließen kann, dann erwartet uns ein wirklicher Arthouse-Juwel. Sollte Lords of Chaos aber auf Shock-Value setzen bin ich sowas von raus.

Funfact:

Für die Rolle des Varg Vikernes war ursprünglich Twilight-Star Jackson Rathbone vorgesehen.

08.12.2017 09:21 Uhr - TheRealAsh
3x
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Geb dir absolut Recht, harmony korine und larry clark könnten das passend umsetzen. Aber akerlund war immerhin mal bei Bathory an der Batterie, von daher traue ich ihm da schon was zu. Und Spun war auch ein super Film, der völlig untergegangen ist. Warum allerdings Lords of Chaos hierfür als Vorlage dienen muss, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Ich bin als Black Metal Fan allerdings dankbar für jede Form der Vergangenheitsaufarbeitung dieses grundbrechenden Musikstils

Super Kommentar übrigens!

08.12.2017 19:26 Uhr - Leviathanatos
2x
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Erfahrungspunkte von Leviathanatos 42
08.12.2017 09:21 Uhr schrieb TheRealAsh
Geb dir absolut Recht, harmony korine und larry clark könnten das passend umsetzen. Aber akerlund war immerhin mal bei Bathory an der Batterie, von daher traue ich ihm da schon was zu. Und Spun war auch ein super Film, der völlig untergegangen ist. Warum allerdings Lords of Chaos hierfür als Vorlage dienen muss, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Ich bin als Black Metal Fan allerdings dankbar für jede Form der Vergangenheitsaufarbeitung dieses grundbrechenden Musikstils


Stimmt da war ja was. Hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm, dass der ja auch mal bei Bathory getrommelt hat. Hammerheart und Nordland II sind aber bisher auch die einzigen Alben, die ich daheim hab. Mit der Anfangszeit von Bathory und der ersten Black Metal-Welle im Allgemeinen hab ich mich, abgesehen vom ganzen Teutonen-Thrash, Venom und Slayer auch nur sehr sporadisch auseinandergesetzt. Celtic Frost, Sarcofago, Hellhammer, Bulldozer, Mercyful Fate, die alten Bathory und wie sie alle heißen - hab ich alle noch nachzuholen.

Dass Åkerlund selber ein Stück weit persönlich in die damalige Musikszene involviert war und dort sozialisiert wurde macht mich auch zuversichtlich. Und grundsätzlich überwiegt bei mir auch Freude
die Skepsis.

Interessant wäre aber wirklich eine Umsetzung von Harmony Korine. Der scheint ja da auch gewisse Ambitionen zu haben - wenn man sich den Soundtrack von Gummo ansieht. Ein Kurzfilm von ihm heißt sogar "The Devil, the Sinner, and His Journey" (wie ich gerade feststelle) - und der gleichnamige Song gilt ja jetzt nicht unbedingt als langläufig bekannten Klassiker von Gorgoroth. ;) Der scheint sich in dem Metier wirklich auszukennen - und hätte das Projekt wohl auch mit Herzblut ausführen können.

08.12.2017 09:21 Uhr schrieb TheRealAsh
Super Kommentar übrigens!


Danke schön :) Hatte ein wenig sorge, dass ich mit all dem geschreibsel ein wenig besserwisserisch rüberkomme. Aber mir liegt das Thema wirklich am Herzen.

In deine Filmrezensionen lese ich übrigens immer wieder gerne rein - schon seit einer ganzen weile. Du rezensiert ziemlich viel von dem was auf meiner Prioritätenliste ziemlich weit oben steht (Gummo, Mr. Long, Begotten, Mother, Stalker, Der Todesking u.a.)

09.12.2017 11:24 Uhr - TheRealAsh
1x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 586
Korine hat übrigens in Until the Light takes us einen Gastauftritt, ich glaube bei ner Performance von Frost, lohnt sich übrigens auch sehr der Film. Auf bald!

12.12.2017 15:17 Uhr - der neue1067
1x
09.12.2017 11:24 Uhr schrieb TheRealAsh
Korine hat übrigens in Until the Light takes us einen Gastauftritt, ich glaube bei ner Performance von Frost, lohnt sich übrigens auch sehr der Film. Auf bald!


Ich finde eure Ausführungen über den Film und die ganzen Hintergrund Informationen super interessant und hätte sogar gerne mehr darüber gelesen. Mit Black Metal hatte ich zwar nie wirklich was zu tun aber Anfang der neunziger bestand ein Teil meines Freundeskreis aus Death Metal Fans, Anhänger will ich nicht wirklich sagen. Wenn ich mich richtig erinneren kann nannten sich die Bands Danzig, Sodom und irgendwas was sich anhörte wie eine Südamerikanische Stadt wo mir der Name aber partout nicht einfallen will. Die haben auch noch andere Bands gehört aber die genannten Namen sind irgendwie hängen geblieben!

Mein Musik Geschmack war das damals nicht und hab es nur mit gehört weil es sehr häufig gespielt wurde. Ich stehe da mehr auf das alte und wahrscheinlich mittlerweile etablierte von deep purple, Led Zeppelin und auch Nazareth!
Trotzdem fand ich euren Austausch über Eure Kenntnis vom black Metal sehr spannend, natürlich auch wegen der Tatsache daß der Film um den es eigentlich geht auf wahren Begebenheiten beruht und von daher gerne wieder Mal mehr über Eure Kenntnisse!

12.12.2017 18:43 Uhr - Leviathanatos
1x
User-Level von Leviathanatos 2
Erfahrungspunkte von Leviathanatos 42
12.12.2017 15:17 Uhr schrieb der neue1067
09.12.2017 11:24 Uhr schrieb TheRealAsh
Korine hat übrigens in Until the Light takes us einen Gastauftritt, ich glaube bei ner Performance von Frost, lohnt sich übrigens auch sehr der Film. Auf bald!


Ich finde eure Ausführungen über den Film und die ganzen Hintergrund Informationen super interessant und hätte sogar gerne mehr darüber gelesen. Mit Black Metal hatte ich zwar nie wirklich was zu tun aber Anfang der neunziger bestand ein Teil meines Freundeskreis aus Death Metal Fans, Anhänger will ich nicht wirklich sagen. Wenn ich mich richtig erinneren kann nannten sich die Bands Danzig, Sodom und irgendwas was sich anhörte wie eine Südamerikanische Stadt wo mir der Name aber partout nicht einfallen will. Die haben auch noch andere Bands gehört aber die genannten Namen sind irgendwie hängen geblieben!

Mein Musik Geschmack war das damals nicht und hab es nur mit gehört weil es sehr häufig gespielt wurde. Ich stehe da mehr auf das alte und wahrscheinlich mittlerweile etablierte von deep purple, Led Zeppelin und auch Nazareth!
Trotzdem fand ich euren Austausch über Eure Kenntnis vom black Metal sehr spannend, natürlich auch wegen der Tatsache daß der Film um den es eigentlich geht auf wahren Begebenheiten beruht und von daher gerne wieder Mal mehr über Eure Kenntnisse!


Freud mich, auf dein interesse gestoßen zu sein und dir mit der einen oder anderen Info haben aushelfen können. :)

Danzig spielen allerdings blues-angehauchten Hard Rock, der auch Leuten zusagen dürfte, die mit Metal nichts anzufangen wissen. Besonderes Markenzeichen ist hier die stimmliche charakteristik Glenn Danzigs, der nicht umsonst den Spitznamen Black Elvis trägt.

Sodom widerum sind im Thrash Metal beheimatet - waren aber wegweisend für das Death und Black Metal-Genre. Für einen Unkundigen ist das aber eh nur nitpicking. ;)

Die dir entfallene Band könnte Sepultura sein.

Was den von der angesprochenen etablierten Bürgerschreck angeht:

Tatsächlich ist Black Metal in Norwegen (und, wenn man sich anschaut was im Zuge des Wacken- und Rock Hard-Festivals im Rockpalast auf den öffentlich rechtlichen inzwischen gespielt wird auch hierzulande) inzwischen teil des Kulturbetriebs.

- In Oslo werden von der Stadt aus Black Metal-Touren für Touristen angeboten. Ich meine, dass das von jemandem im dortigen Stadtrat angestoßen wurde, der früher selber in Szene aktiv war.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/black-metal-touren-in-norwegen-fuer-touristen-a-843663.html

- Gaahl, der ehemalige Gorgoroth-Sänger ist beteiligt an einem Black Metal-Musical, das in der Black Metal-Hochburg Bergen veranstaltet wird. Der wurde übrigens von der Stadt Bergen zur schwulen Prominenten des Jahres gekürt.

- Und Kirchen werden nicht mehr abgefackelt, sondern als Auftrittsorte zur Verfügung gestellt. Domkirk von Sunn O))) mit Mayhem-Sänger Atillah Shihar bspw. wurde bswp. in der Kathedrale in Bergen aufgenommen.

- Die Alben von Gorgoroth entstehen inzwischen mit finanzieller Unterstützung der Stadt Bergen.

- Der Osloer Chor tritt mit Satyricon (eine der großen norwegischen BM-Bands von damals) auf.

- Und ehemalige Galionsfiguren der Szene unterichten heute als Grundschulehrer Kinder im Musikunterricht - wenn sie nicht als Politiker in irgendwelchen Stadträte gewählt werden.

Man kann also sagen: Der Black Metal ist vor die Hunde gegangen, und als Ausdruck jugendlicher Rebellion und Unangepasstheit inzwischen genauso verbrannt wie Led Zeppelin und die Beatles. ;)

Aber damals (zu Zeit der Kirchenbrände) war die kulturelle/gesellschaftliche Verzahnung schon vorhanden. Nahezu alle wichtigen Alben von damals wurden in den Grieghallen-Studios (benannt nach Edvard Grieg, dem ehemaligen Leiter der Grieghallen) aufgenommen dessen Konzertsaal wiederum die Heimat des Bergen Philharmonic Orchestra ist.

Edit:

Übrigens: Wer offensichtlich auch leidenschaftlicher Black Metal-Hörer ist - und von wem ich das nun überhaupt nicht erwartet hätte - ist Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt. Der schrieb letztes Jahr für die Welt den lesenswerten Artikel "Warum Black Metal der Sound der Stunde ist".

https://www.welt.de/kultur/pop/article156558744/Warum-Black-Metal-der-Sound-der-Stunde-ist.html

12.12.2017 19:16 Uhr - der neue1067
Also, das freut mich natürlich das du da nochmals Informationen mitteilst die auch interessant sind aber das vorher hat sich halt auch gut und spannend lesen lassen!
Bei Themen die ich spannend finde höre ich gerne Leuten zu die sich über ihr Thema unterhalten und euren Gedankenaustausch fand ich einfach nur interessant weil ich das Gefühl hatte das ihr beide da ziemlich viele Kenntnisse habt und nicht nur schwafelt des laberns wegen.
Dazu kam natürlich die Tatsache daß der Film auf wahren Begebenheiten beruht was die ganzen "Randnotizen" besonders spannend gemacht haben!
Den Film werde ich spätestens schauen wenn er für's Heimkino verfügbar ist.
Und die andere Band die mir nicht einfallen wollte ist Carkass oder zumindest so ähnlich, ich musste bei dem Band Namen auf jeden Fall immer an Caracas denken, denn so ähnlich nennt sich auch eine Stadt aber ich weiß auch nicht ob die in Südamerika ist wie ich eigentlich dachte!

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